nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Nrw-ak-drogen mailing list
Listenarchiv
- From: "Andi@pp-w" <andi AT piratenpartei-wesel.de>
- To: "PP-LIST-AK-LP_NRW" <nrw-ak-landespolitik AT lists.piratenpartei.de>
- Cc: PPV-Richard Klees <richard.klees AT piratenpartei-nrw.de>, PP-LIST-AK-Drogen-NRW <nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de>, PPV-Vorstand-NRW NRW' <vorstand-nrw AT lists.piratenpartei.de>, "PPx-ryana1970 \(Birgit\)" <ryana1970 AT gmx.de>
- Subject: [NRW-AK-Drogen] Wahlprogrammvorschlag des AK-Drogenpolitik
- Date: Tue, 16 Feb 2010 21:21:40 +0100
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-drogen>
- List-id: <nrw-ak-drogen.lists.piratenpartei.de>
Text | Die fast ausschließlich auf Prohibition
basierende internationale, nationale und landesweite Drogenpolitik ist in
all ihren Absichten gescheitert. Das erklärte Ziel einer drogenfreien
Gesellschaft kann erwiesenermaßen nicht erreicht werden. Trotz stetig
weiter verschärfter Verfolgung steigen die Konsumentenzahlen ebenso stetig
an, wärend diese Vorgehensweise gleichzeitig viele Probleme und hohe
Kosten produziert. Dies belegen sogar Studien, Zahlen und Fakten aus
Regierungskreisen und unseren Behörden.
Polizei, Staatsanwaltschaften und die Gerichte ersticken in der politisch aufgezwungenen Verfolgung selbst von Gelegenheitskosumenten, die ansonsten völlig gesetzestreue und voll integrierte Bürger sind. Gleichzeitig werden jedoch die enormen gesellschaftlichen, volkswirtschaftlichen und gesundheitlichen Schäden durch ganz legale Drogen, sowie auch eine immer weiter verbreitete alltägliche Einnahme von Pharmaprodukten 'für und gegen alles' nur sehr bedingt als Problem gesehen.
| ||||
Bemerkung | Bemerkung anlegen | ||||
7.1
7.2
Text | 1961 beschlossen die Vereinten Nationen das
Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel mit dem Ziel einer drogenfreien
Gesellschaft. Dem Abkommen zugrunde liegt die als „Erkenntnis“ bezeichnete
Auffassung, „dass die Betäubungsmittelsucht für den Einzelnen ein Übel und
für die Menschheit eine wirtschaftliche und soziale Gefahr darstellt“. Das
Abkommen ist strikt auf Prohibition ausgelegt.
Nicht nur das die Prohibition ihr Ziel verfehlt hat - der Drogenkonsum in Deutschland steigt seit Einführung dieser Maßnahmen - sie hat auch ganz neue Problemfelder geschaffen. So bietet z.B. der Handel mit Cannabis jedermann einen einfachen Einstieg in die organisierte Krmininalität. Auch strecken viele Dealer ihren Stoff, was zu erheblichen gesundheitlichen Schäden bishin zum Tode des Konsumenten führen kann. Setzt man sich mit der Entstehung der Drogenpolitik und -prohibition auseinander, so wird schnell deutlich, dass hier vornehmlich wirtschaftliche Interessen im Vordergrund standen. Daher fordern wir, dass die Prohibition hinterfragt wird und alternative Konzepte für den Umgang mit Drogen, bei denen das Wohl des Menschen im Vordergrund steht, geschaffen werden. Drogenpolitik muß von Fachleuten (z.B. Medizinern, Sozialarbeitern, etc...) bestimmt werden und darf nicht dem organisierten Verbrechen, der Pharmalobby und den Strafverfolgungsbehörden überlassen werden. Mittels Pilotprojekten und Versuchen auf Landesebene soll NRW zum Vorreiter werden für eine neue, sachorientierte Herangehensweise werden. | ||||
Bemerkung | Bemerkung anlegen | ||||
7.2
7.3
Text | Die informationelle Selbstbestimmung ist auch
im Bereich der Drogenpolitik zu gewährleisten.
