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nrw-ak-landespolitik - [Nrw-ak-landespolitik] Aktuelle Module AK Bauen & Verkehr

nrw-ak-landespolitik AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Nrw-ak-landespolitik mailing list

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[Nrw-ak-landespolitik] Aktuelle Module AK Bauen & Verkehr


Chronologisch Thread 
  • From: danebod AT arcor.de
  • To: richard.klees AT piratenpartei-nrw.de
  • Cc: nrw-ak-landespolitik AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: [Nrw-ak-landespolitik] Aktuelle Module AK Bauen & Verkehr
  • Date: Sun, 14 Feb 2010 21:47:15 +0100 (CET)
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-landespolitik>
  • List-id: <nrw-ak-landespolitik.lists.piratenpartei.de>

Moin allseits,

die bundesweite AG Bauen und Verkehr hat sich viel Mühe gemacht bei der
Erarbeitung der folgenden Module zusammen mit dem AK Bauen und Verkehr NRW
und mir, der nur interessehalber dabei war.. Ich wollte sie gerade ins wiki
stellen, aber kurz vor dem letzten Modul kackte es komplett ab.

Deshalb schicke ich die jetzt als Textkörper auf diesem Wege. Ich werde keine
Zeit haben um zu kontrollieren ob das wiki irgendwann mal wieder funktioniert
und alles noch einmal zu formatieren und reinzustellen.

Sie finden sich auch im Piratenpad http://piratenpad.de/t8vKX3ISzp ,
Revision 62 saved by unnamed sowie als Textdatei auf meinem Rechner.

danebod



Präambel I Die Bedeutung des Themas Bauen und Verkehr für Nordrhein-Westfalen
Eine nachhaltige Entwicklung des Verkehrs, des Bauens und der
Stadtentwicklung hat angesichts der ökologischen, sozialen und ökonomischen
Entwicklung in Nordrhein-Westfalen einen hohen Stellenwert. Die Überwindung
der Folgen des demographischen Wandels und der wirtschaftsstrukturellen
Entwicklung müssen durch eine Zusammenarbeit aller Beteiligten erreicht
werden. Zu einer nachhaltigen Entwicklung gehören unter anderem die
Bereitstellung eines klimafreundlichen Verkehrsangebotes sowie die Schaffung
eines attraktiven Wohnumfeldes.

Präambel II Die Bedeutung des Themas Bauen und Verkehr für Nordrhein-Westfalen
Die Piratenpartei Nordrhein-Westfalen strebt eine grundlegende Änderung des
in unserem Bundesland verfolgten Verkehrskonzeptes an. Durch das steigende
Verkehrsaufkommen, Baustellen und Fehlplanungen kommt es zu immer längeren
Staus. Diese belasten die Umwelt und kosten Zeit, während Ausbau und
Instandhaltung der Straßeninfrastruktur aufwändig und teuer sind. Das macht
eine konsequente Fokussierung auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)
unumgänglich. Um diese Ziele zu erreichen, fordert die Piratenpartei
Nordrhein-Westfalen:

Modul Attraktivitätssteigerung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) I
Die Angebote des ÖPNV können durch vielfältige Maßnahmen attraktiver
gestaltet werden und so die Ausnutzung der öffentlichen Verkehrsmittel
verbessern. Die Piratenpartei Nordrhein-Westfalen fordert daher ein
engmaschigeres Netz der Verkehrslinien sowie eine häufigere Bedienung der
Linien. Verbesserte Verbindungen aus dem Umland der Städte in die
Stadtzentren gehören ebenfalls dazu; beispielsweise lassen sich regionale
Eisenbahnverbindungen in das Straßenbahnnetz nach dem Vorbild der Region
Karlsruhe einbinden. Gesicherte Umsteigeverbindungen an zentralen Plätzen und
Vorrangschaltungen für den Öffentlichen Personennahverkehr an Signalanlagen
sind anzustreben.

Modul Attraktivitätssteigerung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) II
Zur Attraktivitätssteigerung trägt außerdem ein besserer Service auf den
schienengebundenen Umland-Strecken bei, wie zum Beispiel das
Rheinbahn-Bistro, weiterhin eine Überprüfung und Anpassung der Haltepunkte
und die bauliche Form dieser Haltepunkte. Eine barrierearme Gestaltung des
öffentlichen Personennahverkehrs ist, wo immer möglich, anzustreben.

