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mv-presse - Re: [MV-Presse] Köhler unterzeichnet doch..

mv-presse AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Presse Mecklenburg-Vorpommern

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Re: [MV-Presse] Köhler unterzeichnet doch..


Chronologisch Thread 
  • From: Christa Richter <christa.richter.nbk AT gmx.de>
  • To: Presse Mecklenburg-Vorpommern <mv-presse AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: Re: [MV-Presse] Köhler unterzeichnet doch..
  • Date: Wed, 17 Feb 2010 22:35:44 +0100
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/mv-presse>
  • List-id: Presse Mecklenburg-Vorpommern <mv-presse.lists.piratenpartei.de>

Die Bundes-PM zum Thema sieht im Moment so aus:


"Bundespräsident Köhler unterschreibt Zensursula-Gesetz – Piratenpartei ist enttäuscht und warnt vor neuer Bedrohung der Meinungsfreiheit.

Am Mittwoch hat Bundespräsident Horst Köhler das Zugangserschwerungsgesetz unterzeichnet. Neben der offensichtlichen Nutzlosigkeit dieses Gesetzes sieht die Piratenpartei Deutschland darin den Einstieg in eine Zensurinfrastruktur. Damit lasse sich in Zukunft nicht nur Kinderpornographie sperren, sondern auch missliebige Inhalte. Die Piraten warnen gleichzeitig vor dem derzeit diskutierten Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, der das Zugangserschwerungsgesetz aber noch weit in den Schatten stelle.

Das noch von der schwarz-roten Regierung auf den Weg gebrachte Gesetz kann nach Köhlers Unterschrift und der Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft treten. Es verpflichtet Internet-Zugangsprovider, den Zugang zu Webseiten zu blockieren, die sich auf einer Sperrliste des Bundeskriminalamts (BKA) befinden und auf denen das BKA kinderpornographische Inhalte ausgemacht hat.

Inzwischen haben aber sogar die jetzigen Regierungsparteien die Unsinnigkeit des Gesetzes erkannt und gehen zu dem auch als »Zensursula-Gesetz« bezeichneten und bis heute auf Eis liegenden Regelwerk auf Distanz. »Löschen statt Sperren« – das Motto, das die Piratenpartei seit Beginn der Netzsperrendiskussion vertritt – hat die Bundesregierung nun auch für sich entdeckt. Sie will kinderpornographische Seiten nicht nur sperren, sondern endgültig löschen. Warum sie für dieses löbliche Unterfangen allerdings ein weiteres Gesetz einführen will, vermag die Piratenpartei nicht zu erkennen. Sie hält die bestehenden Gesetze für völlig ausreichend im Kampf gegen Kriminalität im Internet.

Vertreter der Piratenpartei äußerten sich enttäuscht über Köhlers Unterschrift. Manch ein Pirat kann dem aber auch gute Seiten abgewinnen. »Eigentlich sollten wir dankbar sein, dass das Gesetz nun doch in Kraft tritt.«, sagt Daniel Düngel aus Oberhausen, der bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl für die Piratenpartei antritt. »Einen besseren Auftakt für unseren Wahlkampf kann man sich kaum wünschen.«, meint er augenzwinkernd.

Vor einer neuen Bedrohung der Meinungsfreiheit warnen die Piraten mit Blick auf den aktuell geplanten Jugendmedienschutz-Staatsvertrag. »Dieser Vertrag stellt alles in den Schatten, was wir bisher in puncto Regelungswut für das Internet gesehen haben.«, erläutert Rainer Klute, Landespressesprecher der Piratenpartei in Nordrhein-Westfalen. »Während es beim "Zensursula"-Gesetz um kriminelle Inhalte geht, muss nach dem aktuellen Entwurf des Staatsvertrags jeder, der irgendetwas ins Internet stellt, diese Inhalte mit einer Altersklassifizierung versehen und sich an die geplanten »Sendezeiten fürs Internet« halten. Dies müsste entsprechend auch für Forenbeiträge oder Twitter-Kurzmeldungen gelten. Wer das Dialogmedium Internet und besonders die sozialen Netze mit dem Rundfunk gleichsetzt, hat das Internet nicht verstanden.«"


Wahlweise übernehmen, kürzen, umschreiben, komplett neu schreiben. Ich bin fix und für heute. ;)

Gruß,
Christa




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