nrw-ak-innenpolitik AT lists.piratenpartei.de
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Nrw-ak-innenpolitik mailing list
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- From: "Markus Wetzler" <markuswetzler AT freenet.de>
- To: <nrw-ak-innenpolitik AT lists.piratenpartei.de>
- Subject: [Nrw-ak-innenpolitik] Review NRW Programm 2010 - innenpolitischer Teil
- Date: Wed, 2 Nov 2011 23:44:02 +0100
- Importance: Normal
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-innenpolitik>
- List-id: <nrw-ak-innenpolitik.lists.piratenpartei.de>
Hallo und Ahoi,
ich habe soeben den innenpolitischen Teil des Programmes durchgelesen und
meine Anmerkungen in rot dazu geschrieben.
Ist vielleicht eine Methode, unsere Arbeitsergebnisse auf diese Art
zusammenzufassen.
LG
Markus Wetzler
facebook: Markus von Krella
Innenpolitik
Für Menschenrechte
kämpfen
Die grundlegenden Rechte jedes
Menschen sind das höchste Gut und Ausdruck unserer Menschlichkeit. Die
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, beschlossen und anerkannt von den
Staaten der Vereinten Nationen, stellt dabei die umfassende und allgemein
anerkannte Sammlung dieser Rechte dar. Die dort genannten Rechte sind unteilbar
und gelten für jeden Menschen gleichermaßen, unabhängig von seiner Herkunft,
seiner Religion, seinem Geschlecht, seiner Kultur oder anderer Merkmale. Jeder
Mensch muss sich frei entfalten können, ohne Repressalien befürchten zu müssen.
Jede Diskriminierung ist abzulehnen. Die NRW-Piraten kämpfen dafür, die
Menschenrechte national wie international
durchzusetzen.
Anmerkung Krella (Markus
Wetzler): Was hebt hier die Piraten von anderen Parteien ab? WIE kämpfen die
Piraten für die Durchsetzung der Menschenrechte?
Das Grundgesetz bewahren, Bürgerrechte
verteidigen
Gemeinsam mit den Menschenrechten
bilden die Bürgerrechte die Grundrechte der Menschen, die sich zum deutschen
Staat zusammengefunden haben. Die NRW-Piraten stehen hinter dem Grundgesetz in
der ursprünglichen Form, wie es unsere Gründungsväter 1949 ausgearbeitet haben.
Insbesondere lehnen wir Änderungen an dem die Grundrechte umfassenden ersten
Abschnitt, den Artikeln 1 bis 19, ab. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass solche
Änderungen immer nur zu einem Abbau von Bürgerrechten führen. Die Piratenpartei
setzt sich für einen stärkeren Schutz und eine stärkere Beachtung der
Grundrechte ein. Sie will die Bürgerrechte verteidigen, insbesondere auch
gegenüber dem Staat, der sie bedroht, und dessen
Einrichtungen.
Anmerkung Krella (Markus
Wetzler): Auch hier fehlt mir nach dem Grundsatz das WIE bzw. das praktische
Beispiel, wie die Bürgerrechte verteidigt werden sollen und warum der Staat den
Bürger bedroht.
Verfassungsschutz
Systeme und Methoden, die der Staat
gegen seine Bürger einsetzen kann, müssen der ständigen Bewertung und genauen
Prüfung durch gewählte Mandatsträger unterliegen. Dementsprechend ist es
wichtig, dass an Stellen, die für die Grundrechte des Bürgers möglicherweise
fatal sind, so offen, transparent und sorgfältig geprüft wird, wie es möglich
ist.
Wir erkennen an, dass ein Geheimdienst
naturgemäß nicht dazu in der Lage ist, seine Tätigkeiten umgehend und in vollem
Umfang kontrollierbar und transparent zu gestalten. Dennoch wollen wir die
Kontrolle und Transparenz so weit erhöhen, wie es im Rahmen der
Handlungsfähigkeit des Verfassungsschutzes möglich ist. Die Fristen, innerhalb
derer über die Tätigkeiten der Verfassungsschutzbehörde berichtet wird, müssen
angepasst werden. Jede Tätigkeit, die potentiell die Grundrechte verletzt, muss
noch vor Durchführung dem Kontrollgremium gemeldet und spätestens drei Monate
nach ihrem Abschluss der demokratischen Kontrolle des Parlaments unterzogen
werden. Nach geltendem Recht könnte dies im ungünstigsten Fall erst nach
eineinhalb Jahren stattfinden.
