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crew-hauptmann-von-koepenick - Re: [Crew-Hauptmann-von-Koepenick] NPD-Debatte MV

crew-hauptmann-von-koepenick AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Crew-hauptmann-von-koepenick mailing list

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Re: [Crew-Hauptmann-von-Koepenick] NPD-Debatte MV


Chronologisch Thread 

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Am 11.10.2011 um 11:59 schrieb Pirate Pier:

> On 11.10.2011, at 10:48, Johannes Oschlies wrote:
>
>> Wie würdet ihr denn (rein hypothetisch) mit einem
>> ehemaligen Stasi-Spitzel umgehen, der seine Vergangenheit verschweigt
>> und dann Ämter und Funktionen in der Piraten übernimmt?
>
> Das kommt auf die Hintergründe an. Zwischen einem jahrzehntelangen
> Stasi-Informanten und jemandem, der für ein Jahr mit 18 kurz etwas gemacht
> hat, sind sicherlich Unterschiede zu sehen. Gerade in Hinblick auf den
> Transparenzgedanken könnte ich mir aber ebenso durchaus vorstellen, dass
> jemand, der lange Zeit für die Stasi tätig war und deren Unrecht erkannt
> hat, inhaltlich wertvolles beitragen könnte, denn er kennt die Gedanken der
> "Gegenseite" aus eigener Erfahrung. Genauso, wie ich mir vorstellen kann,
> dass ein Aussteiger aus der rechten Szene im Kampf gegen diese Szene sehr
> wertvoll sein kann. Hierbei ist zu bewerten, wie sich das im Einzelfall
> gestaltet und wie glaubwürdig der Wandel ist, aber natürlich auch, ob wir
> Piraten solche Personen prinzipiell nicht bei uns haben wollen oder nicht
> in Ämtern und auf der Basis welcher Kriterien solche Entscheidungen gefällt
> werden sollen. Bislang sind die Piraten sehr umarmend, was Personen
> jeglicher Vergangenheit angeht.
Ja aber dann soll der Aussteiger doch bitte zu einem Netzwerk gegen Rechts
gehen und nicht zu uns. des weiteren sehe ich auch nicht ein wieso ich einem
Stasi-Spitzel der Reu zeigt eine zweite Chance geben sollte.

