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Re: [Ag Meinungsfindungstool] Tailored Intervention in case of Violation of Human Dignity and Human Rights
Chronologisch Thread
- From: Scott Raney <scott AT metacard.com>
- To: ag-meinungsfindungstool AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag Meinungsfindungstool] Tailored Intervention in case of Violation of Human Dignity and Human Rights
- Date: Sat, 23 Aug 2014 12:19:34 -0600
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-meinungsfindungstool>
- List-id: <ag-meinungsfindungstool.lists.piratenpartei.de>
This is an impressive body of work, to be sure. Unfortunately I
believe it is misguided and probably quite dangerous. Again, please
forgive me if I have misinterpreted based on my inability to
understand the proposal due to translation problems (Google translate)
and my making my reply in English. As always I'd appreciate any
corrections.
But what this *looks* like to me is a system by which a small number
of individuals (the "jury") can sanction or possibly even silence an
individual that is being disruptive. This I believe is exactly the
wrong approach for a democratic system. It is just this kind of
system that authoritarians *love* to use because it allows them to
suppress ideas that conflict with their world view and sources of
power while maintaining the facade that it is some independent body
making the determinations rather than the authoritarian leaders
themselves. Perhaps the best example of such a "jury" was the Spanish
Inquisition, although various Communist organizations also had pretty
good systems for deciding who needed to be sent to "reeducation camp".
Instead, my proposal is that an egalitarian and democratic form of
social control be used. That is *everyone* gets to make a judgement
on every contribution to the system, both by rating the quality of
each contribution and to attach "flags" to them (such as for the use
of profanity, personal and ad hominem attacks, off-topic, etc.) Then,
allow all users to filter the information they are presented based on
these ratings and flags. With this architecture disruptive but
*useful* contributions will continue to be seen, but those that The
People decide are merely disruptive for the sake of being disruptive
(i.e., trolls) will be effectively filtered out such that few people
ever see them. My proposal will be more difficult to implement (e.g.,
it needs to have a way to prevent the trolls from merely
inappropriately flagging rather than making disruptive contributions
themselves), but not nearly as subjective as what you are proposing.
But my claim is that will be a lot safer and more effective because
The People will be the "jury" rather some select group (who will
primarily or exclusively authoritarians because those are just the
kind of people who would volunteer to do this kind of "discriminatory"
work).
I think this also relates to my general sense that "consensus" is
simply an inappropriate goal for any of these systems, since the
process for "building consensus" as often involve suppression of
dissent as actually changing the proposals themselves to make them
acceptable to more people.
Regards,
Scott
2014-08-23 9:41 GMT-06:00 janonymous <janonymous AT news.piratenpartei.de>:
>
> Liebe AG,
>
> viele von uns wissen aus leidlicher Erfahrung, wie Diskussions- und
> Erkenntnisprozesse gestört, behindert und manipuliert, kurz getrollt werden
> können. Viele kennen auch die Argumentationsmethoden und Tricks, wie man
> eine Meinungsbildung manipuliert oder gezielt korrumpieren kann. Wie täglich
> grüßt das Murmeltier können einem dabei immer wieder die gleichen Muster,
> Todschlagargumente und in ihrer Qualität umkippenden Diskussionsprozesse
> unterkommen. Dies ist insofern kein spezielles Problem dieser Arbeitsgruppe,
> sondern ein systemimmanentes. In dem Kontext habe ich die Theorie zum
> funktionalen Faschismus (ff) und eine entsprechende Systemkritik verfasst.
> Wenn man sich das Stufenmodell zum ff genauer anschaut, so erkennt man, dass
> es sich hier um eine Taxonomie von in ihrer Schwere zunehmenden
> Todschlagargumenten handelt, die in einem freiheitlich-demokratischen
> Diskussionsprozess als kontraindiziert bzw. kontraproduktiv
> (antidemokratisch, illegal) gelten können.
>
> Nach den wiederholten Störungen des Arbeitsflusses in den letzten Wochen
> haben wir uns hierzu nochmal sehr viele Gedanken darüber gemacht, wie eine
> Vorgehensweise in der sozialen Urteilsbildung/Konsensfindung gestaltet sein
> sollte, um einen menschenwürdigen, gerechten und effizienten Umgang mit
> antidemokratischen Verfehlungen und Menschenrechtsverletzungen zu
> gewährleisten und wie man darüber hinaus auch präventiv Lerneffekte und
> positive Entwicklungen in basisdemokratischen Kernkompetenzen fördern kann.
