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ag-liquid-democracy - Re: [AG Liquid Democracy] Idee: Wählerinitiative in LQFB

ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Liquid Democracy in der Piratenpartei

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Re: [AG Liquid Democracy] Idee: Wählerinitiative in LQFB


Chronologisch Thread 
  • From: Semon <semon3496 AT arcor.de>
  • To: Liquid Democracy in der Piratenpartei <ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: Re: [AG Liquid Democracy] Idee: Wählerinitiative in LQFB
  • Date: Mon, 23 Jan 2012 21:48:56 +0100
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-liquid-democracy>
  • List-id: Liquid Democracy in der Piratenpartei <ag-liquid-democracy.lists.piratenpartei.de>

Hallo Stefan,
nun zur detailierten Antwort:
Am 20.01.2012 12:42, schrieb Stefan Dirnstorfer:
Skizze:
Es ist ein bekanntes wahltaktisches Phenomän jedes Wahlverfahrens, dass
man seinen Einfluss verstärkt wenn man sich zu einem Klüngel oder einer
Partei zusammenschließt. Wir könnten unseren Einfluss auf die
Abstimmungen in LQFB auch stark vergrößern, wenn wir eine Wählergruppe
gründen.

Umsetzung:
Ein "Parteigründer" stellt seinen LQFB-Account zur Verfügung und stimmt
nicht mehr nach seinen eigenen Vorstellungen ab. Statt dessen wird eine
Abstimmungsplattform gegründet, auf der die Positionen der "Partei"
gebildet werden. Wahlberechtigt in der "Partei" ist jeder, der in LQFB
auf den Parteigründer delegiert.
Als Ansatz interessant, aber eine Abstimmungsplattform muss nach nicht nur gründen,
d.h. dafür braucht man Leute. Man muss die Plattform auch implementieren. Wenn man
auf diese Weise 1000 Piraten, die bisher nicht in LQFB sind einbinden könnte super.
Wenn es nur 100 sind steht es in keinem Verhältnis zum Aufwand finde ich.

In jedem Fall müsste man zuerst mal feststellen, welche Eigenschaften diese Abstimmungsplattform
haben soll, "auf der die Positionen der Partei gebildet werden". Das ist aber fast das gleiche,
was ich im Moment versuche: Die Anforderungen an eine Entscheidungsfindungsplattform
zu definieren. Ich glaube, das man schneller vorankommt, wenn man das bestehende System
erweitert und abändert. Z.B. könnte man verschiedenen Formen der Delegation auch über Plugins realisieren :-)

Übrigens hat deine Idee noch einen anderen Aspekt.

------------------- GEDANKENEXPERIMENT: ----------------------------------------
Nehmen wir mal an man würde alle Delegationsaspekte aus LiquidFeedback
entfernen. Dann könnten die Anhänger der Delegation über einen "Aufsatz" wie er von Dir vorschlagen
wird, trotzdem weiter delegieren.
Jeder würde seine Stimme nicht mehr selbst abgeben sondern in diese Abstimmungsplattform
einbringen und über den jeweiligen Delegierten würden dann automatisch N Stimmen abgegeben.
Das ist natürlich kein konkreter Vorschlag von mir, dieses Gedankenexperiment sollte aber zeigen, das man
Delegation nicht wirklich abschaffen kann.
------------------------------------------------------------------------------------------------
Vorteile:
Der rationale Anreiz eine Partei zu delegieren ist wahltaktisch begründet.
Als Parteimitglieder hätten wir mehr Einfluss auf das Wahlergebnis und
könnten Superdelegierte somit ablösen.
Alle Eigenschaften von Delegation bis zum Wahlsystem könnten wir selbst
entscheiden.
Fire-And-Forget Nutzer könnten gewonnen werden unsere Partei zu wählen,
wenn wir aktiv um deren Stimmen werben und unsere Ideale deutlich
kommunizieren.
Was wäre der gemeinsame Kern einer solchen Gruppierung ? Ich finde du vermischst
zwei Aspekte: Auch wenn man 1000 Piraten zusammen bekommt, die sich bzgl.
der Abstimmungsplattform einig sind (z.B. geheime Abstimmungen und andere
Delegationseigenschaften wollen): Um als Gruppe mit einem eigenen Superdelegierten
in LQFB aufzutreten, müsste man sich auch bzgl. BGE oder Drogenpolitik oder ...
einig sein. Das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Was passiert, wenn
die Abstimmungsplattform 51% zu 49% für ein Thema ist. Nach deiner Logik
würden dann 1000 Stimmen für das Thema abgegeben, obwohl 490 Piraten
eigentlich dagegen waren ?


Perspektive:
Rein theoretisch könnte jeder Pirat durch Parteigründung, genauer gesagt
durch Gründung einer Partei in einer Partei etc... bis zu 50% der Macht
bekommen (ohne Delegation). In der Praxis wird der Zustand jedoch nicht
stabil bleiben und die Überstimmten werden eigene Unter-Parteien gründen.

Letztendlich konkurrieren diese Parteien nicht nur um politische
Positionen, sondern auch um deren interne Wahlverfahren. Sollte sich
herausstellen, dass die "Partei" ein besseres Delegations-XY-Verfahren
hervorbringt, so hätte dieses die Macht LQFB übernommen. Schafft es
keine Partei die Macht zu übernehmen, so wäre in dem ganzen Prozess viel
Werbung für LQFB gemacht worden, worüber sich auch einige freuen werden.
Mein Hauptargument gegen diese Perspektive ist die Ressourcenverschwendung, welche mit einem solchen
Ansatz einher ginge: All die verschiedenen Plattformen müssten erst mal implementiert
werden. Aktuell reichen die Ressourcen ja kaum um die eine Plattform mal mit einer
besseren GUI auszustatten.

Übrigens Werbung für Liquid Democracy: Gib mal "Liquid Democracy" oder "AG Liquid Democracy" in Google ein :-))
Gruß
Semon

PS.: Habe ich heute schon erwähnt das die AG noch Mitglieder sucht ?






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