ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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- From: abraham <abraham AT news.piratenpartei.de>
- To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Zur Zukunft der Arbeit - Wachstum/Wirtschaft
- Date: Sat, 08 Oct 2011 00:28:05 +0000
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
- List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
- Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver
Pommes schrieb:
Das Geld wird aus dem Nichts geschöpft, per Mausklick quasi, der Zins jedoch, der wird nicht mitgeliefert, um den zu tilgen ist eine Neuverschuldung fällig.
Irgend ein Wirtschaftssubjekt muß sich also neu verschulden und Wertschöpfung tätigen, um das der Zins bedient werden kann.
Der Zins erhöht auch die Geldmenge (Geldvermögen), denn die Kreditsumme verschwindet mit der Tilgung wieder im Nichts, der Zins jedoch bleibt stehen und erhöht das Guthaben.
Die Banken müssen also immer mehr Kredite verkaufen, um die Guthaben zu verzinsen.
Genau! :)
Pommes schrieb:
Das Problem besteht darin, dass den exponentiell wachsenden Guthaben im günstigsten Fall eine nur linear wachsende Wirtschaftsleistung gegenüber steht und das auch nur temporär, denn wenn der Bedarf gedeckt ist, wird die Wirtschaftsleistung sogar rückläufig und die Banken können nicht mehr genug Kredite verkaufen um die Guthaben ihrer Anleger zu verzinsen.
Hier möchte ich nur anmerken, dass Innovationen durchaus exponentielles Wachstum erzeugen können. Die Natur macht es vor - aber es ist eben nur vorübergehend.
Pommes schrieb:
Der einzige Ausweg besteht darin, das produzierte Wachstum in fremden Märkten abzusetzen, allerdings funktioniert das auch nur eine Zeit lang, denn wer fremde Produkte konsumiert, wird selber defizitär, siehe Griechenland, USA usw..
...und wer dauerhaft zuviel exportiert (weil seine Währung nicht aufwertet), trägt letztlich zur Verarmung der anderen Länder bei.
Am Ende gibt es keinen Ausweg. Es gibt nur die Wahl zwischen Pest und Cholera: Entweder die Schulden entwerten, durch Inflation, das vernichtet dann auch die Vermögen, die privaten Renten, die Lebensversicherungen. Oder sparen, bis zum Schuldenschnitt, und all seinen Besitz an die Banken und an jene zu verpfänden, deren Kapital jeden Monat mehr einbringt, als 10 Angestellte in einem Jahr verdienen.
Trotz aller Kritik, der Wachstumszwang ist nicht per se negativ. Er "fordert und fördert" sogar die Innovation - wenn er richtig eingesetzt wird. Er zwingt zur ständigen Suche nach etwas neuem, und lässt Stagnation nicht zu.
Und ein wirklicher Wirtschaftsmotor... ist das Geld - solange es im Umlauf ist. Es macht einen gewaltigen Unterschied für den Wohlstand einer Gesellschaft, ob ein Hundert-Euro schein 3mal im Jahr den Besitzer wechselt, oder 10mal.
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Zur Zukunft der Arbeit - Wachstum/Wirtschaft, abraham, 08.10.2011
- <Mögliche Wiederholung(en)>
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Zur Zukunft der Arbeit - Wachstum/Wirtschaft, Rolf_Mueller, 13.10.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Zur Zukunft der Arbeit - Wachstum/Wirtschaft, CAP, 13.10.2011
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