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nrw-essen - [NRW-Essen] Essener Bündnis gegen Rassismus und Rechtsradikalismus : Fwd: [ESSQ] Infobrief Nr. 143

nrw-essen AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Mailingliste der Essener Piraten

Listenarchiv

[NRW-Essen] Essener Bündnis gegen Rassismus und Rechtsradikalismus : Fwd: [ESSQ] Infobrief Nr. 143


Chronologisch Thread 
  • From: Olaf Swillus <olaf.swillus AT swiola.de>
  • To: <NRW-Essen AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: [NRW-Essen] Essener Bündnis gegen Rassismus und Rechtsradikalismus : Fwd: [ESSQ] Infobrief Nr. 143
  • Date: Mon, 16 Jan 2012 09:16:10 +0100
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-essen>
  • List-id: Mailingliste der Essener Piraten <nrw-essen.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: osw


Weiterleitung des Infobriefes von "Essen-Stellt-Sich-Quer" - Bündnis gegen Rassismus und Rechtsradikalismus
Diesen Infobrief kann sich übrigens jeder bestellen
durch eine einfache Mail an info AT essen-stellt-sich-quer.de
. Antworten, Ab- und Neubestellungen bitte nur über:
. info AT essen-stellt-sich-quer.de

-------- Original Message --------
Subject: [ESSQ] Infobrief Nr. 143
Date: Mon, 16 Jan 2012 09:08:54 +0100
From: Essen stellt sich quer <info AT essen-stellt-sich-quer.de>


. **************************
. * ESSEN-STELLT-SICH-QUER *
. **************************
. Bündnis
. - gegen Rassismus und Rechtsradikalismus
.
. c/o Anti-Rassismus-Telefon
. Friedrich-Ebert-Str. 30, 45127 Essen
. T/Fax: 0201 - 23 20 60
.
. Antworten, Ab- und Neubestellungen bitte nur über:
. info AT essen-stellt-sich-quer.de
.-----------------------------------
. Infobrief Nr. 143 16.01.2012
.-----------------------------------

=== Inhalt: =======================================================================

- Vorwort:

- Rückblick

-- Ermittlungsverfahren wegen angeblichen Verstoßes gegen das Versammlungsrecht.

-- Neue Stolpersteine wurden verlegt:

-- Eine Strasse wurde nach Käthe-Larsch benannt.

-- Antifa Essen Z mit neuer Website: http://wordpress.antifa-essen.de

- Termine

- Offener Brief des Auschwitz-Komitees an die Regierenden

- Lektüreempfehlung: Inamo zum Schwerpunkt Feinbdild Islam / außerdem: Syrien, Sudan etc.

- Die extreme Rechte in Essen / Aktivitäten und Entwicklungen in 2011 / Ein Dossier der Antifa Essen Z

=== Im Einzelnen; =================================================================

============
Vorwort:
============

Der letzte Infobrief wurde am 8.11.2011 versendet,
um unsere Kundgebung in Borbeck zu bewerben,
und nachdem wir erfahren hatten, dass die NPD
für den 9. November 2011 eine Kundgebung auf
dem Weberplatz in der Essener Innenstadt angemeldet hatte.

Dann folgte das Versprechen:
> Wir versprechen nach dem 9.November
> einen ausführlicheren Rundbrief,
> mit Auswertung des 9.November und mit weiteren Terminen zu machen.
> ...
> Alles weitere darüber im nächsten Infobrief!

Seitdem ist viel geschehen.

Der Reihe nach:

============
Rückblick
============

----------------------
Ermittlungsverfahren belegt, wegen angeblichen Verstoßes gegen das Versammlungsrecht.
----------------------

Will die Essener Polizei "Essen stellt sich quer" kriminalisieren?
Mehrfach wurde die Essener Polizei dafür kritisiert,
dass sie offenbar nichts gegen den NPD-Aufmarsch am 9. November unternommen hatte
und den Termin so lange verschwieg.
Nun ist auch noch der Anmelder der Gegenveranstaltung polizeilich vorgeladen worden
siehe unsere Pressemitteilung:
http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:EPogromNacht/2011/NPD#pm0912
oder (PDF) http://www.essen-stellt-sich-quer.de/images/b/b5/Eq-9Nov2011pm1111.pdf


----------------------
Neue Stolpersteine wurden verlegt:
----------------------

http://www.linksdiagonal.de/2011/12/06/podiumsgesprach-neue-stolpersteine-in-essen-2011/

----------------------
Eine Strasse wurde nach Käthe-Larsch benannt.
----------------------

Am 30.12.2011 um 12.00 Uhr, wurde mit der Benennung einer Straße
die Altenessenerin Käthe Larsch geehrt. Sie hatte bereits
am 29. Mai 1935 ihren Mut, gewaltlos mit Flugblättern
gegen das nationalsozialistische Unrechtsregime vorzugehen,
mit dem Leben bezahlen müssen und wurde im Zuge brutaler
physischer wie psychiatrischer Verhörmethoden der Gestapo
ein Opfer des NS-Staats:
Mehr: http://www.lokalkompass.de/essen-steele/kultur/ehrung-einer-widerstandskaempferin-einweihung-der-kaethe-larsch-strasse-ecke-friedrich-ebert-str-d121389.html

Straßenbenennungen spiegeln den Umgang mit der Geschichte wieder.
Sei es darum, dass der Widerstand und das Leid der Essener Kommunistin
Käthe Larsch nicht geehrt werden soll, weil sie eben "Kommunistin" gewesen ist
(bei den Essener Stolpersteinen hat es diese Diskussion nicht gegeben) -
oder seien es die schon seit jeher nach Demokratiefeinden benannten Straßen.

Gegen die Bennenung der Straße nach Käthe-Larsch gab es einige Widerstände:

Dazu Leserbriefe und Berichterstattung in den Medien:

http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:Strassennamen

Und hier ein Rückblick zu der Auseinandersetzung um die
Von-Seeckt-Straße und die Von-Einem-Straße:
http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:Strassennamen#April_2008:_Mahnstein_gegen_braune_Vergangenheit

_Von-Seeckt-Straße_
( am 20. November 1937 umbenannt
nach Hans von Seeckt (22.4.1866 - 27.12.1936),
General- oberst, von 1920 bis 1926 Chef der Heeresleitung.
Von Seeckt, ein überzeugter Monarchist und Antirepublikaner,
baute die Reichswehr als "Staat im Staate" aus und verhinderte
- auch mit der Förderung monarchistisch-nationalistischer Tradition
- ihre Integration in die demokratische Ordnung.
Er befürwortete die revanchistische Politik
gegen Frankreich und Polen und betrieb
die illegale Aufrüstung der Reichswehr.
Von Seeckt gehörte mit seiner anti- demokratischen Einstellung
zu den Gegnern der Weimarer Republik.
Mit seiner Politik arbeitete er den Nationalsozialisten in die Hände.)

