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[NRW-AK-Drogen] Fwd: [MAP-DE] Anthrax-Todesfall bei einem i.v. Drogenkonsumenten in NRW
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- From: ""J. Löblein"" <jl AT iridis.de>
- To: nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de
- Subject: [NRW-AK-Drogen] Fwd: [MAP-DE] Anthrax-Todesfall bei einem i.v. Drogenkonsumenten in NRW
- Date: Fri, 15 Jan 2010 23:17:45 +0100
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-drogen>
- List-id: <nrw-ak-drogen.lists.piratenpartei.de>
Wichtig für NRW. Und Seltsam. Access
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
Wie bereits am Dienstag in der Epilag berichtet wurde uns aus
Nordrhein-Westfalen (StädteRegion Aachen) der Fall eines 42-
jährigen Mannes übermittelt, der im Dezember an den Folgen von
kutanem Milzbrand verstorben ist. Der Mann hatte sich vermutlich
Heroin intravenös in die Kniekehle injiziert. Am 6.12.2009 wurde er
wegen ödematöser Veränderungen im Injektionsbereich und V.a. tiefe
Beinvenenthrombose stationär aufgenommen. Eine Computertomographie
des Unterschenkels zeigte eine Muskelnekrose mit drohendem
Kompartmentsyndrom. In der Folge war eine chirurgische
Faszieneröffnung im Bereich des Unter- und Oberschenkels
erforderlich, später auch im abdominellen Bereich. Der Mann starb
am 13.12.2009 an Multiorganversagen. Im Wundabstrich wurden aerobe
Sporenbildner diagnostiziert. Die Verdachtsdiagnose Milzbrand wurde
am 18.12.. mittels PCR bestätigt. Neben dem chronischen
intravenösen Drogenabusus lagen bei dem Verstorbenen eine
chronische Hepatitis B und C, eine HIV-Infektion sowie ein
chronischer Alkohol- und Benzodiazepinabusus vor.
In den letzten Wochen wurden aus Schottland wiederholt Fälle von
Milzbrand nach meist intravenösem Heroinabusus bekannt. Bislang
haben die schottischen Behörden Kenntnis von 14 Fällen, von denen 7
verstarben (Stand 11.1.2010 ). Soweit bekannt ist, war der in
Aachen Verstorbene nicht kürzlich in Schottland. Es ist nicht
bekannt, ob er Kontakte in die Niederlande hatte.
Angesichts des aktuellen Kenntnisstandes lässt sich eine gemeinsame
Infektionsquelle für den Fall in Aachen und die Fälle in Schottland
nicht ausschließen. Kontaminiertes Heroin könnte somit auch in
anderen Bundesländern und europäischen Staaten vertrieben worden
sein. Wir schlagen daher vor, dass Sie Ihre Gesundheitsämter über
die Situation informieren sowie, wenn möglich, auch Institutionen
wie Drogenberatungsstellen, Drogentherapieeinrichtungen, und
ähnliche Einrichtungen für Drogenabhängige. Darüber hinaus könnte
auch eine Information von Krankenhäusern, Laboren und ggf.
Schwerpunktpraxen sinnvoll sein.
Da die Prognose der Infektion durch eine frühzeitige gezielte
Antibiotikatherapie deutlich verbessert werden kann, ist es
wichtig, dass die mit der Betreuung der Betroffenen befassten Ärzte
rechtzeitig an diese Diagnose denken. Weitere Informationen zu
Milzbrand finden Sie im RKI-Ratgeber für Ärzte unter folgendem Link:
Biosicherheit/Erreger/dl__anthrax.html
Das Gesundheitsamt der StädteRegion Aachen hat Verbindung zu
Einrichtungen aufgenommen, die Kontakt zu Drogenkonsumenten haben,
um weitere Informationen über den Verstorbenen, seine
Kontaktpersonen und mögliche Herkunft des potentiell kontaminierten
Rauschgifts zu erhalten.
Das Robert Koch-Institut hat die anderen EU-Mitgliedsstaaten und
die Europäische Kommission gestern über das Early Warning and
Response System (EWRS) über den Fall informiert (s. angehängte
Datei) und wird ihn heute gemäß der Internationalen
Gesundheitsvorschriften (IGV) melden.
Aufgrund des möglicherweise überregionalen und internationalen
Interesses an diesem Ausbruch bitten wir Sie, uns umgehend zu
informieren, wenn Sie von Fällen erfahren, die mit diesem Geschehen
in Zusammenhang stehen könnten (RadunD AT rki.de, Tel. 030 18754 3406,
Mobil 0175 5726606 oder BernardH AT rki.de, Tel. 030 18754 3173).
Bei Fragen zur Diagnostik steht Herr PD Dr. Grunow vom Zentrum für
Biologische Sicherheit (ZBS) 2 am RKI zur Verfügung
(GrunowR AT rki.de, Tel. 030 18754 2100).
Mit freundlichen Grüßen
i.A.
Helen Bernard
--
Dr. Helen Bernard
Robert Koch-Institut
Abt. für Infektionsepidemiologie (Abt. 3)
Fachgebiet 35
DGZ-Ring 1
13086 Berlin
Tel: +49 (0)30 18754 3173
Fax: +49 (0)30 18754 3533
E-mail: BernardH AT rki.de
Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut
im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.
--
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- [NRW-AK-Drogen] Fwd: [MAP-DE] Anthrax-Todesfall bei einem i.v. Drogenkonsumenten in NRW, , 15.01.2010
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