nrw-essen AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Mailingliste der Essener Piraten
Listenarchiv
- From: Carsten Knorr <carstenknorr AT web.de>
- To: nrw-essen AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [NRW-Essen] Verkehrspolitik der Stadt Essen
- Date: Fri, 30 Dec 2011 13:49:47 +0100
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-essen>
- List-id: Mailingliste der Essener Piraten <nrw-essen.lists.piratenpartei.de>
Hallo Frank,
Hallo Essener Piraten,
Ich find den Vorschlag, sich mit der Essener Verkehrspolitik zu befassen, gut und möchte ihn hiermit unterstützen. Für meine Begriffe kann auch ein Teil der Vordiskussion hier auf der Essener Mailingliste stattfinden, vor Allem um am Stammtisch das Thema effizient behandeln zu können.
Das Projekt "Ausbau A52" findet in viele Teilabschnitte gegliedert statt und ist betrifft gleichsam das gesamte Ruhrgebiet, sowie NRW und den Bund.
Insofern ergibt sich für den Stammtisch für mich zunächst die zentrale Frage: Wie stehen wir zum Ausbau der A52 auf dem Essener Stadtgebiet?
Wenn ich versuche, diese Frage für mich zu beantworten, komme ich zu dem Schluss, dass sie der Sache nicht gerecht wird.
Am Ende aller Überlegungen steht bei mir ein ganzheitliches Verkehrskonzept für die Städte des Ruhrgebiets.
Was mir jetzt schwer fällt, ist aus diesen Überlegungen abzuleiten, was die Piratenpartei daraus macht oder machen soll. Wie schwierig es ist, ein (ÖPNV-)Verkehrsnetzentwurf auszufertigen, haben wir ja bereits durch die Mülheimer Piraten gelernt.
Aber einfach nur zu sagen: "Wir sind gegen A52 und Ruhralleetunnel" ist dagegen unzureichend, wenn man sich die Stoßzeiten auf Essener Hauptverkehrsstraßen mal anguckt. Allerdings sind zu den Stoßzeiten auch die Züge maßlos überfüllt, das Rush-Hour Problem erstreckt sich also auf viele Bereiche, was mich wieder zum ganzheitlichen Konzept bringt.
Wenn jetzt die Gladbecker Bürger sich für den Tunnelausbau der B224 zur A52 entscheiden, wird sich die Problematik noch massiv verschärfen. Es ist ein Thema bei dem man viel falsch machen kann. Entweder man verschandelt aktuelle Strukturen und investiert einen Haufen Kohle (wo fraglich ist, ob der angestrebte Nutzen überhaupt eintreten kann), oder geht das Risiko ein, Bedingungen zu schaffen, die den Wirtschatfsstandort Ruhrgebiet nachhaltig schwächen.
Das Schwierige ist also sich darauf festzulegen, was denn nun über eine mögliche Ablehnung hinaus das Beste ist.
An der Stelle verlink ich mal einen Flyer der IHK. Hier sieht man einmal die geplante Route sehr gut und kann sich auch ein Bild über die Pro-Argumente machen:
http://www.essen.ihk24.de/linkableblob/1332882/.3./data/Handzettel_als_PDF-data.pdf;jsessionid=39ED2615AD46774849C71317CFF37D36.repl1
Das Thema zieht sich schon seit Jahrzehnten durch die Politik und wird kontrovers diskutiert. Insofern verlinke ich jetzt auch die Webseiten der BI "Stoppt A52", wo es Infos und Contra-Argumente gibt, und "Wege für Essen", die sich vor Allem mit dem Ruhralleetunnel befasst. Dort sind auch Planungslagepläne verlinkt.
http://www.a52stoppen.de/argumente.html
http://ruhralleetunnel.wordpress.com/
Dieses Dokument passt auch gut in den Kontext. Dort geht es vor Allem darum, die Feinstaubvelastung zu reduzieren, was natürlich mit einer Reduzierung des Verkehrsaufkommens einhergeht.
http://home.arcor.de/bluzngruz/rute/pdf/vorschl_umweltverb_feinstaub.pdf
Ich bin persönlich gegen den Ausbau der A52 im Essener Norden und den Ruhralleetunnel. Grob zusammengefasst deswegen:
- viel zu hohe Kosten, die sowieso z.Z. niemand tragen kann
- massive Eingriffe in das Stadtbild, Proteste von Bürgern
- lange Bauzeiten, also de facto langfristige Verschlechterung der Situation
- Nutzen nicht gewährleistet (Entlastung Gladbecker Straße fragwürdig)
- Alternativen vorhanden (Verkehrsregelungsmaßnamen, Ausbau Dreieck Ost)
- Gegend um Ruhralle laut Gutachten vom Bergbau beschädigt
- Straßendichte im Ruhrgebiet schon sehr hoch
Ich fass jetzt nochmal die wichtigsten Fragen zusammen. Meine Ansätze dazu schreibe ich in Klammern:
Sollen die Piraten zu dem Thema eine Position bilden und diese entsprechend auf der Webseite proklamieren?