_Von-Einem-Straße_
( am 20. November 1937 umbenannt
nach Karl von Einem gen. von Rothmaler (1.1.1853 - 7.4.1934),
von 1903 bis 1909 preußischer Kriegsminister,
während des Ersten Weltkrieges Befehlshaber der 3. Armee.
Der erzkonservative, antidemokratisch eingestellte Generaloberst
engagierte sich während der Weimarer Republik im Bund der Aufrechten,
einer nationalistischen monarchistischen Vereinigung,
deren Vorsitzender er in den 1930er Jahren wurde.
Auch von Einem zählte zu den entschiedenen Gegnern der Demokratie
und gehörte damit zu den Wegbereitern des Nationalsozialismus )


----------------------
Antifa Essen Z hat eine neue Website: http://wordpress.antifa-essen.de
----------------------
Antifa Essen Z schrieb:
"wir haben eine neue Website und möchten euch bitten,
den Link auf euren Seiten entsprechend zu ändern. Unsere neue Adresse lautet:
http://wordpress.antifa-essen.de

Beachten Sie auch: "Die extreme Rechte in Essen - Aktivitäten und Entwicklungen in 2011"
Ein Dossier der Antifa Essen Z auf http://wordpress.antifa-essen.de/wp-content/uploads/2012/01/extremerechte2011.pdf
(ausführlicher hier im Infobrief: weiter unten.)

============
Termine
============

bis zum 28.01. Düsseldorf:
Ausstellung Gesichter des deutschen Widerstandes - Lya und Hanns Kralik
in den Räumlichkeiten der
fiftyfifty-Galerie, Düsseldorf, Jägerstraße 15.
Veranstalter:
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN/BdA
http://www.linksdiagonal.de/2012/01/04/gesichter-des-deutschen-widerstandes-lya-und-hanns-kralik/

16.01. Montag, 20:00 Uhr Düsseldorf:
Kein 10. Opfer - Nationalsozialistischer Untergrund
und die Rolle des Staates.
im ZAKK, Fichtenstraße 40, 40233 Düsseldorf.
INPUT - antifaschistischer Themenabend
Mit ReferentInnen des apabiz e.V. (Berlin)
Veranstalter: Antifa-Arbeitskreis an der FH DDorf,
Antirassistisches Bildungsforum Rheinland, AG INPUT
In Koop. mit dem Forschungsschwerpunkt
Rechtsextremismus & Neonazismus der FH DDorf, BiBaBuZe & zakk
Quelle: zakk-Programm.
http://www.zakk.de/programm?detail=9213

17.01. Dienstag, 19:00 Uhr
Das WDR 5 Stadtgespräch - Diskutieren Sie mit!
Radio-Talk: Eine gefährliche Parallelgesellschaft in Essen - Polizei,
Gericht und Stadt kämpfen gegen die Selbst-justiz der Libanesen
Veranstaltungsort: Zeche Carl, Wilhelm-Nieswandt-Allee 100, 45326 Essen.
Quelle: Programm Zeche Carl http://www.zechecarl.de/programm.html
Hinweis: Eine ähnliche Veranstaltung gab es
bereits letztes Jahr in der Essener Volkshochschule
http://www.linksdiagonal.de/2011/11/08/selbstjustiz-und-paralleljustiz-ein-problem-in-essen/

18.01. Mittwoch, 19:00 Uhr, Friedensforum:
http://www.essener-friedensforum.de/MV%20Jan12.pdf

19.01. Donnerstag, 19:30 Uhr
Donnerstagsgespräch Alte Synagoge:
"Erfahrungen, Analysen und Perspektiven rund um die Direkte Demokratie"
Nationalrat Dr. Andreas Gross, St. Ursanne/Zürich
Viele deutsche Berufspolitiker wenden sich gegen die Idee
von der Einführung von mehr direkt-demokratischen Regierungsformen.
In der Bevölkerung regt sich Widerstand: Stuttgart 21 wäre hier zu nennen, ...
Andreas Gross, 1952 in der Schweiz geboren wuchs in Basel auf,
studierte Geschichte und Politikwissenschaften an den Universitäten Zürich
und Lausanne und machte bei den Jusos (Schweiz) mit.
Er profilierte sich durch die Initiative zur Abschaffung der Armee
und wurde für den Kanton Zürich 1991 in den Nationalrat (Legislative) gewählt.
Dort ist er vor allem im Bereich Sicherheits- und Europapolitik tätig.
Lehraufträge an den Universitäten Speyer, Marburg, Jena und Trier führten
ihn öfters nach Deutschland. Herr Gross ist weiter im Europarat in Strasbourg
tätig und betreibt in St. Ursanne ein "Atelier für Direkte Demokratie".
http://essen.de/de/veranstaltungen_4/veranstaltungendetail_605058.jsp?Begin=19.01.2012

- 21.01 Samstag - Info-Stand der Essener DFG-VK siehe: http://www.dfg-vk-essen.de/

I 23.01. Montag, 17:00-19:30 Uhr
Düsseldorf, Landtag, Landtagstalk mit der SPD-NRW-Fraktion:
"Jugend für Toleranz und Demokratie - Aktionen und Projekte gegen Rechtsextremismus"
- Die SPD-Fraktion im Landtag von Nordrhein-Westfalen lädt alle Interessierten
und vor allem Jugendliche aus den unterschiedlichsten Regionen
und Aufgabenbereichen der Kinder- und Jugendarbeit
zu einem offenen Landtagstalk ein. Voranmeldung notwendig...
http://www.essen-stellt-sich-quer.de/images/0/04/SPDNRW20120123.pdf

23.01. Montag, 19:30 Uhr
Köln: Rechtspopulismus in Skandinavien -
Rückblick und Bestandsaufnahme sechs Monate nach dem Massenmord in Norwegen
im Bürgerhaus Kalk, kleiner Saal - Kalk-Mülheimer Str. 58, 51103 Köln - barrierefrei zugänglich.
Siehe gleiche Veranstaltung am am 25.01.in Düsseldorf.
Quelle: Programm vom Linken Zentrum und Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW
http://beta.linkes-zentrum.de/termine/2012-01-kein-10-opfer-nationalsozialistischer-untergrund-rechtsterror-und-die-rolle-des-staates

23.01. Montag, 20:00 Uhr
Düsseldorf: Im Geheimen zu Diensten oder abgeklärt aufgeklärt?.
im ZAKK, Fichtenstraße 40, 40233 Düsseldorf.
Mit: Monika Düker ( Landtag NRW), Nihat Öztürk ( IG Metall Düsseldorf-Neuss),
Dieter Schürmann (Landeskriminaldirektor), Prof. Fabian Virchow (FH-D)
Moderation: Stefani Geilhausen (Rheinische Post). (Berlin) Eintritt: frei
Veranstalter: Düsseldorf Appell und Heinrich Böll Stiftung und zakk
Quelle: zakk-Programm.

