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newsletter - [Newsletter] No. 15 2010 Piratenpartei Deutschland

newsletter AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Newsletter der Piratenpartei Deutschland

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[Newsletter] No. 15 2010 Piratenpartei Deutschland


Chronologisch Thread 
  • From: No Reply Flaschenpost <no-reply AT piratenpartei.de>
  • To: newsletter AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: [Newsletter] No. 15 2010 Piratenpartei Deutschland
  • Date: Wed, 21 Jul 2010 00:10:12 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/newsletter>
  • List-id: Newsletter der Piratenpartei Deutschland <newsletter.lists.piratenpartei.de>

Ahoi!

Willkommen zum 15. Newsletter der Piratenpartei Deutschland – der nun endlich
einen Namen hat. Wir sind die Flaschenpost! In Zukunft könnt ihr unsere
Artikel auch unter http://flaschenpost.piratenpartei.de/ lesen und uns bei
Twitter unter @PP_Flaschenpost verfolgen.
Die Themen heute: Neues aus dem Bund, den Landesverbänden und den Medien.
Darüber hinaus freuen wir uns sehr, ab sofort auch Neuigkeiten von den JuPis
vermelden zu können. Um dem noch die Krone aufzusetzen, starten wir in diesem
Newsletter mit einer Serie zu Liquid Feedback! Viel Spaß beim Lesen,

deine Flaschenpost-Redaktion!


=== *Neues aus dem Bundesvorstand* ===

*Sitzung* vom 15.07.10
_Liquid Feedback_
Wie schon allgemein bekannt sein dürfte, wurde beim Bundesschiedsgericht eine
Klage gegen den Bundesvorstand eingereicht, weil dieser für die Einladungen
Mitgliederdaten verwenden möchte. Daraufhin wurde vom BSG eine einstweilige
Anordnung ausgesprochen, die dafür sorgt, dass LQFB nicht, wie ursprünglich
geplant, zum 15.7. eingeführt werden kann. Das System ist dennoch so gut wie
fertig, es wird nur noch an Details gearbeitet. Lasttests sind bereits
möglich: https://lqfb.piratenpartei.de/ Wie es mit der Einführung weitergeht,
ist derzeit nicht absehbar, es wird auf ein Urteil des BSG gewartet. Es wird
dennoch weiter am System gearbeitet, damit – sollte das BSG es erlauben – das
System unmittelbar nach dem Urteil an den Start gehen kann. Wir wollen uns an
dieser Stelle und während des laufenden Prozesses zu dieser Klage nicht
weiter äußern.

_108e_
Der Bundesvorstand hat beschlossen, die Petition gegen Abgeordnetenbestechung
zu unterstützen. Dieses Thema soll die Piraten im Sommer auf die Straße und
in die Presse bringen. Ziel ist es, bis zum Ende des Sommers die benötigten
50.000 Unterschriften zu sammeln. Dazu werdet ihr im nächsten Newsletter
einen umfangreichen Artikel finden. Bis dahin könnt ihr euch unter
http://108e.de/ informieren.

_Abmahnung von Bushido_
Die Piratenpartei wurde von Bushido abgemahnt. Angeblich wurde aus der
Berliner Geschäftsstelle ein Musikstück von ihm zum Download angeboten. Diese
Tatsache fand inzwischen auch in den Medien Beachtung, vor allem die
Formulierung, dass Bernd Schlömer „förmlich und höflich antworten wird.“
Diese Darstellung entspricht leider nicht ganz dem, was besprochen wurde.
Laut Benjamin Stöcker bezog sich das „förmlich und höflich“ darauf, wie
besprochen vorzugehen und nicht - wie von einem Landesvorstand angedacht –
die Angelegenheit offensiv in die Öffentlichkeit zu tragen. Die Abmahnung
enthielt einige formelle Fehler, welche zunächst bemängelt wurden. Zur deren
Behebung wurde dem Abmahner eine Frist gesetzt. Ebenfalls wurde eine
Fristverlängerung für die Abmahnung verlangt.

Weitere Themen waren die Umlagen der Landesverbände, die nun von allen
gezahlt wurden. Außerdem die Unterstützung der Demonstration „Freiheit statt
Angst“ in Berlin, der Status des Civi CRM, die Situation in Rheinland-Pfalz
und Brandenburg sowie das weitere Vorgehen für den Bundesparteitag. Näheres
dazu findet ihr auf dem Vorstandsblog:
http://vorstand.piratenpartei.de/2010/07/15/protokoll-der-vorstandssitzung-2010-07-01/

Am 22.7. gibt es ein Politikforum in Mumble zum Thema Liquid Feedback:
http://wiki.piratenpartei.de/2010-07-22_-_Politikforum
Die nächste Sitzung findet am 29.7. statt:
http://wiki.piratenpartei.de/2010-07-29_-_Vorstandssitzung

Autor: gt


=== *Internationales* ===

*Netzneutralität gesetzlich in Chile vorgeschrieben*
100 Abgeordnete haben im chilenischen Parlament für Netzneutralität gestimmt.
In Europa und Deutschland sind Pläne für eine gesetzlich festgelegte
Netzneutralität schon seit Jahren der Grund für hitzige Debatten. Weltweit
ist Chile das erste Land was solch eine Regelung gesetzlich verankert hat.
Die Provider in Chile sind damit zur neutralen Datenübermittlung im Internet
verpflichtet. Alle Datenpakete der Nutzer müssen somit unverändert und
gleichberechtigt von den Providern übertragen werden. Provider dürften z. B.
nicht Skype sperren, um die Kunden zur Nutzung des Telefonservices zu
„zwingen“. Ausnahmen bestehen aber für die Bereiche Viren- und Datenschutz
sowie für die Netzwerksicherheit. Provider sollen außerdem ihren Kunden
Informationen zur Verfügung stellen, welche ihnen die Funktionsweise ihres
Dienstes erklärt. Die Sperrung von Inhalten durch Erziehungsberechtigte soll
allerdings auch erleichtert werden. Weitere Informationen zum Thema Netzneutra

lität findet man auch im Piratenwiki.
Quelle:
http://www.zdnet.de/news/digitale_wirtschaft_internet_ebusiness_chile_verabschiedet_gesetz_zu_netzneutralitaet_story-39002364-41534897-1.htm
http://wiki.piratenpartei.de/Netzneutralit%C3%A4t

Autor: adh


=== *Piraten intern* ===

*Liquid Feedback for Dummies*: Teil I: LQFB – was ist das überhaupt?
Wir möchten euch allen in den kommenden Newslettern Liquid Feedback näher
bringen. Dazu haben wir Simon Weiß interviewt, der am neuen Bundes-Liquid
mitarbeitet.

