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Betreff: Infos für Duisburger Piraten
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- From: Trevino <Trevino AT news.piratenpartei.de>
- To: nrw-duisburg AT lists.piratenpartei.de
- Subject: [NRW-Duisburg] Versammlung der "Bürgerinitiative Bau-Stopp der Bayer-Pipeline“
- Date: Tue, 18 Sep 2012 21:02:25 +0000
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-duisburg>
- List-id: Infos für Duisburger Piraten <nrw-duisburg.lists.piratenpartei.de>
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Ahoi!
Die Bürgerinitiative hatte zu einem öffentlichen Treffen in den „Steinhof“ an der Düsseldorfer Landstraße 347 in Duisburg-Huckingen geladen. Grund dafür war der Antrag für die Planänderung der Kohlenmonoxid-Pipeline durch den Bayer-Konzern. Es sollte erläutert werden, wie die Bürgerschaft Einwände geltend machen kann.
Kohlenmonoxid (CO) ist ein farb- und geruchloses, hochgiftiges Gas und wird unter anderem in der Kunststoffherstellung verwendet. Die CO-Pipeline führt im Duisburger Süden teilweise durch bewohntes Gebiet.
Redner auf dem Podium:
* Erich Hennen, Sprecher der Bürgerinitiative
* Jochen Heide, Rechtsanwalt und juristischer Vertreter der BI
* Dieter Donner, Vorstand der BUND Regionalgruppe Düsseldorf
* Dr. Peter Greulich, Stadtdirektor
* Andreas von der Heydt, Amt für Umwelt und Grün, Duisburg
Anwesende Piraten: Siegfried Seifert (Trevino)
Vertreter der Presse waren anwesend.
Anzahl der Gäste: ca. 120
Beginn der Versammlung um 19 Uhr 08.
1. Begrüßung durch Erich Hennen, Sprecher der BI.
2. Jochen Heide, Rechtsanwalt, zeichnet den bisherigen Verlauf des mehrjährigen Planungs- und Wiederspruchverfahren zur CO-Pipeline nach. Dabei kam vor allem die Mängelliste bei den verarbeiteten Rohren für die Pipeline zur Sprache:
* An kritischen Stellen, wo die Pipeline Bahnstrecken und Autobahnen unterquert, wurden Rohre aus ungeeignetem Material verwendet.
* Die Berechnung des Materials erfolgte anhand einer veralteten DIN-Norm aus 2003.
* Beim anstehenden gerichtlichen Verfahren auf Basis der Einwendungen aus der Bürgerschaft ist mit einem Beschluss frühestens 2013 zu rechnen.
* Die Initiative will wenn nötig eine Klage bis zum Bundesverfassungsgericht tragen.
3. Stadtdirektor Dr. Peter Greulich stellte den Standpunkt der Stadt zu diesem Planungsänderungsverfahren dar. Nach seinen Angaben werden alle möglichen Schritte unternommen, um die Inbetriebnahme der Pipeline zu verhindern.
4. Informationen über die verwendeten Geogrid-Matten. Geogrid-Matten aus Kunststoff wurden als Schutz über die Pipeline im Erdboden verlegt.
* Zu Beginn des Planungsberfahrens wurden die Matten als mechanischer Schutz gegen Einwirkungen von oben (Bagger, Bohrer etc.) bezeichnet.
* Verschiedene Tests haben jedoch gezeigt, dass diese Matten keinen besonderen mechanischen Schutz bieten.
* In späteren Planungen wurde den Matten plötzlich nur noch eine Warnfunktion zugeschrieben. Von Schutz war keine Rede mehr.
5. Die Bürger konnten Fragen an die Podiumsredner richten. Hier die Antworten in kompakter Form:
* Die Bürgerinitiative wird gemeinsam mit betroffenen Bürgern nochmal rund 25 Einwendungen gegen die Pipeline ausarbeiten. Jede Einwendung muss von der Bezirksregierung einzeln geprüft werden.
* Die Pipeline ist volkswirtschaftlich sinnlos, einer der Gründe von Bayer für den Betrieb ist damit hinfällig.
* Bei einem Bruch der Pipeline mit Gasaustritt liegt die sogenannte „Todeszone“ bei etwa 300 Metern um das Leck. Der Bereich mit der Gefahr schwerer Gesundheitsschäden liegt bei etwa 800 Metern um diesen Punkt. Die Windverhältnisse sind dabei entscheidend.
* Keine Feuerwehreinheit im fraglichen Gebiet ist für einen Ernstfall hinreichend ausgerüstet.
* Akute CO-Vergiftungen können nur mit einer Überdruck-Therapie behandelt werden. Die nächsten garantiert verfügbaren 5 Plätze befinden sich in Aachen.
* Die Pipeline könnte theoretisch sehr leicht zum Ziel extremistischer Anschläge werden. Der Verlauf der Pipeline ist öffentlich dokumentiert und im Gelände gut sichtbar markiert. Schon relativ leichtes Bohrgerät könnte den Katastrophenfall auslösen.
* Das Detektorsystem entlang der Pipeline wurde noch nie für eine Leitung dieser Länge getestet und implementiert.
* Das Gefährdungspotenzial der Pipeline wurde bei der Planung anhand eines theoretischen Leitungsmodells errechnet. Dabei wurde von einer Pipeline ausgegangen, die etwa 1 Meter über dem Erdboden verläuft.
6. Dank und Verabschiedung der Gäste durch Erich Hennen.
Ende der Versammlung um 20 Uhr 55.
Weitere Infos zur Bürgerinitiative unter: http://www.stopp-co-pipeline.de/
LG
Siegfried
- [NRW-Duisburg] Versammlung der "Bürgerinitiative Bau-Stopp der Bayer-Pipeline“, Trevino, 18.09.2012
- Re: [NRW-Duisburg] Versammlung der "Bürgerinitiative Bau-Stopp der Bayer-Pipeline“, Kapetanio, 27.09.2012
- Re: [NRW-Duisburg] Versammlung der "Bürgerinitiative Bau-Stopp der Bayer-Pipeline“, Trevino, 27.09.2012
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