25.01. Mittwoch, 19:00 Uhr
VERANSTALTUNG von und über die "KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen"
Ort: die BRÜCKE - Evangelisches Studierendenzentrum, Universitätsstraße 19
– 45145 Essen
Veranstalter: Anti-Rassismus-Telefon und ProAsyl/Flüchtlingsrat Essen
mit KARAWANE Wuppertal
Quelle: Flyer .

25.01. Mittwoch, 19:30 Uhr
Düsseldorf: Rechtspopulismus in Skandinavien -
Rückblick und Bestandsaufnahme sechs Monate nach dem Massenmord in Norwegen
im Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108, Düsseldorf.
INPUT – antifaschistischer Themenabend
Quelle: Programm vom Linken Zentrum.
http://beta.linkes-zentrum.de/termine/2012-01-rechtspopulismus-in-skandinavien-rueckblick-und-bestandsaufnahme-sechs-monate-nach-dem-massenmord-in-norwegen

26.01 Donnerstag, 20:00 Uhr
Maastricht / NL
Na de Holocaust: kan men lessen trekken uit het verleden?
Donderdag 26 januari, 20h00
Aula Minderbroedersberg 4-6
Prof. dr. G. Verbeeck, docent geschiedenis,
UM, en hoogleraar Duitse geschiedenis, KU Leuven
De moord op zes miljoen joden door nazi-Duitsland geldt
als één van de zwartste bladzijden uit de geschiedenis van Europa
en van de wereld. Tevens is het een soort referentiepunt:
wat kan in gruwelijkheid de gaskamers en crematoria van Auschwitz
nog overtreffen? Een terugblik levert drie vragen op.
Hoe kan men naar de Holocaust kijken?
Hoe leefde de Holocaust na de oorlog in de herinnering voort?
En vooral: kan men in feite wel lessen trekken uit het verleden?
Na afloop van de lezing brengt de cellist Mirel Iancovici Slawa Ulanowski
Erinnerungen; in memoriam holocaust victims (cello solo) ten gehore.
Bezoekers van de lezing krijgen reductie voor het concert No sad songs, please
van het Kamerkoor Maastricht op zaterdag 4 februari. Kaarten zijn ter plekke verkrijgbaar.
Quelle: http://www.sg.unimaas.nl/programma.asp?action=detail&id=748&lang=nl

27.01. Freitag, 17:00 Uhr
Krefeld-Linn: Antifaschistischer Stadtrundgang am Holocaust-Tag
mit Herbert Steeg. Es wird u.a. erinnert an die jüdische Gemeinde,
deren Synagoge 1938 zerstört wurde und deren Mitglieder
fast alle in den Konzentrationslagern umkamen.
Treffpunkt: Krefeld-Linn, vor dem Textilmuseum, Andreasmarkt 8, 47809 Krefeld.
Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Programm der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW

28.01. Samstag, 10:00-18:00 Uhr
Dortmund: Demokratie verwirklichen! Frieden schaffen!
30. Landesweite Konferenz antifaschistischer Initiativen
und Organisationen 2012 in Nordrhein-Westfalen.
In der Fachhochschule Dortmund, Fachbereich Design, Max-Ophüls-Platz 2, 44139 Dortmund
Hinweis: Für alle Veranstaltungen gilt: Die Veranstalter behalten sich vor,
von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen. Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen
angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit
durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende
Äußerungen in Erscheinung getreten sind, wird der Zutritt zur Veranstaltung verwehrt
oder sie werden von dieser ausgeschlossen.
Quelle: VVN/BdA, Flugblatt
http://www.essen-stellt-sich-quer.de/images/c/c2/Antifakonf20120128.pdf

31.01. Dienstag, 19:00 Uhr
Beate Klarsfeld: Für die restlose Aufklärung von Naziverbrechen
In der Volkshochschule Essen, Burgplatz 1, 45127 Essen.
Veranstalter: VHS-Essen, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes
- Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Essen und Essener Friedens-Forum.
Quelle: Flugblatt / Programm der VHS.
http://www.essen-stellt-sich-quer.de/images/b/b7/Klarsfeld20120131.pdf


06.02. Montag, 19.30 Uhr Nächstes Treffen von ESSQ

Auf unserer Webseite: http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:Hauptseite
steht zurzeit noch:
> "Essen-stellt-sich-quer trifft sich monatlich,
> normalerweise immer am ersten Dienstag des Monats um 19:00 Uhr
> in den neuen Räumen des Anti-Rassismus-Telefons, Friedrich-Ebert-Str. 30.
Nun hatten wir auf dem letzten Treffen am 10.2.2012 verabredet,
dass wir uns künftig am 1.Montag im Monat treffen wollen.
Also jetzt am: 06.02.
um die Verwirrung komplett zu machen, steht aber jetzt in Frage,
ob zu diesem Termin in den neuen Räumen des Anti-Rassismus-Telefons,
Friedrich-Ebert-Str. 30. ein Raum für uns frei ist.
Daher die Bitte Anfang Februar auf
http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:Hauptseite
nachschauen, wo wir uns treffen. (Danke)


16.02. Donnerstag, 10:30-17:00 Uhr
Dortmund, Regionale Fortbildung: Arbeitsausbeutung und Menschenhandel
- Handlungsmöglichkeiten für die Migrations- und Flüchtlingsberatung
Tagung des Instituts für Menschenrechte.
Arbeitsausbeutung und Menschenhandel sind auch in Deutschland Realität.
Zum Beispiel in der Pflege, im Haushalt, der Gastronomie, der Landwirtschaft,
auf dem Bau oder in der Prostitution.
Viele der Betroffenen sind Migrantinnen und Migranten. Anmeldung bis 25. Januar.
Quelle: Tagung des Instituts für Menschenrechte.
http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/de/aktuell/veranstaltungen.html