- /Flaschenpost/: Simon, stell dich doch bitte kurz vor. Wer bist du und was
genau hast du mit LQFB zu tun?
Simon: Mein Name ist Simon Weiß, ich bin 25, Mathematiker und
Mitglied der Piratenpartei seit Juli 2009. Was Liquid Feedback angeht, war
ich seit Januar 2010 erst mal nur begeisterter Anwender im LV Berlin: Danach
habe ich angefangen, mich im Berliner LF-Squad zu beteiligen, insbesondere um
die dahinterstehenden Ideen und das Wissen, um die Benutzung
weiterzuverbreiten. Dabei habe ich den größten Teil einer ausführlichen FAQ
zum Berliner LiquidFeedback geschrieben, die jetzt auch die Grundlage einer
FAQ für den bundesweiten Einsatz sein soll. Außerdem bin ich seit kurzem
angehender Admin auf lqpp.de (dem Server, auf dem die Berliner Instanz und
die der anderen Landesverbände laufen).

- /Flaschenpost/: Erkläre mir LQFB in drei Sätzen.
Simon: Liquid Feedback ist ein System zur demokratischen Erarbeitung von
Beschlüssen. Dabei werden in einem Prozess unter gleichberechtigter Beteiligung aller
verschiedene alternative Anträge zu einem Thema gesammelt, durch quantifiziertes
Feedback verbessert und schließlich in eine Abstimmung geführt. Liquid Feedback setzt
das Prinzip von "Liquid Democracy" um, d. h. es erlaubt eine flexible und
themenspezifische Delegation von Stimmen.

- /Flaschenpost/: Es ist also ein Abstimmungstool?
Simon: Dieser Begriff taucht in der Diskussion oft auf. Er ist hier
jedoch etwas irreführend, da die Funktionalität von Liquid Feedback deutlich
über die damit beschriebene hinausgeht. Als ein Abstimmungstool kann man sich
wohl ein System vorstellen, in dem die Möglichkeit besteht, Abstimmungen zu
bestimmten Fragestellungen zu starten, an denen sich angemeldete Benutzer
beteiligen können. Ein solches System hat jedoch u. a. zwangsläufig den
Nachteil, dass die Art der Fragestellung das Ergebnis beeinflusst - wir
erinnern uns wahrscheinlich alle noch an die beiden Infratest-Dimap-Umfragen
zum Netzsperrengesetz
(http://ak-zensur.de/2009/05/92-prozent-loeschung-statt-sperrung.html).

- /Flaschenpost/: Wie genau unterscheidet sich LQFB also davon?
Simon: Der Unterschied liegt darin, dass die abgestimmten Fragen,
insbesondere die Antwortalternativen, nicht von außen oder einem einzelnen
Antragsteller vorgegeben sind, sondern auf demokratische Weise erarbeitet
werden. Liquid Feedback setzt dabei auf einen Prozess, in dessen Verlauf
verschiedene Alternativen zu einem Thema gesammelt werden, wobei jeder eigene
Vorschläge gleichberechtigt einbringen kann. Um dem ursprünglichen Initiator
keine spezielle Beeinflussungsmöglichkeit zu geben, ist für das Thema selbst
dabei nicht einmal ein Titel vorgegeben – der ergibt sich aus dem Inhalt der
alternativ zueinander eingestellten Vorschläge. Außerdem erhalten im Laufe
dieses Prozesses die Initiatoren einzelner Vorschläge Anregungen, um ihre
Anträge zu verbessern; die Unterstützer einer Initiative können diese
Anregungen bewerten und somit dem Initiator ein quantifiziertes Feedback
geben. Erst am Ende dieses Prozesses, der im Regelfall einige Wochen oder
Monate andaue

rt, steht eine Abstimmung über die unterschiedlichen Initiativen. Nicht
zuletzt aus diesem zeitaufwändigen Prozess der Antragsentwicklung motiviert
sich auch die Möglichkeit, Delegationen zu setzen, die ein weiteres wichtiges
Unterscheidungsmerkmal ist.

- /Flaschenpost/: Kann man die Anregungen auch direkt in LQFB diskutieren?
Ist eine Form von Kommunikation darüber möglich bzw. vorgesehen?
Simon: Über das System der Anregungen und Initiativen hinaus gibt es
unmittelbar in LF keine Diskussionsmöglichkeiten. Aber natürlich soll
diskutiert werden! In jedem Thema gibt es einen vordefinierten Link auf eine
Diskussionsseite, außerdem können die Initiatoren eigene Seiten vorgeben, auf
denen man mit ihnen diskutieren kann. Außerdem werden Diskussionen überall
stattfinden, wo sie es jetzt auch schon tun (Mailingslisten, persönliche
Gespräche, Telkos, Twitter etc.)

- /Flaschenpost/: Was genau geschieht mit den Ergebnissen dieser
Abstimmungen? Sind sie in irgendeiner Form bindend? Wie und durch wen sollen
sie ausgewertet werden?
Simon: Rechtlich bindend sind die Ergebnisse für niemanden. Sie
stellen also erst einmal nur Meinungsbilder dar, an denen man sich in seinen
Entscheidungen orientieren kann. Der Bundesparteitag hat außerdem
beschlossen, LF zur Vorbereitung des nächsten Programmparteitags im November
zu benutzen. Antragsteller sind also gehalten, ihre Anträge dort einzustellen
und Feedback einzuholen; inwieweit sie dies umsetzen, bleibt ihnen natürlich
selbst überlassen. LF erfüllt dabei also im Wesentlichen die Funktion der
Antragsfabrik. Es ist auch denkbar, dass sich die Reihenfolge der Anträge in
der Tagesordnung an den Abstimmungsergebnissen in LF orientieren wird.
Letztendlich gibt sich der Parteitag seine Tagesordnung aber selbst, wie ja
auch schon in Bingen gegen Ende eine an den Meinungsbildern der Antragsfabrik
orientierte TO beschlossen wurde.

- /Flaschenpost/: Was gibt es da schon für Erfahrungen, zum Beispiel aus
Berlin, die bereits eine Weile mit dem System arbeiten? Wie wirken sich die
Abstimmungen aus, lässt sich sagen, ob sie repräsentativ sind? Gibt es große
Unterschiede zwischen den Abstimmungsergebnissen in LQFB und auf einem LPT,
wenn ein Antrag vom einen ins andere getragen wurde?
Simon: In Berlin wurde bereits eine Mitgliederversammlung im Februar
mit Liquid Feedback vorbereitet (damals noch im Testbetrieb). Die dort
gewonnenen Erfahrungen sind gut: Die Abstimmungen haben sich als relativ
repräsentativ erwiesen, ihre Ergebnisse entsprachen weitgehend denen in LF.
Z. B. wurde die neue Berliner Satzung mit nur einer einzigen Änderung im
Vergleich zu der Version aus LF beschlossen - und diese Änderung wurde
spontan auf der Mitgliederversammlung vorgeschlagen. Außerdem hat sich
herausgestellt, dass der Prozess, den die Anträge in Liquid Feedback
durchlaufen haben, sehr dazu geeignet ist, sie zu verbessern, Feedback von
allen Seiten einzuholen und mehrheitsfähige Versionen auszuarbeiten.

