Zum Inhalt springen.
Sympa Menü

nrw-ak-drogen - [NRW-AK-Drogen] Ein neuer Vorstoß! Re: von der Pipeline auf die Agenda?

nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Nrw-ak-drogen mailing list

Listenarchiv

[NRW-AK-Drogen] Ein neuer Vorstoß! Re: von der Pipeline auf die Agenda?


Chronologisch Thread 
  • From: mendoza AT piratenpower.de
  • To: AK Drogenpolitik <nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: [NRW-AK-Drogen] Ein neuer Vorstoß! Re: von der Pipeline auf die Agenda?
  • Date: Sat, 30 Jan 2010 18:38:33 +0100
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-drogen>
  • List-id: <nrw-ak-drogen.lists.piratenpartei.de>

Nabend AK-Piraten,
also grundsätzlich sollten wir uns grad bei Tabbak und Alkohol klarmachen, wohin die Reise gehen soll und welche Standpunkte wir vertreten.
Ich bin der Meinung, daß wenn wir eine liberalisierung von weiteren der Prohibition unter die Räder gekommenen Substanzen fordern, wir auch dementsprechend die aktuell legalen Substanzen unseren Forderungen anpassen sollten. Wenn wir also Hanf wieder frei zugänglich machen wollen unter bestimmten Auflagen, müssen wir oder sollten wir auch beim Alkohol die selben Auflagen fordern um eine Gleiche Linie zu haben und nicht das Hanf als "Schwarzfahrer der Legalisierung" mit einem "Beigeschmack" zugänglich zu machen. Jahrzehnte der Prohibition haben schließlich bei vielen Menschen durch Medien ein negatives Bild hinterlassen.

Zum Thema Medizinisches Cannabis bin ich im übrigen auf diese Forderung von 2007 gestoßen. http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/072/1607285.pdf

Hatte ich glaube, glaub ich schon mal rumgeschickt, im Mumble.


Zudem bin ich vor einiger Zeit bei Recherchen auf eine Möglichkeit gestoßen, wie man der liberalisierung nicht im Weg steht und den Kritikern aus dem Weg geht. Da der Konsum von Betäubungsmitteln in Deutschland nicht strafbar ist jedoch der Besitz, die Hesrstellung und der Handel bei einigen Substanzen unter Strafe stehen, könnte man doch darauf setzen, daß nicht alle Menschen gleich sind und jedes Individuum selbst bestimmen können sollte, ob es mit Drogen umgehen will oder nicht. Um das ganze zu gewährleisten muß natürlich eine Hürde eingebaut werden, die beim passieren, dem Zugeneigten und interessierten Bürger auch die Berechtigung dazu gibt.
Das bedeutet, daß eine Art Schulung eingeführt wird, bei der man sich dazu Qualifizieren kann bestimmte Substanzen zu erwerben, in einer bestimmten Menge zu besitzen und auch zu konsumieren.
Diese Schulung sollte nicht allgemeingültig sein sondern, sie sollte Modular aufgebaut sein. Dies könnte so aussehen, daß wenn ich beispielsweise die Berechtigung haben möchte Alkohol zu kaufen, ich das Modul Alkohol per "Ausbildung" mit einer art Wissensüberprüfung zum Abschluß, absolviere und danach die Berechtigung bekomme, mit dem im Anschluß an die vorhergegangene Prüfung ausgestellten Dokument, Alkohol zu erwerben.
Dieser Nachweis in Form eines Heft's oder einer Karte könnte dann mit den entsprechenden Modulen anderer Substanzen erweitert werden.
Mit dieser Methode, kann man sehr viele Dinge gleichzeitig lösen.
Der Konsument wird sehr gut über den Stoff informiert, den er Konsumieren möchte. Es wird gewährleistet, daß der Stoff (dadurch, daß er in einem entsprechenden Fach-Geschäft erworben wird) nicht verunreinigt oder gestreckt ist, bzw. das es auch das ist, was der Konsument Konsumieren darf und will.
Es können Gelder über Steuern freigemacht werden. Ausbilder und Prüfer der entprechenden Module würden benötigt und damit würden Arbeitsplätze geschaffen. Die Substanzen würden produziert und vertrieben werden, was wieder weitere Arbeit schafft und Steuern bringt.
Zudem würde dem Straßenhandel Einhalt geboten, da jeder Konsument doch lieber weis was er kauft und daher den legalen weg nimmt um nicht mit seiner Gesundheit zu spielen und sich dem Risiko auszusetzten, Substanzen zu Konsumieren, welche nicht die sind, die er konsumieren möchte, sondern andere oder verunreingt gestreckte. (Beispiel Türkei: deutsche Urlauber sterben an gestrecktem Alkohol.http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,617364,00.html )

So, dies ist vielleicht nicht ganz neu, da ich es schon auf einer anderen Seite im Netz gesehen habe, aber die Grundsätzlich Idee finde ich nicht verkehrt. Es kommt halt darauf an wie man die details behandelt und weiter ausarbeitet.
Ein erstes Konzept hierzu habe ich bereits bei der grünen Jugend gesehen. Als Grundgerüst finde ich es schon mal gut.
Schaut es euch mal an und denkt mal drüber nach.