18. Februar 2012 – Nazisaufmarsch in Dresden verhindern
Am 18. Februar soll in Dresden der alljährliche Nazisaufmarsch stattfinden.
Dagegen mobilisiert das bundesweite Bündnisses Dresden-Nazifrei.
Näheres unter: http://www.dresden-nazifrei.com/
Besonders pikant ist, dass Ende Dez. ein Dresdner Amtsrichter Falk
einen Antifaschisten wegen der Blockade 2011 verurteilte
und einen >>Minderheitenschutz<< für Faschisten einräumte,
mehr dazu unter: http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Rassismus/dresden-gericht.html

=========================================================
* Weitere Termine ...
Weitere aktuelle Termine:
http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:Hauptseite
=========================================================

Weitere Termine auf die wir hinweisen sollten?
Schreiben Sie uns! (an info AT essen-stellt-sich-quer.de )

===========================================
Offener Brief des Auschwitz-Komitees an die Regierenden
===========================================
Auszug: „in großer Sorge wenden wir uns heute an Sie.
Antisemitische, rassistische und neofaschistische Ideologie und Praxis
finden Akzeptanz bis in die Mitte der Gesellschaft.
Sie, die Regierenden, tragen Mitverantwortung an den "deutschen Zuständen" heute,
an der Ökonomisierung des Denkens, an der Entsolidarisierung der Gesellschaft, und,
daraus folgend, an der sozialen Spaltung, die Ängste schürt.
Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit haben heute wieder Konjunktur in Deutschland“…
weiteres unter: http://www.cl-netz.de/read.php?id=84875

===========================================
Lektüreempfehlung: Inamo zum Schwerpunkt Feinbdild Islam / außerdem: Syrien, Sudan etc.
===========================================
http://www.inamo.de/index.php/aktuelles-heft.html


.==================
Die extreme Rechte in Essen
.==================

.Aktivitäten und Entwicklungen in 2011
.Ein Dossier der Antifa Essen Z

Die Broschüre gibt es als Download unter
. http://wordpress.antifa-essen.de/wp-content/uploads/2012/01/extremerechte2011.pdf
oder (auch als Klartext + auch die Berichtsjahre 2007 - 2010)
. http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:AEZ-Dossier_ExtrRechte2011


.Inhaltsverzeichnis
.==================

. 1. Vorwort
. 2. V.i.S.d.P.
. 3. Die Republikaner
. 4. Bürgerbewegung pro Nordrheinwestfalen (pro NRW)
. 5. Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD)und Junge Nationaldemokraten (JN)
. 6. Kameradschaftsszene
. 7. Partei der Nationalistischen Bewegung (Graue Wölfe)
. 8. "Oseberg"
. 9. Fazit und Perspektiven


. 1. Vorwort
. ===============================================================
Nach dem Bekanntwerden der bundesweiten Mordserie, für die die
neonazistische Gruppierung Nationalsozialistischer Untergrund
verantwortlich gemacht wird, ist das öffentliche Interesse an
den Strukturen der extremen Rechten in den letzten Monaten des
vergangenen Jahres sprunghaft angestiegen.

Zumindest auf lokaler Ebene mag diese Broschüre dazu beitragen,
über die Aktivitäten der rechten Szene aufzuklären. Wie in
den Vorjahren beschäftigen wir uns in dieser Ausgabe wieder mit
den extrem rechten Parteien NPD, pro NRW und Die Republikaner
sowie mit der parteiunabhängigen Kameradschaftsszene. Zum ersten
Mal befassen wir uns daneben aber auch mit den Aktivitäten
ultrarechter türkischer Nationalisten.

Um eine umfassende Dokumentation über rechte Strukturen und
Aktivitäten erarbeiten zu können, sind wir auf Informationen
von außen angewiesen. Wir freuen uns daher stets über Hinweise
und Ergänzungen, die gerne an unsere E-Mailadresse geschickt
werden können!

Antifa Essen Z
.(Januar 2012)


. 2. V.i.S.d.P.
. ===============================================================
. Tessa Kuijer
. Kaiser-Wilhelm-Str. 29
. 45276 Essen

. 1. Auflage
. Eigendruck im Selbstverlag

. http://www.antifa-essen.de
. a.e.z<a>gmx.de


. 3. Die Republikaner
. ===============================================================
Die 1983 als Rechtsabspaltung der CSU gegründeten Republikaner
hatten ihre größten Wahlerfolge Ende der 80er Jahre im
Zusammenhang mit der über weite Teile von rassistischen und
rechtspopulistischen Positionen geprägten Debatte um Zuwanderung
und „Asylmissbrauch“. Nach der so genannten Wiedervereinigung
Deutschlands trug die Partei maßgeblich dazu bei, klassische
Positionen der extremen Rechten in die Mitte der deutschen
Politiklandschaft zu tragen. In der Vergangenheit kam es immer
wieder zu punktueller Zusammenarbeit zwischen NPD und den
Republikanern (1).

Die Republikaner verfügen in Nordrhein- Westfalen bereits
seit mehreren Jahren kaum noch über handlungsfähige
Strukturen. Zusätzlich belastet wurde der Landesverband
im vergangenen Jahr durch massive innerparteiliche
Auseinandersetzungen um das Verhältnis zur rechtspopulistischen
Bürgerbewegung pro NRW. Die langjährige Landesvorsitzende
Ursula W., die sich vehement gegen eine Zusammenarbeit mit pro
NRW ausgesprochen hatte, erklärte im Juni ihren Austritt aus der
Partei (2).

In Essen sind die Republikaner seit 1999 im Stadtrat
vertreten. Bei der letzten Kommunalwahl im Sommer 2009 verlor
die rechte Partei mehr als die Hälfte ihrer Wählerstimmen
und ist seither nur noch mit einem statt wie bisher mit
zwei Abgeordneten im Rat vertreten. Das Mandat wird von dem
neunundfünfzigjährigen Günter W. wahrgenommen, der die
Republikaner bereits seit 1999 im Stadtrat vertritt. Auch in
den Bezirksvertretungen verlor die Partei deutlich und konnte
ihren Sitz lediglich in der Bezirksvertretung VI (Katernberg,
Schonnebeck, Stoppenberg) halten.

Wie schon im Vorjahr ist es auch 2011 in Essen zu keinerlei
öffentlich wahrnehmbaren Aktivitäten der Republikaner
gekommen. Die Internetpräsenz des Kreisverbands existiert zwar
weiterhin, wurde jedoch bereits seit mehreren Jahren nicht mehr
aktualisiert.