Die Arbeit der G10-Kommission muss
enger an die Arbeit des parlamentarischen Kontrollgremiums angebunden werden.
Wir halten eine Prüfung, ob diese beiden Einrichtungen zum Zwecke eines
schnelleren Informationsflusses kombiniert werden können, für sinnvoll. Ebenso
sollte in diesem Zuge die Einhaltung nicht nur des Fernmeldegeheimnisses sondern
sämtlicher Grundrechte zeitnah überprüft werden.
Anmerkung Krella (Markus
Wetzler): Wozu ein Geheimdienst? Braucht kein
Mensch.
Hilfspolizisten
Die Polizei ist eines der wichtigsten
Exekutivorgane unseres Landes. Sie ist die direkte, ausführende Kraft des
staatlichen Gewaltmonopols und soll die öffentliche Sicherheit und Ordnung
gewährleisten. Dies ist eine hochgradig verantwortungsvolle und anspruchsvolle
Aufgabe. Bestrebungen, streifendienstliche Tätigkeiten der Polizei zukünftig
verstärkt von schlechter ausgebildeten und schlechter bezahlten Hilfspolizisten
durchführen zu lassen, lehnen die NRW-Piraten entschieden ab. Es ist für uns
nicht akzeptabel, realen Bedrohungen für die öffentliche Sicherheit auf diese
Weise schwächer zu begegnen, und gleichzeitig unter der Vorgabe, die innere
Sicherheit zu stärken, die Grundrechte immer weiter zu beschränken.
Anmerkung Krella (Markus
Wetzler): Welche Alternative bieten die Piraten? Geht nicht aus dem o. Abschnitt
hervor.
Virtuelle
Streife
Der Polizeidienst umfasst den
Streifendienst im öffentlich zugänglichen Raum zur Gefahrenabwehr und zur
Verhinderung von Straftaten. Da auch das Internet ein solcher öffentlich
zugänglicher Raum ist, ist es begrüßenswert, wenn die Polizeibehörden dort auf
Streife gehen. Ferner empfinden wir es als erfreulich, dass die Polizeibehörden
beabsichtigen, sich mit dem Medium Internet vertrauter zu machen. Besorgnis
erregt nur die Befürchtung, dass den Beamten an dieser Stelle Sonderrechte
eingeräumt werden, die über jene eines normalen Internetnutzers
hinausgehen.
Denn wie der Streifendienst nicht das
Eindringen in private Wohnungen rechtfertigt, so lehnen wir auch
verdachtsunabhängige Eingriffe in private Kommunikation, etwa das Mitlesen von
Emails oder den Zugriff auf gesicherte Bereiche durch Hacking, ab. Um die
Strafverfolgung im Netz zu verbessern, sollten vielmehr bestehende
Möglichkeiten, den Polizeibehörden Gesetzesverstöße im Internet mitzuteilen,
vereinfacht und verbessert werden.
Anmerkung Krella (Markus
Wetzler): etwas genauer formulieren wie der Prozess verbessert werden
kann
Öffentliche
Überwachung
Die Überwachung des öffentlichen
Raumes durch Videokameras kann unter bestimmten Umständen die Aufklärung von
Straftaten erleichtern. In der Regel wäre eine Aufklärung jedoch auch ohne das
gewonnene Bildmaterial erfolgreich gewesen. Die Erfahrungen der letzten Jahre
haben außerdem gezeigt, dass eine solche Überwachung nicht zur Prävention von
Straftaten geeignet ist.
Daher lehnen die NRW-Piraten den
Ausbau der öffentlichen Überwachung strikt ab. Wir betrachten die
Persönlichkeitsrechte hunderter unschuldig erfasster und gespeicherter Bürger
als schützenswert. Darüber hinaus sind aktuelle Maßnahmen der öffentlichen
Überwachung kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls rückgängig zu machen.
Stattdessen wollen wir eine höhere Präsenz von Polizei- und Ordnungskräften an
potentiellen Kriminalitätsschwerpunkten.
Anmerkung Krella (Markus
Wetzler): wie in Mumble besprochen. Das passt so sehr
gut.