Modul Attraktivitätssteigerung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) III
Bis zur Einführung des angestrebten Nulltarifs erhöht ein einfach und
übersichtlich gestaltetes Tarifsystem die Nutzungschancen. Es muss die
Möglichkeit geschaffen werden, Einzelfahrscheine für einen bestimmten
Zeitraum unabhängig von der Fahrtrichtung zu nutzen.

Modul Attraktivitätssteigerung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) IV
Die Weitergabe von Informationen von Störungen sollte so umgesetzt werden,
dass diese den Interessenten auf den Medien erreichen, die er auch sonst
nutzt. Beispiele wären hier die Veröffentlichung von Störungen per Twitter
oder über RSS-Feeds. Außerdem können QR-Codes an den Haltestellen auf
internetbasierte aktuelle Störungsmeldungen verweisen.

Modul Modellversuch für einen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zum
Nulltarif I
Die PIRATEN des Landes Nordrhein-Westfalen sind davon überzeugt, dass ein
fahrscheinfreier ÖPNV nicht nur für die Gesellschaft, sondern auch für die
Wirtschaft langfristig einen Gewinn darstellt. Diese Maßnahme ermöglicht
mehrere Ziele zugleich zu erreichen: Die Städte als zusammenhängender
Lebensraum werden aufgewertet, da in Ballungsräumen eine stärkere Nachfrage
zu einem attraktiveren Angebot führen wird. Ebenfalls steigert der
öffentliche Personennahverkehr zum Nulltarif die Anziehungskraft unserer
Städte auf auswärtige Besucher. Davon profitieren Staat und Wirtschaft
gleichermaßen. In ländlichen Gebieten wird eine verstärkte Nutzung des ÖPNV
dazu führen, dass vormals schwach frequentierte Strecken wieder sinnvoll
bedient werden können. Auch die einkommensschwachen Verkehrsteilnehmer werden
durch diese Maßnahme finanziell deutlich entlastet. Außerdem entfallen Kosten
für Fahrkartenverkauf und -kontrolle. Freiwerdende Mitarbeiter der
Fahrkartenkontrolle werden überwiegend zur Verbesserung des Services
eingesetzt. Wie das Vorbild der belgischen Stadt Hasselt zeigt, sind solche
Projekte in der Praxis realisierbar.

Modul Modellversuch für einen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zum
Nulltarif II
Zur Finanzierung dieses Konzeptes dienen zum Teil freiwerdende Mittel, die
bisher für den Ticketverkauf aufgewendet wurden. Die restliche Finanzierung
wird über Haushaltsmittel gedeckt.

Modul Modellversuch für einen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zum
Nulltarif III
Die PIRATEN des Landes Nordrhein-Westfalen fordern eine Analyse der
Machbarkeit eines fahrscheinfreien ÖPNVs. Im Erfolgsfall soll der
Modellversuch landesweit ausgedehnt werden. Wir setzen uns dafür ein, in der
anstehenden Legislaturperiode ein oder mehrere Pilotprojekte umzusetzen, die
wissenschaftlich begleitet werden sollen. Gut geeignet sind hierzu Städte wie
Aachen, Paderborn oder Bielefeld, deren ÖPNV-Systeme aufgrund ihrer Insellage
nicht mit anderen Großstädten vernetzt sind.

Modul Modellversuch für einen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zum
Nulltarif IV
Der öffentliche Nahverkehr zum Nulltarif mit hohen qualitativen und
quantitativen Standards wird auf Dauer die Mobilität eines jeden Bürgers
erhöhen und in Zukunft einen hohen Stellenwert in der Schaffung eines
umweltfreundlichen sowie ressourcenschonenden Verkehrsangebotes einnehmen.

*
[http://wiki.piratenpartei.de/images/5/5e/2009-12-29-%C3%96ffentlicher_Personennahverkehr_in_NRW_Thesenpapier.pdf
Weiterführende Informationen im Arguliner zum Thema!]

Modul Vergabekriterien für ÖPNV I
Da der ÖPNV ein wesentlicher und wichtiger Bestandteil der Mobilität in
Nordrhein-Westfalen ist, wird dieser von der öffentlichen Hand finanziell
gestützt. Diese Unterstützung muss zielgerichtet und transparent für den ÖPNV
eingesetzt werden. Die Piratenpartei Nordrhein-Westfalen fordert deshalb, die
Vergabekriterien wie folgt anzupassen:

Modul Vergabekriterien für ÖPNV II - Tarifliche Entlohnung -
Um den öffentlichen Verkehr nachhaltig zu sichern, ist es notwendig, dass die
Anbieter alle Angestellten mindestens nach den örtlich geltenden Tarifen
bezahlen. Bestreikte Unternehmen haben auf jeden Fall vollumfänglichen Ersatz
zu leisten, dazu gehört die finanzielle Entschädigung bei der Inanspruchnahme
von Taxifahrten und die Begleichung von Verdienstausfällen. Diese Forderungen
sollen schnell und unbürokratisch, zum Beispiel durch eine
Entschädigungskommission, nach Regelsätzen beglichen werden.