http://www.gruene-jugend.de/themen/drogen/338537.html

http://wiki.gruene-jugend.de/index.php/Drogenf%C3%BChrerschein

Bei einer derartigen Lösung, wären die vorsichtigen Schritte jedoch schnell Vergangenheit aus dem letzten Jahrtausend (lebten die da noch in einer Diktatur, die einem etwa vorschreibt, was man mit sich und seinem Körper anstellen darf? ) ;-)

Klarmachen zum Ändern (und zwar sofort)

Mendoza


Hallo,

ich hatte während der Bundestagswahl mal eine Forderung/Position erarbeitet. Es war u.a. ein bißchen durch die Proteste der Bauern bei einer Merkelveranstaltung in Ulm inspiriert. Die Idee war, die Legalisierung von Cannabis mit einem volkswirtschaftlichen Nutzen zu verknüpfen und außerdem vielleicht neue Wählerschichten zu erschließen. Ich schreibe mal so grob runter, was ich noch im Kopf habe, bei Interesse kann ich auch noch weitere Ausarbeitungen nachreichen.

Förderung der Wirtschaft durch Cannabisanbau in Deutschland
Produktion:
Die Produktion soll an kleine Bauernhöfe ausgeschrieben werden. Dabei soll es Ziel sein, gerade den kleineren Höfen, die mit dem Strukturwandel stark zu kämpfen haben, eine Möglichkeit zu geben, ihren Hof und ihre Familie finanziell besser zu stellen. Mit der Ausschreibung erhält der Bauer die Lizenz Cannabis anzubauen und zwar in einem Ausmaß, daß ihm monatliche Einnahmen von 1000 bis 2000,- ? ermöglicht (die Zahl ist jetzt völlig aus der Luft gegriffen, man müßte mal nach recherchieren, wieviel Anbau nötig wäre, um das Ziel zu erreichen). Der Gedanke dahinter ist, daß viele Kleinbauernhöfe mit ihrem klassischen Kerngeschäft, z.B. ein paar Felder, ein paar Küder oder Schafe, etc... kaum noch in der Lage sind, ihre Existenz zu sichern. Cannabis hingegen wäre ein landwirtschaftliches Produkt mit einer sehr stabilen Gewinnmarge. Man kann es überall anbauen, es ist recht pflegeleicht. Die kleinen Bauernhöfe werden damit auch in ihrem
Kerngeschäft (z.B. Biogemüse) unabhängiger.
Einerseits ist das eine volkswirtschaftlich sinnvolle Sache, andererseits könnte man vielleicht die Bauernschaft zu Piraten machen. Bauern sind zwar eigentlich eher extrem konservativ, aber auch die Bauern wurden von ihren Stammparteien verraten und im Regen stehen gelassen.

Weiterverarbeitung:
Die Weiterverarbeitung schafft natürlich Arbeitsplätze: Logistik, Verarbeitung, Sekundärprodukte (siehe Headshops), medizinische/wissenschaftliche Forschung.

Verkauf:
Hier bräuchte man ein sinnvolles Modell. Ich stelle mir da etwas ähnliches wie in Holland vor: Shops, in denen man Cannabis kaufen kann, eine Maximalmenge sollte vorgeschrieben werden. Die Bedingungen für Einrichtung und Betreiben eines solchen Shops sollten ziemlich streng sein und derart gestaltet, daß in den Shops ein verantwortungsvoller Genuß stattfinden kann. Entwicklungen wie Komasaufen darf es auf dem Gebiet es Cannabis nicht geben, deshalb brauchen wir hier ien Regelwerk mit dem sowas von vorn herein ausgeschlossen wird.
Auch sollte man eine spezielle Lizenz erwerben müssen, um Cannabis ausschenken zu dürfen. Teil der Lizenz muß eine grundlegende Ausbildung in Sucht und Suchtverhalten sein. In Holland gibt es da eine Regelung, wie sie genau geht, weiß ich nicht, jedenfalls sind die Coffeeshopbetreiber dort dazu angehalten, Konsumverhalten ihrer Kunden zu hinterfragen, z.B. wenn es sich plötzlich und drastisch verändert.

gesellschaftlicher Nutzen:
Polizei und Justiz werden entlastet, Mittel für Prävention werden frei, neue Erkenntnisse durch das ermöglichen von Forschung, etc...

Wo ich das jetzt hier so niederschreibe, kommt mir folgende Idee. Wir haben bis Ende Februar wohl nicht mehr genügend Zeit um eine bombenfeste Position zur Legalisierung von Cannabis vor zu legen (mit bombenfest meine ich, daß da wirklich alle gesetzlichen Eventualitäten ausgelotet und ein funktionstüchtiges Modell für eine Legalisierung vorliegt). Stattdessen könnten wir folgende Position aufnehmen:
"Die Piratenpartei fordert, daß endlich eine rationale Auseinandersetzung mit der Volksdroge Cannabis stattfindet, um die Gefahren, die von dieser Substanz ausgehen zu minimieren, aber auch die volkswirtschaftlichen Chancen zu nutzen, die ein vernünftiger Umgang mit dieser Substanz bietet."
Das ganze kombinieren wir mit einer Broschüre oder einem Essay in der/m ein anschaulicher Ausblick auf die vielen Negativfaktoren, die man mit Dekriminalisierung und/oder Legalisierung ausschalten kann und die positiven Dinge, die man z.B. durch Verkauf und Besteuerung erreichen könnte, gegeben wird.

