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nrw-essen - Re: [NRW-Essen] Kommentar auf derwesten.de

nrw-essen AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Mailingliste der Essener Piraten

Listenarchiv

Re: [NRW-Essen] Kommentar auf derwesten.de


Chronologisch Thread 
  • From: freeside <freeside AT piratenpartei-nrw.de>
  • To: nrw-essen AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [NRW-Essen] Kommentar auf derwesten.de
  • Date: Fri, 13 Jan 2012 11:58:17 +0100 (CET)
  • Importance: Medium
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-essen>
  • List-id: Mailingliste der Essener Piraten <nrw-essen.lists.piratenpartei.de>

Ahoi allerseits,


Ich finde diese Diskussion immer wieder spannend. Gerade bei diesen
Meta-Themen
halte ich Diskussionen am Stammtisch auch mit bereits "missionierten" Piraten
notwendig.
 
Udo Fischer <ufi1000 AT t-online.de> hat am 12. Januar 2012 um 10:31 geschrieben:
> Ich bin zu den Piraten angeheuert ( ! ) , weil sie !! für mich persönliche (
> das ist für mein Seelenheil absolut WICHTIG - und nur das zählt für mich ) 
> grundsätzliche Themen besetzen und parteilich leben wollen. Dieses sind
> Basisdemokratie und Transparenz. Daran glaube ich und in eine solche
> Gemeinschaft möchte ich mich einbringen und sie fördern.
>
Eine funktionierende, parteiinterne Basisdemokratie und unsere Transparenz
sind
für mich die wichtigsten Grundlagen für vernünftige und neuartige politische
Entscheidungen, die prinzipiell in anderen Parteien so nicht getroffen werden
können.
 

> Deiner Meinungsäußerung, lieber Attila, stimme ich inhaltlich voll zu und
> ich
> möchte ebenfalls Mitstreiter haben, die authentisch herüber kommen. Für mich
> ist wichtig, dass die Mitstreiter glaubhaft sind und hinter dem Inhalt
> stehen,
> den sie vortragen. Wenn der Mensch zum Inhalt steht, dann kommt er auch
> automatisch - glaubhaft - herüber. Das war in der von mir angesprochenen
> Pressekonferenz nicht unbedingt gegeben. Genau hier wurde versucht, ein
> professioneller Politprofi zu sein und darzustellen. Und genau das war meine
> kritische Anmerkung zum Auftreten. Mehr sollte es nicht sein! Was ich ggf.
> versäumte zu schreiben, war der Wunsch, dass wir unsere persönliche
> Identität
> nicht vollständig aufgeben. An dieser Stelle verweise ich auf mein Mail vom
> 03.01.2012, wo ich auf eine eigene piratenartige Vorgehensweise und Stil
> eingegangen bin.
>
Wir müssen uns immer vor Augen halten, dass der jetzige Politik- und
Medienbetrieb nicht nach unseren Idealen gestaltet ist. An unsere Sprecher
werden diffuse und widersprüchliche Anforderungen seitens der Presse und der
Mitglieder gestellt. Nach jeder Äußerung eines Sprechers finden regelrechte
Scherbengerichte über Twitter statt, bei welchen nur im Ausnahmefall positive
Meinungsäußerungen überwiegen. Wie soll selbst ein umfänglich informierter,
überzeugter Pirat und Sprecher vor diesem Hintergrund authentisch,
selbstbewusst
und glaubwürdig auftreten?
 
Ich sehe daher eine meiner wichtigsten Aufgaben als Parteimitglied unter
anderem
darin, meiner persönlichen Meinung nach "gute" Piraten regelmäßig zu bestärken
und positive Kritik zu üben, denn eine Anpassung unserer Sprecher an die
Erwartungshaltung von Politik-Redakteuren kommt für mich nicht in Frage, weil
sie unseren Überzeugungen grundlegend widersprechen würde.
 

> Die Außenwirkung wird im genannten Kommentar mit " nebulös " angesprochener
> bzw. durch den folgenden Text
>
> " Da wird sich der Wähler sehr wohl fragen, wie sie zu Themen wie Rente,
> Gesundheits- und Wirtschaftspolitik stehen. Und wenn die Partei dazu noch
> keine gemeinsame Linie hat, wäre es zumindest schön, zu erfahren, was der
> Parteichef denkt – etwa zur Finanzkrise. Für den Wähler ist dessen Meinung
> eben nicht irrelevant, wie er selbst zu meinen glaubt. Die Piraten sollten
> sich rasch inhaltlich breiter aufstellen. Andernfalls dürfte die
> Begeisterung
> für sie trotz neuer Formen der politischen Beteiligung rasch abnehmen. " 
>
> Hier wird ein Problem offenkundig, dass ist das Problem, dass die
> Außenstehenden in althergebrachten Schemata denken und über die
> Vorgehensweise
> der Piratenpartei nicht informiert sind. Hier ist ein Handlungsbedarf nach
> einem Kommunikationstransfer wie die Piraten funktionieren. Jedoch muss sich
> die Piratenpartei auch ein Stückweit auf herkömmliche Strukturen hin
> bewegen /
> einlassen. Darüber müssen wir ebenfalls sprechen und einen Lösungsweg
> entwickeln. Das ist eine Forderung meinerseits.   
 
Ich interpretiere den Kommentar von Herrn Freudenreich ganz anders als Du,
weil
er die "neuen Formen der politischen Beteiligung" (sprich: Basisdemokratie)
offensichtlich versteht. Wer trotzdem von unserem "Parteichef" eine
persönliche
Meinung verlangt möchte unserer Partei bewusst schaden, denn jede persönliche,
unabgesprochene Äußerung führt bestenfalls zu innerparteilichem Ärger oder
wäre
schlimmstenfalls für unsere Sprecher inhaltlich peinlich.
Wenn wir auf den Kommentar von Herrn Freudenreich eingehen haben wir die Wahl,
- nicht auf seine Forderungen einzugehen und damit Grund für seine nächste
Negativkritik zu geben,
- unsere Sprecher zur persönlchen Meinungsäußerung zu motivieren und damit
innerparteiliche Probleme zu bekommen oder
- unser Parteiprogramm mit unausgegorenen Positionen zur Rente, Gesundheits-
und
Wirtschaftspolitik zu verschandeln.
 
Wir sollten mit solchen Kommentaren meiner Meinung nach selbstbewusst umgehen
und meiner Meinung nach schlicht ignorieren. Wer auch nur halbwegs über uns
informiert ist wird über den Kommentar von Herrn Freudenreich lachen. Und alle
anderen müssen wir auf Stammtischen, Infoständen etc. informieren.
 
Ich bin absolut dagegen, dass wir uns auch nur ein kleines Stückchen auf
herkömmliche Strukturen einlassen bzw. zu diesen hin bewegen. Wir müssen die
Strukturen verstehen. Wir müssen unsere Andersartigkeit und die Gründe dafür
kommunizieren, aber wir dürfen uns nicht an Macht- Mechanismen anpassen, die
unseren Überzeugungungen grundlegend widersprechen. Dieses Selbst-Bewusstsein
müssen wir uns regelmäßig neu erarbeiten und würde das genauso wie Du gern
beim
Stammtisch thematisieren.
 
 
Gruß Hartmut




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