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ag-liquid-democracy - Re: [AG Liquid Democracy] Delegationskultur in der Piratenpartei

ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Liquid Democracy in der Piratenpartei

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Re: [AG Liquid Democracy] Delegationskultur in der Piratenpartei


Chronologisch Thread 
  • From: Robert Schiewer <Robert+Schiewer AT news.piratenpartei.de>
  • To: ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [AG Liquid Democracy] Delegationskultur in der Piratenpartei
  • Date: Sun, 05 Aug 2012 11:42:02 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-liquid-democracy>
  • List-id: Liquid Democracy in der Piratenpartei <ag-liquid-democracy.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Guten Morgen,

gern würde ich mal eine Frage in die Runde werfen. Vielleicht kann das jemand beantworten.

Was spricht für themenübergreifende Delegationen gegenüber antragsbezogenen Delegationen?

Ich habe jetzt wirklich viele Beiträge durchgelesen, u.a. die von Streetdogg [1 http://streetdogg.wordpress.com/category/lqfb/] (speziell Die 5 Phasen der flüssigen Demokratie – The Tale goes on), bei Monika Belz [2 http://loreenasworte.wordpress.com] und im Wiki von der AG Liquid Demcracy [3 http://wiki.piratenpartei.de/AG_Liquid_Democracy]. Es gibt ja ein Spannungsfeld, wo auf der einen Seite das Prinzip der Stimmendelegation als Grundsätz von Liquid Democracy befürwortet wird. Auf der anderen Seite stehen zahlreiche Probleme im Zusammenhang mit "Superdelegierten", Delegationsketten usw., sodass das BundesLiquid einen für viele sowohl aus organisatorischer als auch aus basisdemokratischer Sicht unvertretbaren Zustand erhalten hat.
Ich denke da jetzt wirklich mal ganz stumpf mit Logik und zähle einige Eckpunkte zusammen, die mir wichtig sind:

1. Jeder soll das gleiche Stimmgewicht haben.
2. Stimmberechtigte mit mehr Kompetenz zu einem Thema sollen sich mit anderen mit weniger Kompetenz austauschen, sodass letztgenannte genauso abstimmen oder möglicherweise auch anders.
3. Ich möchte das stumpfe Mitläufertum nicht fördern. Mitglieder der Partei sollen aktiv sein. Völlige Ahnungslosigkeit bzgl. eines Themas sollte sich in einer Stimmenthaltung wiederspiegeln.
4. Das identische Abstimmen zu einer anderen Person sollte trotzdem auf einfache Art und Weise möglich sein, auch wenn es "nur" auf dem gegenseitigen Vertrauen basiert.
5. Technische Schwierigkeiten sind kein Argument für oder gegen Positionen, wenn es um grundsätzliche Dinge geht.
6. LQFB wie Software im Allgemeinen soll zum Mitmachen anregen. Superdelegierte erschweren speziell mit der Auto-Ablehnen-Funktion das Einbringen von Initiativen von Neumitgliedern massiv und fördern die Demotivation.
7. Transparenz steht ganz groß auf den Fahnen der Piratenpartei. Delegationsketten müssen in ihrer Gesamtheit einsehbar sein.

So, ich kenne das BundesLiquid in seinem Status grob sowie die Spezifikationen von LQFB 2.0 und komme aus den genannten Argumenten heraus zu einem recht einfachen Workflow:

1. Das globale Delegationssystem wird nach Twitter-Art umbenannt in Follow-System. Jeder hat als eine Liste von Personen, die er für kompetent oder vertrauenswürdig hält.
2. Stimmt einer der letztgenannten Personen ab oder unterstützt eine Initiative, wird an alle Follower eine Mail verschickt, was da gerade passiert ist.
3. Die Empfänger können dann eine themenbezogene Delegation setzen oder auch selbst abstimmen, was alles idealerweise mit einem Klick aus der Mail heraus dann geht (z.B. irgendwelche Hashes dafür verschicken, die dann zusammen mit passenden Cookie OneKlick-Delegation ermöglichen).
4. Delegationsketten werden transparenter. Follower werden u.a. darüber per Mail informatiert, wenn ihr Delegationsempfänger weiterdelegiert hat. Ebenfalls werden Follower darüber informiert, wenn ein Delegationsempfänger gar nicht abstimmt (z.B. 3 Tage vor Ablauf der Abstimmung eine Mail verschicken) oder die Delegationskette unterbrochen wird, was ja auch wieder zu einer Nichtabstimmung führt.

Ich weiß, die Ideen wurden alle an verschiedenen Stellen schon debattiert. Vielleicht kann jemand mal die Argumente gegen diese Variante darstellen, ohne bitte technische Gründe als Totschlagsargument anzuführen.

Gruß Robert

[1] http://streetdogg.wordpress.com/category/lqfb/
[2] http://loreenasworte.wordpress.com
[3] http://wiki.piratenpartei.de/AG_Liquid_Democracy




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