Kennt Ihr das, wenn man anfängt eine Sache zu schreiben und dann fallen einem dabei ganz viele Sachen ein und am Ende kommt was ganz anderes raus? Ich hoffe, es ist noch ein roter Faden geblieben. :D
Also gebt mal Feedback.

Bis später,
Spiff

------
Bitte beachten Sie, dass dem Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung zufolge
jeder elektronische Kontakt mit mir sechs Monate lang gespeichert wird.
Please note that according to the German law on data retention,
information on every electronic information exchange with me is retained
for a period of six months.

www.piratenpartei.de - Klarmachen zum Ändern!

----- Ursprüngliche Mail ----
Von: "Andi@pp-w" <andi AT piratenpartei-wesel.de>
An: PP-LIST-AG-Drogen <ag-drogen AT lists.piratenpartei.de>; PP-LIST-AK-Drogen-NRW <nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de>
Gesendet: Samstag, den 30. Januar 2010, 13:47:01 Uhr
Betreff: [NRW-AK-Drogen] vom der Pipeline auf die Agenda?

Ahoi Freunde und Mitwirkende in den Drogen-Arbeitsgemeinschaften und -Kreisen der Piraten.
Ahoi interessierte Mitlesende und die, die da hoffentlich noch werden.

Bitte lest das Folgende, es wird viel Einfluss auf die Zukunft piratiger Drogenpolitik haben können !!!

Die meisten von euch werden es ja mitbekommen haben:
Durch die Verschiebung unserer NRW-Programmvorstellung auf den 27.02. ergibt sich die Möglichkeit hier nochmal nachzulegen mit verbesserten und auch mit ganz neuen Programmteilen.

Wir in NRW hatten uns bei unserer Arbeit bisher ja noch sehr zurück gehalten, sprich, wir haben uns u.a. z.b. jede Form von Legalisierungsidee in Sachen Cannabis gespart. Hier war der Gedanke dahinter der, dass wir es langsam angehen wollten....aus der Unsicherheit heraus wie unsere gesamte Thematik überhaupt von den Piraten aufgenommen würde.
Auch neben weiteren kamen auch die Themen Alkohol und Zigaratten bei uns (allerdings eher aus zeitlichen Gründen) unter die Räder.

Nun, aktuelle, sehr positive Entwicklungen rund um unser Land - und stellenweise auch darin - lassen mich aber nun glauben, dass wir mit einem so gearteten, sehr vorsichtigen Programm hierbei schon in kurzer Zeit die Partei mit den schwächsten Forderungen überhaupt in der deutschen Politik werden könnten. DAS sollten wir als Piraten besser machen...eben VORNE sein.

Auch die bisherigen Feedbacks und viele Gespräche und Beobachtungen beim ersten NRW-Parteitag vor einer Woche geben mir viel Grund zur Annahme, dass wir uns hier deutlich unterschätzten, dass wir viel mehr Support und Zustimmung zu erwarten haben als noch vor 2 Monaten geglaubt.
Sogar die befürchtete starke Kritik am Modul 7.5 fand hier so garnicht statt, im Gegenteil, man tendierte eher dazu als zur harmlosen Version 7.7 !
Vielleicht liegt es daran, das wir es offensichtlich geschafft haben deutlich zu machen, dass hier kein Haufen bekiffter Spinner versucht für sich persönlich etwas rauszuschlagen...sondern das hier eine Gruppe wirklich politisch-gesellschaftlich interessierter Piraten sich Sorgen und Gedanken macht...Lösungen und Wege sucht...wo andere alle Jahre wieder nur die gleichen hohlen Phrasen dreschen, die eine Woche später dann auch schnell wieder vergessen sind..

Fazit:
Ich möchte hier gerne eure Meinung zu meinen Aussagen einholen.

Konkrete Vorschläge:
- wir überarbeiten natürlich das Bestehende, verbessern es nochmals in Form und Formulierung
- manches Bestehende könnte noch deutlich erweitert werden
- wir sollten überlegen nun jeweils doch einen Programmpunkt für Cannabis-entkriminalisierung, Alkoholproblematik und zigaretten einzubauen

Dafür hätten wir (als wären wir das nicht schon gewohnt) wiedermal nur wenig Zeit, bestenfalls 2 Wochen. Wenn es hierzu also allgemeine Zustimmng gäbe...wäre sicher externe Hilfe nötig und hoch willkommen.

Sooo, ich stelle das jetzt mal so in den Raum...und hoffe auf viele Antworten von euch...(;o)
*winx*



  • [NRW-AK-Drogen] Ein neuer Vorstoß! Re: von der Pipeline auf die Agenda?, mendoza, 30.01.2010

Archiv bereitgestellt durch MHonArc 2.6.19.

Seitenanfang