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nrw-ak-drogen - [NRW-AK-Drogen] Wimber-Aussagen zu Cannabis sorgen weiter für politischen Wirbel

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[NRW-AK-Drogen] Wimber-Aussagen zu Cannabis sorgen weiter für politischen Wirbel


Chronologisch Thread 
  • From: Xander_Deijs AT web.de
  • To: nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: [NRW-AK-Drogen] Wimber-Aussagen zu Cannabis sorgen weiter für politischen Wirbel
  • Date: Wed, 03 Feb 2010 15:02:32 +0100
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-drogen>
  • List-id: <nrw-ak-drogen.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: http://freemail.web.de/

Die Äußerungen von Polizeipräsident Hubert Wimber zum Thema Cannabis sorgen
in Münster weiter für die unterschiedlichsten Reaktionen.

Die münstersche CDU etwa hat Polizeipräsident Hubert Wimber vorgeworfen, eine
gefährliche Verharmlosung des Drogenkonsums zu betreiben.

"Cannabis ist eine klassische Einstiegsdroge, das lässt sich nicht
wegdiskutieren", sagte der CDU-Kreisvorsitzende Stefan Weber. Das
Wimber-Plädoyer für eine Legalisierung des Konsums nannte Weber einen Schlag
ins Gesicht aller, die sich um die Bekämpfung der zunehmenden
Drogenproblematik bemühten. Auch die Bemühungen vieler Eltern würden durch
Wimbers Äußerungen konterkariert.

Für höhere Aufgaben empfehlen?

Der CDU-Vorsitzende mutmaßt, das Wimber sich möglicherweise für höhere
Aufgaben unter einer Rot-rot-grünen Landesregierung empfehlen wolle. Immerhin
habe Die Linke in ihr Wahlprogramm "das Recht auf Rausch" aufgenommen.

"Er schadet Polizeibeamten"

„Der Münsteraner Polizeipräsident Wimber überschreitet seinen
Aufgabenbereich. Das Innenministerium muss reagieren." Dieser Auffassung ist
CDU-Landtagskandidat Josef Rickfelder. "Mit dieser öffentlichen Haltung
schadet er allen Polizeibeamten, die sich täglich darum bemühen, für Recht
und Ordnung zu sorgen". Zudem spricht sich Wimber für die Freigabe von
Cannabis aus. „Eine Haltung, die nicht in unsere Zeit passt".

"Entschlossen reagieren"

Rickfelder weiter: "Für uns als CDU stellt sich damit die Frage, ob wir in
Münster einen Polizeipräsidenten wollen, der seine Aufgaben und deren
Erfüllung offenbar ganz besonders versteht.“ Nach Auffassung von Rickfelder
„sollte das Innenministerium an dieser Stelle entschlossen reagieren."

Sagel stellt sich hinter Wimber

Hinter Polizeipräsident Wimber stellt sich Landtagsabgeordneter Rüdiger Sagel
(Linke). Er schreibt in einer Pressemitteilung, dass eine Drogenpolitik, die
den Vorgaben von Vernunft und Humanität folgen will, für Menschen mit
problematischen Konsummustern letztendlich nur durch eine enge Verbindung von
Vorsorge, durch sachgerechte Aufklärung, ausstiegsorientierte Hilfen,
Drogenersatzstoffe und weitere Gesundheitshilfen für Schwerstabhängige
erfolgreich sein werde.

Aufklärung wichtig

Sagel stellt dabei klar: "Wichtig vor allem für Jugendliche ist eine
objektive und differenzierte Aufklärung über Wirkungsweise von Rausch- und
Genussmitteln und mögliche Folgen ihres Konsums, auch des weit verbreiteten
Alkohol- und Medikamentenkonsums. Deshalb ist auch die Einführung einer
Unterrichtseinheit „Genuss- und Rauschmittelkunde" an den NRW-Schulen
notwendig".

"Akzeptierende Drogenpolitik"

Zudem ist eine "akzeptierende Drogenpolitik" notwendig. Dies bedeutet die
Entkriminalisierung der "weichen" illegalen Drogen. Weiche und harte Drogen
sollen getrennt werden und es soll, wie in den Niederlanden, verhindert
werden, dass Drogenkonsumentinnen und -konsumenten in den
Schwarzmarkteinsteigen müssen, um an Cannabis zu kommen. Von einem "Recht
auf Rausch" sei im Wahlprogramm seiner Partei übrgigens keine Rede.

"Diskussion wenig zuträglich"

Die Diskussion um die aktuellen Äußerungen Wimbers findet die
SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Anna Boos dem Thema an sich wenig zuträglich.
"Insbesondere der CDU-Vorsitzende Stefan Weber offenbart mit seiner Kritik am
Polizeipräsidenten wenig Fachkenntnis. So ist es doch mittlerweile
Allgemeinwissen, dass bei Jungen der Alkohol und bei Mädchen Arzneimittel die
klassischen Einstiegsdrogen sind, Gerade in den Berufsgruppen, die sich Tag
für Tag mit der Problematik des Drogenkonsums beschäftigen, thematisieren
viele die Legalisierung des Cannabis-Konsums", weiß Boos.

Ohne Scheuklappen

Die Sozialdemokratin fordert deshalb auch eine Diskussion ohne ideologische
Scheuklappen. Boos: "Wichtiger als eine Debatte über eine Legalisierung wäre
es darüber zu reden, wie einerseits Drogensüchtigen effektiv geholfen werden
kann und wie andererseits einer Sucht vorgebeugt wird." Boos weiter: "Wer als
einzige Antwort Verbote hat, indem man die nicht strafbare Menge zum
Eigenverbrauch von zehn auf sechs Gramm verringert und damit bestehende
Gesetze verschärft, so wie es Ministerpräsident Rüttgers und Innenminister
Wolf gemacht haben, handelt kurzsichtig und hilft niemanden. Ganz im
Gegenteil: Für Menschen, die eigentlich unsere Hilfe brauchen, wird die
Situation dadurch nur noch schlimmer."


http://www.echo-muenster.de/node/60128
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  • [NRW-AK-Drogen] Wimber-Aussagen zu Cannabis sorgen weiter für politischen Wirbel, Xander_Deijs, 03.02.2010

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