- Besonders große Firmen und Konzerne führen immer häufiger Einstellungstests mit einer medizinischen Kontrolle auf Drogenkonsum ein. Diese Tests werden den Bewerbern - die sich hierzu schriftlich einverstanden erklären müssen - indirekt aufgezwungen, weil sie bei Verweigerung keine Chance auf die Arbeitsstelle bekommen. Interessanterweise wird in diesen Tests Alkoholmissbrauch nicht abgefragt, obwohl dieser nachweislich die weitaus größeren Probleme im Arbeitsleben produziert.
- Amtsmitarbeitern mit Bürgerkontakt ist es - auch ohne jede fachliche Quallifikation - erlaubt, reine Vermutungen über einen möglichen Drogenkonsum in persönliche Akten einzutragen. Derartige Einträge werden in der Folge nicht mehr hinterfragt und können so zu enormen, ungerechtfertigten Hürden für die Betroffenen werden.
- Im Rahmen von Ermittlungen des LKA kommt es immer wieder dazu, dass Leute unschuldig des Konsums/Besitzes/Verkaufs von illegalen Drogen verdächtigt werden. Eine erkennungsdienstliche Behandlung findet hierbei oft in rechtlich fragwürdigem Rahmen statt. Die so festgestellten sehr persönlichen Daten müssen nach ergebnislos gebliebenen Ermittlungen umgehend wieder gelöscht werden. Dies wird heute leider nicht so praktiziert. Betroffene sind gezwungen mittels selbst bezahltem rechtlichen Beistand eine solche Löschung durchzusetzen.
- In staatlichen Hilfsprogrammen, z.B. bei der Methadon-Substitution, müssen teilnehmende Personen zur Erlangung der Krankenkassenleistung ihren behandelnden Arzt von jeder Schweigepflicht entbinden.
| ||||
Bemerkung | Bemerkung anlegen | ||||
7.3
7.4
Text | Die Maßnahmen im Bereich der Drogenprävention
an Schulen sind unzulänglich, und auch der Wissensstand des lehrenden
Personals erweist sich oft als sehr gering.
Einzelne Pilotprojekte haben jedoch gezeigt, wie wichtig und nachhaltig eine gute Prävention bereits im Grundschulalter ist. Jedweder Erstgebrauch, ob bei legalen oder illegalen Substanzen, nahm in den teilnehmenden Gruppen gegenüber den Vergleichsgruppen sehr deutlich ab. Die hier erzielten Erkenntnisse und Erfolge tragen die Kinder wie selbstverständlich auch in die weiterführenden Schulen und ihren Freudeskreis. So wird für eine Multiplikation gesorgt, die Unterricht alleine kaum leisten kann.
| ||||
Bemerkung | Bemerkung anlegen | ||||
7.4
7.5
Text | Die Cannabispflanze enthält eine Reihe von
Wirkstoffen, die ein hohes Potential zur medizinischen Nutzung haben. Von
diesen Stoffen - sogenannten Cannabinoiden - gibt es circa 60
verschiedene, die alle ein unterschiedliches Wirkungsprofil aufweisen.
Diese Substanzen bieten Linderung und Heilung bei vielen schwerwiegenden
Leiden und gerade auch bei Krankheiten wie z.B. Krebs, HIV, Tourette,
Epilepsie, Schmerztherapie, Rheuma, Arthritis oder Multiple Sklerose, für
die die klassische Schulmedizin keine abschließenden
Behandlungsmöglichkeiten kennt. Wärend international hier ein mehr als
deutlicher Trend in diese Richtung zu verzeichnen ist - immer mehr Länder
gehen diesen Weg - wird in Deutschland nach wie vor jede sachorientierte
Herangehensweise verweigert.
| ||||
Bemerkung | Bemerkung anlegen | ||||
7.5
7.6
Text | Der bisherige Fokus der Aufmerksamkeit der
Drogen- und Suchtpolitik liegt in erster Linie im Bereich der illegalen
Drogen. Zahlreiche verschreibungspflichtige Medikamente verfügen jedoch
über ein ernstzunehmendes Missbrauchs- und Suchtpotential.
