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ag-liquid-democracy - Re: [AG Liquid Democracy] Interaktives Wahlverfahren

ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Liquid Democracy in der Piratenpartei

Listenarchiv

Re: [AG Liquid Democracy] Interaktives Wahlverfahren


Chronologisch Thread 
  • From: Stefan Dirnstorfer <StefanDirnstorfer AT gmail.com>
  • To: ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [AG Liquid Democracy] Interaktives Wahlverfahren
  • Date: Wed, 22 Sep 2010 15:46:53 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-liquid-democracy>
  • List-id: LD Entscheidungs- und Diskussionsplattformen in der Piratenpartei <ag-liquid-democracy.lists.piratenpartei.de>

Hi,
> ich hab grad deinen Artikel gelesen (bzw. eher überflogen - mehr ist zu
> dieser Uhrzeit nicht drin). Ich hab folgende Fragen:
>
Danke für deine Kommentare. Ich werde sie nach bestem Wissen beantworten:
> 1. Wie werden Entscheidungen getroffen? Ich hab den Schritt, wo die
> einzelnen Meinungsvektoren zusammengefasst werden irgendwie nicht
> gefunden. Gibt es vlt. sogar ne explizite Zielfunktion, die das System
> optimiert / optimieren sollte?
>
Da eine endgültige Entscheidungsfindung innerhalb der Piratenpartei
erstmal nicht zur Debatte steht, sollte hier nur die Stärke der
Unterstützung R(i) gemessen werden. Wollte man irgendwann einmal
Entscheidungen über das System treffen, dann ist eine möglich
Zielfunktion in 2.3 beschrieben. Alternativ könnte man einen Vertreter
per Papier wählen, dessen Initiativenkombo umgesetzt wird.
> 2. Die Gradienten, die du beim optimieren benutzt, sind bzgl. der
> euklidischen Norm, richtig? Woher weißt du das die euklidische Norm für
> das Optimierungsproblem am geeignesten ist? Die gleiche Frage gilt auch
> am Anfang, wo du den "Meinungsvektor" normalisierst. Wieso nicht eine
> andere Norm/Skalarprodukt wählen?
>
In der Tat hängen Norm und Skalarprodukt zusammen. Allerdings besteht
nur in der 2-Norm eine Analogie zur Mechanik. 1-Norm und Unendlich-Norm
scheiden aus den beschriebenen Gründen aus. Dazwischen wäre sicherlich
noch etwas Spielraum. Danke für den Hinweis.
> 3. Was ist wenn jemand mit dem Status quo zufrieden ist? Dann bekommst
> du ne Singularität beim normalisieren. Das ist sehr unschön.
>
Wenn jemand zufrieden ist, dann scheidet er aus dem System aus.
Allerdings ist eine völlige Zufriedenheit unwahrscheinlich. Bei
Beratender Funktion kann einer Forderung beliebig viel Nachdruck
verliehen werden. Bei der Zeilfunktion in 2.3 beschleunigt sich die
Umsetzung bei größerer Unterstützung.
> 4. Was ist wenn es zwei identische Initiativen gibt? Wie wird dafür
> gesorgt, dass die Unterstützer nicht halbiert werden?
>
>
Wenn zwei (fast) gleichlautende Initiativen gleich viele Unterstützer
haben, dann müssen sie kommunizieren und sich auf eine Version einigen.
Wenn alle für beide sind, dann fällt das Stimmgewicht auf 71%. Wenn sie
sich halb halb aufteilen, dann auf 50%.
Spannender ist die Frage, wenn sich die Stimmen teilweise überlappen
aber alle Teilnehmer in beiden Fragen nur die gleiche Position
einnehmen. Ein Beispiel wäre eine Frage mit gleichem Inhalt aber
unterschiedlicher Sprache. Eine Grenzgruppe nimmt an beiden Fragen teil
und bestimmt damit den Grad der inhaltlichen Überlappung. Das heraus zu
korrigieren ohne Vorteile durch Betrug zu erlauben, ist noch eine
Herausforderung.

Prinzipiell bleibt dieses Problem schwierig. Nach Arrow wären die
einzigen Alternativen Diktatur oder ein Verzicht auf den Condorcet-Gewinner.

> 5. Es erinnert mich an Votorola (dort heißt das kommunikative
> Delegation).
>
Mir scheint diese "kommunikaive Delegierung" nicht ganz sauber definiert
zu sein. Soweit ich das verstehe kann man seine Stimme nur genau einem
Teilnehmer übermitteln. Ist das richtig?

Grüße,
Stefan






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