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ag-liquid-democracy - Re: [AG Liquid Democracy] Liquid Feedback: Auswahl von Delegierten über Messung der "Politischen Übereinstimmung"

ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Liquid Democracy in der Piratenpartei

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Re: [AG Liquid Democracy] Liquid Feedback: Auswahl von Delegierten über Messung der "Politischen Übereinstimmung"


Chronologisch Thread 
  • From: Andreas Veltens <andreas.veltens AT googlemail.com>
  • To: Liquid Democracy in der Piratenpartei <ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: Re: [AG Liquid Democracy] Liquid Feedback: Auswahl von Delegierten über Messung der "Politischen Übereinstimmung"
  • Date: Sat, 11 Feb 2012 22:20:23 +0100
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-liquid-democracy>
  • List-id: Liquid Democracy in der Piratenpartei <ag-liquid-democracy.lists.piratenpartei.de>

Hey Semon,

find ich sehr gut die Idee! Hatte mir mal was in eine ähnliche Richtung überlegt (in einem anderen Rahmen), allerdings etwas allgemeiner gehalten, weil ich mir gut vorstellen könnte, dass es auch außerhalb der Abstimmungen die Möglichkeit gäbe, Daten zu erheben und zu verknüpfen:

(...) Ein Ausgangspunkt wäre die Erstellung von Profilen für jeden einzelnen Teilnehmer, künstlichen Wesen, die ich Homunculi nenne. Diese Homunculi gewinnen ihre Struktur durch die bislang im Netzwerk vollzogenen Handlungen (die sich in Daten manifestieren), sind aber keine Identitäten, da sie nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, sondern nur für interne Operationen des Systems (ähnlich wie auch bei Amazon das Profil selbst nicht sichtbar ist, sondern nur der „Wie-wär's-hiermit“-Output).
Die Beziehung der Homunculi untereinander könnte nun Ausgangspunkt individueller Komplexitätsreduktion sein, indem das eigene, in Daten manifestierte Handeln zum Ausgangspunkt der Selektion wird. Das ginge dann in etwa in die Richtung wie Amazons „Nutzer, die das gleiche gekauft haben wie sie, kauften auch ...“, wobei an das Ganze hier natürlich ganz andere Maßstäbe gesetzt werden müssen (z.B. Transparenz durch Übersetzung der technischen Funktionsweise, weil sie hoch politisch ist).
(Quelle: http://www.die-demokratische-revolution.org/2012/01/das-verfahren-mensch-und-wort-trennen.html )

Ich glaub ich hab's allerdings schon einige Male erwähnt: Ich glaube nicht, dass wir in der Partei die Ressourcen oder die Organisationsstruktur haben, solche oder ähnlich komplexe Ideen zu entwickeln. (Ein Grund dafür, weshalb ich hier seit Längerem eher passiv bin.)
Viele Grüße

Am 11.02.2012 21:03, schrieb Jörg Witzel:
Hallo,
ich hätte da einen Vorschlag, die Auswahl von Delegierten zu erleichtern:

Jeder der regelmäßig an Abstimmungen teil nimmt erzeugt damit eine große Menge an Daten über seine politischen Ansichten. Es gibt Piraten, die der Veröffentlichung dieser Daten auf unbestimmte Zeit kritisch gegenüberstehen, Gleichzeitig werden diese Daten aber für nichts gebraucht (außer für die Überprüfung der Wahl und die Auswertung per Download).

Man kann aber mit diesen Informationen ein politische Position berechnen (als Vektor) und diese Position mit der eigenen abgleichen. Auf diese Weise erhält man einer Liste der Personen, welche ähnlich abstimmen wie man selbst. Wenn man seinen Delegierten nun nicht nach Bekanntheitsgrad oder KnowHow zum Thema sondern nach ähnlicher politischer Überzeugung auswählen will, so wäre dieses Verfahren dafür ideal!

Im Einzelnen: Die politische Übereinstimmung wird wie folgt definiert:
Jedes Thema bildet einen neue Dimension im Abstimmungsraum. Aktuell hätte dieser Raum also ca. 1300 Dimensionen. Jede Abstimmung eines LQFB-Teilnehmers erzeugt nun einen neuen Vektor in diesem Raum:
  • Zustimmung zum Thema hat den Wert 1 auf der Dimensionsachse des Themas
  • Enthaltung hat den Wert 0
  • Ablehnung hat den Wert -1

Die Vektoren der einzelnen Abstimmungen werden addiert. Damit ergeben sich z.B. folgende Vektoren bei drei Themen:

  • Teilnehmer A (Zust. zu Thema 1, Zust. zu Thema 2, Abl. zu Thema 3)                      => (1, 1, -1)
  • Teilnehmer B (Zust. zu Thema 1, Neutral zu Thema 2, Abl. zu Thema 3)                  => (1, 0, -1)
  • Teilnehmer C (Zust. zu Thema 1, Nicht abgestimmt zu Thema 2, Zust. zu Thema 3) => (1, 0, 1)

Addiert man nun die Vektoren zweier Teilnehme und misst die Länge des resultierenden Vektors hat man den "politischen Abstand" dieser Teilnehmer:

  • Teilnehmer A  zu B : |(1, 1, -1) + (1, 0, -1)| = |(2, 1, -2)| = (4+1+4)^(1/2) = 3
  • Teilnehmer B zu C: |(1, 0, -1) + (1, 0, 1)| = |(2,0,0)| = (2+0+0)^(1/2) = 2^(1/2) = 1,414
  • Teilnehmer C zu A:  |(1, 0, 1) + (1, 1, -1)| = |(2, 1, 0)| = (4+1+0)^(1/2) = 5^(1/2) = 2,236

D.h. der größte "politsiche Übereinstimmung" besteht zwischen Teilnehmer A und B.

Konnte mir irgend jemand folgen?
:-)

Mit diesem Verfahren könnte man auch bei komplett pseudonymen Abstimmungen auf einfache Weise mögliche Delegierte ermitteln.

Gruß
Semon

PS.: Vieleicht könnte dieses Verfahren mal jemand in LQFB als Verbesserungvorschlag in LiquidFeedback Weiterentwicklung einstellen ?










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