C.
>
> Das hier trifft es tatsächlich sehr gut:
>
>> Ich finde den Stasi-Aspekt übrigens sehr gut, denn er sollte gegenüber dem
>> LV mal darlegen, was er da so getrieben hat... Wenn er nur "Karteileiche"
>> war, sieht es anders aus, als wenn sich herausstellen sollte, dass er z.B.
>> vor einer Schule Rechtsrock-CDs verteilt hat oder beim Dorffest am
>> NPD-Stand eingeteilt war.
>
>
>
>
>> Der entscheidende Punkt ist hier auch meiner Ansicht nach,
>> dass dass betreffende Mitglied aus MV offenbar seine Vergangenheit
>> verschwiegen hat und dann auch noch Ämter in der Partei übernommen hat.
>> Das allein ist moralisch schon ziemlich fragwürdig.
>
> Hier müssten wir mehr über die Hintergründe wissen. Evt. war er sich der
> Diskrepanz zwischen seiner Vergangenheit und der Gegenwart bewusst und
> wollte nicht, dass sein jetziges Leben und seine Arbeit bei den Piraten
> durch die Jugendsünde in Misskredit gebracht werden können. Er hat sich
> dann dafür entschieden, zunächst seine Vergangenheit zu ignorieren. Im
> Sinne des Transparenzgedanken mag das falsch sein, aber wenn ich mir seine
> Erklärung http://piraten-hgw.de/2011/10/erklarung-von-matthias-bahner/
> durchlese, wirkt es für mich eher so, als würde er dieses eine Jahr als
> Freizeitaktivität betrachten ("Ich distanziere mich ausdrücklich von deren
> Ideologie und Inhalten, die auch schon damals nicht der Grund für meinen
> Eintritt waren"). Wir nähern uns (aus evt. Matthias Sicht) dabei schnell
> der auch von der Berliner Fraktion angestoßenen Diskussion der
> Transparenztrennung zwischen privatem und öffentlichem. Bislang haben die
> Piraten afaik nicht definiert, welche früheren Parteimitgliedschaften offen
> gelegt werden müssen, wenn jemand Mitglied wird oder kandidiert. Da lasse
> ich mich gerne korrigieren :). Eine Initiative liegt im LQFB rum
> https://lqfb.piratenpartei.de/pp/initiative/show/1733.html geht aber auch
> nicht weiter auf das kandidieren ein...
>
> Mein persönliches Fazit lautet deshalb: Es ist sicherlich fatal, dass er zu
> seiner Kandidatur die NPD-Mitgliedschaft nicht erwähnt hat. Dies ist
> deshalb fatal, weil gerade die Lehren dieser Mitgliedschaft evt. zum
> Beitritt bei den Piraten geführt haben und sein politisches Weltbild
> geerdet haben. Gleichzeitig ist es für mich nachvollziehbar, denn ich
> möchte nicht aufgrund einer Jugendsünde meine jetzige politische Heimat
> aufgeben müssen. Daraus entsteht ein menschliches und moralisches Dilemma.
> Das Auflösen dieses Dilemmas vor/während der Kandidatur hätte ebenso ein
> problematisch sein können, wie das nachträgliche Auflösen. Die MVler müssen
> jetzt entscheiden, inwiefern damit der Glaubwürdigkeit der Person geschadet
> wurde. Der bisherigen hier verlinkten Kommunikation der MVler entnehme ich,
> dass es auch weniger um die NPD-Mitgliedschaft an sich geht, sondern mehr
> um Zeitraum und eventuelle Bedingungen der Offenlegung. Mir wäre es am
> liebsten gewesen, wenn er mit seiner Kandidatur seinen kompletten
> politischen Lebenslauf veröffentlicht hätte. Denn als Wähler wäre es mir
> dann möglich gewesen zu erkennen, was ihn politisch antreibt.
>
>
> On 11.10.2011, at 11:28, Corny wrote:
>
>> ich bin der Meinung das Menschen aus der NPD GARNICHTS bei den Piraten zu
>> suchen haben und es ist mir scheiß egal ob die sich geändert haben.
>
>
> Vielleicht möchtest du auch noch einen Blick auf unser Rechtssystem werfen?
> Stichworte wie Resozialisierung fallen mir da spontan ein. Oder der
> Unterschied zwischen Jugendstrafrecht und Erwachsenenstrafrecht, inkl.
> eines weichen zeitlichen Übergangs zwischen diesen. Oder auch Worte wie
> Orientierungsphase.
>
>> Und ja ich weiß das das radikal ist aber ich will einfach nicht in einer
>> Partei mit rechten sein und auch nicht mit ihnen in Verbindung gebracht
>> werden.
>
> Corny zeigt hier eindrucksvoll, weshalb Matthias evt. nicht gleich seinen
> Mund aufgemacht hat. Mit Personen, die nicht akzeptieren können, dass
> (gerade junge) Menschen Fehler machen und sich verändern können, möchte ich
> übrigens auch nicht in einer Partei sein, die sich der Transparenz
> verbunden fühlt und über ein Medium sozialisiert wurde, *welches nicht
> vergisst*.
>
> Ich zitiere hier noch einmal:
>
> Michael Rudolph, Vorstandsvorsitzender des Landesverband nahm Stellung:
>
> „Wir als Piraten befürworten den Ausstieg aus extremen Parteien. Niemand,
> der aus seinen Fehlern gelernt hat, sollte wegen seiner Vergangenheit
> verurteilt werden. In einer Gesellschaft, in der durch die digitalen
> Kommunikationsmethoden keine Informationen mehr verloren gehen, müssen wir
> eine Gesellschaft anstreben, in der Fehler verziehen werden können, offener
> mit diesen umgehen und Menschen sich an ihren gegenwärtigen Taten messen
> lassen.“
>
> Exakt. Die Welt ist nicht schwarz-weiß.
>
>
>
>
> Ciao,
> Oliver
>
> --
> http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Pirate_Pier
>
> --
> Crew-Hauptmann-von-Koepenick mailing list
> Crew-Hauptmann-von-Koepenick AT lists.piratenpartei.de
> https://service.piratenpartei.de/listinfo/crew-hauptmann-von-koepenick


Corny


pirat_c AT online.de

Gebietsbeauftragter Treptow-Köpenick (PIRATEN BERLIN)






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