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ag-soziale_marktwirtschaft - [Ag-soziale_marktwirtschaft] Im Sinne der Transparenz: klare und vergleichbare Darstellungen finden

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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[Ag-soziale_marktwirtschaft] Im Sinne der Transparenz: klare und vergleichbare Darstellungen finden


Chronologisch Thread 
  • From: Zausel <Zausel AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Im Sinne der Transparenz: klare und vergleichbare Darstellungen finden
  • Date: Sat, 28 Jan 2012 09:47:02 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Verehrte Vorredner,

ich stimme Ihnen zu und gebe darüber hinaus zu bedenken:

*(1) Die Art, wie ich etwas beschreibe, bestimmt die Weise, in der ich darüber denke.*
Das betrifft nicht nur den Irrtum, *Neben*kosten seien Nebensache.
Es ist ein Unterschied, ob ich über Lohn*kosten* oder Lohn*anteil(e)* spreche, denn Kosten gilt es möglichst gering zu halten.
Es ist ein Unterschied, ob ich über Lohn, Entgelt, Erwerb oder Einkommen spreche, denn erstere rechtfertigen den Anspruch eher über (schwer vergleichbare) Arbeitsleistungen, die zuvor erbracht wurden, letztere rechtfertigen den Anspruch über die (ebenfalls schwer vergleichbare) Lebensführung als Voraussetzung jeder Arbeitsleistung.

*(2) Transparenz muss erst beschreibend hergestellt werden.*
Eine Lohnabrechnung sieht anders aus als eine Gehalts- oder Besoldungsabrechnung. Wieder anders sieht eine selbständige Einkommensermittlung aus.
In den verschiedenen Zahlenwerken werden inhaltlich gleichartige Arbeitseinkommen sehr unterschiedlich behandelt. Ich möchte als *Beispiel* etwas näher auf die *Lohnabrechnung* eingehen:

Ein Arbeitsvertrag auf Lohnbasis nennt einen (brutto) Stundenlohn (etwa 15,--/h), eine Wochenarbeitszeit (etwa 40 h/Wo), einen Urlaubsanspruch (etwa 25 Tg/J), ... . Das klingt soweit sehr übersichtlich.

Die Handwerkskammern haben große Mühe, zu erklären, wieso ein Meister unter diesen Bedingungen zur Erfüllung dieses Vertrages ca. 22,50/h zuzüglich MWSt. (4,50/h)
ca. 27,--/h einem Kunden in Rechnung stellen müsse und nur
ca. 9,--/h an den Monteur auszahlen könne.

Dabei enthalten die 27,-- noch keine Umlage für die Ausrüstung des Monteurs mit Werkzeug, Gerät, Fahrzeug, ...
und auch noch keine Umlage für zentrale Einrichtungen des Handwerksbetriebs wie Büro, Lager, Werbung, ... .

Letztlich weiß der Handwerksmeister nicht, ob sein Betrieb bei
ca 37,50/h zuzüglich MWSt (7,50) also
ca. 45,--/h Rechnungsbetrag funktioniert oder nicht.

Ich finde es sehr unbefriedigend, dass unter den gegenwärtigen Bedingungen, so viele verschiedene Zahlenwerte für ein und den selben sachlichen Zusammenhang im Raume stehen. Dadurch leisten wir unnötigen Debatten Vorschub.

Von allen genannten Zahlenwerten sind nur wenige sachlich und in dieser Höhe nachvollziehbar:
45,--/h Rechnungsbetrag enthalten
7,50/h MWSt
22,50/h für den Monteur vor Ort
15,--/h für den Betrieb im Hintergrund (einschließlich Meister)

Alle anderen Zahlenwerte sind buchungs- und tariftechnische Artefakte.

*(3) Leitfrage: Wie kann die Transparenz erhöht werden?*
(3.1) Entfernen wir die buchungstechnische Unterscheidung zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil an den Sozialversicherungen.
(3.2) Entfernen wir die tariftechnische Fiktion von 168h (oder 21 Tagen) Lohnarbeit pro Monat, denn faktisch führt eine 40h-Woche zu ca. 145h Arbeitszeit pro Monat (je nach Krankenstand und Lage der kalenderfesten Feiertage).



  • [Ag-soziale_marktwirtschaft] Im Sinne der Transparenz: klare und vergleichbare Darstellungen finden, Zausel, 28.01.2012

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