Nach aktuellen Studien sind in Deutschland 2 Mio. Menschen dauerhaft von einer Medikamentensucht betroffen. Ein wichtiger Schritt zur Verringerung der Suchtproblematik ist daher die vermehrte Aufklärung der Patienten und im Besonderen auch der verschreibenden Ärzte. Wichtig hierbei ist die frühe Erkennung von gefährdeten und bereits abhängigen Patienten. Es ist heute gängige Praxis, Sedativa und ähnliche Medikamente mit hohem Suchtpotential auch für Kassenpatienten auf Privatrezepten zu verschreiben. Das macht eine Erfassung der Zahlen und Umsätze in diesem Bereich unmöglich und führte zu einem Graubereich mit tragischen Folgen. Sehr stark gefördert und dahingehend gesteuert wird diese Praxis besonders aus den Reihen der Pharmaindustrie, die hierbei im Zusammenspiel mit Ärzten ihre kommerziellen Interessen vertritt.
| ||||
Bemerkung | Bemerkung anlegen | ||||
7.6
7.7
Text | Um auf die potentielle Suchtgefahr bei bestimmten Medikamten aufmerksam zu machen, müssen die Pharmahersteller in die Pflicht genommen werden. Wie schon bei Zigaretten üblich, sollten vereinheitlichte Warnhinweise auf die Medikamentenverpackungen aufgedruckt werden. Aus diesen muss hervorgehen, daß es sich bei dem Medikament um eine Arznei handelt, die ein potentielles Suchtrisiko beinhaltet. Diese Warnhinweise sollen Patienten sensibilisieren und schon im Vorfeld auf die Gefahr einer Sucht hinweisen. Der Grund: Die oft sehr versteckt in der Packungsbeilage beschriebenen Hinweise werden allzu leicht nicht wahrgenommen. Darüber hinaus könnte vom Apotheker bei der Ausgabe des Medikamentes ein Informationsblatt zum Thema "Suchtgefahren bei Medikamenten" angeboten werden, das mit weiteren Informationen ein Angebot zum Umgang mit Suchtgefahren darstellen soll und Hilfe bietet, beim Auffinden von geeigneten Stellen für Hilfesuchende. | ||||
Bemerkung | Bemerkung anlegen | ||||
7.7
7.8
Text | Im Bereich der Medikamente auf
Methylphenidat-Basis häufen sich die Beichte über steigenden Missbrauch.
Dies betrifft Schulen, Universitäten, aber auch Berufszweige, die hohe
Ansprüche an die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit stellen. Diese
eigentlich zur Behandlung von AD(H)S gedachten Mittel werden als
Leistungssteigerungsdroge missbraucht und es entwickeln sich/existieren
hier bereits Schwarzmärkte.
Metylphenidat ist der Partydroge 'Speed' (Methylphenitamin) chemisch sehr verwandt und weist bei entsprechend hoher Dosierung auch vergleichbare Wirkungen auf. Neben dem vom Nutzer gewünschten Konzentrations und Fokussierungseffekt kann es hier schnell zu Wesensveränderungen, Stimmungsschwankungen, Aggressivität bis hin zu depressiven Episoden kommen. Besonders heikel ist jedoch, das viele Nutzer die Tabletten zerstoßen und dann schnupfen. Dabei erweisen sich die Trägerstoffe in den Tabletten - beispielsweise Talkum - als akut hochgefährlich. So aufgenommen können diese Füllsubstanzen schnell zu Gefäßverstopfungen ín Lunge und Hirn führen und Embolien und Schlaganfälle auslösen.
| ||||
Bemerkung | Bemerkung anlegen | ||||
Andi R. , Wesel , NRW , Tel: 0152 - 29 27 43 75
Mail: andi AT piratenpartei-wesel.de
Crew: http://wiki.piratenpartei.de/Crew:Rhine_Riders
Web: http://www.piratenpartei-wesel.de
Home: http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Trancefair
____________________________________________
- [NRW-AK-Drogen] Wahlprogrammvorschlag des AK-Drogenpolitik, Andi@pp-w, 16.02.2010
Archiv bereitgestellt durch MHonArc 2.6.19.