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nrw-ak-innenpolitik - [Nrw-ak-innenpolitik] Fwd: PM - Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) kritisiert öffentliche Äußerungen zur Fanthematik

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[Nrw-ak-innenpolitik] Fwd: PM - Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) kritisiert öffentliche Äußerungen zur Fanthematik


Chronologisch Thread 
  • From: <Marie.Kuster AT landtag.nrw.de>
  • To: <nrw-ak-innenpolitik AT lists.piratenpartei.de>, <ag-sport AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: [Nrw-ak-innenpolitik] Fwd: PM - Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) kritisiert öffentliche Äußerungen zur Fanthematik
  • Date: Wed, 11 Dec 2013 12:23:56 +0000
  • Accept-language: de-DE, en-US
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-innenpolitik>
  • List-id: <nrw-ak-innenpolitik.lists.piratenpartei.de>

Hallo zusammen, 

endlich äußern sich die Fanprojekte zu den Aussagen von IM Pistorius und anderer bezüglich ihrer Wirkungsmöglichkeiten. 

LG, Marie 


Betreff: PM - Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) kritisiert öffentliche Äußerungen zur Fanthematik

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) kritisiert Aussagen
des Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Niedersachsens
Innenminister Boris Pistorius, welcher in einem Interview mit der NOZ
äußerte: "wenn es um rohe Gewalt geht, helfen keine Fanprojekte." Auch
die Aussage von DFL Geschäftsführer Andreas Rettig, "Diese Vögel werden
wir nicht erreichen. Da sind wir überfordert und bleiben auf Hilfe
Dritter angewiesen", ist wenig hilfreich.
Zunächst sind diese Aussagen aus Sicht der BAG weder belegbar noch
verifizierbar. Gleichzeitig ist jedoch die Wirksamkeit von Prävention
nicht konkret messbar. Man sollte sich jedoch gelegentlich vor Augen
führen, wie sich die Situation in den Stadien vor der Einrichtung der
ersten Fanprojekte darstellte, nämlich deutlich problematischer.
Desweiteren darf man nicht ausblenden, dass sich seit dieser Zeit die
Zuschauerzahlen drastisch erhöht haben.

Zudem sollte hinterfragt werden, welche Maßnahmen hat es darüber hinaus
gegen Gewalt im Fußballumfeld gegeben hat. Diese waren zumeist
repressiver Natur. Es wurde vorrangig die Präsenz der Polizei verstärkt,
was zu entsprechenden Kosten führte. Das Vorgehen der Polizei im
Fußballumfeld war teilweise auch von Fehleinschätzungen und
unverhältnismäßigem Eingreifen geprägt. In der Folge ist in großen
Teilen der aktiven Fanszenen ein "Feindbild Polizei" entstanden. Das
häufige Gleichsetzen der Anwendung von Pyrotechnik mit Gewalt hat dies
enorm verstärkt.

Demgegenüber sind Fanprojekte bis heute trotz des seit Juli 2013
vorbildlich verbesserten Engagements von DFB und DFL oft nicht
ausreichend ausgestattet. So können diese ihrem Auftrag im Grunde nie zu
100% nachkommen, noch dazu vor dem Hintergrund ständig steigender
Anforderungen. Die Personalstärke, die das NKSS bereits 1993 gefordert
hat, ist von den wenigsten Fanprojekte je erreicht worden. Die
Zuschauerzahlen haben sich seit dieser Zeit hingegen verdoppelt.
Fanprojekte können jedoch durchaus "diese Vögel" erreichen und etwas
gegen "rohe Gewalt" tun, insbesondere durch das Aktivieren der
schweigenden Masse im Sinne einer Selbstregulierung. Hierzu ist eine
intensive Beziehungsarbeit mit den Fanszenen notwendig. Diese ist extrem
zeitaufwendig und beinhaltet vor allem auch das Aufsuchen von
Treffpunkten einzelner Gruppen oder das Anbieten von Treffpunkten. Der
Aufbau eines erforderlichen Vertrauensverhältnisses braucht Zeit und
Kontinuität, insbesondere im personellen Bereich. Verschiedene örtliche
Fanprojekte wurden erst in den letzten Jahren eingerichtet und brauchen
die nötige Zeit, um nachhaltig Wirkung entfalten zu können. Im Vergleich
dazu haben zunehmende repressive Maßnahmen seit den 80er Jahren eben
nicht die gewünschten Ergebnisse erzeugt, und teilweise die Konflikte
noch verschärft.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte warnt daher eindringlich
vor überzogenen Maßnahmen. Vielmehr müssen Verbände, Vereine und Polizei
die Fanprojekte endlich nachhaltig und angemessen in die Vor- und
Nachbereitung der Spieltage einbinden, deren beratende und vermittelnde
Rolle auf Augenhöhe anerkennen und alle Fanprojekt-Standorte von der
öffentlichen Hand den NKSS-Vorgaben entsprechend ausgestattet werden.

i.A. Thomas Beckmann / Matthias Stein
BAG Sprecher

Attachment: BAG-PM-Kritik_Pistorius_Rettig.doc
Description: BAG-PM-Kritik_Pistorius_Rettig.doc



  • [Nrw-ak-innenpolitik] Fwd: PM - Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) kritisiert öffentliche Äußerungen zur Fanthematik, Marie.Kuster, 11.12.2013

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