. 1^ http://www.netz-gegen-nazis.de/lexikontext/die-republikaner-rep
. 2^ https://nrwrex.wordpress.com/2011/06/11/nrw-winkelsetts-generalabrechnung-mit-ihrer-ex-partei/


. 4. Bürgerbewegung pro Nordrheinwestfalen (pro NRW)
. ===============================================================
Im Februar 2007 wurde von mehreren lokalen Ablegern der
rechten Bürgerbewegung pro Köln, die bereits seit 2002 unter
Beobachtung des nordrheinwestfälischen Verfassungsschutzes
steht (3), die Bürgerbewegung pro NRW gegründet. Ihren lokalen
Schwerpunkt hat pro NRW aber weiterhin in der Region um Köln.

Der Essener Kreisverband der rechten „Bürgerbewegung“
wurde im Sommer 2008 gegründet. Ihre mehrfach öffentlich
angekündigte Teilnahme an der Kommunalwahl im Herbst 2009 sagte
sie jedoch kurzfristig ab.

Sowohl der designierte Oberbürgermeisterkandidat Uwe B.
als auch der Kreisverbandsvorsitzende Bernd W. zogen sich
daraufhin aus der Partei zurück. Im November 2009 initiierte
der Landesverband eine Mitgliederversammlung, um den Essener
Kreisverband wiederzubeleben. Zum neuen Kreisverbandsvorsitzenden
wurde der heute achtunddreißigjährige Frank B. gewählt. Auch
unter dem neu gewählten Vorstand entwickelte der Kreisverband
jedoch kaum eigenständige Aktivitäten. Im September 2010
kündigte der Regionalverband Ruhrgebiet abermals eine Neuwahl
des Essener Kreisvorstands an. Diese Ankündigung wurde im
Februar 2011 noch einmal konkretisiert: „Spätestens im
März“ solle „ein neuer Kreisvorstand gewählt werden“
(4). Ob pro NRW in Essen mittlerweile tatsächlich über
einen neuen Vorstand verfügt, ist völlig unklar. Die Partei
veröffentlichte keine weiteren Mitteilungen zu dieser Frage.

Während die rechtspopulistische „Bürgerbewegung“ im Vorfeld
der Landtagswahl 2010 in Essen noch eine öffentliche Kundgebung
abhielt und durch zahlreiche Werbeplakate im gesamten Stadtgebiet
präsent war, kam es im Jahr 2011 zu keinerlei wahrnehmbaren
Aktivitäten. Ein handlungsfähiger Kreisverband existiert
zurzeit offenbar nicht. Als Ansprechpartner für Essen wird auf
der Internetseite von pro NRW weiterhin der Gelsenkirchener
Ratsherr Christian S. angegeben.

. 3^ http://www.im.nrw.de/sch/780.htm
. 4^ http://www.pro-nrw.net/?p=4136


. 5. Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD)und Junge Nationaldemokraten (JN)
. ===============================================================
Die 1964 gegründete NPD ist heute nicht nur die älteste,
sondern auch die erfolgreichste neofaschistische Partei in
der Bundesrepublik. Sie vertritt offen rassistische und
antisemitische Positionen und bezieht sich verherrlichend auf den
historischen Nationalsozialismus (5).

In den Jahren 2000 und 2001 führte die NPD in Essen Aufmärsche
mit 550 beziehungsweise 250 Teilnehmern durch, die bundesweit das
Interesse der Medien auf sich zogen. Zudem fand bis 2002 alle
zwei Jahre der Landesparteitag der „Nationaldemokraten“ in
Essen statt.

Die folgenden Jahre waren durch weitgehende Inaktivität des
Essener Kreisverbands gekennzeichnet. Bei den Kommunalwahlen 2004
kandidierte die NPD erfolglos für zwei Bezirksvertretungen. Der
überalterte Essener Kreisverband um den damaligen Vorsitzenden
Bernd K. entwickelte keine eigenständigen Aktivitäten.

Seit 2007 ist es der Essener NPD gelungen, eine große Zahl
an jungen, aktionistisch ausgerichteten Neonazis an sich zu
binden. Die öffentlichen Aktivitäten der Partei nahmen
seither sprunghaft zu. Bei der Kommunalwahl 2009 stellte die
NPD erstmals auch Kandidaten für den Essener Stadtrat auf. Mit
0,8 Prozent der Stimmen konnte sie dabei ein Mandat für sich
gewinnen und wird seither im Kommunalparlament durch ihren
Kreisverbandsvorsitzenden, den heute achtundzwanzigjährigen
Marcel H., vertreten.

Der Essener Kreisverband der NPD betreibt eine regelmäßig
aktualisierte Homepage sowie ein twitter-Profil und ist zudem in
den virtuellen Netzwerken google+ und Facebook vertreten.

Aktivitäten im Stadtrat

Im vergangenen Jahr richtete die NPD durch ihren Vertreter
im Stadtrat mehrere Anfragen an den Oberbürgermeister
der Stadt Essen. Darin wurden unter anderem die Themen
„Ausländerkriminalität“, Islamkundeunterricht an Schulen
und „Linksextremismus“ behandelt.

Öffentliche Auftritte

Ähnlich wie in den Vorjahren veranstaltete die NPD auch
2011 wieder eine Vielzahl kleinerer Kundgebungen in
mehreren Stadtteilen, vornehmlich im Essener Norden. Der
Kreisverbandsvorsitzende Marcel H. trat dabei stets als Anmelder
und Redner in Erscheinung. Bei den Versammlungsteilnehmern
handelte es sich größtenteils um Mitglieder und gefestigte
Sympathisanten der NPD aus Essen und den umliegenden
Ruhrgebietsstädten.

Am 26. Februar organisierte die aus mehreren NPD-Kreisverbänden
bestehende „Nationale Ruhrachse“ einen gemeinsamen
„Aktionstag“, in dessen Rahmen Kundgebungen in Dortmund,
Bochum und Essen stattfanden. An der Veranstaltung im Essener
Stadtteil Steele, die unter dem Motto „Millionen Fremde kosten
uns Milliarden“ stand, beteiligten sich etwa 30 Neonazis.

Anlässlich einer Demonstration des antifaschistischen
Bündnisses „Essen stellt sich quer“ im Stadtteil Borbeck
organisierte die NPD am 23. Juli eine Kundgebung unter dem
Motto „Linksextreme Gewalt stoppen. Kriminelle Antifabanden
verbieten!“. Rund 50 Anhänger der neofaschistischen Partei
nahmen an der Veranstaltung teil.

Im Rahmen eines bundesweiten „Aktionstags“ der NPD unter
dem Motto „Raus aus dem Euro – Nein zur EU- Diktatur!“
veranstaltete der Essener Kreisverband am 22. Oktober eine
Kundgebung im Stadtteil Frintrop. Es beteiligten sich rund 20
Neonazis.