- /Flaschenpost/: Wie genau läuft so ein Prozess in LQFB ab?
Simon: Das werde ich am besten an einem konkreten Beispiel veranschaulichen: Ein Benutzer
stellt eine Initiative in LF ein, in der er sich z. B. für die Einführung eines gesetzlichen
Mindestlohns einsetzt. Durch diese Initiative ist gleichzeitig ein neues Thema entstanden,
welches zunächst nur diese Initiative enthält und sich im Zustand "Neu" befindet.
Sobald diese Initiative oder eine später alternativ dazu gestellte ein gewisses Quorum an
Unterstützung erreicht, geht das Thema in den Zustand "Diskussion" über. Passiert das
innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne nicht, wird das Thema abgebrochen. Alle Benutzer haben
während dieser Phasen die Möglichkeit, ihre Unterstützung dieser Initiative zu bekunden,
alternative Initiativen ins Thema einzustellen und zu unterstützen und Anregungen zu Initiativen
zu schreiben und zu bewerten. Diese Beteiligungsmöglichkeiten vor der letztendlichen Abstimmung
über die verschiedenen Alternativen sind bewusst rein konstruktiv g

estaltet - wer in dieser Vorbereitungszeit eine Initiative ablehnt, kann
nicht einfach reine Ablehnung ausdrücken, sondern muss Verbesserungen
vorschlagen oder Gegenvorschläge machen. Dabei wird davon ausgegangen, dass
sinnvolles Feedback zur Verbesserung von Initiativen vor allem von denen
ausgeht, die sie zumindest in veränderter Form unterstützen würden -
grundsätzliche Ablehnung kann am Ende in der Abstimmung zum Ausdruck gebracht
werden.

- /Flaschenpost/: Was genau sind in diesem Kontext "Anregungen"?
Simon: Anregungen sind konstruktive Verbesserungsvorschläge für Initiativen. Falls ich zum Beispiel die Initiative zum
Mindestlohn unterstütze, sie mir jedoch nicht konkret genug ist, da sie keine Aussage über dessen Höhe macht, kann ich eine
Anregung schreiben, die eine solche Angabe fordert, entweder allgemein oder mit einem Vorschlag über die Höhe. Alle anderen
Unterstützer der Initiative können dann diese Anregung bewerten. Die Bewertung findet auf einem Spektrum von "darf
nicht" - die Umsetzung der Anregung würde zum Zurückziehen meiner Unterstützung führen - über "soll nicht",
"neutral", "soll" – die Bewertungen stellen Meinungsbekundungen dar, haben aber keinen Einfluss auf die
Tatsache, dass ich die Initiative prinzipiell unterstütze - bis zu "muss": Die Umsetzung einer so bewerteten Anregung
wäre notwendig, damit ich die Initiative unterstütze. Alle Bewerter haben zudem die Möglichkeit, individuell anzugeben, ob sie
eine bestimmte Anregung im akt

uellen Entwurf der Initiative für umgesetzt halten. Markiert man Anregungen mit der Bewertung
"darf nicht" als umgesetzt bzw. mit "muss" als nicht umgesetzt wird man dann
automatisch nur noch als potenzieller Unterstützer gezählt.

- /Flaschenpost/: Wie kann man als Initiator mit diesen Anregungen umgehen?
Simon: Den Initiatoren von Initiativen ist es freigestellt, welche
Anregungen sie in welchem Umfang umsetzen wollen. Dafür hat jeder die
Möglichkeit, bei nicht umgesetzten Anregungen eine eigene alternative
Initiative zu starten. So könnten im Beispiel mehrere Initiativen im Thema
zusammenkommen, die sich für unterschiedlich hohe oder auch gar keinen
Mindestlohn aussprechen; ein Anhänger eines bedingungslosen Grundeinkommens,
dass in seinen Augen Mindestlöhne überflüssig machen würde, kann ebenso eine
entsprechende Initiative starten. Wer meint, dass die Piratenpartei gar keine
Position zu sozial- oder wirtschaftspolitischen Themen einnehmen sollte, kann
diese Forderung ebenfalls als alternative Initiative einbringen: Die einzige
Einschränkung der möglichen Initiativen in einem Thema ergibt sich daraus,
dass sich am Ende nur eine (oder gar keine) von ihnen durchsetzen kann.

- /Flaschenpost/: Wie sinnvoll ist es, thematisch so unterschiedliche
Alternativanträge wie im Beispiel zuzulassen?
Simon: Das ist sinnvoll, wenn man nicht dem ersten Initiator die
Möglichkeit geben möchte, das Thema nach Belieben zu definieren und dabei
seine eigene Sicht der Dinge vorauszusetzen. Die Möglichkeit, beliebige
Vorschläge als Alternative einzustellen, ist ja auch auf einem Parteitag
gegeben: Das entscheidende Kriterium ist, dass immer nur eine Alternative
beschlossen werden kann.

- /Flaschenpost/: Wie genau ist das Konzept von Alternativanträgen? In deinem
Beispiel besagt eine Initiative, dass die Piraten sich nicht zu
sozialpolitischen Themen äußern sollen, eine andere fordert ein BGE, eine
andere einen fixen Mindestlohn. Wäre es nicht sinnvoller, die Initiativen
nicht als Alternativen sondern für sich einzustellen? Wovon hängt ab, was
alternativ zueinander gestellt wird und was nicht?
Simon: Es ist sinnvoll, solche Dinge - wenn sie tatsächlich als Alternativen gedacht sind - auch
ins gleiche Thema einzustellen. Nur so kann ich als Initiator ja gegebenenfalls verhindern, dass in einem
anderen Thema etwas Entgegengesetztes beschlossen wird. Das System ist in dieser Hinsicht auch
selbstregulierend: Wenn z. B. eine Initiative, die klar eine Alternative zu einer bereits eingestellten
ist, in einem eigenen Thema gestartet wird, kann man den Initiator in einer Anregung darauf hinweisen
("bitte zurückziehen und in Thema X neu stellen"); wenn das nicht erfolgreich ist, kann man dort
eine Gegeninitiative starten ("kein Beschluss in diesem Thema, weil es eigentlich zu Thema X
gehört") usw. Für die Anfechtung bereits abgeschlossener Abstimmungen aus formalen Gründen wird es den
Themenbereich "Streitfragen zu Abstimmungen" geben. Letztendlich entscheidet also immer die
Mehrheit, was alternativ zueinander zu sehen ist oder nicht.
Aufgrund der am Ende des Prozesses stehenden Präferenzwahl besteht dabei
keine Gefahr, dass sich ähnliche Initiativen - also z. B. unterschiedlich
hohe Mindestlöhne oder verschiedene Finanzierungskonzepte für ein
Grundeinkommen - gegenseitig Stimmen wegnehmen. Es ist also problemlos
möglich, beliebig viele Initiativen in einem Thema zu unterstützen - und auch
sinnvoll, dies bei allen zu tun, denen man prinzipiell zustimmen würde.

