ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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- From: DJahn <DJahn AT news.piratenpartei.de>
- To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich
- Date: Thu, 08 Dec 2011 21:35:22 +0000
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
- List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
- Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver
Bisher haben sich die Piraten vorsichtiger Weise nicht großartig über Lohnnebenkosten geäußert. Wenn sie es einmal tun, sollten sie nicht die Redeweise der anderen Parteien über Lohnnebenkosten nachplappern und die als paritätisch bezeichnete Finanzierung der Sozialversicherung als solidarisch bezeichnen. Um dem vorzubeugen, habe ich dies Thema eröffnet.
Wenn die Medien und politische Parteien Lohnnebenkosten oder Lohnzusatzkosten wie ärgerliche Nebensachen behandeln, täuschen sie darüber hinweg, dass es um Löhne geht. Was meist als zu hoch angesprochen wird, ist Verdienst, ist ausgehandelter und verdienter Lohn. Bezahlte Feiertage, Urlaubstage, Krankheitstage gehören ebenso dazu wie betriebliche Altersversorgung und Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung. Das Geld, das nicht direkt auf den Lohnkonten landet, sondern auf den Konten der Sozialversicherung und der Versorgungskassen, ist verdientes Geld der ArbeiterInnen und Angestellten. Es wird zu ihren Gunsten bei den Versicherungsträgern verbucht und an sie oder für sie ausgezahlt, wenn Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität, der Pflegefall eintreten oder die Altersrente fällig wird. Nebenkosten zu senken, bedeutet nichts anderes, als Löhne zu senken.
Die Aussage, die Arbeitgeber zahlten anteilig die Beiträge zur Sozialversicherung, macht dabei nicht mehr Sinn als davon zu sprechen, dass Arbeitgeber den gesamten Lohn zahlen.
Damit die Vertreter von Unternehmen und öffentlichen Dienststellen in den Vertreterversammlungen der Sozialversicherung mitreden können, macht es sich natürlich besser, dass die Beiträge zur Sozialversicherung sich formal zusammensetzen aus Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil.
Wenn die Beteiligten Löhne aushandeln, stehen automatisch sämtliche Lohnbestandteile zur Diskussion, eingeschlossen die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung. Dass die Beitragssätze zur Sozialversicherung steigen und selten sinken können, ist allen Seiten dabei bekannt. Die Verhandlungspositionen wären nicht anders, würden die Beiträge nicht mehr aufgeteilt in Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil. Wer die Buchungsmethode mit dem Begriff der Solidarität adelt und wegen des sogenannten Arbeitgeberanteils von solidarischer Sozialversicherung spricht, täuscht alle Betroffenen und die Öffentlichkeit.
Gruß
Dieter
http://www.dieter-jahn.de
- [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, DJahn, 08.12.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, TheAlien, 09.12.2011
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Lohnnebenkosten nicht nebensächlich, Dr_Schnackels, 10.12.2011
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