>
> Die AG Bundesregenerierung...
> http://wiki.piratenpartei.de/AG_Bundesregenerierung
>
> ... die sich speziell mit diesen Problemen und Themenbereichen
> auseinandersetzt, hat hierzu einen Arbeitsvorschlag entwickelt, anhand
> dessen man dem Problem sukzessive und menschenwürdig Herr werden kann.
>
> s.a.:
> http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Janonymous/TailoredInterventionInCaseOfViolationOfHumanRightsAndHumanRights
>
> Für einen zuverlässigen, gerechten und menschenwürdigen Umgang mit
> antidemokratischen Verfehlungen empfiehlt sich dabei die empirisch gestützte
> Entwicklung einer maßgeschneiderten (tailored) Intervention. Dabei können
> die Maßnahmen mit Hilfe von Fokusgruppen und Konsensverfahren sowie anhand
> meßtheoretischer Gütekriterien stetig weiterentwickelt, spezifiziert und
> prioretisiert werden.
>
> Entscheidender als ein Konsens über die jeweiligen Maßnahme ist jedoch ein
> Konsens hinsichtlich der Übereinstimmung in den Schwerebeurteilungen. Ob
> eine Verhalten eindeutig als eine antidemokratische Verfehlung mit
> bestimmtem Schweregrad bezeichnet werden kann, erkennt man also daran, dass
> hinsichtlich des Vorliegens der ff-Merkmale eine entsprechend hohe,
> intersubjektive Übereinstimmung zwischen unabhängigen Beurteilern
> (Reliabilität) vorliegt, bzw. ob sich die Beurteilungen eben stark von
> einander unterscheiden. Je höher die Übereinstimmung von mindestens 2
> (unabhängigen) Beurteilern/einer unabhängigen Jury, desto zuverlässiger und
> gerechter die Messung/das Urteil und desto gültiger und passgenauer die
> soziale Intervention. Wird der entsprechende Konsensmaßstab nicht erreicht,
> ist die Sachlage uneindeutig - solange gilt die Unschuldsvermutung.
>
> Für eine entsprechende Prüfung der Messgenauigkeit ist ein
> Reliabilitätskoeffizient von r = .80 als mittelmäßig hohe Übereinstimmung
> (Mindestwert) zu betrachten bzw. wird als Cut off für die Eindeutigkeit
> einer Sachlage empfohlen (solange gilt die "Unschuldsvermutung"). Angestrebt
> werden sollte eine Mindestbeurteilerübereinstimmung von r >= .90. Dabei
> gilt: Je umfassender die Datenlage und je besser die Gütekriterien/das
> Messinstrument sowie die Güte des diagnostischen Urteilsprozesses, desto
> geringer die Wahrscheinlichkeit eines (ungerechten) Fehlurteils.
>
> Mein Vorschlag wäre es nun, sich neben der Konsensierung zum Umgang mit dem
> aktuellen Fall, auch allgemein und für die Zukunft zu überlegen, welche
> Maßnahmen in Abhängigkeit eines bestimmten Schweregrads passend sind. Daher
> möchte ich euch gern bitten, euch dazu Gedanken zu machen, welche Maßnahmen
> ihr in Abhängigkeit der Schwere von eindeutig identifizierbaren
> Todschlagargumenten angemessen findet, auch mit Hinblick auf das aktuelle
> Fallbeispiel und die Sicherung der Güte von Diskussionsprozessen.
>
> Hier könnt ihr eure Vorschläge dazu jeweils im Abschnitt "Intervention"
> unter die einzelnen Stufen 1 bis 5 (Todschlagargumente) eintragen:
> https://meinungsfindungstool.piratenpad.de/Intervention-bei-Todschlagargumenten
>
> Mit solidarischen Grüßen aus der AG Bundesregenerierung!
> Jano
>
> --
> Ag-meinungsfindungstool mailing list
> Ag-meinungsfindungstool AT lists.piratenpartei.de
> https://service.piratenpartei.de/listinfo/ag-meinungsfindungstool
- [Ag Meinungsfindungstool] Tailored Intervention in case of Violation of Human Dignity and Human Rights, janonymous, 23.08.2014
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