Automatisierte
Kennzeichenerfassung
Das Urteil des
Bundesverfassungsgerichts vom 11. März 2008 hat eindeutig klargestellt, dass
eine verdachtsunabhängige, flächendeckende und automatisierte
Kennzeichenerfassung zwecks Abgleich mit Fahndungsdaten in diversen Belangen,
dabei nicht zuletzt der Verhältnismäßigkeit, nicht mit der Verfassung vereinbar
ist. Daher ist es den NRW-Piraten unbegreiflich, warum solche Maßnahmen erneut
diskutiert werden. Einen solchen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte lehnen
wir entschieden ab. Auch ein stichprobenhafter Abgleich automatisiert erfasster
Autokennzeichen, so wie es das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zulässt, ist
für uns nicht akzeptabel.
Anmerkung Krella (Markus
Wetzler): Grund angeben warum nicht akzeptabel.
Jugendkriminalität
Im Bereich der Jugendkriminalität ist
von Symptombekämpfung und weiterem Aktionismus Abstand zu nehmen. Die Antwort
auf das Problem der Jugendkriminalität ist nicht, jeden jungen Menschen als
potentiellen Straftäter von morgen zu behandeln und so die Nachfrage nach
sicherheitspolitischen Maßnahmen künstlich zu steigern. Aufgrund einer seit
Jahrzehnten verfehlten Bildungspolitik und einer finanziellen und beruflichen
Perspektivlosigkeit muss man dieses Problem als hausgemacht bezeichnen. Dessen
Bekämpfung muss an besagten Ursachen ansetzen, indem die Bildungs- und
Berufsperspektiven konsequent verbessert werden.
Anmerkung Krella (Markus
Wetzler): hervorragend
Biometrische
Daten
Es lässt sich derzeit der
besorgniserregende Trend beobachten, dass in immer größer gefassten Bereichen
die Speicherung und der automatisierte Abgleich von biometrischen Daten erfolgt.
Es ist weder zu verhindern, dass die Grundrechte unschuldiger Bürger bei einem
solchen Vorgehen verletzt werden, noch dass ein solches Vorgehen auf Basis
existierender Daten immer häufiger angewendet wird. Daher lehnen die NRW-Piraten
die Erfassung biometrischer Daten ohne Anfangsverdacht sowie deren Speicherung
ohne erwiesene Straftat kategorisch ab.
Anmerkung Krella (Markus
Wetzler): Der Leser fragt sich mit Sicherheit, was die Piraten hier genau
meinen: Wer erhebt wann welche Daten und welche Risiken sind damit
verbunden?
Entwurf zum
"Transparenzgesetz"
Die Piraten begrüßen diese Bestrebung
zur Schaffung von mehr Transparenz. Dabei darf die Transparenz aber nicht nur
finanzielle Aspekte aufgreifen, sondern muss auch bei Entscheidungsfindungen,
Vertragsabschlüssen und bei Berichten zu politischen Themen angewandt werden.
Der Landesrechnungshof NRW soll dafür Sorge tragen, dass die geschaffenen
Transparenzhürden nicht durch Zersplitterungen von hundertprozentig öffentlichen
Unternehmen in mehrere nicht- oder teilöffentliche Unternehmen umgangen
werden.
Anmerkung Krella (Markus
Wetzler): -
Leistungsgerechte Beurteilung von
Beamten
Das Beamtenrecht in NRW bedarf in
vielerlei Hinsicht einer umfassenden Reform. Insbesondere ist hier das System
der Beamtenbeurteilungen zu nennen. Im Bereich der Beamten und Angestellten des
öffentlichen Dienstes herrscht sicher nicht selten eine große Diskrepanz
zwischen den tatsächlichen und den beurteilten Leistungen. Dies führt zu großen
Frustrationen und einer verständlichen Demotivation, welche nicht zuletzt auch
die Bürger zu spüren bekommen.
Derzeit werden die Beamten überwiegend
durch Vorgesetzte beurteilt, die den zu beurteilenden Beamten häufig gar nicht
bei der Arbeit sehen, sondern nur aus der Aktenlage heraus entscheiden. Auch
werden bereits formulierte, gute Beurteilungen vom nächst höheren Vorgesetzten,
welcher den Beamten meist nicht einmal persönlich kennt, aufgrund der
Haushaltslage wieder zurückgenommen. Eine Beförderung, welche Geld kostet, ist
von einer guten Beurteilung abhängig. Nicht selten hängen gute Beurteilungen und
damit die Beförderung nicht mit der tatsächlichen Leistung des Beamten zusammen.
Vielmehr zählt, wie lange der Beamte schon auf die nächste Beförderung warten
musste, selbst wenn jüngere Beamte eine wesentlich bessere Leistung vorweisen
können. Das führt zu Frustration bei den verbleibenden, motivierten Beamten, da
sie für ihre gute Leistung keine Anerkennung finden.
