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nrw-ak-drogen - Re: [NRW-AK-Drogen] Pad zur Verschärfung des NRSG

nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Nrw-ak-drogen mailing list

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Re: [NRW-AK-Drogen] Pad zur Verschärfung des NRSG


Chronologisch Thread 
  • From: Enterhaken <music61 AT gmx.de>
  • To: nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: Re: [NRW-AK-Drogen] Pad zur Verschärfung des NRSG
  • Date: Thu, 5 Jul 2012 10:45:57 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-drogen>
  • List-id: <nrw-ak-drogen.lists.piratenpartei.de>

Den Schrieb muss man keiner weiteren Bedeutung zumessen.
Weil die Sudie vom VEBK usw. ist sauber..
Auch wenn es den Aktivisten von der NID, pro Rauchfrei usw natürlich nicht gefällt.
Höchstwahrscheinlich ist der Verfasser einer der Aktivisten..
Mann lese im Text.

Bei über 75m^2 konnte eine extra abgetrennte Räumlichkeit als Raucherraum geschaffen werden, solange dies nicht Ausschank-, Hauptraum oder Tanzfläche war.
Auch 67% der befragten Lokalitäten besaßen 2 oder mehr Angestellte.

D.h. dass in bereits 2/3 der befragten Lokalitäten bereits vor dem Volksentscheid an ein Rauchverbot hätten halten müssen, 

Das ist ja verkehrt, wenn 67% einen Rauchernebenraum hatten dann war dieses vor dem Gesetz konform...

Das heisst 2/3 entsprachen dem Gesetz..
Ich habe keine Lust und Zeit darin weiter Zeit zu investieren.
Gruß ED

Am 04.07.2012 um 14:06 schrieb Hans-Peter Weyer:

Ahoi,

auf unserem Blog www.piratenpartei-duisburg.de gab es im Zusammenhang mit dem NRSG-Positionspapier mehrere Kommentare.
Einer fiel dabei besonders auf, da er sich scheinbar intensiver mit dem thema beschäftigt hatte. Da in diesem Kommentar auch einige Links und Erklärungen zu finden waren leite ich den Text mal hier an Euch weiter. Vielleicht sind die Hinweise ja für Euch interessant.
Gruß hpweyer


Die verlinkte Studie durch BFT e.V. darf arg angezweifelt werden (http://www.freiheit-toleranz.de/getfile.php?id=539).

BFT e.V. gründete sich nahtlos aus der Gruppe “Bayern sagt Nein”, eine Gruppierung von Wirten und Firmen in der Tabakindustrie, welche bei dem Volksentscheid “Für echten Nichtraucherschutz in Bayern” logischerweise die Gegenseite einnahmen. [1]
So lief die Auswertung der in den Interviews gestellten Fragen zwar durch das MIFM, die Interviews selbst liefen aber durch die Mitglieder des BFT e.V. unter dem Vorsitzenden Bodo Meinsen [2], welcher auch der Inhaber der Zeitschriften “Fine Tabacco” und des “Genuss Jornals” ist [3].

Bei diesen Interviews wurden augenscheinlich Suggestivfragen gestellt, wie sich in der Widersprüchlichkeit der Aussagen und der Schlussfolgerung zeigt.
Anbei aufgedröselt:
Das durchschnittliche Lokal in der befragten “Studie” beträgt knapp 100m^2. Bei dem noch vor dem gültigen Rauchverbot vor dem Volksentscheid, durfte jedoch nur eine Lokalität unter 75m^2 ein reines Raucherlokal einrichten, wenn dieses Inhabergeführt war und keine Angestellten führte. Bei über 75m^2 konnte eine extra abgetrennte Räumlichkeit als Raucherraum geschaffen werden, solange dies nicht Ausschank-, Hauptraum oder Tanzfläche war.
Auch 67% der befragten Lokalitäten besaßen 2 oder mehr Angestellte.

D.h. dass in bereits 2/3 der befragten Lokalitäten bereits vor dem Volksentscheid an ein Rauchverbot hätten halten müssen, jetzt aber, obwohl sich in ihrer Lokalität nichts verändert haben dürfte, dennoch einen Rückgang der Umsatzzahlen feststellen, dieser durch die Fragestellung aber suggestiv auf das Rauchverbot zurückgeführt wird (und zwar durch den Fragesteller, nicht durch den Befragten).
Siehe z.B. diese Fragen:

“Glauben Sie, dass die Politik mehr für die Inhaber kleiner Lokale tun sollte, um die Folgen des Rauchverbots auszugleichen? Oder halten Sie dies nicht für notwendig?” (Negativbetitelung. Fast jeder wird hier Antworten, dass man für die Inhaber kleiner Lokale mehr tuhen sollte, der Rückschluss auf die “Folgen des Rauchverbots” wurde bereits gestellt, als das Ergebnis der Studie noch garnicht geklärt werden konnte, da die Wirte nach dem “ob es überhaupt eine Auswirkung durch das Rauchverbot gibt, befragt werden sollten. Eine Neutralität ist hier nicht gegeben.)

