nrw-ak-innenpolitik AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Nrw-ak-innenpolitik mailing list
Listenarchiv
[Nrw-ak-innenpolitik] WG: Pressemitteilung ProFans: ProFans fordert die Aufhebung der Allgemeinverfügung gegen Fans der SG Eintracht Frankfurt
Chronologisch Thread
- From: "Marie Kuster" <marie.kuster AT web.de>
- To: <ag-sport AT lists.piratenpartei.de>, <nrw-ak-innenpolitik AT lists.piratenpartei.de>
- Subject: [Nrw-ak-innenpolitik] WG: Pressemitteilung ProFans: ProFans fordert die Aufhebung der Allgemeinverfügung gegen Fans der SG Eintracht Frankfurt
- Date: Thu, 28 Apr 2016 15:32:56 +0200
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-innenpolitik>
- List-id: <nrw-ak-innenpolitik.lists.piratenpartei.de>
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: ProFans [mailto:presse AT profans.de]
Gesendet: Donnerstag, 28. April 2016 11:51
An: undisclosed-recipients:
Betreff: Pressemitteilung ProFans: ProFans fordert die Aufhebung der
Allgemeinverfügung gegen Fans der SG Eintracht Frankfurt
Sehr geehrte Damen und Herren,
anbei erhalten Sie eine Pressemitteilung von ProFans. Das Fanbündnis stellt
die Rechtmäßigkeit der Allgemeinverfügung gegen Fans der SG Eintracht
Frankfurt in Frage und fordert die sofortige Aufhebung dieser überzogenen
Maßnahme.
Mit freundlichen Grüßen
i. A. Gabriele Mateika (ProFans)
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
ProFans fordert die Aufhebung der Allgemeinverfügung gegen Fans der SG
Eintracht Frankfurt
Das Bündnis ProFans kritisiert die im Vorfeld der Begegnung SV Darmstadt
98 – SG Eintracht Frankfurt angekündigte Allgemeinverfügung aufs Schärfste
und stellt die Rechtmäßigkeit dieser völlig überzogenen Maßnahme in Frage.
Eine Allgemeinverfügung, welche die Rechte einer ganzen Fangemeinschaft im
Kollektiv beschneidet, kann niemals im Sinne rechtsstaatlicher Prinzipien
erlassen werden. Abgesehen davon, dass einzelne Aufenthaltsverbote ohnehin
schon als fragwürdig betrachtet werden können, stellt diese erweiterte Form,
eine ganze Gemeinschaft von Gästefans in ihrer Freiheit einzuschränken, eine
neue Repressionsstufe dar. Es drängt sich hierbei der Eindruck auf, dass die
Einschränkung der grundrechtlich geschützten Bewegungsfreiheit gar nicht
eigenständigen Sicherheitserwägungen folgt, sondern in Wahrheit vielmehr das
vom DFB verfolgte Prinzip der Kollektivbestrafung durchsetzen soll: Nach der
Bestrafung des Deutschen Fußball-Bundes, wonach die Frankfurter Fans am
Samstag bei ihrem Auswärtsspiel in Darmstadt den Gästeblock nicht betreten
dürfen, berufen sich die Verfechter dieser Allgemeinverfügung auf genau
dieses vom Verband gefällte zweifelhafte Urteil.
Nun dürfen Eintracht-Fans noch nicht einmal nach Darmstadt reisen bzw.
sich in der Stadt aufhalten. Schon die bloße Durchfahrt mit einem
Eisenbahnzug etwa von Heidelberg nach Frankfurt wird durch die Verfügung
grundsätzlich untersagt. Sowohl die Definition des betroffenen
Personenkreises als auch der möglichen Ausnahmen ist derart unscharf
gehalten, dass sie willkürlichen Entscheidungen Tür und Tor öffnet. Es bleibt
gar eine Frage der Auslegung, ob nicht auch die Spieler des Gastvereins unter
das Aufenthaltsverbot fallen. Die Begründung der Allgemeinverfügung lässt
außerdem vermuten, dass diese absichtlich und ohne sachlichen Grund derartig
kurzfristig erlassen wurde, nur um zu verhindern, dass etwaige erfolgreiche
Klagen dagegen noch vor dem Spieltag rechtswirksam werden können.
„Die Stadt Darmstadt sanktioniert mit der Verfügung eine Personengruppe von
sechsstelliger Zahl, nicht nur ihrer freien Meinungsäußerung, sondern allein
schon ihrer Gesinnung wegen, indem sie das Recht des Aufenthalts im
Stadtgebiet davon abhängig macht, welchem Fußballverein man zuneigt. Dieser
Eingriff in die grundgesetzlich geschützte Meinungsfreiheit ist skandalös“,
kritisiert ProFans-Sprecher Sig Zelt. Bereits im Vorfeld des Gastspieles von
Hertha BSC hatten die Darmstädter Behörden deutlich erkennen lassen, dass
Gästefans – ohne Rücksicht auf ihr persönliches Verhalten – in der Stadt
nicht willkommen sind. „Traurig,“ so Sig Zelt weiter, „dass DFB und DFL,
obwohl sie sich öffentlich einer Willkommenskultur für Gästefans
verschreiben, hier offenbar keinen Anlass sehen, sich auf die Seite der
pauschal diskriminierten Fans zu stellen.“
„Wir haben den Eindruck, dass die Einschränkung von Bewegungsfreiheit den
Behörden zunehmend als das probateste Mittel erscheint, um in ihren Augen für
Ruhe und Ordnung zu sorgen“, bemerkt ProFans-Sprecherin Gabriele Mateika und
verweist in dem Zusammenhang auf die zuletzt immer häufigeren Fälle, bei
denen Gruppen von Fans wegen in die Länge gezogener Kontrollen deutlich
später ins Stadion gelangten oder mit fadenscheinigen Begründungen
zurückgeschickt wurden und das Spiel vor Ort nicht sehen konnten.
Angesichts dieser Entwicklungen wirken verbandsinterne Dialogangebote an die
Fans oder von Politikern ausgerufene „Fußballgipfel“ wie pure Heuchelei. Dazu
ProFans-Sprecher Nicolai Mäurer: „Aus welchem Grund sollten wir uns wieder
mit den Verbänden oder gar den Behörden an einen Tisch setzen, wenn den
Verantwortlichen nichts Besseres einfällt, als sich hinter der Ausrede von
den Sachzwängen zu verschanzen und sie uns an jedem Spieltag mit neuen
Repressionen in den Rücken fallen und versuchen, die Fans gegeneinander
aufzuhetzen?“
ProFans im April 2016
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
ProFans
Postfach 028863
10131 Berlin
Sig Zelt (Pressesprecher)
Telefon: 0178 1906096
presse AT profans.de
www.profans.de
Attachment:
PM Allgemeinverfügung April 2016.pdf
Description: application/binary
- [Nrw-ak-innenpolitik] WG: Pressemitteilung ProFans: ProFans fordert die Aufhebung der Allgemeinverfügung gegen Fans der SG Eintracht Frankfurt, Marie Kuster, 28.04.2016
Archiv bereitgestellt durch MHonArc 2.6.19.