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ag-soziale_marktwirtschaft - Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Schlecker - was wäre die PP Meinung gewesen

ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft

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Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Schlecker - was wäre die PP Meinung gewesen


Chronologisch Thread 
  • From: Ulrike Mös <ulrike.moes AT gmx.net>
  • To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Schlecker - was wäre die PP Meinung gewesen
  • Date: Sun, 01 Apr 2012 12:57:15 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
  • List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>

Am Sonntag, den 01.04.2012, 00:20 +0000 schrieb DerSchamane:
> Es tut mir leid für die Verkäuferinnen der Schlecker-Läden,aber wer die
> letzten Jahre in diesen verstaubten Läden gewesen ist weiss, dass da
> keine Zukunft ist .... da macht es keinen Sinn wiederum Steuergelder in
> ein überholtes Drogeriemarktkonzept zu stecken...
>
> alles andere ist m.E. Stimmenfangtaktik.... die FDP hat zuerst gezuckt und
> steht jetzt am Pranger,das Gerede der anderen ist ein wenig
> Heuchelei...ich finde lieber ein Ende mit Schrecken....als ....
>
> Denn muss der Staat (wir alle auch als Steuerzahler) für unternehmerische
> Fehlleistungen geradestehen ? Das wäre ein Fass ohne Boden....
>
> Es macht einfach keinen Sinn und wenn man in diesem Punkt auch mit der FDP
> einig ist ,was solls........

Statt marode Firmen zu subventionieren oder Augenwischerei mit
Transfergesellschaften zu betreiben, sollte lieber ein
existenzsicherndes bedingungsloses Grundeinkommen von ca. 1000,00 Euro
(zu den Preisen von heute) gezahlt werden.

Damit wäre jeder Schlecker-Mitarbeiterin weit mehr geholfen. Finanzielle
Unabhängigkeit bietet den Freiraum, sich seine Lebenssituation neu zu
überdenken und die Weichen unter Umständen neu zu stellen.

Unterstützung vom Arbeitsamt muss reichen. Eine Transfergesellschaft
stellt der Agentur für Arbeit eigentlich nur eine
Unfähigkeitsbescheinigung aus.

Zudem ist diese Vorgehensweise ein Fass ohne Boden. Die Verantwortung
des Managements der Unternehmen würde dem Steuerzahler aufgebürdet, ohne
dass Managementgehälter (da nun Unternehmen von ihrer Verantwortung
entlastet) auf ein dem angemessenes Maß heruntergeschraubt würden.

Ein existenzsichernde BGE würde die Unternehmen dagegen zwingen, für den
Menschen und mit den Menschen zu produzieren. Alleine eine positive
Gewinnbilanz (was in obigem Fall noch nicht einmal mehr nötig wäre)
würde dann nicht mehr ausreichen.

Alternativ hätte man übrigens Schlecker seinen Mitarbeitern für 1 €
verkaufen können, eine Gewinnbeteiligungs-Aktiengesellschaft gründen
nach dem genossenschaftlichen Prinzips des gemeinsamen Einkaufs und so
alternativ einen ganz anderen Weg für die Schlecke-Mitarbeiterinnen
einschlagen können, ohne Fremdbestimmung, Abhängigkeiten und männlichem
Hegeonismus (= losgelöstes Ratio statt umfassende Intiution, die mit
Herz und Verstand vorgeht). It's a mans world.

Ein ganz anderes Thema, aber genau darum geht es in unserm
Wirtschaftssystem und seinen Werten, die in Frage zu stellen sind. Wo
wir heute stehen, wollen wir lieber keinen Schritt vorwärts gehen, denn
dort wartet der Abgrund. Dass eine Frau bei uns Bundeskanzlerin ist, ist
keine Gegenrede, solange Frauen um Karriere zu machen sich diesem
männlichen Hegeonismus unterwerfen müssen.

Sozial bedeutet nicht, Almosen zu bekommen, sondern Rechte und zwar auch
die, die im GG 3 (2) stehen, solange Frauen in der BRD ein Fünftel
weniger verdienen als Männer und Deutschland auf Platz 15 damit 5 Plätze
unter dem OECD-Durchschnitt liegt.
http://www.oecd.org/dataoecd/19/14/38172488.pdf

Artikel 3 (2) GG lohnt sich, von uns Piraten näher betrachtet zu werden,
da es hier um mehr geht als um gleiche Rechte, sondern sich ganze
Wertesysteme gegenüber stehen. Könnt ihr weit genug denken? Wenn ja,
bitte Eure männliche Rede (Gegenrede kenn ich schon zur Genüge).












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