Daher setzen die NRW-Piraten sich für
eine umfassende Reform des Beurteilungsprozesses ein. Wir streben eine Anlehnung
an die aus der Privatwirtschaft bekannte 360-Grad-Beurteilung an. Der
Vorgesetzte soll nicht allein über die Beurteilung eines Beamten entscheiden
dürfen. Vielmehr sind auch Einschätzungen der Kollegen und Bürger mit in die
Beurteilung einzubeziehen. Der Einfluss des nächst höheren Vorgesetzten auf die
Beurteilung muss auf ein notwendiges Minimum reduziert werden. Vor allem muss
endlich die Qualität und nicht, wie zurzeit, die Quantität der Leistung als
Beurteilungskriterium wieder in den Vordergrund rücken.
Anmerkung Krella (Markus
Wetzler): Das in den oberen beiden Abschnitten beschriebene ist m.E. nicht
Polizeitypisch und sollte m. E. im jeweiligen Personalrat oder der Gewerkschaft
geregelt werden. Hat nichts mit Innenpolitik zu tun. Und wenn doch, dann frage
ich mich – warum? Und wie soll ein Bürger einen Polizisten beurteilen? Ist doch
total praxisfern. Habe ich hier etwas misverstanden? Der komplette Punkt kann m.
E. gestrichen werden.
Ausländer-, Asyl- und
Flüchtlingswesen
Die NRW-Piraten setzen sich für einen
menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen und Migranten ein. Aus diesem Grund
wollen wir eine Erleichterung der Anforderungen für den Übergang in einen
dauerhaften Aufenthaltsstatus. Hierbei ist die Situation von langjährig
geduldeten Flüchtlingen und Flüchtlingen, die ihren Lebensunterhalt nicht
eigenständig sichern können, besonders zu berücksichtigen. Langfristig ist auf
ein dauerhaftes Bleiberecht für geduldete Flüchtlinge, die sich länger als fünf
Jahre in Deutschland aufhalten, hinzuarbeiten. Generell halten wir das Asyl- und
Ausländerrecht Deutschlands für überarbeitungsbedürftig, da es die
Menschenrechte nicht effizient schützt.
Anmerkung Krella (Markus
Wetzler): Die Migration muss entbürokratisiert werden. Wir brauchen Fachkräfte.
Wenn schon die Bildung vernachlässigt wird, dann wenigstens die Leute rein
lassen und Arbeitserlaubnis erteilen. Fertig.
Unabhängige Kontrolle für
Polizeibehörden
Auch in den Reihen der Polizeibeamten
kann es dazu kommen, dass einzelne Beamte sich falsch oder gar rechtswidrig
verhalten. Polizeibeamte, die ein Fehlverhalten ihrer Kollegen beobachten,
Zeugen und Anzeige erstattende Bürger sind derzeit dazu gezwungen, sich mit
ihrem Anliegen an die gleiche Behörde zu wenden, in der die beklagte Person
ihren Dienst verrichtet. Dies führt nicht nur zu Hemmschwellen seitens des
Beschwerdeführers, sondern kann auch zu Interessenkonflikten und dadurch zu
Vertuschungsaktionen oder falsch verstandener Solidarität unter den Kollegen
führen.
Es sollte eine unabhängige Kontroll-
und Ermittlungsinstanz geschaffen werden, die sich solcher Beschwerden annimmt,
ohne dass der Beschwerdeführer Tatenlosigkeit oder persönliche Konsequenzen
fürchten muss. Zusätzlich kann diese Instanz auch ohne Anregung Dritter tätig
werden.
Anmerkung Krella (Markus
Wetzler): Die Frage ist, ob eine weitere Instanz implementiert werden muss.
Vielleicht gibt es ja eine einfachere Lösung? Ohne noch mehr
Bürokratie.
Identifikationsnummer für
Polizisten
Die NRW-Piraten erkennen an, dass die
tägliche Polizeiarbeit, also vor allem die Durchsetzung polizeilicher Maßnahmen,
ohne die Möglichkeit der Anwendung von Zwangsmitteln in vielen Situationen
unmöglich wäre. Auch angemessene körperliche Gewalt stellt ein grundsätzlich
legitimes und erforderliches Zwangsmittel dar. Jedoch hat gerade die Polizei als
Träger des staatlichen Gewaltmonopols eine besondere Verantwortung, der sie
leider nicht immer gerecht wird. Immer wieder gibt es Presseberichte von
rechtswidrigen Übergriffen der Polizei auf Bürger. Häufig jedoch hat der Bürger
dabei nicht einmal die Möglichkeit, den Namen des Beamten zu erfahren, da dieser
ihn, trotz einer bestehenden Pflicht, nicht preisgibt. Der Bürger hat in diesem
Moment keine Möglichkeit den Polizisten zur Preisgabe zu
zwingen.
