ovp-hgw-dm AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Kreisverband Vorpommern-Greifswald
Listenarchiv
- From: Sascha Fricke <sascha.fricke AT piraten-mv.de>
- To: "ovp-hgw-dm AT lists.piratenpartei.de" <OVP-HGW-DM AT lists.piratenpartei.de>
- Subject: [Piraten Vorp-Greif] ePetition LSR unterzeichnen
- Date: Fri, 5 Oct 2012 21:05:47 +0200
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ovp-hgw-dm>
- List-id: Kreisverband Vorpommern-Greifswald <ovp-hgw-dm.lists.piratenpartei.de>
Hallo,
bitte unterzeichnet die ePetition gegen das Leistungsschutzrecht und verbreitet die Info an Freunde! Es sind nur noch wenige Tage Zeit bis zum 10.10.
Beste Grüße
Sascha
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Koordinator AG Öffentlichkeitsarbeit
Landesverband Mecklenburg-Vorpommern
Piratenpartei Deutschland
Tel. 03834-764511
Skype: sascha-fricke
ePetition: PIRATEN gehen aktiv gegen Leistungsschutzrecht vor
Mit einer ePetition sammelt die
Piratenpartei Deutschland ab sofort Unterschriften, um die
Bundesregierung endgültig zu einer Ablehnung des geplanten
Leistungsschutzrechts für Presseverlage zu bewegen. Die PIRATEN fordern
die Bundesregierung auf, sich stattdessen auf die dringende Reform des
Urheberrechts zu konzentrieren. Begleitend zu dem Zeichnungsaufruf
warnen die PIRATEN ausdrücklich, dass das neue Recht unter anderem die
Meinungsvielfalt stark einschränken und die Recherchearbeit für
Journalisten erschweren könnte. Die ePetition benötigt 50.000
Unterschriften, um im Bundestag behandelt zu werden, und kann auf der Seite der Petition 35009 gezeichnet werden.
»Das Leistungsschutzrecht für Presseverlage
stellt den ersten Schritt auf dem Weg zu einem eingezäunten Internet
dar, das mittels digitaler Mautstationen die lückenlose Monetarisierung
kleinster Informationseinheiten für große Medienkonzerne sichert. Das
Leistungsschutzrecht ist das Ende der freien Infrastruktur des Internets
und der Teilhabe aller an Informationen, Wissen und Nachrichten«,
kritisiert Bruno Kramm, Urheberrechtsbeauftragter der Piratenpartei
Deutschland, das Gesetzesvorhaben.
Mit der heutigen Veröffentlichung der Petition
startet eine E-Mail- und Social-Media-Kampagne, in der die PIRATEN über
Umfang und Auswirkung des Leistungsschutzrechts informieren. Weiterhin
sind für Oktober ein Runder Tisch mit relevanten Vertretern der Debatte
sowie begleitende Demonstrationen geplant, um Aufmerksamkeit für das
Leistungsschutzrecht in der breiten Öffentlichkeit zu schaffen.
Die Piratenpartei Deutschland fordert weiterhin
jeden Interessenten auf, sich mit einem persönlichen Anschreiben und der
Bitte an seinen Bundestagsabgeordneten zu wenden (Link zu Abgeordnetenliste),
das Leistungsschutzrecht für Presseverleger zugunsten einer Reform des
Urheberrechts für mehr Rechtssicherheit für Urheber und Nutzer
abzulehnen.
Die wichtigsten Argumente gegen ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage aus Sicht der PIRATEN:
- Die Rechtsunsicherheit durch das Leistungsschutzrecht wird wahrscheinlich dazu führen, dass sämtliche Presseerzeugnisse aus Suchmaschinen ausgelistet werden. Dies bedeutet eine Einschränkung der leicht zugänglichen Meinungsvielfalt und behindert dadurch Bildung und journalistische Recherche.
- Der Urheber der Presseerzeugnisse ist durch das Urheberrechtsgesetzes bereits ausreichend geschützt. Das geplante Gesetz verschafft Urhebern keinen zusätzlichen Schutz. Außerdem ist unklar, wie und ob sie überhaupt an den zusätzlichen Einnahmen durch eventuelle Lizenzverkäufe durch die Verlage beteiligt werden.
- Das Leistungsschutzrecht stärkt die wirtschaftliche Kraft großer Verlagshäuser zu Ungunsten kleinerer Verlage und fördert somit eine Oligopolisierung des Medienmarkts
- Der Begriff “Suchmaschine” ist im Gesetzesentwurf nicht weiter definiert, so dass das geplante Leistungsschutzrecht unter Umständen auch auf andere Webseiten angewandt werden kann, die Inhalte indexieren und auf Suchanfragen Ergebnisse in einer geordneten Form wiedergeben.
- Presseverlage haben bereits technische Möglichkeiten zur Verfügung, die Veröffentlichung ihrer Erzeugnisse oder von Teilen davon in Suchmaschinen aktiv zu unterbinden.
- Es besteht die Gefahr, dass das Leistungsschutzrecht verfassungswidrig ist, da es möglicherweise gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz im Grundgesetz verstößt.
- Bereits im Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) wird in §49 Art.1 die häufig angeführte Vergütungsregelung für Ausschnitte, die über das Zitatrecht hinausgehen, ausreichend geregelt.
Das geplante Leistungsschutzrecht bringt nach
Ansicht der PIRATEN keinen sachlichen Nutzen, da keine wirtschaftliche,
technische oder rechtliche Lücke existiert, die geschlossen werden muss.
Es bedient ausschließlich die Interessen von Lobbyisten der
Verlagsindustrie. Die zusätzliche Rechtsunsicherheit begünstigt außerdem
zunehmende Abmahnungen auch gegen andere Webseiten mit Suchfunktion.
Dem Gesetzesentwurf für ein Leistungsschutzrecht
folgend sollen Verlage für ein Jahr das ausschließliche Recht erhalten,
ihre Presseerzeugnisse öffentlich zugänglich zu machen. Suchmaschinen
und Aggregatoren sollen zur Kasse gebeten werden, wenn sie auch nur
kleinste Teile von Presseerzeugnissen nutzen wollen. Nach Auffassung der
PIRATEN greift die Regierung damit in nicht akzeptabler Weise in die
Meinungsvielfalt eines freien Internets ein und beeinträchtigt dabei die
weitere Entwicklung der vernetzten Wissens- und
Informationsgesellschaft.
Alle Hintergründe und Argumente für und gegen ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage sind nachzulesen auf: http://leistungsschutzrecht.info
Quellen:
[1] Verabschiedeter Gesetzesentwurf für ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage: http://www.irights.info/index.php?q=node/2266
- [Piraten Vorp-Greif] ePetition LSR unterzeichnen, Sascha Fricke, 05.10.2012
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