- /Flaschenpost/: Und wie geht der Prozess dann weiter?
Simon: Nach Ablauf der Diskussionsphase tritt ein Thema zunächst in die Phase
"Eingefroren". Neue Initiativen können dann zwar noch eingestellt werden, das
Bearbeiten von Initiativen ist aber nicht mehr möglich. Der Sinn dieser Phase ist es,
sicherzustellen, dass die zur Auswahl stehenden Initiativen nicht noch kurz vor der Abstimmung
durch einzelne Benutzer so geändert werden können, dass gewünschte Abstimmungsoptionen nicht mehr
zur Verfügung stehen. Danach beginnt die letzte Phase des Prozesses: Alle Initiativen, die ein
gewisses Quorum an Zustimmung überschritten haben, kommen in die Abstimmung. Jeder Benutzer kann
eine Stimme abgeben, in der er die Initiativen des Themas in der Reihenfolge seiner Vorliebe
angibt. Dabei wird zusätzlich zwischen Zustimmung und Ablehnung unterschieden, aber auch
abgelehnte Initiativen können noch in eine Reihenfolge gebracht werden, damit das "geringere
Übel" angegeben werden kann. Am Ende der Abstimmungsphase werden alle Initia

tiven, die eine Mehrheit an Zustimmung haben, in einem Präferenzwahlverfahren
miteinander verglichen. Die Initiative, die dabei im Vergleich mit den
anderen von den Benutzern mehrheitlich bevorzugt wird, gilt dann im System
als beschlossen.

Soviel zu dem Prozess, der LF zugrunde liegt. In den nächsten Newslettern
werden wir auf weitere Fragestellungen zu LQFB eingehen. Wenn ihr Fragen
habt, die ihr gern beantwortet haben möchtet, könnt ihr sie gern an
redaktion AT flaschenpost.piratenpartei.de schicken!
Für weitere Informationen sind die folgenden Seiten zu empfehlen:
http://liquidfeedback.org/projekt/ LiquidFeedback in 3 Minuten
http://wiki.piratenpartei.de/LiquidFeedback/FAQ Ausführliche FAQ zum
bundesweiten Betrieb von LiquidFeedback
http://wiki.piratenpartei.de/LQPP/Fragen Wikiseite, auf der Fragen zu
bundesweiten Einführung von LF gestellt werden können

Autor: gt


*Glatirameracetat*
Multiple Sklerose ist eine schlimme Krankheit, die den Patienten von
Krankheitsschub zu Krankheitsschub zunehmend beeinträchtigt. Das körpereigene
Immunsystem, dessen Aufgabe eigentlich darin besteht Fremdkörper von aussen
zu bekämpfen, richtet sich unvermittelt gegen eigene Körperzellen. Es greift
das zentrale Nervensystem an und schädigt die Markscheiden der Nevenstränge
so sehr, dass sie ihrer Aufgabe, dem Signaltransport, nicht mehr nachkommen
können. Unbehandelt führt der Krankheitsverlauf über mehrere Jahre von
anfänglichen Sehstörungen über Lähmungen einzelner Körperteile bis in den
Rollstuhl. Heute greift der Arzt bei akuten Erkrankungen zum
entzüdungshemmenden Cortison. Um weitere Schübe zu verhindern gibt es u.a.
das Medikament Copaxone, das zumindest die Anzahl der Schübe deutlich
herabsetzt. Man vermutet, dass die im Medikament enthaltenen Aminosäuren dem
Immunsystem als Ersatzangriffsopfer dienen und über diesen
Wirkungsmechanismus Schädigung

en eigener Nervenzellen zumindest seltener werden.
Wer die aktiven-Liste der Piratenpartei liest sieht die Parallele: Angriffe
auf Parteikollegen oder den Vorstand treten immer häufiger auf. Der
Kommunikationskanal, die Liste, ist quasi verstopft und nicht mehr in der
Lage seiner Funktion nachzukommen. Einige Piraten entwickeln eine enorme
zerstörerische Kraft nach innen, statt zu schauen welche Gefahren der
Gesellschaft und auch der Partei von aussen dräuen. Themen gibt es genug: von
ACTA [1] über den Mangel an Bildung [2], den neuen Personalausweis [3], der
Datenkrake ELENA [4], das Swift-Abkommen [5], den E-Brief [6](warum muss ich
an den Film 'Brazil' denken?), der zwangsweisen Löschung vorhandener
Informationen bei ARD und ZDF [7], der heimlichen Onlinedurchsuchung [8] bis
hin zur Vorratsdatenspeicherung [9], die über Brüssel wieder eingekippt
werden soll. An Betätigungsfeldern mangelt es nicht! Wir sollten sie dankbar
aufgreifen, statt die Nervenstränge der Piratenpartei zu schädigen, und auf
lange Sicht gross

en Schaden zu bewirken!

[1] http://www.zeit.de/digital/internet/2010-03/acta-europa-fail
[2] http://wiki.piratenpartei.de/AG_Bildung
[3]
http://www.sueddeutsche.de/politik/elektronischer-personalausweis-truegerische-sicherheit-1.53315
[4]
http://www.netzpolitik.org/2010/monitor-wissen-ist-macht-die-datenkrake-elena/
[5]
http://www.welt.de/politik/deutschland/article8365132/Experte-kritisiert-Maengel-beim-Swift-Abkommen.html
[6] http://www.news.de/technik/855065871/umstaendlich-und-teuer/1/
[7] http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E40C5A96DC0534CA4A2F1699CD92A9AD2~ATpl~Ecommon~Scontent.html
[8] http://de.wikipedia.org/wiki/Online-Durchsuchung
[9] http://de.wikipedia.org/wiki/Vorratsdatenspeicherung

Autor: mr


*Die piratigen 5 Minuten*
Der heutige Piratentipp für Eilige hat mit Wasser zu tun. Und mit Verträgen,
die eigentlich transparent sein sollten. Hier angesprochen werden, es soll
gleich zu Anfang gesagt werden, einzig Berliner Piraten, laut Wiki fast 900
Personen!
Anno '99 verkaufte die Stadt Berlin ihre Wasserbetriebe an eine private Holding. Berlin bekam 1,68 Mrd. € dafür. Was dem Käufer dieses Geschäft schmackhaft machte ist weitgehend unbekannt, denn die Verträge sind geheim. Berliner wissen jedoch, dass die Wasserpreise seit dem Verkauf kräftig stiegen.
Das Volksbegehren "Schluss mit Geheimverträgen – wir Berliner wollen unser Wasser
zurück!" [1] soll die Vertragsbedingungen öffentlich machen. Auf der Webseite
findet sich tiefer gehende Informationen.
Aber Berlin ist nicht die einzige Stadt, die Wasserwerke, den Öffentlichen Personennahverkehr oder gar Krankenhäuser an private Investoren verkaufte. DIE ZEIT beleuchtete die Folgen solcher Geschäfte in einem Artikel [2]. Es ist zu wünschen, dass auch diese Geheimverträge ans Licht kommen!
[1]
http://www.ppp-irrweg.de/ag-privatisierung/geheimhaltung-schwerpunkt-der-kampagne/volksbegehren-schluss-mit-geheimvertraegen-wir-berliner-wollen-unser-wasser-zurueck/
[2] http://www.zeit.de/2009/12/DOS-Cross-Border-Leasing

