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dueren - [Piraten Kreis Düren] Ärzte wollen Aufnahme von Notfällen verbessern

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Betreff: Kreis Düren - NRW

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[Piraten Kreis Düren] Ärzte wollen Aufnahme von Notfällen verbessern


Chronologisch Thread 
  • From: "Norbert Boxberg" <nobox AT web.de>
  • To: <nobox AT web.de>
  • Subject: [Piraten Kreis Düren] Ärzte wollen Aufnahme von Notfällen verbessern
  • Date: Sat, 6 Jan 2018 17:42:37 +0100

Sehr geehrte Damen und Herren

 

Recht herzlich bitte ich Sie, folgenden Leserbrief zu veröffentlichen:

 

Wenn die Ärztekammer Nordrhein und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein die Situation der hausärztlichen Versorgung außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten wirklich reformieren wollen und so die Notaufnahme der Krankenhäuser entlasten möchten, dann sollten sie sich erst einmal die Frage stellen, warum die Bevölkerung zu häufig die Notfallambulanz der Krankenhäuser aufsucht. Kann eine Ursache darin liegen, dass durch die Wortwahl Notfallpraxis für die Praxis des hausärztlichen Vertretungsdienstes für die Bevölkerung nicht zu einer Verwechslung mit der Notfallambulanz der Krankenhäuser führt? Wäre es nicht sinnvoll und richtungsweisend, wenn der zentrale hausärztliche Bereitschaftsdienst nicht auch als solcher gekennzeichnet würde? Für die Bevölkerung wäre es wirklich besser unterscheidbar, wenn der hausärztliche Bereitschaftsdient auch als solcher gekennzeichnet wäre und diese Bereitschaftspraxis in Hausärztliche Bereitschaftspraxis umbenannt würde.

 

Die Forderung des Präsidenten der Bundesärztekammer, nach einer besseren Bezahlung des hausärztlichen Bereitschaftsdienstes aus Bundesmittel geht völlig an der Realität vorbei. Der ärztliche Bereitschaftsdienst wird nach der Gebührenordnung für Ärzte bzw. Zahnärzte voll finanziert. Eine Zusatzfinanzierung für diesen Bereitschaftsdienst aus Bundesmittel ist nicht erforderlich. Auch dann nicht, wenn der Hartz IV Empfänger dort als Patient auftritt. Es stellt sich daher die Frage, ob der Präsident der Bundesärztekammer glaubt, dass die gesetzlichen Krankenkassen für Hatz IV-Empfänger ein geringeres Honorar zahlen würden, als dieses bei den übrigen Kassenmitgliedern der Fall sei? Da dieses wohl nicht anzunehmen ist, erscheint der entsprechende Apell des Präsidenten der Bundesärztekammer als ein allzu durchsichtiger Versuch, Einfluss auf die Sondierungsgespräche zwischen der Union und der SPD zu nehmen.

 

Wenn unser Gesundheitsminister die Organisation der ärztlichen Versorgung außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten mit einer sog. "Portalpraxis", also der Zusammenlegung der Hausärztlichen Bereitschaftspraxis mit der Notfallambulanz des Krankenhauses, lösen möchte, so kehrt er damit zurück zu den Anfängen des zentralen hausärztlichen Bereitschaftsdienstes. Unser Gesundheitsminister möge bitte mal überprüfen, ob die Faktoren, die zu einer Trennung der hausärztlichen Bereitschaftspraxis von den klinischen Notfallambulanzen führten, obgleich diese beiden ärztlichen Dienste niemals fest verbunden waren, heute noch Bestand haben und sich damit sein Gedanke, so gut er auch klingen mag, sich als eine Totgeburt erweisen würde?

 

Aber das Problem der ungünstigen hausärztlichen Erreichbarkeit auf dem Lande wird durch die Planung des Gesundheitsministersmit der "Portalpraxis" nicht gelöst, da die Kliniken auf dem Lande nicht unbedingt ortsnah gelegen sind. Die Ärztekamme Nordrhein und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, beide als für den hausärztlichen Bereitschaftsdienst verantwortliche Organisationen, werden die Verantwortung für diesen ihren hausärztlichen Bereitschaftsdienst nicht auf die Notfallambulanzen der Kliniken abschieben können oder hierfür eine besondere Vergütung aus Bundes- oder Landesmittel anfordern können. Sollte die Ärztekammer Nordrhein und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein sich außerstande sehen, für einen ausreichenden und um fassenden hausärztlichen Bereitschaftsdienst zu sorgen, dann wäre die Politik gefordert, hier eine neue und andere Organisation aufzubauen, um ihrer Fürsorgepflicht für eine ausreichende gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung zu sorgen. Eine Abwälzung der Kosten für die niederfrequentierten Zeiten in den hausärztlichen Bereitschaftspraxen auf den Steuerzahler ist weder geboten noch erforderlich.

 

Mit freundlichen Grüßen

N. Boxberg

Norbert Boxberg

Schwaamer Str. 27

D 41844 Wegberg

 

Tel.:        0(049)24345382

Fax:        0(049)2434240888

E-Mail:   nobox AT web.de

De-Mail. pn_nobox AT web.de-mail.de

E-Brief:  Norbert.Boxberg AT epost.de

 



  • [Piraten Kreis Düren] Ärzte wollen Aufnahme von Notfällen verbessern, Norbert Boxberg, 06.01.2018

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