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ag-liquid-democracy - Re: [AG Liquid Democracy] E-Voting

ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Liquid Democracy in der Piratenpartei

Listenarchiv

Re: [AG Liquid Democracy] E-Voting


Chronologisch Thread 
  • From: Semon <semon3496 AT arcor.de>
  • To: semon3496 AT arcor.de, Liquid Democracy in der Piratenpartei <ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: Re: [AG Liquid Democracy] E-Voting
  • Date: Wed, 29 Feb 2012 22:22:26 +0100
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-liquid-democracy>
  • List-id: Liquid Democracy in der Piratenpartei <ag-liquid-democracy.lists.piratenpartei.de>

Veröffentlichung eines E-Mail Austauschs mit Ben.

Hi!

Am 22.02.2012 08:09, schrieb Semon
"Der CCC hat bewiesen: Es ist nicht möglich nachprüfbare geheime
Wahlen auf elektronischem Wege durchzuführen". Oder verkürzt: "Der CCC
sagt: 'Es geht nicht'".
Mit „der CCC hat bewiesen“ wird hier doch auf die Nedap und die
Wahlstift Sache angespielt oder ist da noch was anderes gemeint?
Dann würde ich dem ganz klar widersprechen, weil es imho eine
Verallgemeinerung der eigentlichen Tatsachen darstellt. Der CCC hat
bewiesen, dass die Nedap Computer und der elektronische Wahlstift nicht
für Bundestagswahlen geeignet sind.
Da es bei Bundestagswahlen um sehr viel Macht geht, ist der Vorteil, den
ein Angreifer aus einem erfolgreichen Angriff ziehen kann sehr hoch.
Daher muss man hier eine sehr hohe Hürde für Manipulationen anlegen.
Genau diese Hürde haben die Nedap Computer/Wahlstift (wenn man sie mit
papierbasierten Wahlen vergleicht) signifikant herabgesetzt.
Ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass ein formaler Beweis
geführt wurde, dass jeglicher Einsatz von Elektronik jegliche Wahl
verbietet (und ich würde wetten, dass es einfacher ist einen Beweis zu
führen, dass so ein Beweis nicht durchführbar ist ;--)).

Solange man an diesem Argument nicht vorbei kommt, kann man innerhalb
der Partei die Abstimmungsverfahren praktisch gar nicht diskutieren.
Habt ihr mit LiquidFeedback nicht schon ein elektronisches
Abstimmungsverfahren? Dann geht es doch „nur“ darum, dieses geheim zu
machen und dabei möglichst wenig Nachprüfbarkeit zu verlieren…

Aufgrund deines Vortrags zum Thema auf der Datenspuren 2010 des CCC
Dresden, wollte ich Dich fragen, ob du mir Kontakte zu Personen im CCC
vermitteln kannst die sich mit diesem Thema beschäftigen/beschäftigt
haben.
speziell in der Nedap-Sache findest du die üblichen Verdächtigen
sicherlich schnell über den Artikel in der Datenschleuder. Tim hat auch
Podcasts dazu gemacht (chaosradio express), da findest du auch jemanden.
Ich hab mich bei meinem Vortrag aber auf Papierbasierte Wahlen mit
Kryptoeinsatz beschränkt. Was ihr jetzt aber imho sucht ist ein
Verfahren, was Remotewahlen durchführen kann. Das ist noch ne Nummer
schwieriger, weil die persönliche Identifikation des Nutzers gelöst
werden muss und du nicht unbedingt von vertrauenswürdigen Heimcomputern
ausgehen kannst.

Es geht mir darum festzustellen, ob obiges Dogma wirklich eine Aussage
des CCC ist oder nicht. Parallel werde ich mich auch direkt an den CCC
wenden.
ich weiß nicht, ob es überhaupt sowas wie „eine Aussage des CCC“ gibt.
Der CCC e.V. definiert sich ja durch seine Mitglieder und da kann jeder
seine eigene Meinung haben (viele aus dem CCC sind sogar sehr stolz auf
die Diversität des Vereins).
Aber natürlich ist das Misstrauen des CCC gegenüber elektronischen
Wahlen sehr hoch (und das ist auch gut so). Ich selbst habe das bei
meinem Vortrag auf den Datenspuren mit den Kommentaren von fukami
erfahren, die gleiche Diskussion gab es aber auch auf dem Camp 2007, auf
dem David Chaum persönlich(!!!) über seine Forschung über Wahlverfahren
referiert hat.

Interessant wären für mich aber auch Personen im universitären
Bereich, die sich mit elektronischen Wahlverfahren beschäftigen.
in Deutschland kannst du dich an Melanie Volkamer wenden, die hat schon
einiges damit gemacht:
http://www.secuso.cased.de/de/staff/melanie-volkamer/
Vielleicht hätte sie (oder einer ihrer Studenten) ja sogar Interesse
daran euch bei der Auswahl/Umsetzung eines E-Voting Systems zu helfen.
(Wenn für sie dabei eine Fallstudie über die Nutzbarkeit eines
Verfahrens rausspringt wäre das sicher interessant…)

Ciao, Ben






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