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ag-liquid-democracy - Re: [AG Liquid Democracy] Fragen mehr Wissenschaftlich vs. Termin

ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Liquid Democracy in der Piratenpartei

Listenarchiv

Re: [AG Liquid Democracy] Fragen mehr Wissenschaftlich vs. Termin


Chronologisch Thread 
  • From: Jan Papmeier <piratenpartei AT sternwelt.org>
  • To: ag-liquid-democracy AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [AG Liquid Democracy] Fragen mehr Wissenschaftlich vs. Termin
  • Date: Tue, 26 Jun 2012 15:46:54 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-liquid-democracy>
  • List-id: Liquid Democracy in der Piratenpartei <ag-liquid-democracy.lists.piratenpartei.de>


Am 26.06.2012 14:51, schrieb Christoph "Pluto" Puppe:
> Am 26. Juni 2012 14:08 schrieb Jan Papmeier <piratenpartei AT sternwelt.org>:
>> Am 26.06.2012 10:17, schrieb Christoph "Pluto" Puppe:
>>> Am 25. Juni 2012 22:24 schrieb Jan Papmeier <j.papmeier AT sternwelt.org>:
> Jemand vom Fach! Fein :)
>
>> Ok, es gibt allerdings keinen Ort an dem man die Umfrage zur Zeit
>> sinnvoll bearbeiten kann. Eine Diskussion zum Fragebogen müsste auf
>> mehreren Ebenen stattfinden:
> Na packs in nen PAd oder ne neue Wiki-Seite wenn Du viel Ändern möchtest.
>
> Vorab, Du wählst hier ein Top-Down vorgehen, das unterscheidet sich
> natürlich gravierend vom antropologen: Beobachte, Frage, beobachte,
> frage, sammle und dokumentiere. Versuche nicht das Ergebnis der
> Sammlung zu verfälschen und sei bereit überrascht zu werden, denn wenn
> du nicht von deinen ergebnissen überrascht wirst, hast Du was falsch
> gemacht.
>
> Der Antropologe hat hier einen riese Vorteil: Er muss nichts wissen,
> außer seiner Methodik.
>
> Beim Top-Down, muss der Forscher, das Feld besser kennen als die Probanden.
>
> Ich für meinen Teil habe ganz zu anfang entschieden, dass ich das
> bleibe was ich bin: antropologe auf einem fremden stern. Sprich ich
> weiß, dass meine Spezimen das Wissen enthalten und mein Job ist es
> nur, es zu katalogisieren und möglichst neutral zusammenzufassen. Wenn
> man das auf die Spitze treibt, ist es nicht notwendig selbst die
> Fundstücke zu verstehen, es reicht sie zu Katalogisieren.
>
> Wer das sehr genial in einem Roman umgesetzt hat ist Watts:
> http://astore.amazon.de/stderrde-21/detail/0765319640
>
> Das Resultat: nach lesen von Blogs, Tweets, Gesprächen und so weiter,
> war eine Liste der oft Diskutierten Fragen. Daraus wurde eine Sammlung
> von Argumenten Pro/Contra. Dann wieder nur eine Liste mit Fragen, die
> möglichst Neutral jede Position innerhalb der Piraterei wiedergeben
> sollen.
Schön unterschiedliche Herangehensweisen, dann können wir ja eine
Grundsatzdiskussion vom Zaun brechen ;)
Und ernsthaft: Ich mag interdisziplinäres Arbeiten, da es deutlich
produktiver (anstrengender aber produktiver) ist. Wenn du beim
anthropologischen Ansatz bleibst, dann ist deine Arbeit doch eigentlich
schon mit der Sammlung der Positionen abgeschlossen. Wozu dann also ein
Umfrage, insbesondere eine standardisierte? Vermutlich um die Positionen
zu quanitfizieren und der Piratenpartei damit eine Grundlage für
zukünftige Diskussionen und Argumentationen an die Hand geben zu können.
Freut mich, ich war schon immer ein Freund der Zahlen.
>
> Aus dieser Sicht nun die Antwort auf Deine Punkte.
>
>> 1. Grundsätzliche Entscheidungen zum Fragebogen (Ebene Fragebogen)
> Was genau meinst Du damit?
Damit meine ich Entscheidungen z.B. welches Instrument zur Umfrage
(Online schon beschlossen), oder die Frage die ich schonmal
angeschnitten hatte, ob die Möglichkeit "Enthaltung" überall steht, oder
man anders damit umgeht.
>
>> 2. Erkenntnisinteresse (Was wollen wir eigentlich wissen? Wichtig: Der
>> Inhalt der hier Diskutiert wird hat erstmal nichts mit den Fragen zu
>> tun; Ebene Themenbereiche)
> Wir wollen wissen, was andere wissen wollen. Wir wollen deren Fragen,
> Meinungen und Ansichten in einen Fragebogen quetschen. Ohne dabei
> inhaltlich zu sehr einzugreifen. Objetiv und Neutral so weit wie dies
> möglich ist.
Eine Umfrage sollte immer so objektiv und neutral wie möglich sein, weil
sie sonst keine Wert hat. Da aber im Gegensatz zur Beobachtung die
Befragung immer eine Reaktion hervorruft ist das natürlich nur ein
Idealbild. Aber wenn ich das richtig sehe, wollt ihr die Haltung der
Piraten zu den Themen erfassen. "Wie ist die Haltung der Piraten zu
