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wahlprogramm - [Wahlprogramm] Projektgruppe für ein demokratisches Europa

wahlprogramm AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Wahlprogramm mailing list

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[Wahlprogramm] Projektgruppe für ein demokratisches Europa


Chronologisch Thread 
  • From: "Frank Giebel" <frankgiebel AT web.de>
  • To: ag-europa AT lists.piratenpartei.der, wahlprogramm AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: [Wahlprogramm] Projektgruppe für ein demokratisches Europa
  • Date: Tue, 10 Dec 2013 14:30:45 +0100 (CET)
  • Importance: normal
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/wahlprogramm>
  • List-id: <wahlprogramm.lists.piratenpartei.de>
  • Sensitivity: Normal

Wegen mangelnder Resonnanz und wegen Terminüberscheidung mit einem Mumble von
Julia heute Abend sage ich den Termin für heute hiermit ab.

Beste Grüsse
Frank


Hi,

ich rufe hiermit auf zur Gründung einer Projektgruppe "für ein demokratisches
Europa", zu Programmarbeit zu der Frage wie Europa institutionell aus
Piratensicht weiterentwickelt werden soll.

Wer hat Lust daran mitzuarbeiten? evtl. in einem internationalen europaweiten
Mumble?

Vielleicht ist jetzt eher die Zeit für den Europawwahlkampf und TTIP ist da
ein super Thema für die Piraten, aber obiges Thema ist langfristig noch
wichtiger und es spricht nix dagegen sich jetzt schon mal zu formieren.

Ich lade zu einer ersten Sitzung ein morgen um 20 Uhr30 im Mumble Raum der
AG Europa.

Hintergrund:

ich hab mir #ausGründen das Grundsatzprogramm der SPD zu Europa von 2007
Seite 27 + 28 http://www.spd.de/linkableblob/1778/data/hamburger_programm.pdf

angesehen und bemerkt, dass ich das für 1. sehr gut halte und schon konkreter
als unsere Grundsatzprogramm , zu diesem kompatibel ist und dass 2. da häufig
der Begriff Nationalstaat vorkommt, der nach meiner Wahrnehmung bei den
Piraten Deutschlands gelinde gesagt problematisch ist.

Eine Lösung zu diesem "Problem" habe ich unten formuliert unter PS.

Mein Ziel wäre es bei den europäischen Piraten eine Konsens zu suchen zur
Frage wie Europa institutionell und verfassungsmässig entwickelt werden soll
und diesen Konsens danach in die europäische Politik einzubringen.

Mein Arbeitsvorschlag wäre, neben unserem Grundsatzzprogramm den dazu
kompatiblen Text des SPD Grundsatzprogramms von 2007 "Hamburger Programm" als
Diskussionsgrundlage zu nehmen.

Falls wir international mumblen, würde ich ggbf. eine englische Version davon
vorab anfertigen, ebenso wie von meinem Erklärungstext unten.

Inhaltliche Diskussion ggbf. auf der ML Europa-Diskussion:
https://service.piratenpartei.de/listinfo/ag-europa-diskussion

Grüsse
Frank /HamburgFrank

PS:
Textvorschlag von mir zur Diskussion:

Gerade für viele transnational denkende Deutsche ist es mit unserer
Geschichte und der Schuld für den Holocaust und für den 2. Weltkrieg
schwierig in einem verfassungsbasierten Europa dem eigenen Nationalstaat auch
künftig eine Rolle zuzubilligen. Das können wir nur deshalb tun, weil wir im
Austausch mit unseren europäischen Nachbarn gelernt und akzeptiert haben,
dass für viele Nachbarländer der eigene Nationalstaat weniger negativ gesehen
wird, sondern auch für die Ablösung eine zutiefst ungerechten
Feudalgesellschaft und für die erstmalige Verwirklichung von Demokratie und
Menschenrechten steht. Wir verzichten bewusst darauf den Nationalstaat
verallgemeinernd zum Feindbild zu erklären, obwohl er in seiner deutschen
Ausprägung allen Anlass dazu geliefert hat und suchen statt dessen einen
sinnvollen und fallweisen Umgang mit ihm, weil er Träger von Demokratie ist.
Die Option, den Deutschen Nationalstaat vollständig aufzulösen, zugunsten von
Regionen, die dann Teil einer demokratischen europäischen Föderation werden,
bleibt uns unbenommen und hat seinen Charme. Europaweit würde dies wohl
Anklang finden, wenn es künftig zum Beispiel ein Norddeutschland,
Westdeutschland, Ostdeutschland und Süddeutschland gäbe. Praktische
Konsequenz wäre derzeit wohl am ehesten, dass Länder wie Nordrhein-Westfalen
keinen Länderfinanzausgleich mehr erhielten, weil Transfergelder von
Süddeutschland (Bayern und Baden-Würtemberg) gleichmässig in Europa verteilt
würden und Westdeutschland mit Nordrhein-Westfalen statt dessen zum Geberland
werden würde, als Empfängerland zu bleiben. Das ist eine Frage, die meiner
Einschätzung nach relativ unsentimental abgewogen werden kann und lange nicht
so entscheidend ist, wie das Ziel, Europa zum einen demokratisch und
bürgernah aufzustellen und gleichzeitig ein europäisches demokratisches
Gemeinwesen zu formen , das sich global gut politisch einbringen kann. Wir
wollen die Frage der politischen Regionalisierung auf keinen Fall als Modell
allen anderen größeren Europäischen Ländern vorgeben. Eine Föderation der
Regionen würde daran kranken, dass mit 150 bis 200 Regionen die
Machtverteilung in Europa extrem zersplittert wäre zugunsten einer
europäischen Zentralregierung und zentralen Verwaltung und wir langfristig
Gefahr liefen, bei einem zentralistischen Superstaat zu landen. Das wollen
die Piraten mit Sicherheit nicht (siehe liquid feedback). Hier ist uns
gewachsene Vielfalt und ein reifer Umgang mit unserer katastrophalen
deutschen Vergangenheit lieber.





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