nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Nrw-ak-drogen mailing list
Listenarchiv
- From: Dave-Kay <davekay.de AT gmail.com>
- To: nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [NRW-AK-Drogen] Brüller-Fundstück im Hanfjournal
- Date: Tue, 31 Jul 2012 14:22:53 +0200
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-drogen>
- List-id: <nrw-ak-drogen.lists.piratenpartei.de>
gesperrt!
2012/7/31 Maximilian Plenert <max.plenert AT hanfverband.de>
belongs to category: Sex Education <- ist gesperrt? LOL
inhalt von link2
27.10.2011 -|+ 36 | | | |
Aufregung über kreuz.net-Sperre
kreuz.net ärgert sich über eine vermeintliche Zensur - und bringt sogar den
Holocaust ins Spiel.
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Blogs loben und kritisieren, dass die Hasseite für Schüler in NRW nicht
aufrufbar sei. Dabei gibt es keine solche Sperre. Und Filtersysteme blockieren
oft auch LGBT-Seiten.
Von Norbert Blech
Die Aufregung war groß: Die in vielen Bereichen fundamentalistische und unter
anderem mit dreister Freude homophobe Seite kreuz.net berichtete die Tage, sie
sei "Opfer des linken Maulkorbs" geworden. NRWs Ministerpräsidentin Hannelore
Kraft (SPD) habe sich für einen kritischen Bericht gerächt und die Seite quasi
eigenhändig "von den staatlichen Schulservern" entfernen lassen.
Der Alarm stellte sich schnell als massiv übertrieben heraus. Auf Anfrage von
queer.de erklärte das NRW-Schulministerium, es gebe überhaupt keinen Schulserver
in der Art, dass man als Provider auftrete. Die Schulen bezögen ihr Internet
teilweise über die jeweilige Kommune, teilweise über herkömmliche Provider. Und
es gebe keinerlei Vorschrift an die Schulen, Filtersoftware oder bestimmte
Filterlisten einzusetzen. Der Eigenbericht von kreuz.net kann sich also auf nur
eine einzige Schule beziehen. Lehrer und Schüler sollen angeblich als Begründung
zu lesen bekommen haben: "Politisch Extrem, Diskriminierung, Gewalt".
Die Mär von kreuz.net, hier habe eine Zensur durch ausdrückliche Einzelsperrung
stattgefunden, setzte sich freilich auch bei den Gegnern des Portals fort. So
schrieb ein Autor des Portals Suite 101, die Filterei sei "ein erster und
wichtiger Schritt hin zu einer deutschlandweiten Sperrung der Seite", verbunden
mit der Forderung, Hasseiten sollten ebenso wie Kinderpornographie gesperrt
werden. Der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck verlinkte den Artikel auf
Facebook mit dem Hinweis: "Eigentlich finde ich diese ganze Sperrerei Quatsch."
Aber wenn es Sperrungen bei Schulservern gebe, "dann wohl zuerst die Hassseiten.
Generell gilt aber auch für kreuz.net löschen statt sperren!"
Nun hat sich kreuz.net, anonym betrieben von vermutlich einigen Piusbrüdern und
offiziell angesiedelt in Amerika, bislang resistent gezeigt gegen Anzeigen wegen
Volksverhetzung oder sonstigen Löschversuchen. Einige Filterprogramme von
kommerziellen Anbietern oder Jugendschutzsysteme blockieren den Aufruf der
Seite, sei es, weil bestimmte Reizwörter enthalten sind, es genügend Beschwerden
gab oder Teile der Seite von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien
indiziert sind.
Fortsetzung nach Anzeige
Queer.de nicht im NRW-Landtag abrufbar
Der Landtag in NRW nutzt wie viele Firmen und Behörden einen Router wie
"ProSecure". Er wird u.a. damit beworben, dass er über 100 Millionen URLs vorab
in 64 filterbare Kategorien einteilt.