Wie schon 2009 und 2010 veranstaltete die NPD auch im vergangenen
Jahr am 9. November eine Kundgebung „im Gedenken an die
Mauertoten“. Rund 40 Neonazis, teilweise mit brennenden
Fackeln ausgestattet, konnte die Partei damit am Jahrestag der
Reichspogromnacht in die Essener Innenstadt mobilisieren.

Am 23. Dezember hielten Anhänger der NPD eine Mahnwache
in Essen-Borbeck ab, bei der sie die „Höchststrafe für
Kinderschänder“ forderten. Anlass war die gerichtliche
Verurteilung eines in Borbeck wohnhaften Sexualstraftäters.

Junge Nationaldemokraten

Die ohnehin eher instabilen Strukturen der NPD-Jugendorganisation
Junge Nationaldemokraten (JN) sind im Zuge des in den letzten
Jahren vollzogenen Generationenwechsels im Essener Kreisverband
weitgehend in der Mutterpartei aufgegangen. Im vergangenen
Jahr trat die JN in Essen erstmals wieder als eigenständige
Organisation öffentlich in Erscheinung. Seit März 2011
verfügt die Essener JN über eine eigene Präsenz auf der
Internetplattform Facebook (6). Mitte April wurde dort
bekanntgegeben, dass der Vorstand der NPD-Nachwuchsorganisation
künftig durch Lars H. und Tristan K. gebildet wird. Beide sind
bereits seit längerer Zeit im Umfeld der Essener NPD aktiv. Am
18. Juni veranstaltete die JN unter dem Motto „Deutschland
muss leben“ eine Kundgebung im Stadtteil Altenessen. Als
Versammlungsleiter trat der neu gewählte Vorsitzende Tristan
K. auf. Es beteiligten sich etwa 40 Personen aus dem Umfeld der
NPD. Darüber hinaus kam es allerdings zu keinen eigenständigen
Aktivitäten der JN. Ihre Facebook-Seite wurde seit August nicht
mehr aktualisiert.

Vernetzungsbestrebungen

Die unter der Bezeichnung „Nationale Ruhrachse“ forcierte
Zusammenarbeit zwischen den NPD-Verbänden in Essen, Bochum und
Dortmund wurde auch im vergangenen Jahr fortgeführt. Das zu
Beginn des Jahres angekündigte Vorhaben, mindestens einmal im
Quartal eine gemeinsame Aktion durchführen zu wollen, konnte
aber offenbar nicht realisiert werden. Zu einem gemeinsamen
öffentlich wahrnehmbaren Auftritt kam es lediglich im Rahmen
des „Aktionstags“ Ende Februar. Dennoch ist zu konstatieren,
dass zwischen den regionalen NPD-Gruppen offenbar ausgeprägte
Kontakte bestehen. So wurden die Kundgebungen des Essener
Kreisverbands auch 2011 wieder von Funktionären und Anhängern
der Partei aus den umliegenden Städten unterstützt.

Verhältnis zur Kameradschaftsszene

Nach wie vor existieren intensive Kontakte und zum Teil auch
personelle Überschneidungen zwischen der Essener NPD und den
parteiunabhängigen Kameradschaftsstrukturen. So beteiligten sich
an den Veranstaltungen der „Nationaldemokraten“ regelmäßig
auch Mitglieder der Nationalen Sozialisten aus Essen sowie der
neu gegründeten Division Altenessen (s. U.).

. 5^ http://www.netz-gegen-nazis.de/lexikontext/nationaldemokratische-partei-deutschlands-npd
. 6^ https://www.facebook.com/pages/Junge-Nationaldemokraten-Essen/135649359839739


. 6. Kameradschaftsszene
. ===============================================================
Im Gegensatz zur NPD und anderen neofaschistischen Parteien
handelt es sich bei den so genannten Kameradschaften nicht
um juristisch definierte Organisationen mit offiziellen
Statuten und Mitgliedsregistern. Nichtsdestotrotz sind die
neonazistischen Kameradschaften in aller Regel hierarchisch
organisiert und werden nach außen hin von einzelnen
Führungskadern vertreten. Sie bekennen sich meist offen zur
nationalsozialistischen Ideologie und versuchen sich durch
Auftreten, Ästhetik und Aktionsformen in die Tradition der
historischen SA der NSDAP zu stellen.

Mit der Aktionsgruppe Essen existierte bis 2009 eine relativ
stabile lokale Kameradschaftsstruktur, deren Aktivitäten
sich durch sporadische Flugblattverteilungen, Teilnahme an
neonazistischen Aufmärschen und Vernetzungsbestrebungen
mit anderen rechten Gruppierungen aus der Region
auszeichneten. Vorgängerorganisationen dieser Gruppe wurden
bereits 2003 gegründet, sodass innerhalb der Essener
Kameradschaftsstrukturen eine gewisse personelle Kontinuität
bestand.

Nachdem die neonazistische Aktionsgruppe ihre Aktivitäten
Mitte 2009 vollständig eingestellt hatte, gründeten sich in
den letzten Jahren immer wieder sehr kurzlebige Gruppierungen,
die in der Regel eine große Nähe zur NPD aufweisen und kaum
eigenständige Aktivitäten entfalten.

Nationale Sozialisten aus Essen

Bereits Ende 2010 trat auf regionalen Neonazidemonstrationen
eine Gruppe unter der Selbstbezeichnung Nationale Sozialisten
aus Essen auf, die weitgehende personelle Überschneidungen
mit der 2008 gegründeten Gruppe Nationaler Widerstand
Borbeck aufwies. Beide Gruppen wurden maßgeblich von jungen
NPD-Anhängern um den heute achtzehnjährigen Miguel B.
getragen. Die Nationalen Sozialisten aus Essen betreiben eine
Website, auf der in den ersten Monaten des vergangenen Jahres
mehrmals über Flugblattaktionen der Gruppe berichtet wurde
(7). Gute Kontakte pflegen die Nationalen Sozialisten aus Essen
insbesondere zur Essener NPD sowie zur neonazistischen Szene in
Wuppertal.

Am 3. Juli fand in Essen-Borbeck eine Spontandemonstration
„gegen linke Gewalt“ statt, die maßgeblich von den
parteiunabhängigen Neonazi-Gruppierungen Nationale Sozialisten
aus Essen und Nationale Sozialisten Wuppertal organisiert und
getragen wurde. Es beteiligten sich etwa 20 Personen. Seither
sind keine weiteren öffentlichen Aktivitäten der Nationalen
Sozialisten aus Essen bekannt geworden. Seit Mai 2011 wurde
auch die Internetseite der Gruppe nicht mehr aktualisiert. Ihre
Mitglieder beteiligen sich jedoch weiterhin an Kundgebungen und
Aufmärschen in der Region.