Autor: mr


"*Bisher habe ich noch keine illegalen Leser*, und ich möchte, dass das so
bleibt!"
Lord Schadt über die Digitalisierung von Kunst und zunehmende Parallelen
zwischen Musik und Literatur

_Theaterstücke unter freier Lizenz_
- /Flaschenpost/: Hallo Dirk, wir kennen dich bereits vom verbotenen
Braunschweiger Picknick im letzten Jahr, von dem die Piratenpartei auch ganz
vehement abgeraten hat. ( http://www.piratenpartei.de/node/845 )
Du warst mittlerweile sehr aktiv, hast fünf Theaterstücke fertiggestellt und
hast angeboten, diese der Öffentlichkeit frei und legal zur Verfügung zu
stellen. Interessant ist an diesen auch die hohe Dichte von Zitaten, die die
Frage um die notwendige Schöpfungshöhe eigener Werke neu entfacht. Erzähl uns
doch einmal, worum es in diesen Werken geht.
Schadt: Ich werde dieses Jahr fünf Theaterstücke veröffentlichen.
Eins über Sex, eins über Drogen, eins über Rock'n'Roll, eins über das Theater
an sich und eine Liebesgeschichte, die nur aus Zitaten besteht. Ich gehe
davon aus, dass sich meine Werke, wenn sie bekannter werden, auch digital
verbreiten, und um einer Kriminalisierung meiner Leser vorzubeugen, mache ich
meine Werke gleich selbst digital verfügbar.

_Filesharing im Literaturbereich_
- /Flaschenpost/: Verfolgst du neben der Entkriminalisierung deiner Leser
noch weitere Ziele?
Schadt: Ein zweiter Gedanke ist, dass ich die Diskussion über die
digitale Entwicklung im Literaturbereich anregen möchte. Bisher habe ich noch
keine illegalen Leser, aber es ist abzusehen, dass es in Zukunft viele
Prozesse gegen Leser geben wird, die sich Bücher illegal herunterladen. Die
Diskussion über die Zukunft der Literatur findet vor allem hinter
verschlossenen Türen statt und einige der beteiligten Akteure sind immer noch
der Meinung, dass der Kelch, der die Musikindustrie getroffen hat, am
Buchmarkt einfach vorbeigehen wird. Ich denke aber, dass es eben nicht
ausreicht, auf die Andersartigkeit des Buchs im Vergleich zur CD setzen. Die
Zeit wird zeigen, dass sich Leser schneller anpassen werden, als der Markt
sich weiter entwickelt. Daher wird sich die Literaturindustrie umstellen
müssen, um zukünftig mit Downloads zu leben und die betroffenen
Bevölkerungsschichten nicht zu kriminalisieren.

- /Flaschenpost/: Du siehst also nicht primär die Politik in der Pflicht,
sich Lösungen zu überlegen?
Schadt: Nein, ich denke, das ist eine Aufgabe für die
Literaturindustrie. E-Reader werden sich in den nächsten Jahren durchsetzen.
Online-Tauschbörsen werden Verlagen ähnliche Probleme bereiten, wie sie die
Musikbranche schon hat. Man muss hierbei bedenken, dass die Größe eines
Buches in etwa der eines Songs entspricht. In der Zeit, wo man sich also ein
Album herunterlädt, kann man mindestens zehn Bücher laden. Ebooks werden in
10 Jahren sehr populär sein. Der Printbuchmarkt wird zum Teil einbrechen,
ähnlich wie die Musikindustrie, und wenn sich der Literaturmarkt nicht
schnell darauf einstellt, wird die Entwicklung an ihm vorbeigehen.

_Spenden als angemessenen Begriff betrachten_
- /Flaschenpost/: Was heißt das denn? Hast dazu schon konkrete Vorschläge? Schadt: Man sollte zum Beispiel stärker die Möglichkeit des Spendenprinzips in Erwägung ziehen. Ich stelle mir Spenden für Verlage vor, die Werke ihrer Autoren auch online zugänglich machen. Es wird sicherlich einige Leser geben, die ein Buch antesten und anschließend freiwillig spenden. Neue Konzepte wie Flattr sehen vielversprechend aus und weisen den Weg in Richtung fairer und ausgewogener Konzepte.

- /Flaschenpost/: Vielleicht ist das Problem ja auch der Begriff "Spende",
der schon seit Jahrtausenden den Charakter von etwas Unreinen hat.
Schadt: Nein, keineswegs. Wenn ich ins Theater gehe, gebe ich am
Eingang ja auch eine Spende an den Künstler ab. Es gibt auch Künstler, die
machen das andersherum und lassen am Ende des Konzertes den Hut rumgehen.
Dies kann man genauso Spende wie Gegenleistung nennen. Wer an dieser Stelle
spendet, der tut dies jedenfalls, weil er damit zum Ausdruck bringen will,
dass er das Konzert genossen hat und weitere zukünftige Konzerte dieser Art
damit unterstützen will. Das ist etwas völlig Normales: Geld für eine
Gegenleistung. Ob die Leistung eher im Vorhinein, also als eine Art
Vertrauensvorschuss bezahlt wird, oder im Nachhinein, ist für mich eine
Detailfrage.

_Bekanntheit durch soziale Verbreitung_
- /Flaschenpost/: Ist es nicht etwas optimistisch, zu denken, dass die
eigenen Bücher raubkopiert werden, wenn sie nicht legal zur Verfügung
stünden? Würde sich nicht mancher Autor glücklich schätzen, wenn seine Bücher
in Filesharing-Programmen auftauchten?
Schadt: Auf jeden Fall. In der Literatur ist es schwierig, bekannt zu
werden, ohne bereits vorher gelesen zu werden. Daher sollte man auch neue
Plattformen nutzen, um seinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Es gibt ja auch
Musiker, die erst dadurch bekannt geworden sind, dass sie ihre Musikvideos
bei YouTube oder ihre Musik bei MySpace eingestellt haben. Das sind die neuen
Wege, sich einen Namen als Künstler zu machen.

- /Flaschenpost/: Fühlst du dich nicht unsicher bei dem Gedanken daran, die
Kontrolle zu verlieren, auf welchen Wegen deine Kunst kursiert und wodurch es
am Schluss genau zu einer Einnahmengenerierung kommt? Was ist mit der
Argumentation der Musikindustrie, dass die Digitalisierung von Kunst zu einer
Verarmung der Künstler durch die mangelnde Kontrolle über die
Verbreitungswege führt?
Schadt: Einen Zusammenhang kann man sicherlich nicht ganz von der
Hand weisen. Aber man muss eben auch immer die Chancen sehen dabei. Viele
Musiker haben bereits ihr eigenes Label und vertreiben ihre Musik über die
von ihnen ausgewählten Wege. Sie haben dadurch auch niemanden mehr, der ihnen
vorschreibt, welches Album-Cover sie wählen müssen und insgesamt mehr
Freiheiten. Schon heute kann jeder Autor bei Book-on-Demand-Verlagen
kostenfrei seine Texte veröffentlichen. BoD erleichtert Veröffentlichungen.
Autoren müssen also zukünftig Verleger, Designer und Marketingexperten sein.
Ich kann für die Braunschweiger Kulturszene sagen, dass es schon jetzt, bevor
die Digitalisierung so richtig begonnen hat, eine sehr arme Szene ist. Alle
Schriftsteller, die ich bisher kennen gelernt habe, können nicht von ihrer
Arbeit allein leben.