Fazit: Obwohl sich ca. 70% bereits vor dem Volksentscheid sowieso an ein Rauchverbot hätten halten müssen, wird eine Rückkehr augenscheinlich durch die Wirte gewünscht, da die Fragestellung eindeutig das Rauchverbot als Umsatzrückgangsgrund deklariert/festigt.

Außerdem gibt es eine weiter Umfrage durch die DEHOGA welche eine noch absurdere Widersprüchlichkeit zeigt. Leider wurden die genauen Fragestellungen der Umfrage nicht präsentiert aber die Ergebnisse sprechen für sich.
http://hoga-nordrhein.de/113.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=175&cHash=5a0c6bc0fc018ddfffc2d39ad45d911b

“Nach einer vom DEHOGA Nordrhein-Westfalen in Auftrag gegebenen repräsentativen Forsa-Umfrage sind fast drei Viertel der befragten NRW-Bürgerinnen und Bürger der Meinung, dass der Wirt selbst entscheiden soll, ob er eine Raucherkneipe oder einen Raucherraum einrichtet oder das Rauchen verbietet. Nur 25 Prozent fordern eine staatliche Regelung. Eine Mehrheit von 51 Prozent spricht sich darüber hinaus für die Beibehaltung der jetzigen Nichtraucherschutz-Regelungen aus. Lediglich 47 Prozent der Befragten fordern ein absolutes Rauchverbot, wie es Gesundheitsministerin Barbara Steffen (Bündnis 90/Die Grünen) vorschwebt. ”

75% wollen also eine Entscheidung des Wirtes, ob es ein Rauchverbot geben soll oder nicht.
Dabei wollen 51% eine Beibehaltung des alten Nichtraucherschutzgesetzes in NRW, 47% wollen ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie.

Das wiederspricht sich selbst, denn zum einen würde es auch in dem jetzigen Gesetz in NRW keine Selbstbestimmung durch den Wirt geben, des weiteren sind anscheinend eine große Menge an Menschen dafür, das der Wirt eine Selbstentscheidung hat, aber es ein gesetzliches, generelles Rauchverbot gibt.
Das funktioniert nicht. Hier wurde difinitiv mit Suggestivfragen á la “Sind sie für eine Selbstbestimmung der Wirte über ihre eigene Lokalität bezüglich Musikwahl, Zielgruppe und Rauchverbot?” gestellt, denn nur so kann diese Widersprüchlichkeit zu erklären sein. Man wollte unbedingt ein Ergebnis, was die eigene Meinung unterstützen sollte und war augenscheinlich davon überrascht, dass selbst Leute trotz der Suggestivfragestellung zu 47% für ein generelles Rauchverbot sind.

Wäre es nicht so, hätte man die gestellten Fragen natürlich öffentlich gemacht.

Auch die 90% der Lokale, die sich angeblich bis jetzt an das Rauchverbot halten, ist fraglich. So wurde auch in Bayern von VEBWK, BSN und DEHOGA verbreitet, dass das KVR (Kreisverwaltungsreferat München) 90% Nichtraucherlokale in München zählt. Diese Aussage ist allerdings falsch, da dort nicht nur Gastronomie erfasst wird, sondern auch Kinos, Schulen, Krankenhäuser, Altenheime etc. [4]

Würde man die 80%, welche jetzt in NRW behauptet werden, für Voll nehmen, und anschließend die Studie von BFT zur Lage nach dem Rauchverbot darauf anwenden, würde das heißen, dass in NRW ca. 6% der Kneipen einen Umsatzrückgang zu befürchten habe. Dementsprechend beißt sich auch hier die Mähr vom Kneipensterben selbst in den Schwanz.

Noch eine kleine Anmerkung:
http://www.focus.de/finanzen/news/fast-jede-vierte-gaststaette-betroffen-deutschlands-kneipen-sterben-aus-ausser-in-berlin_aid_734305.html
Seit 2001 hat sich die Kneipenkultur massiv verändert und die Anzahl der Kneipen in Deutschland hat sich allgemein verringert. Die ersten Rauchverbote in Kneipen traten aber erst 2007 in Kraft.
Diese Umsatzrückgänge immer auf das Rauchverbot in der Kneipe zurückzuführen, halte ich für falsch. Die Gesellschaft wandelt sich einfach insgesamt.

Ich finde es schade, dass sich die Piratenpartei von VEBWK und BFT (ein recht hochtrabender Name für einen Verrein, welcher sich zu 90% um das Rauchen in Kneipen kümmert (geschätzte Anzahl der “Leitartikel” zum Thema rauchen vs. Artikel, welche sich nicht um das rauchen drehen) aber ein so hehres Ziel auf die Fahnen geschrieben hat) vor den Karren hat spannen lassen. Ich hoffe in Zukunft auf tiefgründigere Recherche bevor man sich so instrumentalisieren lässt.

[1] http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dlfmagazin/1215898/
[2] http://www.freiheit-toleranz.de/page.php?al=impressum
[3] http://www.genussjournal.com/impressum.html
[4] http://www.youtube.com/watch?v=pIEiR4QYR6Y


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https://service.piratenpartei.de/listinfo/nrw-ak-drogen




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