(Die Piraten Essen könnten und sollten auf ihrer Webseite äußern, dass sie gegen den Ausbau sind, vor allem weil die Persönlichkeitsrechte der Anwohner, die keinen Wert auf finanzielle Entschädigung legen, massiv missachtet werden müssten.)
Welche Sachfragen müssen noch geklärt werden, bevor gemeinschaftlich eine solche Position gefunden werden kann?
(Inwieweit können die Bürgerinitativen ausgearbeitete Alternativkonzepte vorlegen?)
Wollen die Piraten BI wie "Stoppt A52" unterstützen und mit ihnen kooperieren?
(Prinzipiell ja. Das kann auf vielen Wegen geschehen. Die Mülheimer Piraten haben schon Erfahrungen im Umgang mit Bürgerinititiven.)
Wie sieht eine bestmögliche Kooperation zwischen dem Essener Stammtisch und der AG Verkehr und Bauen aus?
(Sollten vielleicht die Stammtische gezielt Leute in AGs positionieren? Oder bietet sich eine Kooperation gar nicht an, weil die AG Verkehr und Bauen mehr allgemeinpolitische Ziele verfolgt? Wäre dann eine Essen- oder NRW-bezogene Arbeitsgruppe sinnvoll?)
Macht es Sinn, das Problem vielleicht im Stammtischverbund der betroffenen Städte zu diskutieren? Wie könnte das aussehen?
(Mumble-Sitzungen vielleicht. Oder Vertreter besuchen sich gegenseitig bei den Stammtischtreffen. Im Prinzip geht es da erstmal darum herauszufinden, wie die Piraten anderer Städte zu dem sie betreffenden Abschnitt stehen. Wenn dann Einigkeit untereinander besteht, wäre man gemeinsam in der Erreichung des Ziels stärker.)
Inwieweit unterstützen die Essener und Gladbecker Piraten den A52-Ausbau in Gladbeck?
(Die Frage, ob Gladbeck davon profitiert, wenn die A52 kreuzungsfrei unterirdisch verläuft und dadurch die B224 quasi wegfällt, ist durchaus berechtigt. Da steht das Argument im Raum (wie in Essen auch), dass eine solche Autobahn zwar mehr Verkehr anziehen und schaffen würde, sich also durch sich selbst rechtfertigen würde, sie aber das bestehende Straßennetz nicht entlasten würde, da sie eine ganz andere Funktion erfüllt. De facto würde Gladbeck noch mehr geteilt und manche Bereiche wären nur noch sehr schlecht erreichbar, weil die jetzige B224 zu einer einspurigen Allee verkleinert werden soll. Ein Gewerbegebiet wäre an die Autobahn überhaupt nicht angebunden. Die Frage ist, wie sich die Gladbecker Bürger entscheiden werden und inwieweit die Piratenpartei auf diese Meinungsbildung Einfluss ausüben sollte.)
Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich denke, dass Alles viel einfacher wäre, wenn das Ruhrbegiet nicht durch so viele Verwaltungsgrenzen durchzogen wäre. Da fängt man direkt wieder an von der Ruhrstadt zu träumen...
So, dann machts erstmal gut Leute. Ich freu mich auf Antworten und wünsche Allen einen guten Rutsch ins kommende Jahr.
Carsten
Am 28.12.2011 23:32, schrieb pacman:
Hallo Essen,
ich hätte da ein Thema für den nächsten Stammtisch.
Und bevor ich's vergesse poste ich das hier schon mal.
Verkehrspolitik der Stadt Essen
Hier ein paar Links zu dem Thema der derwesten.de
http://www.derwesten.de/staedte/essen/essener-buergerinitiativen-wollen-a52-plaene-kippen-id6179112.html
http://www.derwesten.de/staedte/gladbeck/1-500-meter-langer-autobahntunnel-fuer-gladbeck-geplant-id6177062.html
http://www.derwesten.de/staedte/essen/essener-parteien-kritisieren-tunnelloesung-fuer-gladbeck-id6181412.html
http://www.derwesten.de/staedte/essen/ausbau-der-a-52-druck-auf-essen-waechst-id6192769.html
Gibt es jemanden der betroffen (Pendler / Anwohner) ist ?
- Oder sich schon mal mit dem Thema beschäftigt hat?
cu es gl
Frank
- [NRW-Essen] Verkehrspolitik der Stadt Essen, pacman, 28.12.2011
- Re: [NRW-Essen] Verkehrspolitik der Stadt Essen, pp-pacman, 29.12.2011
- Re: [NRW-Essen] Verkehrspolitik der Stadt Essen, Carsten Knorr, 30.12.2011
- <Mögliche Wiederholung(en)>
- Re: [NRW-Essen] Verkehrspolitik der Stadt Essen, Markus Bloch, 29.12.2011
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