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[Nrw-ak-innenpolitik] WG: Pressemitteilung ProFans: Fanorganisationen verlassen Dialogstrukturen des DFB
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- Date: Wed, 14 Oct 2015 13:35:52 +0200
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Frankfurt am Main, 14. Oktober 2015
Fanorganisationen verlassen Dialogstrukturen des DFB
Die unabhängigen Fanorganisationen ProFans, UnsereKurve, Queer Football
Fanclubs und F_in Netzwerk Frauen im Fußball haben am 14. Oktober 2015 den
bestehenden Fandialog innerhalb der Kommission Sicherheit, Prävention und
Fußballkultur beim Deutschen Fußball Bund (DFB) beendet.
Ergebnisorientierte Gesprächsbereitschaft und Wertschätzung wurden über Jahre
hinweg nicht etabliert. Reform von Dialog- und Beschlussstrukturen wird
gefordert.
Gemeinschaftlich haben die großen, mitgliederstarken Fanorganisationen
„ProFans“ und „UnsereKurve“ als auch die Queer Football Fanclubs und F_in
keinen dauerhaften und ernsthaften Willen des Verbandes DFB erkennen können,
mit Fußballfans einen transparenten und zielführenden Dialog etablieren zu
wollen. Die Arbeit der AG Fanbelange / Fanarbeit, dem einzigen Gremium für
einen institutionalisierten regelmäßigen nationalen Dialog des DFB mit
Fußballfans, wurde bisher konsequent aus der Öffentlichkeit herausgehalten.
Dadurch wird das Bild der Fußballfans fast ausschließlich durch
polarisierende Politiker, Polizeigewerkschafter und Medien geprägt. "Hier
wird regelmäßig die Chance vertan, einen sachlichen, fachlichen Gegenpol zu
der oftmals hysterischen Darstellung zu bilden!", so eine Vertreterin von
F_in.
Obwohl die Verbände die Einzigartigkeit der Fußballfankultur in Deutschland
permanent loben, auch um damit höchstmögliche Erlöse in der Vermarktung des
Profifußballs zu erzielen, werden Dialog und Kooperationen mit den
Fußballfans immer wieder torpediert oder ausgebremst. "Konstruktive Ideen,
erarbeitet von Menschen an der Basis mit dem nötigen Sachverstand, ersticken
in den Strukturen eines bürokratischen Verbandes.", erklärt Dirk Middeldorf
von Queer Football Fanclubs den über Jahre gewachsenen Frust der Fans.
"Entscheidern wird diese Expertise nur gefiltert zugänglich gemacht, nicht
selten hat man den Eindruck, dies sei so gewollt.", fügt Tobias
Westerfellhaus von UnsereKurve hinzu.
Themen wie Kombitickets, Fanutensilien oder der Umgang mit
sicherheitsrelevanten Vorkommnissen wurden zwar besprochen, jedoch verpuffte
das Ergebnis unter der Last der Bürokratie.
Diese Umstände gepaart mit immer neuen Schikanen und Strafen des
DFBSportgerichts, die vorallem unschuldige und unbeteiligte Fans treffen und
eine eigene Rechtsprechung neben der demokratisch legitimierten darstellen,
lassen den Unmut in den Fanszenen zusätzlich wachsen. Den Sinn solcher
Gesprächsrunden an die durch die Organisationen vertretenen Fans zu
vermitteln wird nahezu unmöglich.
Um dieses zu verdeutlichen und ggf. auch eine öffentliche Diskussion über den
wirklichen Wert der Fußballfankultur in Deutschland für Gesellschaft und
Fußball anzustoßen, ist der gemeinsame Austritt aus der AG Fanbelange /
Fanarbeit und die damit verbundene öffentliche Debatte ein probates Mittel.
“Fußballfans betrachten unabhängig aller Differenzen mit dem DFB die
Beteiligung und Mitsprachemöglichkeit mit Verbänden und Verantwortlichen im
Fußball als ein wertvolles Gut!”, sagten die Fanvertreter unisono. Sie
betonen, dass dieser Schritt keineswegs einen vollständigen Bruch des Dialogs
auf Bundesebene bedeuten muss.
"Schließlich hat der
zweite Verband, die Deutsche Fußball Liga (DFL), in den letzten Monaten
gezeigt, dass sie im Gegensatz zum DFB gewillt zu sein scheint, Fanbelange
ernst zu nehmen.", betont Alex Schulz von ProFans den Unterschied im Umgang
beider Verbände mit Fanthemen.
"Für uns ist dies sicher kein leichtfertiger, aber ein notwendiger Schritt!
Schließlich investieren wir unsere Freizeit in dieses Ehrenamt und haben
deshalb auch entsprechende Erwartungen.", stellen Alex Schulz und Tobias
Westerfellhaus noch einmal klar, dass es sich bei dem Austritt um eine durch
den Verlauf der Gespräche abzusehende Konsequenz handelt.
ProFans Ansprechpartner
Alex Schulz
enoymz AT googlemail.com
+49 176 3149 2436
Attachment:
PM 2015-10-14 Fanorganisationen.pdf
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- [Nrw-ak-innenpolitik] WG: Pressemitteilung ProFans: Fanorganisationen verlassen Dialogstrukturen des DFB, Marie Kuster, 14.10.2015
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