Modul Vergabekriterien für ÖPNV III - Kreative Lösungen für die Verkehrsnetze
-
Vor der Ausschreibung zur Vergabe von Verkehrsleistungen ist ein Planungs-
und Gestaltungswettbewerb auszuloben, der die Verkehrsleistungen optimiert
und die Vernetzung verschiedener Verkehrsträger in einem Verkehrsgebiet
verbessert. Dabei ist ausdrücklich dazu zu ermutigen, neue Ansätze und Ideen
für die Erschließung von Quartieren zu finden, die aufgrund ihres
Verkehrsaufkommens mit den traditionellen Angeboten des öffentlichen
Personennahverkehrs nur schlecht erschlossen werden können; hier ist Raum zu
schaffen für Bürgerbus-Initiativen und für die Integration des Taxi-Gewerbes
in ein bedarfsgeregeltes Angebot etwa von Rufbus-Linien. Kriterien für die
Bewertung der eingereichten Vorschläge sind beispielsweise die Direktheit der
Verbindungen und die Maßnahmen zur Anschlusssicherung an Umsteigepunkten.

Modul Vergabekriterien für ÖPNV IV - Kreative Lösungen für die Verkehrsnetze -
Voraussetzung für einen solchen Wettbewerb ist eine transparente
Dokumentation des bestehenden Verkehrsangebots, der stationären Einrichtungen
des ÖPNV und der realen Verkehrsströme aller Verkehrsträger einschließlich
des Individualverkehrs. Dazu gehört auch die Bestandsaufnahme der bereits im
ÖPNV tätigen Unternehmen und ihrer Angebote, um die Vorgaben für den
Planungs- und Gestaltungswettbewerb daraus ableiten zu können.

Modul Vergabekriterien für ÖPNV V - Kreative Lösungen für die Verkehrsnetze -
In den Gestaltungswettbewerb können weiterhin der Ausbau der Wartepunkte und
Haltestellen mit einbezogen werden, da diese einen wesentlichen Einfluss auf
die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehres haben. Eventuelle
bauliche Veränderungen obliegen weiterhin der öffentlichen Hand oder dem
Eigentümer der Infrastruktur, wie beispielsweise beim Bahnnetz.

Modul Vergabekriterien für ÖPNV VI - Wettbewerb der Verkehrsbetreiber im ÖPNV
-
Für den Betrieb des ÖPNV fordert die Piratenpartei Nordrhein-Westfalen einen
funktionierenden Wettbewerb unter den Verkehrsbetreibern. Um dies
sicherzustellen, sind die Verkehrsleistungen entsprechend den Ergebnissen der
Gestaltungswettbewerbe auszuschreiben und den Ergebnissen der Ausschreibung
folgend zu vergeben. Ein Verzicht auf eine Ausschreibung ist so wenig
akzeptabel wie eine anschließende politische Entscheidung gegen den Gewinner
der Ausschreibung. Derartige nachträgliche Einflüsse auf das
Ausschreibungsverfahren führen zu Intransparenz und Lobbyismusvorwürfen.
Zweifel an der fachlichen Qualifikation eines Bewerbers müssen frühzeitig
angemeldet werden und bereits in die Bewertung des Angebots einfließen.

Modul Vergabekriterien für ÖPNV VII - Wettbewerb der Verkehrsbetreiber im
ÖPNV -
Um die Monopol- und Oligopolstellung der dominierenden Verkehrsbetreiber zu
verringern, ist bei vergleichbarem Angebot der Verkehrsbetreiber mit dem
geringeren Marktanteil zu bevorzugen.

Modul Vergabekriterien für ÖPNV VIII - Transparenz der Entscheidungsprozesse
nach Ausschreibungen im ÖPNV -
Es ist notwendig alle Angebote, die auf eine Ausschreibung eintreffen, zu
veröffentlichen um Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten. Die Anbieter wollen
von der Öffentlichkeit beauftragt werden und es ist daher ein generelles
Recht der Öffentlichkeit, die Angebote einsehen zu können. Nach der
Angebotsphase sind die Entscheidungs- und Abwägungsprozesse für die
Öffentlichkeit möglichst nachvollziehbar zu gestalten.






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