_Lesungen als Chance_
- /Flaschenpost/: Gehst du denn davon aus, dass man als sich selbst
managender Schriftsteller auch in Zukunft Chancen hat, sich auf dem Markt zu
etablieren, sodass man auch davon leben kann?
Schadt: Ich gehe davon aus, dass der Gesamtetat des Geldes, das für
Bücher ausgegeben wird, ungefähr gleich bleibt. Sicherlich wird sich die
Zusammensetzung des Geldes verändern. Auf der einen Seite werden die
Produktionskosten stark sinken: Viele Druckkosten fallen weg, sodass der
Gesamtumsatz der Verlage problemlos sinken kann. Auch der Wegfall des
Zwischenschritts über den Buchhandel spart einiges. Dahin fließen momentan so
um die 30-40 % des Geldes, das für Bücher ausgegeben wird. Vielleicht werden
Leser dieses Geld für Lesungen, Spenden oder Merchandising-Produkte für
Bücher ausgeben.

- /Flaschenpost/: Du erwähnst Lesungen. Für wie wichtig schätzt du diese für
die Zukunft der Literatur ein?
Schadt: Literatur wird definitiv mehr zum Event. Dieser Punkt gilt
nicht für alle Autoren, es zeichnet sich jedoch ab, dass Verlage bei
sinkenden Einnahmen von gedruckten Texten versuchen, über andere Quellen
Einnahmen zu generieren. Autoren werden somit zu Marken, die über vielfältige
Vertriebskanäle vermarktet werden. Das Hörbuch zur Lesung zum Film zur
Multimediashow zum Parfüm zur Kaffeetasse zum Buch wird keine
Ausnahmeerscheinung sein. Attraktivität und Eventcharakter von Lesungen
werden sicherlich in Zukunft in einem ähnlichen Umfang ansteigen, wie dies
für Konzerte in den vergangenen Jahren bereits geschehen ist.

_Zitierpflicht und kreative Eigenständigkeit_
- /Flaschenpost/: In deinem Werk "Lost Modern Love" ist lediglich das Vorwort
und das Schlusskapitel von dir. Der Rest des Textes besteht aus Zitaten aus anderen
Werken. Wie begründest du die notwendige Schöpfungshöhe, um den Text als eigenständiges
Werk zu bezeichnen?
Schadt: Die Zitate werden in einem bestimmten Zusammenhang benutzt,
der nicht notwendigerweise dem des Originals, also des Fußballerzitats, des
Werbeslogans, des Hollywood-Zitats oder der Zeile eines Popsongs entspricht.
Ich denke, dass Kopieren und Weiterverarbeiten erlaubt sein sollte, solange
das neue Werk ein eigenständiges künstlerisches Werk ist.

- /Flaschenpost/: Kann man das denn auch mit längeren Passagen machen? Wäre
also die Vorgehensweise von Helene Hegemann bei ihrem Buch Axolotl Roadkill
in Ordnung gewesen, wenn sie Fußnoten benutzt hätte?
Schadt: In der Postmoderne ist das normal. Die meisten Werke sind
Referenzen an andere Werke. Sie ist jung und konnte daher noch nie selbst ins
Berghain gehen. Insofern kann man ihr Vorgehen eigentlich auch Recherche
nennen. Nur dass sie ihre Recherchearbeit nicht ausreichend offengelegt hat.

- /Flaschenpost/: Was ist denn noch typisch für die Postmoderne?
Schadt: Letzten Endes gibt es nichts wirklich Neues mehr. Wir hatten
schon alle Skandale, ein Großteil der Geschichten sind schon erzählt. Bei
vielen Geschichten kann man sogar auf Shakespeare zurückkommen, die
Erzählmuster sind die gleichen. Und Shakespeare selbst war sogar schon einer
der größten Diebe. Macbeth ist zum Beispiel eine alte Story. Jede Generation
packt Geschichten in neue Gewänder, um sie weiterzugeben.

- /Flaschenpost/: Deine Werke sind teilweise recht anspruchsvoll. Wie
empfiehlst du jemandem, der sie runterlädt, sie zu lesen?
Schadt: Insgesamt lesen sich die Texte am besten in verteilten
Rollen. Die Kapitel II und IV des Buchs Lost Modern Love lassen sich auch
sehr gut auf Partys oder auf kleinen Bühnen vorlesen. Gerade bei Menschen
zwischen 20 und 40 führt das Hören der Zitate zu einem Erinnern an die eigene
Jugend, was sehr schön sein kann.

Autor: Fabio Reinhardt


*Worte und ihre Bedeutung: Programm*
Spricht man heute von einem Programm, wird darunter meist eine Software
verstanden, die bestimmte Abläufe auf einem Computer steuert, beispielsweise
die Art und Weise wie eine CD abgespielt wird oder ein Dokument ausgedruckt.
Letztlich bedeutet 'Programm' jedoch nichts anderes als 'Ablaufkontrolle',
wie beim Programm einer Tagung, in der Oper oder die Übersicht über kommende
Fernsehsendungen auch.

Autor: mr


=== *Neues aus den Landesverbänden* ===

*Baden-Württemberg*
Die Piratenpartei Baden-Württemberg unterstützt die Forderungen der IG Metall
nach gerechter Entlohnung von Leiharbeitnehmern. Warum das so ist, kannst du
hier nachlesen [1].
[1]
http://www.piratenpartei-bw.de/2010/07/04/leiharbeitnehmer-verdienen-eine-faire-bezahlung/

*Bayern*
In Ingolstadt trafen sich rund 80 Teilnehmer zur Operation Magellan, die auch
per Livestream zu verfolgen war. Hierbei ging es ausnahmsweise nicht um
politische Themen, sondern darum, sich kennenzulernen. Die Idee dahinter: Wer
sich gut kennt, kann auch effektiv zusammenarbeiten.
[1] http://wiki.piratenpartei.de/AktivenTreffen2010
[2]
http://www.donaukurier.de/lokales/ingolstadt/Ingolstadt-Reale-und-virtuelle-Diskussion;art599,2301670