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Der Einsatz von automatischen Filtersystemen hat aber auch Tücken, oft werden
etwa LGBT-Seiten gesperrt. Vor rund zwei Wochen amüsierte Volker Beck seine
Twitter- und Facebook-Follower mit der Meldung, dass Queer.de nicht im
NRW-Landtag erreichbar sei. Ein wenig Rumsurfen brachte weitere Ergebnisse: Auch
die Webseite des LSVD ging nicht, für beide Seiten habe es die Warnmeldung
gegeben, sie enthielten "sex education". kreuz.net sei hingegen aufrufbar
gewesen, berichtete Beck.
Auf Anfrage von Queer.de erklärte die Pressestelle des Landtags, die Webseiten
seien nur im speziellen Netz für Besucher gesperrt, Abgeordnete und Mitarbeiter
könnten alle Seiten aufrufen. Ein Mitarbeiter des IT-Managments antwortete per
eMail ausweichend zu den Gründen der Sperrung von queer.de: "Das Gastnetzwerk
des Landtags wird hinter einer Sicherheitsinfrastruktur betrieben, die unter
anderem Internetseiten zum Thema 'Sex' und Ähnliches sperrt." Auf die Frage,
welche Kriterien angelegt würden, gab er folgende Stellungnahme ab:
"Informationen zur Sicherheitsinfrastruktur des Landtags (inklusive der
Einstellungen) sind vertraulich zu behandeln und werden grundsätzlich nicht an
Dritte weitergegeben."
Der Mitarbeiter konnte auch nicht sagen, welche und wieviele LGBT-Seiten
gesperrt werden, gab aber zu, dass es "bei der automatischen Klassifizierung von
Webseiten zum Thema 'Sex' (...) zu Fehlern kommen" könne. Damit müsse man aber
leben: "Da sich Webseiten in der Regel kurzfristig ändern ist eine manuelle und
dadurch personell aufwendige Filterung nicht geplant."
Sperrungen in Firmen üblich
Dass viele LGBT-Seiten fälschlicherweise automatisch als Sexseiten angesehen und
folglich gesperrt werden, kommt auch häufig in Firmen vor, die auf entsprechende
Filter-Systeme setzen. Diese haben den Nutzen, dass Angestellte nicht zu viel
privat surfen, sie beschränken auch die Haftung der Betriebe. Doch so werden
automatische Systeme, Softwarefirmen oder IT-Experten zu Zensoren ohne Schulung
und Überwachung. An wen sollen sich zensierte Seiten wenden, um eine Aufhebung
zu erreichen?
Problematisch wird es vor allem, wenn damit die Arbeit verhindert wird. Der
Redaktion bekannt ist etwa ein öffentlich-rechtlicher TV-Sender, dessen
Redakteure statt Queer.de eine Warnseite geliefert bekommen. Wollen sie die
Seite trotzdem sehen, müssen sie das bestätigen, daraufhin wird jeder Zugriff
protokolliert.
Auch wenn Sperrsysteme oft sinnvoll erscheinen - das Lob für die vermeintliche
Sperrung von kreuz.net kommt nicht von ungefähr - bringen sie viel Ärger und
wenig Nutzen. Die meisten Systeme lassen sich mit einem einfachen Proxy-Server
umgehen oder auf Anbieterseite mit einer unverfänglicheren Zweitdomain
(planetromeo statt gayromeo). Die uns bekannten Kollegen vom
öffentlich-rechtlichen TV-Sender surfen übrigens während der Arbeit weiter
ungestört auf queer.de - mit dem Handy.
--
NRW-AK-Drogen mailing list
NRW-AK-Drogen AT lists.piratenpartei.de
https://service.piratenpartei.de/listinfo/nrw-ak-drogen
- [NRW-AK-Drogen] Brüller-Fundstück im Hanfjournal, Andi_nRw, 31.07.2012
- Re: [NRW-AK-Drogen] Brüller-Fundstück im Hanfjournal, Ralf Hurnik, 31.07.2012
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