Aus diesem Grund fordern die
NRW-Piraten die Einführung einer jederzeit deutlich erkennbaren, individuellen
und für die Ermittlungsbehörde nachvollziehbaren Identifikationsnummer für jeden
Polizeibeamten. Eine solche Nummer stellt den Informationsanspruch des Bürgers
sicher. Sie wahrt aber auch das Persönlichkeitsrecht des Beamten, da auf
direktem Wege keine Rückschlüsse auf seine Person möglich
sind.
Anmerkung Krella (Markus
Wetzler): Ein einfaches Schild auf der Brust als Lösung für polizeiliche Gewalt?
Wie lang soll die Nummer sein und wer soll sich die merken, wenn der Polizist
zuschlägt? Gewalttäter gibt es überall – auch bei der Polizei. Hier sollte man
die Gesinnung vielleicht schon bei der Einstellung hinterfragen und Schulungen
anbieten, um die Wahrscheinlichkeit solcher Übergriffe zu verringern.
Pauschale Mindestentschädigung bei
rechtswidrigen Maßnahmen von Behörden
Da auch in Behörden nur Menschen
arbeiten, kann es dort zu Fehlern kommen. Nicht selten werden rechtswidrige
Verwaltungsakte erlassen beziehungsweise rechtswidrige Maßnahmen getroffen,
welche den Bürger in seinen Rechten und in seiner Persönlichkeit
beeinträchtigen. Diese Beeinträchtigungen lassen immer irgendeine Art von
Schaden entstehen.
Die NRW-Piraten wollen eine pauschale
Mindestentschädigung beziehungsweise eine Wiedergutmachung für rechtswidrige
Maßnahmen einführen. Hierdurch erwarten wir eine wesentliche Erhöhung der
Hemmschwelle seitens der Behörden bei Eingriffen in die Persönlichkeitsrechte
des Bürgers und einen verbesserten Schutz vor Behördenwillkür. Selbst wenn durch
Gerichte die Rechtswidrigkeit von Verwaltungsakten oder Maßnahmen festgestellt
wurde, hat bei der derzeitigen Rechtslage der Bürger weitere, häufig hohe Hürden
zu nehmen, um den Schaden ersetzt zu bekommen. Es gestaltet sich oft schwierig,
einen entstandenen Schaden zu beweisen, gerade im immateriellen Bereich. Obwohl
es eine Behörde war, die den Fehler gemacht hat, wird der Bürger durch eine
schwierige Beweissituation eventuell noch mehr belastet. Damit dieser unhaltbare
Zustand abgestellt wird, sollten Behörden für ihre Fehler uneingeschränkt
haften.
Anmerkung Krella (Markus
Wetzler): hm… soll die Behörde für einen Mitarbeiter haften, für den wiederum im
Zweifelsfall Privathaftung gilt? Erläuterung.
Videoüberwachung auf
Demonstrationen
Die Teilnahme an einer gesetzmäßigen
und ordentlich angemeldeten Demonstration ist ein legitimes Mittel, um eine
politische Meinung kundzutun. Es rechtfertigt keinesfalls, Demonstranten unter
den Verdacht zu stellen, einen Gesetzesbruch begehen zu wollen. Daher lehnen die
NRW-Piraten ausdrücklich den allgemeinen und präventiven Einsatz von
Überwachungskameras während Demonstrationen ab. Die Polizei sollte in der Lage
sein, die Situation einzuschätzen und die Kameras nur dann einzuschalten, wenn
die Stimmung aggressiv wird. Dass aber friedlich demonstrierende Bürger als
potentielle Verbrecher behandelt werden, nur weil sie ihr Recht auf
Meinungsäußerung wahrnehmen, ist abzulehnen.
Anmerkung Krella (Markus
Wetzler): sehe ich genauso. Zusätzlich: Schutz der Demonstranten, die bei
aufkommender Aggressivität von Polizeiseite Videoaufnahmen von den Polizisten
machen wollen.
- [Nrw-ak-innenpolitik] Review NRW Programm 2010 - innenpolitischer Teil, Markus Wetzler, 02.11.2011
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