nrw-ak-innenpolitik AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Nrw-ak-innenpolitik mailing list
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- From: Orangebay <orangebay AT mac.com>
- To: "nrw-ak-innenpolitik AT lists.piratenpartei.de" <nrw-ak-innenpolitik AT lists.piratenpartei.de>
- Subject: Re: [Nrw-ak-innenpolitik] Fw: AK Innen sucht aktive Fußballfans
- Date: Thu, 19 Jul 2012 19:12:28 +0200
- Fcc: imap://fherrmann AT mail.mac.com/Sent
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-innenpolitik>
- List-id: <nrw-ak-innenpolitik.lists.piratenpartei.de>
Hola,
On 19.07.2012, at 15:04, Henry Jensen <hjensen AT gmx.de> wrote:
> Hallo,
>
> ich habe folgendes Statement eines Fans bekommen. Die Namen der Fan-Gruppen
> habe ich auf Wunsch des Fans gelöscht. Ich forwarde das hier mal als
> Diskussionsbeitrag.
Hier gibt es glaube ich wenig zu diskutieren, das müssen wir an anderer
Stelle machen. Ich finde es erschreckend, wie schnell Vermutungen wahr
werden...
> Begin forwarded message:
>
> Date: Wed, 18 Jul 2012 23:19:47 +0200 (CEST)
> From: "Yannik Stracke" <stracke.yannik AT web.de>
> To: hjensen AT gmx.de
> Subject: AK Innen sucht aktive Fußballfans
>
> Ich bin seit mehreren Monaten in der aktiven Fanszene des....., genauer
> gesagt bin ich Fördermitglied der ..., ultraorientierte Gruppe ...
> d.h. wir lehnen aktive Gewalt ab und brechen kein neutrales Verhältnis.
> Wir verfolgen das Ziel, Fanbündnisse zu knüpfen, d.h. auch mit den
> Szenen anderer Vereine gemeinsam für Fankultur und gegen
> Kommerzialisierung, Repression und Polizeiwillkür zu kämpfen. Fankultur
> definieren wir z.B. durch den Erhalt von Stehplätzen und die
> Legalisierung des kontrollierten Abbrennens von Pyrotechnik. Man mag
> unsere Standpunkte von offizieller Seite ablehnen, doch wichtig ist
> uns, dass man mit uns statt über uns redet. Wir betrachten nämlich die
> mediale Berichterstattung über die Ultra-Bewegung als problematisch,
> ebenso wie das Vorgehen von DFB und Politik, die anscheinend
> Kontrollmechanismen zuerst in Fußballstadien austesten wollen, da man
> den Bürgern ein solches Vorgehen als notwendige Sicherheitsmaßnahme
> verkaufen kann. In der Vergangenheit wurde aber durch restriktive
> Maßnahmen wie Stadion- und Stadtverbote ohne Anhörung, die ebenso wenig
> den Prinzipien eines Rechtsstaates entsprechen wie Teilausschlüsse und
> Geisterspiele, von Seiten der Vereine und Verbände einiges kaputt
> gemacht. So ist es z.B. möglich, dass die Polizei einen Fan nicht in
> Gewahrsam nimmt, da der Grund dafür nicht ausreichend wäre, und
> stattdessen seine Daten aufnimmt, diese an den Verein weitergibt und
> der dann von seinem Hausrecht Gebrauch macht. Wenn das so weitergeht,
> befürchte ich eine Radikalisierung, und die geplanten Maßnahmen wie
> z.B. die Abschaffung der Stehplätze werden entweder zur Spaltung oder
> zur Solidarisierung der Szene führen. Die Piratenpartei hat sich
> glücklicherweise für die Löschung der Datei Gewalttäter Sport
> eingesetzt, die auf Verdacht Daten von Fans sammelt, die auffällig
> geworden sind. Um in dieser Datei zu landen, reicht es jedoch schon,
> von der Polizei kontrolliert zu werden. Was ich damit sagen will: Als
> Fußballfan ist man Bürger 2. Klasse und muss einige Repressalien über
> sich ergehen lassen. Jedoch wird in der Öffentlichkeit lediglich ein
> Standpunkt dargestellt, und das ist die angebliche "Eskalation der
> Gewalt". Darüber habe ich auch in meinem Blog www.leidenschafftliebe.de
> geschrieben, vielleicht willst du dir das ja mal durchlesen. Ich habe
> durchaus Verständnis dafür, wenn du dir beim Lesen des Blogs bei der
> einen oder anderen Aussage an den Kopf fasst und denkst, dass ich Dinge
> verharmlose, jedoch ist es gar nicht mein Anliegen, z.B. einen
> Platzsturm oder das Zünden eines Rauchtopfes gutzuheißen, wie es beim
> letzten FC-Spiel vorgefallen ist, jedoch stört mich ganz einfach, dass
> diese Aktion z.B. dermaßen skandalisiert wird, dass man das Gefühl
> bekommt, die nationale Sicherheit sei bedroht. Wenn man ganz nüchtern
> die Fakten betrachtet, gab es bei dieser Aktion z.B. keine Verletzten
> und lediglich geringe Sachschäden, jedoch gab es als Strafe einen
> Teilausschluss für das erste Heimspiel, was die Verantwortlichen nicht
> trifft, da diese im Gegensatz zu vielen Unbeteiligten eine Dauerkarte
> besitzen. Abgesehen davon entsteht dem Verein dadurch ein finanzieller
> Schaden, obwohl das Sicherheitskonzept keine Mängel aufwies. In den
> Medien wurde "den Ultras" die Schuld in die Schuhe geschoben, aber an
> dieser Stelle muss man einfach sagen: "Die Ultras" gibt es nicht, weil
> jede Gruppe den Begriff anders definiert und es gab einige FC-Fans, die
> nach dem Spiel "Scheiß ......." sangen, dabei war die ........