Division Altenessen

Mit der Division Altenessen trat im Sommer 2011 eine weitere
parteiunabhängige Neonazi-Gruppierung erstmals öffentlich in
Erscheinung. Mitglieder der Gruppe beteiligten sich unter anderem
an Kundgebungen der Essener NPD sowie an einem neonazistischen
Großaufmarsch Anfang September in Dortmund. Obgleich personelle
Überschneidungen zwischen den Nationalen Sozialisten aus Essen
und der Division Altenessen bestehen, verfügt letztere offenbar
über ein weitaus größeres politisches Umfeld. Sie tritt in
der Öffentlichkeit mit bis zu 20 Personen auf, wobei sich
ihre Anhänger durch T-Shirts mit aufgedrucktem Gruppenlogo zu
erkennen geben. Die Division Altenessen betreibt eine eigene
Website, die jedoch kaum selbstverfasste Beiträge beinhaltet und
zudem seit Anfang August nicht mehr aktualisiert wurde (8).

. 7^ http://nasoae.blogspot.com
. 8^ http://logr.org/divisionaltenessen/


. 7. Partei der Nationalistischen Bewegung (Graue Wölfe)
. ===============================================================
Die Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) wurde 1969 in
der Türkei gegründet. In Deutschland hat sich die extrem
rechte Bewegung, die auch unter der Bezeichnung Graue Wölfe
bekannt ist, in so genannten „Kultur- und Idealistenvereinen“
organisiert. Die Bewegung richtet sich in aggressiver Weise
gegen Kurden, Juden, Homosexuelle und andere Minderheiten sowie
gegen die politische Linke und gilt als gewaltbereit (9). In der
Vergangenheit kam es wiederholt zu Annäherungsversuchen zwischen
MHP und der deutschen NPD (10) (11).

Im vergangenen Jahr waren in Essen mehrere Aktivitäten der
Grauen Wölfe zu verzeichnen. Am 25. September beteiligten sich
etwa 200 ihrer Anhänger an einer „Friedensdemonstration gegen
den Terror in der Türkei“ in der Essener Innenstadt. Aktueller
Anlass war ein Terroranschlag in der türkischen Hauptstadt
Ankara, für den die kurdische Arbeiterpartei PKK verantwortlich
gemacht wurde. Am Rande der Demonstration kam es zu
Auseinandersetzungen zwischen den Teilnehmern der rechten
„Friedensdemonstration“ und linken Gegendemonstranten.

Am 19. November nahmen mehrere tausend Anhänger der ultrarechten
Bewegung am „Großen Kongress“ der Föderation der
Demokratischen Türkischen Idealistenvereine in Deutschland in
der Essener Grugahalle teil. Bereits seit 1996 fanden dort immer
wieder Großveranstaltungen der Grauen Wölfe statt. Die Bewegung
verfügte darüber hinaus schon in den 1990er Jahren über eine
feste Verankerung im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der
Universität Essen sowie im Integrationsrat der Stadt.

. 9^ http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=DY3C90
. 10^ http://www.endstation-rechts-bayern.de/2011/10/nurnberg-aufmarsch-der-%E2%80%9Egrauen-wolfe%E2%80%9C/
. 11^ http://endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=880:j%C3%B6rg-krebs-npd-fordert-deutsch-t%C3%BCrkische-querfront&Itemid=387


. 8. "Oseberg"
. ===============================================================
Seit April 2009 existiert in der Essener Innenstadt das
Bekleidungsgeschäft Oseberg. Es handelt sich dabei um eine
Filiale der brandenburgischen MediaTex GmbH, die für die
Produktion und den Vertrieb der rechten Modemarke Thor Steinar
verantwortlich ist.

Thor Steinar

Die MediaTex GmbH und das Bekleidungslabel Thor Steinar
wurden 2002/2003 von den Jungunternehmern Axel K. und Uwe
M. aus dem brandenburgischen Königs Wusterhausen ins Leben
gerufen. Mehreren Verantwortlichen der Firma konnten in der
Vergangenheit Verbindungen zur rechten Szene nachgewiesen werden
(12).

Große Teile der Kollektion der Marke Thor Steinar nehmen durch
Schriftzüge und Symbolik Bezug auf Hooligankultur, Wehrmacht
und Nationalsozialismus, deutsche Kolonialgeschichte oder
neoheidnischen Germanenkult. Die Marke erfreut sich daher unter
Neonazis und rechten Hooligans großer Beliebtheit (13).


Oseberg

Bei dem 2009 eröffneten Oseberg handelt es sich um eine
von zurzeit insgesamt zwölf Verkaufsfilialen der MediaTex
GmbH. Nach der Eröffnung kam es zu mehreren Demonstrationen
und Protestaktionen gegen das Geschäft. Zudem beschädigten
Unbekannte immer wieder die Schaufensterscheiben des Oseberg.

Nach wie vor sind keine Hinweise darauf bekannt, dass
Verbindungen zwischen den Betreibern des Oseberg und der lokalen
Neonaziszene bestehen.

. 12^ http://investigatethorsteinar.blogsport.de/images/investigate_thor_steinar_2_web.pdf
. 13^ ebd.


.9. Fazit und Perspektiven
. ===============================================================
Der sich bereits in den Vorjahren abzeichnende Niedergang der
rechten Parteien pro NRW und Die Republikaner hat sich 2011
weiter fortgesetzt. Keine der beiden Parteien verfügt zurzeit
in Essen über handlungsfähige Strukturen. Auf lokaler Ebene
sind im vergangenen Jahr keinerlei öffentlich wahrnehmbare
Aktivitäten bekannt geworden. Es ist davon auszugehen, dass sich
an diesem Umstand in absehbarer Zeit nichts ändern wird, da
keine der beiden Parteien über eine ernstzunehmende personelle
Basis verfügt. Darüber hinaus führten in den letzten Jahren
zahlreiche Parteiaustritte und interne Streitigkeiten zu einer
weiteren Schwächung der Strukturen.