*Berlin*
Das Bündnis Megaspree ist ein Zusammenschluss von Kunst- und
Kulturschaffenden, Clubbetreibern, politischen Gruppen und
Freiraum-Bewohnern. Die Piraten in Berlin unterstützen dieses Bündnis und
nahmen auch an der „Rette deine Stadt“-Demo am 10. Juli teil [1]. Die Junge
Union forderte unterdes in einer Pressemitteilung eine Internetsperre für
kinderpornografische Inhalte. Mittlerweile zog die Junge Union ihre
Mitteilung zurück. Was die Piraten dazu zu sagen haben, erfährst du hier [2].
Das Anfang des Jahres gescheiterte Projekt für ein freies WLAN in Berlin
erlebt seit heute eine Renaissance, nachdem sich nun der Berliner
Bürgermeister Klaus Wowereit für ein solches Projekt ausspricht. Die
Piratenpartei Berlin, die sich bereits mit dem “Piratenfreifunk” am Aufbau
eines kostenlosen und für jeden zugänglichen WLANs in Berlin beteiligt,
unterstützt das Ziel Wowereits und sind gern bereit, ihre Erfahrung mit
Wowereit und dem Berliner Senat zu teilen und die erw

orbene Fachkompetenz in die Entwicklung eines freien und unkommerziellen
WLANs einzubringen [3].
[1]
http://berlin.piratenpartei.de/index.php/2010/07/08/rette-deine-stadt-piraten-berlin-unterstuetzen-die-forderungen-des-buendnis-megaspree/
[2]
http://berlin.piratenpartei.de/index.php/2010/07/16/conrad-clemens-rudert-zurueck-die-junge-union-und-ihre-forderung-nach-zensur/
[3]
http://berlin.piratenpartei.de/index.php/2010/07/16/pressemitteilung-berliner-piraten-bieten-wowereit-fachkompetenz-fuer-freies-wlan-in-berlin-an/

*Brandenburg*
In Brandenburg machen sich die Piraten Gedanken zum Solidarprinzip und die
„Rösler-Abgabe [1]. Die Piraten-Hochschulgruppe an der Universität Potsdam
ist bei den diesjährigen Stupa-Wahlen an der UP mit zwei Piraten ins
Studierendenparlament eingezogen [2]. Am 17. Juli fand das
„Bürgermeister-Casting“ statt [3]. Außerdem laden die Brandenburger Piraten
zur Mitgliederversammlung am 7. August ein. Mehr erfährst du hier [4].
[1]
http://www.piratenbrandenburg.de/2010/07/solidarprinzip-im-gesundheitswesen-endgultig-nun-vorbei/
[2]
http://www.piratenbrandenburg.de/2010/07/gluckwunsch-an-die-piraten-hochschulgruppe-potsdam/
[3]
http://www.piratenbrandenburg.de/2010/07/piratenpartei-potsdam-veranstaltet-oberburgermeister-casting-am-samstag-den-17-juli/
[4]
http://www.piratenbrandenburg.de/2010/07/einladung-zur-mitgliederversammlung-am-7-august-2010/

*Bremen*
Tschüss, ELENA – Bundeswirtschaftsminister Brüderle will das Projekt
einstampfen [1]. Außerdem machen die Bremer Piraten auf die Ausstellung
„Bremen plant - mach mit!“ aufmerksam, die Interesse am Mitgestalten der
Bremer Stadtteile wecken soll [2]. Assoziationen zu Goethes Zauberlehrling
weckt der Rat der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“,
denn gleich mehrere Mitglieder raten von einer nationalstaatlichen
Regulierung des Internets ab [3]. Was eigentlich die Begriffe Open
Government, Tranparency Board etc. meinen, kannst du hier nachlesen [4], und
was es mit der Idee eines Hinweis-Buttons für Internet-Abo-Fallen auf sich
hat, erfährst du hier [5].
[1]
http://www.piratenbrandenburg.de/2010/07/einladung-zur-mitgliederversammlung-am-7-august-2010/
[2] http://bremen.piratenpartei.de/Blog/2010-7-5/bremer_in-darf-mit-planen/
[3]
http://bremen.piratenpartei.de/Blog/2010-7-5/die-ich-rief,-die-geister-werd-ich-nun-nicht-los./
[4]
http://bremen.piratenpartei.de/Blog/2010-7-8/open-government,-transparency-board-und-open-data/
[5]
http://bremen.piratenpartei.de/Blog/2010-7-9/der-%22button%22,-den-niemand-braucht/

*Hamburg*
Ist die Videoüberwachung der Reeperbahn gescheitert? Meldungen der Taz und
des Hamburger Abendblattes lassen das vermuten [1, 2, 3]. Am Sonntag, den 18.
Juli bestand außerdem zum letzten Mal die Möglichkeit, seine Stimme für die
Hamburger Schulreform abzugeben. Die Piraten unterstützen die Idee der
Primarschule [4, 5].
[1]
http://www.piratenpartei-hamburg.de/artikel/2010-07-07/video%C3%BCberwachung-offiziell-gescheitert-kameras-verhindern-keine-gewalt
[2] http://taz.de/1/nord/artikel/1/videoueberwachung-taugt-nicht/
[3]
http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article1555842/Videoueberwachung-auf-dem-Kiez-Abschreckung-Fehlanzeige.html
[4]
http://www.piratenpartei-hamburg.de/artikel/2010-07-16/volksentscheid-schulreform-aufruf-zur-beteiligung
[5]
http://www.piratenpartei-hamburg.de/artikel/2010-07-16/piraten-sagen-ja-zur-primarschule

*Mecklenburg-Vorpommern*
Die Piratenpartei Mecklenburg-Vorpommern hat am Samstag, den 3. Juli 2010, im
Technologiepark Warnemünde den ersten Landesparteitag des Jahres 2010
abgehalten. Neben der Entlastung des alten Vorstandes standen u. a. auch die
Wahlen des neuen Vorstandes sowie des Schiedsgerichts auf der Tagesordnung
[1]. Außerdem werden die Piraten aus Mecklenburg-Vorpommern die Aktion
„Freiheit statt Angst“ auch in diesem Jahr wieder aktiv unterstützen [2].
[1]
http://piraten-mv.de/landesparteitag-der-piratenpartei-mv-neuer-vorstand-gew%C3%A4hlt
[2]
http://piraten-mv.de/piraten-mv-unterst%C3%BCtzen-freiheit-statt-angst-2010

*Niedersachsen*
Gern nutzt die Politik die Fußballeuphorie einer WM, um unliebsame Reformen klammheimlich in die Wege zu leiten. Diesmal: Die Gesundheitsreform [1]. [1] http://www.piratenpartei-niedersachsen.de/pressemitteilungen/pressemitteilungen/wm-es-wird-mal-wieder-teuerer.html

*Nordrhein-Westfalen*
Mit ihrer Teilnahme beim CSD-Straßenfest in Köln haben die
nordrhein-westfälischen PIRATEN zusammen mit hunderttausenden Menschen ein
Zeichen gegen die Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und
Transgender gesetzt [1].
[1] http://wiki.piratenpartei.de/Landesverband_Nordrhein-Westfalen