Delegation in Liquid Democracy?" ist zum Beispiel ein gutes
Erkenntnisinteresse. Und an dieser Stelle kommt wieder dein Einwand zum
notwendigen Wissen ins Spiel. Idealerweise sollten wir wissen, welche
Positionen es dazu gibt um sie quantifizieren zu können. Da ist die
Beobachtung eine notwendige Vorarbeit.
Wenn ihr der Meinung seid, ihr wisst noch zu wenig zu Positionen und
gegebenenfalls ganzen Diskussionen, dann ist noch mehr Vorarbeit
notwendig bevor man mit einer quantifizierenden Umfrage anfangen kann.
>
>> 3. Umsetzung des Erkenntnisinteresses in konkrete Fragen (Wie können wir
>> das was wir wissen wollen erfragen? Hier zählt vor allem eine
>> wissenschaftliche Begründung; Ebene Themenbereich)
> Wir wollen nichts fragen. Wir haben keine Fragen und wir haben auch
> keine Antworten. Die Fragen die jetzt in der Liste stehen sind von
> $anderen. Allesamt Piraten. Naja fast, die LQFB-Entwickler sind ja
> ausgetreten :)
Die Diskussionen und Positionen sind von anderen, aber die konkreten
Fragen sind von euch, oder?
>> 4. Fragenoptimierung (Ebene einzelne Frage)
> Da müssen wir noch neutraler werden. Weniger beeinflussend.
>
>> 5. Fragebogendesign (Wie muss der Fragebogen gestaltet sein, um das
>> Ergebnis nicht zu verfälschen? Ebene Fragebogen/Themenbereiche)
> Da auch noch eine Menge Arbeit.
>
>> Im Wiki dürfte das zu schnell zu unübersichtlich werden, wenn man all
>> diese Ebenen auf einer Seite darstellen. Alternative wäre das schaffen
>> vieler einzelner Seiten. Zumindest eine pro Thema wäre wohl notwendig,
>> besser zwei damit man Inhalt und Umsetzung tatsächlich trennen kann.
> Es gibt zu jedem Thema eine Unterseite wo das diskutiert wird.
>
> Die Meta-Diskussion über den Aufbau, welche Abschnitte ist auf der
> Wiki Seite darüber. Jeder Baum lässt sich auf andere Bäume abbilden.
>
> http://wiki.piratenpartei.de/AG_Liquid_Democracy/Vorbereitung_zur_Umfrage
Ich fang mal an meinen Baum abzubilden...
Ich finde die Trennung unglücklich gelöst. Mir wäre die Sammlung der
Positionen auf der ersten Seite und die Ausgestaltung der Fragen
dahinter sinnvoller als andersrum. Ich halte die Positionen erstmal für
wichtiger als die Fragen. Außerdem finde ich die Aufteilung manchmal
etwas willkürlich.
>
>> Übrigens: Was im Moment an Diskussionen läuft betrifft hauptsächlich den
>> zweiten Punkt, findet aber auf Ebene der Punkte drei und vier statt.
> Jap. Weil wir von unten nach oben kommen. Ist allerdings keine Ausrede
> die Diskussion über den Zweck nicht zu führen. Aber hier auch wieder:
> es ist nicht unser Zweck, es ist der Zweck der Piraterei, den wir
> suchen.
>
> Der Schwarm kondensiert aus der Masse auf einen Kristallisationskeim
> und verteilt die Meme nicht Top-Down. Sehr spannend hier: Neil
> Stephenson, The Diamond Age. Must read, wenn man bei
> Informationsverabeitung, Memen und deren Veränderung und der Mutation
> der Verteilungsmuster mitreden will. Finde ich :)
>
>> Die Themenbereiche stellen ja schon ganz gut dar, was das Interesse
>> hinter der Umfrage sind. Um das möglichst neutral zu halten braucht es
>> vor allem eine Sammlung, welche Positionen und Haltungen es gibt, um bei
>> der konkreten Fragestellung nichts zu vergessen. So kann sich jeder
>> einbringen und man diskutiert nicht unnötig um Fragestellungen die am
>> Ende doch keiner benutzt.
> Jap. Bei der Sammlung haben wir angefangen.
>
> Eine Sicherheitskopie eines der ersten Stände:
> http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Christoph_Puppe/Umfrage_LD_Entwurf
>
Ich werd mich mal einlesen. Im Moment habe ich das Gefühl, dass die
Positionssammlung noch nicht abgeschlossen ist und auch die
Katalogisierung noch nicht fertig ist. Und meiner Meinung nach ist das
Voraussetzung für den Fragebogen. Sehe ich das richtig, dass da unser
größter Unterschied in der Wahrnehmung ist: Dass du den Fragebogen als
weitere (Positionen-)Sammlung ansiehst und ich den Fragebogen als
(statistische) Ergänzung zur vorherigen Sammlung betrachte?

Und noch ein Missverständnis das ich glaube entdeckt zu haben: Ich
unterstelle der Umfrage nicht eine bestimmte Richtung anzuvisieren. Für
mich muss eine Umfrage in erster Linie soweit es möglich ist die
Realität abbilden. Trotzdem gibt es einen Sinn / Zweck / Intention in
der Umfrage, nämlich die Stärke der Positionen in der Piratenpartei zu
ermitteln.





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