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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] ökosoziale Steuerreform

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

Listenarchiv

Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] ökosoziale Steuerreform


Chronologisch Thread 
  • From: Gunnar Kaestle <gunnar.kaestle AT gmx.net>
  • To: Eric Manneschmidt <eric.manneschmidt AT gmx.de>
  • Cc: Energiepolitik NDS <nds-ag-energiepolitik AT lists.piratenpartei.de>, AG Energiepolitik <energie_und_infrastruktur AT lists.piratenpartei.de>, Gunter Dueck <dueck AT omnisophie.com>, AG Soz-Markt <ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] ökosoziale Steuerreform
  • Date: Sun, 12 Aug 2012 00:53:22 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>

N'abend,

Ich habe meine Kritik zu Johannes' Vorschlag ja weitgehend
dargestellt (LQFB Inis zum Energiegeld). Ist es eigentlich
intendiert, dass spaltbare Energieträger aussen vor bleiben sollen
(und wie ist es mit "Biosprit"-Importen)?

Wenn man jetzt alle Sonderfälle aufzählt und auch noch gleich einen
Gesetzesentwurf mit anhängt, wird der Punkt fürs Wahlprogramm zu
umfangreich. Mir geht es darum, kurz und knapp darzustellen,
wohin die Reise gehen soll. Ob wir da in 4 oder 8 Jahren ankommen, ist
eine ganz andere Frage. Peak Uranium ist erwähnt, spielt aber für DE
keine große Rolle mehr. Kernkraftwerke marginalisieren sich von ganz
alleine gemäß Ausstiegspfad.

Zu Biosprit habe noch keine ausgefeilte Meinung: Aufgrund des miesen
Erntefaktors in den gemäßigten Breiten sollte man das sofort
eingestellen und lieber wieder auf die Futterproduktion für Mensch und
Tier umstellen. Biogasanlagen sind deutlich effektiver (~6) und wenn ich
mich recht erinnere liegt Bioethanol und Biodiesel aus den Tropen auch
in dieser Größenordnung von 6-8. Da wächst das Zeug einfach besser - man
muss 'nur' auf einen nachhaltigen Anbau achten.

Damit das nicht vielleicht verloren geht: Wir können kein BGE über
die Besteuerung endlicher Ressourcen finanzieren, weil das per se
unnachhaltig ist. Siehe auch meine Kritik am Alaska Permanent Fund:
http://politik-werkstatt.de/Nicht-Programm.htm#Alaska%Permanent%Fund

Man kann ja erstmal damit anfangen, nur die fossilen Energieträger zu
besteuern. Wenn die auf 50% abgedrängt sind, muss man Schritt für
Schritt auch die Erneuerbaren besteuern. Das ist ein wenig wie mit dem
Elektroauto. Am Anfang ist das alles noch ungeregelt, aber wenn 40 Mio
Elektroautos / Hybridfahrzeuge rumfahren, dann gibt's garantiert einen
extra Steuertarif für Fahrstrom. Deswegen bin ich davon überzeugt, das
langfristig ein Zähler im Auto verbaut wird. Dafür wird unser
Finanzminister mit Sicherheit irgendwann sorgen.

Energiesteuer als Motor eines strukturellen Wandels
https://lqpp.de/ni/initiative/show/298.html

den Antrag von Johannes habe ich übernommen,
ein wenig redaktionell gestrafft und zur
Kommentierung frei gegeben. Das passende Pad findet ihr hier:
http://piratenpad.de/p/%C3%B6kosoziale_Steuerreform

Daraus ergibt sich ein Ressourcen- und ein Verteilungsproblem. Wer
arbeitet, bekommt mehr als der Planet für alle hergeben kann. Wer
nicht arbeitet, bekommt nix. Nur braucht man für die heutige
Warenproduktion immer weniger Handarbeiter und immer weniger
Verwalter. Und letztlich spart die Informationsgesellschaft
langfristig auch die Wissensarbeit zu einem guten Teil ein. Das Dumme
an kreativer Arbeit ist ja, dass es (rein produktionstechnisch
gesehen) auch ohne geht.

Bevor etwas produziert wird, muss es erstmal entwickelt werden.
Bevor eine neue Produktidee zum Seriengerät entwickelt wird, muss man erstmal das Basisgerät erfinden. Bevor man eine neue Erfindung tätigt, muss man erst mal die Grundlagen dafür schaffen. Bevor Einstein die Relativitätstheorie gefunden hat, ist er auch erst mal einige Jahre mit mäßigen Erfolg in die Schule getappt. Aber du hast recht, nur mit Dichtern und Denkern als "produktive" Arbeiter, die nicht durch Skynet Automaten ersetzt werden können, wirkt das Ganze komisch. Hier wird gesagt, dass das Internet viele Plätze in unserer Servicegesellschaft überflüssig macht. Der Rationalisierungsboom geht dank der Flachbildschirmrückseitenberatung weiter:

Gunter Dueck - Das internet als Gesellschaftsbetriebssystem
http://www.youtube.com/watch?v=MS9554ZoGu8

Sektoren wie Krankenpflege und Kindererziehung sind zusätzlich
schlechter gestellt, weil sie nicht der materiellen Sphäre "richtiger
Arbeit" zugeordnet sind.

Kindergärtnerinnen, Lehrer und Krankenpfleger sind schon der "richtigen Arbeit" zugeordnet. Was aber fehlt, ist die (finanzielle) Anerkennung von Nicht-Profis, die das als familiäres Hobby über 1-2 Jahrzehnte durchhalten.

Gruß,
Gunnar


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