*Rheinland-Pfalz*
Auf dem letzten Landesparteitag am 27. Juni hat die Piratenpartei
Rheinland-Pfalz eine Landesliste für die Landtagswahl 2011 aufgestellt. Jetzt
benötigen wir deine Unterschrift, um zur Wahl zugelassen zu werden. Mehr
liest du hier [1]. Die Piratenpartei Rheinland-Pfalz schließt sich der Kritik
der Menschenrechtsorganisation Amnesty International an, dass Polizeigewalt
in Deutschland unzureichend aufgeklärt wird. Zugleich fordern die PIRATEN die
Einrichtung einer unabhängigen Beschwerdestelle [2].
[1]
http://www.piratenpartei-rlp.de/index.php/mitmachen/unterstuetzungsunterschrift-landtagswahl-2011
[2]
http://www.piratenpartei-rlp.de/index.php/presse/pressemitteilungen/273-piratenpartei-rheinland-pfalz-will-unabhaengige-beschwerdestelle-zur-meldung-von-polizeigewalt-einrichten

*Sachsen*
Die Landtagswahlen sind zwar noch in weiter Ferne, aber um ein gutes
Landesprogramm zusammenzustellen, ist es wichtig, den richtigen Kurs
einzuschlagen und sich langfristig mit Themen wie Bildung,
Informationsfreiheit, Umwelt und Soziales ernsthaft auseinander zu setzen.
Alle, die sich für die Landespolitik interessieren und uns Piraten helfen
wollen, ein gutes Programm auf die Beine zu stellen, sind ausdrücklich dazu
aufgefordert, sich rege zu beteiligen [1]. Außerdem veröffentlichten die
sächsischen Piraten ein Positionspapier zu ELENA [2]. Am 17. Juli fand zudem
die ordentliche Vollversammlung des Kreisverbandes Chemnitz statt [3].
[1] http://www.piraten-sachsen.de/2010/07/08/setzt-die-segel/
[2] http://www.piraten-sachsen.de/2010/07/16/elena-verfahren-positionspapier/
[3] http://www.piraten-sachsen.de/2010/07/16/wwr-3-16-juli-2010/#more-2443

*Thüringen*
Auch die Thüringer Piraten werden am 11. September bei der „Freiheit statt
Angst“-Demonstration teilnehmen [1].
[1] http://www.piraten-thueringen.de/node/227

Autor: sd


=== *Neues von den jungen Piraten* ===

*Virtueller Stammtisch*
Die JuPis starten ihren virtuellen Stammtisch! Ab sofort treffen sich JuPis
aus ganz Deutschland jeden zweiten Sonntag um 19 Uhr zum Online-Stammtisch.
Verwendet wird hierzu die freie Teamspeak-Software Mumble. Jeder ist herzlich
willkommen sich einzuwählen auf dem Server:

mumble.junge-piraten.de
Port 64738

Der nächste virtuelle Stammtisch findet am Sonntag, dem 25. Juli statt.
Komm vorbei und lern uns kennen!

Autor: Julia Reda


=== *Neues aus den Medien* ===

*Breitband-Internet wird in Finnland ein Grundrecht*
Ein Breitband-Internetzugang gehört seit kurzen in Finnland zum Grundrecht. Ein Zugang mit mindestens 1 Mbit/s ist somit ein staatlich verbrieftes Recht der Bürger geworden. Viele Gebiete in Deutschland sind immer noch nicht mit Breitband-Internet verbunden, und während man hier krampfhaft versucht, Provider dazu zu bewegen, dies zu ändern, will man in Finnland bis 2015 bei 100 Mbit/s angelangt sein. Wieder einmal zeigt ein skandinavisches Land wie man es besser macht. Quelle: http://www.chip.de/news/Finnland-Breitband-Internet-wird-Grundrecht_43636537.html

Autor: adh


*E-Postbrief und DeMail*
Der E-Postbrief ist eigentlich dasselbe wie De-Mail und stellt schlicht eine
Konkurrenz zu diesem staatlich geförderten Projekt da. Der Staat erbringt die
Leistungen für De-Mail aber nicht selbst, sondern zertifizierte Provider
werden damit betraut. GMX, Web.de und die Telekom haben neben der Post die
Registrierung für ihre Dienst vor kurzem gestartet [1]. Laut Post sollen sich
bei ihnen schon mehr als 20.000 Nutzer eine Adresse registriert haben. Das
Versenden von Nachrichten soll aber erst möglich sein, nachdem das sog.
Bürgerportalgesetz verabschiedet wurde. In diesem Gesetz sollen
Voraussetzungen geregelt werden, unter denen z. B. Lohnzettel rechtssicher
verschickt werden können. Kleines Detail am Rande: Die Post verlangt für den
Versand eines solchen E-Postbriefes mit 55 Cent genauso viel wie für einen
normalen Brief [2].
Selbstverständlich wird auch Kritik an diesem Dienst laut. Es zum Beispiel
für Sicherheitsbehörden und Geheimdienste möglich, ohne eine richterliche
Anordnung Daten der Nutzer abzurufen. Die Namhaftmachung eines DE-Mail
Besitzer ist sogar durch Private möglich. Der Dienst ist zwar freiwillig,
aber laut Bundesinnenministerium soll „die nicht-anonyme und sichere
elektronische Kommunikation (De-Mail) zum Normalfall“ werden [3].
Quellen: [1] http://www.heise.de/newsticker/meldung/Rechtssichere-Buerger-E-Post-De-Mail-Besonderheiten-und-Fallstricke-1037231.html
[2]
http://www.handelsblatt.com/technologie/it-internet/was-das-netz-bewegt-e-brief-bringt-das-web-zum-lachen;2619150
[3]
http://www.daten-speicherung.de/index.php/boykottiert-das-glaeserne-de-mail/

Autor: adh


*Studie zu Volksentscheiden*
Der Hamburger Professor Stefan Voigt hat in einer Studie untersucht, welche
Konsequenzen direkte Demokratie für das Verhältnis der Bürger zur Politik
hat. Dies förderte interessante Ergebnisse zutage. So sind beispielsweise
Bürger, die häufiger Volksentscheide durchführen, eher geneigt, mehr Steuern
zu zahlen, vertrauen aber gleichzeitig weniger auf ihre Politiker. Mehr
Volksinitiativen steigern zudem das Interesse der Bürger an Politik. Mehr zum
Thema findet ihr unter [1].
[1] http://www.tagesspiegel.de/politik/schule-der-beteiligung/1885934.html


Autoren:
Bianca Ziegler (bz)
Michael Renner (mr)
Silke Dürrhauer (sd)
Gefion Thürmer (gt)
Andreas Heimann (adh)


Impressum

Dienstanbieter dieser Seite ist die Piratenpartei Deutschland vertreten durch
den

Vorsitzenden Jens Seipenbusch.
Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 6 MDStV ist
Benjamin Stöcker.

Ladungsfähige Anschrift gemäß TMG

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Pflugstraße 9a
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Email: b.stoecker AT piratenpartei.de

Geschäftsstelle
Piratenpartei Deutschland
Pflugstraße 9a
10115 Berlin
Fax: 030/27596805
E-Mail: geschaeftsstelle AT piratenpartei.de

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