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ovp-hgw-dm - Re: [Piraten Vorp-Greif] Bürgerbegehren Optionsmodell

ovp-hgw-dm AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Kreisverband Vorpommern-Greifswald

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Re: [Piraten Vorp-Greif] Bürgerbegehren Optionsmodell


Chronologisch Thread 
  • From: StK <StK AT news.piratenpartei.de>
  • To: ovp-hgw-dm AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [Piraten Vorp-Greif] Bürgerbegehren Optionsmodell
  • Date: Sat, 14 Apr 2012 20:37:51 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ovp-hgw-dm>
  • List-id: Kreisverband Vorpommern-Greifswald <ovp-hgw-dm.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


*Kampf der Beamten*

*Worum geht es eigentlich?*

Es geht darum, wer für die Arbeitsvermittlung der Empfänger von Arbeitslosengeld II (aka Hartz IV) zuständig ist. Nach dem Optionsmodell http://de.wikipedia.org/wiki/Optionsmodell übernehmen die Landkreise diese Aufgabe. Wenn der Landkreis sich nicht dafür entscheidet, bilden Bundesagentur für Arbeit und Landkreis ein gemeinsames Jobcenter.

*Was bisher geschah*

Der Landkreis Ostvorpommern war seit 2005 die einzige »Optionskommune« in Mecklenburg-Vorpommern. Dort gibt es eine Sozialagentur mit Standorten in Wolgast, Anklam, Koserow und Greifswald (für die Umlandgemeinden). Die kreisfreie Stadt Greifswald und der Landkreis Uecker-Randow entschieden sich gegen das Optionsmodell. Dort vermittelt die Arbeitsagentur auch die Langzeitarbeitslosen, die kein Arbeitslosengeld I mehr erhalten. Nach der Kreisgebietsreform musste im neuen Großkreis Vorpommern-Greifswald geklärt werden, wie es weitergehen soll. Der Kreistag entschied sich am 27. Februar 2012 mit deutlicher Mehrheit dagegen, das Optionsmodell auf den ganzen Landkreis auszudehnen. Das bedeutet, dass die Sozialagentur ab 2013 aufgelöst und der Landkreis überall zusammen mit der Arbeitsagentur für die Arbeitsvermittlung zuständig sein wird. Die Mitarbeiter der Sozialagentur werden in das gemeinsame Jobcenter übernommen.

*Was danach passiert ist*

Eigentlich wäre die Geschichte jetzt zu Ende. Aber sie geht noch weiter. Im Umfeld der Sozialagentur werden Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen diese Entscheidung gesammelt. Die Landrätin weigert sich deshalb, das Votum des Kreistags umzusetzen. Die notwendigen 5.000 Unterschriften kommen zusammen, nicht zuletzt deshalb, weil mehrere Gemeindeverwaltungen das unterstützen und die Sozialagentur selbst über ihre Mitarbeiter bei den Arbeitslosen Unterschriften einsammelt (wir wollen mal nicht hoffen, dass die Unterschriftslisten nicht direkt an die Hartz-IV-Anträge getackert waren). Die Presse bekommt Wind von der Sache und der Leiter der Arbeitsagentur Neubrandenburg schreibt (unter seiner Dienstadresse) einen wütenden Brief, unter anderem an die Piraten.

Am 16. April wird der Kreistag über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens entscheiden. Wenn das Begehren für zulässig erklärt wird, gibt es einen Bürgerentscheid.

Alle Dokumente sind hier http://ag-schiff.org/leaks/ veröffentlicht.

*Was wir wollen*

Wir finden direkte Demokratie gut. Die Piraten wollen wieder »Mehr Demokratie wagen«. Wir unterstützen es, wenn ein Bürgerbegehren dazu führt, dass die Bürger selbst über ihre Angelegenheiten abstimmen können. Aber: Ein Bürgerbegehren ist kein Behördenbegehren. Die Verwaltung muss unabhängig und neutral sein, sie hat sich aus der politischen Willensbildung herauszuhalten. Im Moment drängt sich der Eindruck auf, dass hier eine Behörde aus eigenem Interesse Instrumente der Bürgerbeteiligung nutzen will. Das halten wir für falsch, weil es ein demokratisches Mittel entwertet. Genauso falsch ist es aber, wenn der Leiter einer Arbeitsagentur sich in kommunale Belange einmischt. Die Verwaltung muss den Bürgern dienen, nicht umgekehrt.

http://piraten-hgw.de/2012/04/kampf-der-beamten/ (mit Bild!)




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