> bei dem Spiel gar nicht anwesend. Auch beim Relegationsspiel in
> Düsseldorf waren es keine Ultras, sondern friedliche Fans, die zu früh
> feiern wollten, die eine 30-minütige Unterbrechung provoziert haben. Es
> wird jedoch grundsätzlich Gewalt, Platzstürme und der Einsatz von
> Pyrotechnik verallgemeinert als "Randale" bezeichnet und verurteilt, es
> wird ein Sündenbock gesucht und ein Klima der Angst geschaffen. So kann
> es nicht weitergehen. Ich fordere von der Piratenpartei, hier ihrem Ruf
> als Bürgerrechtspartei gerecht zu werden und klar zu machen, dass sie
> für Freiheit statt Angst steht und dass Bürgerrechte auch für
> Fußballfans gelten, dass sie die Medienhetze verurteilt und die
> restriktiven Maßnahmen der Politik ablehnt, denn im Endeffekt wird es
> nicht dabei bleiben, dass Überwachungsmethoden wie z.B. INDECT, das in
> Fußballstadien getestet werden soll, dort angewendet werden.
> Stattdessen werden diese Konzepte auf die gesamte Gesellschaft
> angewendet werden, doch ein Großteil der Bevölkerung sieht das nicht
> ein und unterstützt diese Vorhaben, weil die Menschen glauben, dass es
> nicht sie, sondern irgendwelche Gewalttäter in Fußballstadien trifft,
> und da die laut Klischee ja alle aus der Unterschicht kommen, müssen
> die Vereine nun auch die Preise anheben wie in England. Dass man
> dadurch die Gewalt nur vor das Stadion verlagert und zudem auch einen
> Großteil der unschuldigen Fans ausschließt, bedenkt man nicht, denn es
> passt den Vereinen natürlich nur zu gut, wenn man Mehreinnahmen
> erzielen kann. Stehplatztickets z.B. kosten nur halb so viel wie
> Sitzplatztickets, und durch VIP-Logen lässt sich noch mehr Geld
> einnehmen. Der Fußball wird zunehmend kommerzialisiert, doch die Fans,
> die seinen Reiz ausmachen, werden ausgesperrt und durch Kunden ersetzt.
> Das ist der traurige Zustand des Vereinsfußballs, nicht nur in
> Deutschland. Und das ist nur ein Teil eines gesamtgesellschaftlichen
> Problems in einem politischen System, das auf eine Konsumgesellschaft
> angewiesen ist. Was wir erleben, ist die Gentrifizierung des
> Volkssports Fußball, und das mag vielen, die damit nichts anfangen
> können, egal sein, doch bald wird es vielleicht auch andere Sportarten
> treffen, die bisher noch nicht so in der Öffentlichkeit stehen. Im
> Endeffekt betrifft es uns alle, denn hier wird ein totalitäres
> Gesellschaftsbild durchgesetzt. Das sollten die Piraten bekämpfen, denn
> sie sind mit dem Ziel angetreten, die Interessen der Bürger wieder vor
> eine totale Sicherheit zu stellen, die ohnehin nicht erreicht werden
> kann. http://www.publikative.org/2012/07/10/freiheit-oder-ordnung/ MfG
> Yannik
>
> --
> NRW-AK-Innenpolitik mailing list
> NRW-AK-Innenpolitik AT lists.piratenpartei.de
> https://service.piratenpartei.de/listinfo/nrw-ak-innenpolitik
- [Nrw-ak-innenpolitik] Fw: AK Innen sucht aktive Fußballfans, Henry Jensen, 19.07.2012
- Re: [Nrw-ak-innenpolitik] Fw: AK Innen sucht aktive Fußballfans, Orangebay, 19.07.2012
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