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nrw-duisburg - [NRW-Duisburg] Traumzeit und Kultur in Duisburg

nrw-duisburg AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Infos für Duisburger Piraten

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[NRW-Duisburg] Traumzeit und Kultur in Duisburg


Chronologisch Thread 
  • From: bonbini <bonbini AT news.piratenpartei.de>
  • To: nrw-duisburg AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: [NRW-Duisburg] Traumzeit und Kultur in Duisburg
  • Date: Wed, 09 May 2012 10:46:14 +0000
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-duisburg>
  • List-id: Infos für Duisburger Piraten <nrw-duisburg.lists.piratenpartei.de>
  • Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver


Folgende Mail erreichte mich heute:

"An den Kulturdezenenten, den Rat der Stadt Duisburg, Kulturschaffende, Bürgerinnen und Bürger und an die Presse

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Duisburgerinnen und Duisburger,
liebe Traumzeitfans!

Kann man es so formulieren: Die Absage des Traumzeitfestivals für 2012 am 16. März war nur ein kleines Scharmützel als Vorbereitung auf den großen zu erwartenden Kulturcrash in Duisburg!? Eine „Fingerübung“ für das, was auf uns kulturell und kulturpolitisch zukommt? Angesichts der aktuellen Situation in unserer Stadt wundert es nicht, dass auch die entscheidenden Verhandlungen zwischen dem Verein Traumzeitretter und der DMG - ein Traumzeit - Statement im Landschaftspark Nord im Juli 2012 betreffend – gescheitert sind. Der Hinweis auf das Duisburger Haushaltsloch ist derzeit gern zitiert und in aller Ohren. Wie dieses Loch zustandekam – dazu gibt es noch viele nicht ausreichend beantwortete Fragen. Dass es nun durch weiteren Kulturabbau gestopft werden soll, ist eine Entscheidung, die sich langfristig nur äußerst negativ auf die Entwicklung Duisburgs und seine Lebensqualität auswirken kann. Es ist höchste Zeit für kreatives Umdenken, strukturelle und personelle Veränderungen und für gemeinsamen Protest aller kulturinteressierten Menschen und Institutionen! Die Absage der Traumzeit 2012 war ein Schritt in Richtung Abbruch statt Aufbruch, bereits im März wurde so seitens der Stadt die Chance vertan, mit Unterstützung aus der Bürgerschaft ein Zeichen für den kulturellen Überlebenswillen zu setzen – was zu dem Zeitpunkt durchaus noch möglich und ein wichtiger Impuls gewesen wäre. Wir geben nicht auf. Wir setzen auf starken Zusammenhalt aller Kunst- und Kulturschaffenden und auf die Möglichkeit, gemeinsam mit den Duisburger Bürgerinnen und Bürgern und den hier ansässigen Firmen positive Veränderungen zu bewirken.
Die Stellungnahme des Vereins Traumzeitretter zu dem vorerst gescheiterten Projekt „TRAUMZEIT – Statement“ 2012 und Informationen zu den geplanten Alternativen entnehmen Sie bitte der folgenden Presseerklärung.

Mit freundlichen Grüßen
Luise Hoyer"

*Pressemitteilung*

Ein Traumzeit-Statement im Juli 2012, so wie vom Verein Traumzeitretter als gangbarer Weg für dieses Jahr eingebracht, wird es nicht geben. Mit größtem Bedauern gingen die Traumzeitretter aus dem letzten Gespräch mit der Duisburg Marketing Gesellschaft (DMG), in dem die letzten Hoffungen platzen. Dem Verein wurde zwar der Landschaftspark Nord für den 7./ 8. Juli zur Miete angeboten, allerdings zu Bedingungen, die als inakzeptabel zurückgewiesen werden mussten. Es lässt kulturpolitische Verantwortung und Seriosität vermissen, wenn sich die DMG, sprich die Stadt, als Veranstalter aus der Pflicht nimmt, stattdessen diese Rolle allein von den Traumzeitrettern verlangt und dazu noch fordert, dass es keinerlei Zusammenarbeit mit Tim Isfort als künstlerischem Leiter geben dürfe.

Nach der völlig unverständlichen Absage des Festivals durch den amtierenden Kulturdezernenten am 16.3. (Tim Isfort hatte allen Beteiligten noch am Vormittag des 16.3. die Machbarkeit eines hochwertigen „Traumzeit-Statements“ schriftlich vorgelegt) werden somit die letzten Chancen torpediert, doch noch ein weithin beachtetes Kulturfestival in einer kleineren Ausfertigung möglich zu machen. Die über Monate den städtischen Funktionsträgern angebotene helfende Hand aus der Bürgerschaft ist ausgeschlagen. Immer wieder war vollmundig die Gründung eines Vereins begrüßt und ihm Hilfe und Unterstützung durch die städtischen Verantwortlichen zugesichert worden. Gebetsmühlenartig auf den Sparzwang zu verweisen, statt sich kreative Gedanken zu eigen zu machen und die Stadtgesellschaft zu kulturellem Engagement zu mobilisieren – mit dieser Froschperspektive ist das aufziehende kulturelle Debakel nicht zu bewältigen. Duisburg entgeht damit, sich in der aktuellen bahnbrechenden Entwicklung im ehemaligen Birma mit dem von Tim Isfort kuratierten Traumzeit-Musikprojekt „Myanmar meets Europe“ international als Kulturpartner zu profilieren. Dagegen ist das künstlerisch-kulturelle Vorzeigeprojekt auf den renommierten Musikfestivals in Moers und Nijmegen herzlich willkommen.

Die Kultur samt der freien Szene in Duisburg darf nicht in die völlige provinzielle Bedeutungslosigkeit versinken. Der Verein Traumzeitretter wird auch weiterhin daran arbeiten, eines der letzten bedeutenden Duisburger Kulturevents vor dem Untergang zu bewahren. Dazu wird in den nächsten Wochen anlässlich der erwarteten Kultureinschnitte durch die Haushaltsbeschlüsse die Zusammenarbeit mit Kulturveranstaltern der Stadt verstärkt. Oper und Philharmonie, Festivals, Clubs und freie Szene, Laienkultur, kulturelle Bildung und Filmforum - das alles gehört zu einer lebenswerten Stadt und lässt sich nicht gegeneinander ausspielen. Die Lichter der Großstadt sollen gemeinsam leuchten! Und schließlich wird es „Traumzeit unterwegs“ geben: Das sind Konzertveranstaltungen im Herbst und Winter, die den Gedanken und die Strahlkraft des Festivals untrennbar mit der künstlerischen Leitung Tim Isforts bewahren. Los damit geht es schon bei der aktuell stattfindenden HOFkultur in Ruhrort.

2013 und in den folgenden Jahren muss es wieder das Musikfest unter dem Hochofen in Meiderich geben. Der bereits von Tim Isfort, und nun auch von Seiten der DMG angedeutete Weg hin zu einer Privatisierung erfordert neue Ideen und Kräfte vor allem des finanziellen und bürgerschaftlichen Engagements der Stadtgesellschaft. Die Traumzeitretter werden sich einer solchen Herausforderung stellen, allerdings darf dabei die Stadt nicht aus den kulturellen Haushaltsverpflichtungen einer Kommune entlassen werden.

Der Vorstand
Luise Hoyer / Ruth Bamberg / Philippe Micol / Eckart Pressler



  • [NRW-Duisburg] Traumzeit und Kultur in Duisburg, bonbini, 09.05.2012

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