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Betreff: Liste der Pressepiraten in Dortmund
Listenarchiv
- From: Claudia Behlau <cbehlau AT stadtdo.de>
- To: evorstand AT dielinke-dortmund.de
- Subject: [AG ÖA Dortmund] Pressemitteilung - Dortmunder Jugendamt
- Date: Wed, 11 Feb 2015 15:53:19 +0100
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ag-presse-dortmund>
- List-id: Liste der Pressepiraten in Dortmund <nrw-ag-presse-dortmund.lists.piratenpartei.de>
(See attached file: PM Jugendamt 11.02..doc)
Sehr geehrte Damen und Herren,
anbei erhalten Sie eine Pressemitteilung mit der Bitte um Veröffentlichung
und Kenntnisnahme.
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Behlau
Fraktion DIE LINKE & PIRATEN
Geschäftsstelle
Friedensplatz 1, 44135 Dortmund
Tel.: (0231 ) 50-27241
PRESSEMITTEILUNG – 11.02.2015
Arbeit im Jugendamt muss umstrukuriert werden
Die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN hält es für dringend erforderlich, die
Arbeit im Jugendamt umzustrukturieren. Im Finanzausschuss am 12. Februar
wird die Fraktion den Antrag stellen, die Hilfen zur Erziehung in den
Jugendhilfediensten künftig wieder verstärkt in die Hände der städtischen
Mitarbeiter zu legen. Derzeit erfolgt die Sozialbetreuung betroffener
Familien weitgehend durch sogenannte Freie Träger. Die Verantwortung liege
rechtlich aber beim Jugendamt, erläutert Dr. Petra Tautorat, kinder- und
jugendpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN.
„Im Bereich der Jugendhilfe, und hier insbesondere bei den erzieherischen
Hilfen, ist bundesweit eine Fehlentwicklung zu Lasten der Kommunen zu
beobachten. SozialarbeiterInnen werden vorrangig als sogenannte
FallmanagerInnen ausgebildet“, kritisiert Dr. Petra Tautorat. Das heißt:
Die MitarbeiterInnen des Jugendamtes würden die von ihnen zu betreuenden
Familien nur noch selten besuchen. Stattdessen würden sie sogenannte Freie
Träger mit der eigentlichen Sozialbetreuung beauftragen.
Diese Situation sei durchaus problematisch, sagt Dr. Petra Tautorat. Denn
die städtischen MitarbeiterInnen seien dennoch persönlich voll haftbar und
verantwortlich. „Dies führt zu dem Effekt, dass Fälle nur noch sehr
zurückhaltend abgeschlossen werden können und Kostensteigerungen auch bei
gleichbleibenden Fallzahlen an der Tagesordnung sind.“
Dr. Tautorat: „Ein(e) FallmanagerIn ist nicht in der Lage, eine von
SozialarbeiterInnen des Freien Trägers befürwortete Maßnahme abzulehnen,
ohne sich selbst ganz persönlich in Schwierigkeiten zu bringen, falls etwas
passiert. Gleichzeitig ist der Kontakt zur jeweiligen Familie nicht eng
genug, um sich ein eigenes Urteil bilden zu können, sondern es kann im
Wesentlichen nur nach Aktenlage entschieden werden.“
Es gehe aber auch anders als in Dortmund, sagt die linke Politikerin. „Die
Stadt Bremen führt erfolgreich Modellprojekte durch, mit denen versucht
wird, diese Fehlentwicklung zu korrigieren. Mit der Einstellung neuer
SozialarbeiterInnen wird zwar das Personalbudget ausgeweitet, aber das
Budget für die Zahlung von Dienstleitungen an Dritte deutlich stärker
entlastet.“ Dieser Vorstoß benötige aber die Unterstützung des Rates
aufgrund der dann zu führenden Personaldiskussionen.
Die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN im Rat der Stadt Dortmund hat deshalb
folgenden Antrag gestellt: „Der Rat fasst den Beschluss, die Hilfen zur
Erziehung in den Jugendhilfediensten so zu gestalten, dass die
Basisbetreuung der Familien durch den ASD der Jugendhilfedienste geleistet
wird. Der Einsatz weiterführender Hilfen ist in den Hilfeplankonferenzen
sorgfältig zu prüfen und zu begründen. Dazu sollen in zwei Stadtbezirken
Modellprojekte nach dem Vorbild der Stadt Bremen durchgeführt werden.“
Ein derartiger Beschluss habe neben einer Verbesserung der eigentlichen
Arbeit auch finanzielle Vorteile, betont Dr. Petra Tautorat: „Mit dieser
Ausrichtung an der grundständigen Arbeitsform des Allgemeinen Sozialen
Dienstes können die Kosten für die Hilfen zur Erziehung gesenkt und
gleichzeitig die basisorientierte Fallarbeit gestärkt werden.“
Attachment:
PM Jugendamt 11.02..doc
Description: MS-Word document
- [AG ÖA Dortmund] Pressemitteilung - Dortmunder Jugendamt, Claudia Behlau, 11.02.2015
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