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Betreff: Infos für Duisburger Piraten
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- Subject: Re: [NRW-Duisburg] Möbel Krieger vor der Ziellinie
- Date: Thu, 28 Jun 2012 19:23:03 +0000
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http://duisburgamrhein.wordpress.com/2012/06/28/warum-wir-eine-gedenkstatte-am-unglucksort-brauchen/
Warum wir eine Gedenkstätte am Unglücksort brauchen
Veröffentlicht am 28. Juni 2012
von Petra Grünendahl
Ein Kommentar
Vor fast zwei Jahren starben in Duisburg bei der Loveparade 21 junge Menschen. Seit jenem Sommer gibt es am Unglücksort an der Zugangsrampe zum Gelände, auf dem die Loveparade stattfand, eine provisorische Gedenkstätte, an der Menschen der Opfer dieser „amtlich genehmigten Katastrophe“ gedenken. Das Gelände des Alten Güterbahnhofs – auch „Duisburger Freiheit“ genannt, nach dem Masterplan des Star-Architekten Sir Norman Foster – ist mittlerweile verkauft. Ein Investor will dort Möbelhäuser bauen.
http://duisburgamrhein.files.wordpress.com/2012/06/gedenkstaette_im_letzten_bebauungsplanentwurf1.jpg?w=640&h=497
Schon seit längerem ist der Investor, Kurt Krieger aus Berlin, in Gesprächen mit Angehörigen der Todesopfer und mit Opfern, die vor Ort Schlimmes erlebt haben. Diese Gespräche scheinen mittlerweile endgültig gescheitert (siehe „Stellungnahme der Loveparade Selbsthilfe e.V. zum B-Plan “Duisburger Freiheit” vom 15. Mai 2012“).
Nun wäre der Stadtrat am Zuge, der den „historischen Ort der Katastrophe“ im Bebauungsplan als „Gedenkstätte“ ausweisen könnte. Damit wäre zwar der Investor Kurt Krieger nicht gezwungen, dort eine solche einzurichten. Allerdings dürfte er auf der bezeichneten Fläche aber auch nichts anderes bauen. Leider ist zu befürchten, dass genau dies nicht passiert. Zu sehr war 2010 auch die Politik jeglicher Couleur dem obersten Befürworter und Vorturner dieser Stadt (danke, parcelpanic!), der diese Veranstaltung unbedingt hier haben und keine Gründe einsehen wollte, warum nicht … Wie die Lemminge waren sie damals hinterhergelaufen! Und da steht natürlich zu befürchten, dass eben diese Lemminge jetzt und in Zukunft daran nicht auch noch erinnert werden wollen. Entsprechend klein ist im der zuletzt diskutierten Bebauungsplan für diese Fläche (B-Plan Nr. 1129, hier mein Bericht von der Ratssitzung am 26. März 2012) das vorgesehene Areal für eine Gedenkstätte gehalten.
B-Plan 1129 (letzter Entwurf): Die Gedenkstaette an der Rampe
Die Ausweisung einer größeren Fläche für eine Gedenkstätte im Bebauungsplan wäre ein politisches Signal und ein erster Schritt; und sie würde den Ort der Katastrophe vor einer Überbauung schützen. Allerdings ist natürlich eine Verweigerungshaltung auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn wenn Krieger die als Gedenkstätte ausgewiesene Fläche brach liegen lässt, entsteht dort ein Schandfleck – für die Stadt, aber auch für ihn als Investor!
http://duisburgamrhein.files.wordpress.com/2011/10/vision_800.jpg?w=640&h=451
Gedenkstätte als Spiegel einer Offenheit im Umgang mit der Katastrophe,
die Duisburg dringend braucht
Duisburg braucht ein Gedenkstätte am Unglücksort. Zum einen ist der möglichst vollständige Erhalt des Ortes wichtig, um einen Eindruck von den Räumlichkeiten der Katastrophe zu bekommen. Zum anderen ist das Gedenken an diesem Ort nötig, denn hier ist nicht einfach ein Unglück passiert. Es war eine „amtliche genehmigte Katastrophe“, weil sich Behörden (auf Druck von oben?) über Bedenken von Fachleuten hinweg gesetzt haben. So etwas darf nie wieder geschehen – weder hier noch anders wo! Auch dazu sollte uns diese Gedenkstätte ermahnen: Dass nicht wieder Menschen eine Veranstaltung genehmigen, um wen-oder-was-auch-immer im besten Licht dastehen zu lassen – und dabei gut begründete Risiken und Bedenken unter den Teppich zu kehren. Wenn es denn schon hier in unserer Stadt passieren musste, dann haben wir aber auch die Verantwortung, die Welt daran zu erinnern, damit so etwas nie wieder geschieht.
Hier ist ein offener Umgang mit den Geschehnissen von damals gefragt. Jeder der Beteiligten muss sich fragen, was er hätte tun können, um zu vermeiden, dass eine solche Gefahrensituation entsteht. Und diesem „offenen Umgang“ mit der Katastrophe und ihren Ursachen – und deren Klärung – wird nur eine großflächige, offen gestaltete Gedenkstätte gerecht. Nicht als Makel, sondern als Symbol für den Willen, es nie wieder so weit kommen zu lassen. Die Welt will diesen Ort sehen und der Opfer gedenken. Zeigen wir ihr, dass wir offen damit umgehen und den Willen haben, es nie wieder zu einem solchen Unglück kommen zu lassen!
- [NRW-Duisburg] Möbel Krieger vor der Ziellinie, Trevino, 28.06.2012
- Re: [NRW-Duisburg] Möbel Krieger vor der Ziellinie, mal1euro, 28.06.2012
- Re: [NRW-Duisburg] Möbel Krieger vor der Ziellinie, Trevino, 28.06.2012
- <Mögliche Wiederholung(en)>
- Re: [NRW-Duisburg] Möbel Krieger vor der Ziellinie, Hans-Peter Weyer, 28.06.2012
- Re: [NRW-Duisburg] Möbel Krieger vor der Ziellinie, Stefan Czinczoll, 28.06.2012
- Re: [NRW-Duisburg] Möbel Krieger vor der Ziellinie, Trevino, 28.06.2012
- Re: [NRW-Duisburg] Möbel Krieger vor der Ziellinie, Dirk Weil, 28.06.2012
- Re: [NRW-Duisburg] Möbel Krieger vor der Ziellinie, Trevino, 28.06.2012
- Re: [NRW-Duisburg] Möbel Krieger vor der Ziellinie, Dirk Weil, 28.06.2012
- Re: [NRW-Duisburg] Möbel Krieger vor der Ziellinie, Trevino, 28.06.2012
- Re: [NRW-Duisburg] Möbel Krieger vor der Ziellinie, Dirk Weil, 28.06.2012
- Re: [NRW-Duisburg] Möbel Krieger vor der Ziellinie, Trevino, 28.06.2012
- Re: [NRW-Duisburg] Möbel Krieger vor der Ziellinie, Stefan Czinczoll, 28.06.2012
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