Die Essener NPD zeigte sich dagegen auch im vergangenen
Jahr wieder überaus aktiv. Der Kreisverband kann innerhalb
weniger Tage bis zu 50 Anhänger für lokale Kundgebungen
und Informationsstände mobilisieren. Über einen aktiven
Mitgliederstamm, der sich größtenteils aus männlichen
Jugendlichen zusammensetzt, verfügt die Partei insbesondere in
den Stadtteilen des Essener Nordwestens. Die Neugründung eines
JN-Stützpunktes kann insofern als Ergebnis der erfolgreichen
Nachwuchsarbeit der NPD angesehen werden. Es ist allerdings
bemerkenswert, dass von dieser neu geschaffenen Struktur kaum
eigenständige Aktivitäten ausgehen. Die Kundgebung am 18. Juni
in Essen-Altenessen wurde zwar nach außen hin als Veranstaltung
der JN dargestellt, tatsächlich aber unterschied sich der Kreis
der Organisatoren wie auch der Teilnehmer kaum von dem anderer
NPD-Aktionen.

Der parteiunabhängigen Kameradschaftsszene ist es trotz
eines neuerlichen Anlaufs auch im Jahr 2011 nicht gelungen,
stabile Strukturen jenseits der NPD zu etablieren. Sowohl
die Nationalen Sozialisten aus Essen als auch die Division
Altenessen stellten ihre öffentlich wahrnehmbaren Aktivitäten
im Laufe des vergangenen Jahres vollständig ein. Personelle
Überschneidungen mit der NPD sowie die inhaltliche Nähe zu
der neofaschistischen Partei führen regelmäßig zu einer
Integration der Kameradschaftsstrukturen und ihrer Aktivisten
durch die NPD.

Hinsichtlich der thematischen Ausrichtung neonazistischer
Aktivitäten ließ sich im vergangenen Jahr eine verstärkte
Konzentration auf die Agitation gegen die politische Linke
konstatieren. Anlässlich von Veranstaltungen antifaschistischer
Gruppen mobilisierten NPD und Kameradschaftsstrukturen
mehrfach zu Gegenveranstaltungen. Ende August kam es am Rande
einer antifaschistischen Vortragsveranstaltung in Essen-
Borbeck zu einem Störversuch durch eine Gruppe von etwa zehn
Neonazis. Darüber hinaus versuchte die NPD im Stadtrat eine
Debatte über das Thema „Linksextremismus“ zu initiieren.

Insgesamt ist auch für die Zukunft damit zu rechnen, dass die
NPD die lokale rechte Szene inhaltlich wie organisatorisch
dominieren wird. Sie allein verfügt in Essen über stabile
Strukturen und eine hinreichend große personelle Basis, die auch
mittelfristig ein hohes Maß an Handlungsfähigkeit auf lokaler
Ebene erwarten lässt.

Bislang von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet geblieben
sind die Aktivitäten der Grauen Wölfe in Essen. Im vergangenen
Jahr ist es anlässlich einer Großveranstaltung dieser extrem
rechten Bewegung gelungen, eine breite öffentliche Debatte
zu entfachen. Die Tatsache, dass sich in Essen über Jahre
hinweg Strukturen der Grauen Wölfe etablieren konnten und
der polizeiliche Staatsschutz eine Vermietung städtischer
Räumlichkeiten an die ultrarechte Bewegung für unbedenklich
erklärte (14), zeugt jedoch von einem höchst mangelhaften
Problembewusstsein in weiten Teilen der Gesellschaft.

Das Bekanntwerden einer neonazistisch motivierten Mordserie
hat Medien und Öffentlichkeit in den letzten Wochen des
vergangenen Jahres verstärkt für die Aktivitäten der extremen
Rechten sensibilisiert. Gleichwohl bleibt eine inhaltliche
Auseinandersetzung mit dem Phänomen nach wie vor aus. Es scheint
mittlerweile – auch auf lokaler Ebene – in weiten Teilen der
politischen Debatte und der medialen Berichterstattung völlig
selbstverständlich zu sein, sich nicht gegen „rechts“,
sondern gegen „Extremismus“ zu positionieren. So forderte
etwa der Essener Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD) in
einer Stellungnahme zu der Großveranstaltung der Grauen Wölfe
in der Grugahalle, dass „extremistische Veranstaltungen in
öffentlichen Einrichtungen“ künftig nicht mehr stattfinden
dürften (15).

Dieses Paradigma führt zwangsläufig zu einer Relativierung
und Verharmlosung rechter Ideologie und Praxis und verhindert
eine konsequente und zielführende Auseinandersetzung mit der
Thematik. Es steht daher zu erwarten, dass die gesteigerte
Sensibilität gegenüber den Aktivitäten der extremen Rechten
auch in Essen wieder einmal nur von kurzer Dauer sein wird und
nicht langfristig zu einem konsequenten Vorgehen gegen rechte
Strukturen führt.

Umso wichtiger bleibt auch in Zukunft konsequente und
kontinuierliche antifaschistische Arbeit, die sich nicht von den
Konjunkturen des medialen Interesses abhängig macht und auch die
inhaltliche Auseinandersetzung mit der extremen Rechten nicht
scheut.

. 14^ http://www.derwesten.de/staedte/essen/streit-um-graue-woelfe-kongress-in-der-grugahalle-id6081500.html
. 15^ http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:EGraueWoelfe/2011#-_Antwort_dazu_von_Oberb.C3.BCrgermeister_Reinhard_Pa.C3.9F

.(Ende des Dossiers)


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. = Zum Inhalt dieses Info-Briefes

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Der Inhalt dieser Info-Briefe von Essen-stellt-sich-quer ist
nicht immer mit allen Teilnehmern des Bündnisses abgestimmt.
Er soll zügig über Ergebnisse des Bündnisses berichten,
weitere Materialien dokumentieren, aber auch zeitkritische
Informationen
schnell verbreiten. Beim Zusammenführen und Darstellen der
vielen Informationen sind Fehler nicht immer zu vermeiden.
Internet-Verweise (Links) in diesem Rundbrief sind häufig
übernommene Empfehlungen Dritter und selten abgestimmt oder gar
geprüft. Bitte haben Sie Verständnis dafür und korrigieren
Sie uns! Der Widerstand gegen die NeoNazis kann nicht bunt genug
sein, denn es gibt viele Gründe sich gegen Rechtsextremismus
zu wenden. Das Bündnis möchte ein möglichst breites und
Forum sein, wo Entscheidungen im Konsens getroffen werden.
Das soll andere nicht davon abhalten, eigene Aktivitäten
zu entwickeln. Wir wünschen uns durchaus Aktionen über das
Bündnis hinaus. - Selbst wenn im Bündnis kein Konsens
erreicht werden kann, dokumentieren wir gerne, worüber wir
informiert werden.
========================================================================
. Rundbriefende




  • [NRW-Essen] Essener Bündnis gegen Rassismus und Rechtsradikalismus : Fwd: [ESSQ] Infobrief Nr. 143, Olaf Swillus, 16.01.2012

Archiv bereitgestellt durch MHonArc 2.6.19.

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