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nrw-ak-drogen - [NRW-AK-Drogen] Drogencafé Kontakcentrum Gelsenkirchen

nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Nrw-ak-drogen mailing list

Listenarchiv

[NRW-AK-Drogen] Drogencafé Kontakcentrum Gelsenkirchen


Chronologisch Thread 
  • From: Spiff Pirat <spiffpp AT yahoo.de>
  • To: nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de
  • Subject: [NRW-AK-Drogen] Drogencafé Kontakcentrum Gelsenkirchen
  • Date: Mon, 16 Nov 2009 17:22:36 +0000 (GMT)
  • Authentication-results: rackham-b.piratenpartei.de (MFA); dkim=pass header.i= AT yahoo.de
  • Authentication-results: rackham-b.piratenpartei.de (MFA); domainkeys=pass header.from=spiffpp AT yahoo.de
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  • List-archive: <http://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-drogen>
  • List-id: <nrw-ak-drogen.lists.piratenpartei.de>

Beim ersten Versuch sind ein paar Zeilenumbrüche dazugekommen, hier nochmal
ohne:

Hallo,

ist zwar nicht unbedingt Landespolitik, trotzdem wollte
ich das mal hier über die Liste jagen. Es gibt in Gelsenkirchen ein
sehr gutes Angebot für Drogenabhängige, und zwar das nasse Drogencafé
Kontaktcentrum in der Stadtmitte. Dies ist ein niederschwelliges
Erstangebot für Drogenabhängige. Dem Drogencafé wurde der Mietvertrag
gekündigt, man hat sich um neue Räumlichkeiten gekümmert, kurz vor
Abschluß der Renovierunsarbeiten selbiger fand sich ein Bündnis von
Anwohnern zusammen, um das Café zu verhindern. Ich habe erstmal eine
grobe Übersicht über die Ereignisse und einen kleinen Überblick über
die Arbeit des Cafés erstellt.
Wir Gelsenkirchener Piraten wollen
hier tätig werden, sind uns allerdings noch nicht genau schlüssig, wie
wir das anstellen sollen, deshalb würde ich mich über Ideen und
Vorschläge freuen.


Grobe Übersicht der Ereignisse:
- Der Verein SUCHT - JUGEND - KOMMUNIKATION e.V. wurde 1978 gegründet und
ging aus einer 1972 gegründeten Initiativgruppe "Kontaktcentrum" hervor. Ziel
war, eine Anlaufstelle für gefährdete Jugendliche zu bieten, die dem Druck
des allgemein vorherrschenden gesellschaftlichen Normensystems nicht
standhalten konnten und von den Sozialinstanzen nicht mehr erreichbar waren.
Es wurde eine Anlaufstelle gegründet, die diesem Anspruch gerecht werden
sollte.
Diese Anlaufstelle erhielt den Namen Kontaktcentrum und hatte ihre
Räumlichkeiten zunächst in der Munckelstr. 23. Die Arbeit wurde lange Zeit in
erster Linie von ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen (Schüler, Auszubildende,
Lehrer, Studenten Sozialarbeiter, Eltern) geleistet. Finanzielle Mittel
standen nur in sehr begrenztem Maße zur Verfügung.

- Im Jahre 1992 wurde das Konzept für ein niedrigschwelliges Beratungs- und
Kontaktangebot entwickelt. Bald darauf erfolgte die Anerkennung durch das
Land NRW als Drogenberatungsstelle. Durch die damit verbundenen Fördermittel
wurde es möglich, die bestehende hauptamtliche Stelle von einer 90%-Stelle in
eine Vollzeitstelle umzuwandeln und eine zweite hauptamtliche Stelle als
Prophylaxefachkraft einzurichten.

- Mittlerweile ist das Kontaktcentrum an der Husemannstraße 39 - 41 in 45879
Gelsenkirchen zu finden. Der Vertrag für diese Räumlichkeiten war unbefristet
und wurde überraschend aufgekündigt. Daraufhin wurden neue Räumlichkeiten in
der Liboriusstraße gefunden. Diese Räumlichkeiten sind sehr gut geeignet und
bieten einige Vorteile gegenüber den alten Räumlichkeiten. Es gab eien
Zusage, diese Räumlichkeiten zu nutzen, sie sind auch mittlerweile
bezugsfertig.

- Relativ überraschend hat sich dann allerdings im Stadtteil Schalke (wo die
Liboruisstr. liegt) ein Bürgerportest zusammengefunden. Da wird mit den
üblichen Floskeln argumentiert (Aus zug aus einem Flyer: "Es geht auch darum,
unseren Kindern und uns ein intaktes und sozialverträgliches Wohnumfeld zu
erhalten sowie unsere _Existenzgrundlagen und unser Eigentum_ zu bewahren).
Die Stadt hat vorerst ihre Hilfe bei der Suche nach anderen Räumlichkeiten
zugesichert, das Thema soll sowohl im Gesundheits- als auch im Hauptausschuss
des Rates geklärt werden.


Ein kurzer Überblick über das Angebot des Kontakcentrums:

Das Café KontaktCentrum steht Konsument/innen illegaler, wie auch legaler
Drogen als Treff- und Ruhepunkt zur Verfügung. Mitgebrachte alkoholische
Getränke können hier maßvoll konsumiert werden. Für Cafebesucher besteht die
Möglichkeit in alle komplementären Angedote des Suchthilfesystems vermittelt
zu werden. Dazu gehören auch Leistungen anderer Träger, die nicht in unserer
Einrichtung angeboten werden.

In diesem Rahmen bieten wir täglich an:

* jeden Donnerstag kostenloses Mittagessen
* Preiswertes Frühstück und Getränke
* Dusche, Waschmaschine, Spritzentausch und Kleiderkammer
* Telefon-, Fax- und eMail-Service
* postalische Anmeldung für Wohnungslose
* Krafttraining
* TV-Angebot
* PC- und Kochkurse für Kunden
* Grillen, Kino, Ausflüge und weitere Freizeitangebote
* Vermittlung in alle komplementären Angebote des Suchthilfesystems

Öffnungszeiten des Cafés: Montag bis Samstag von 11.00 bis 20.00 Uhr.


Natürlich hat sich auch die CDU eingemischt und hängt erstmal eine klassische
Law and Order Kampagne gestartet. Da wird nach mehr Videoüberwachung und mehr
Polizeikontrollen geschrien (Gelsenkirchen gehört zu den sichersten Städten
Deutschlands). Natürlich fordert die CDU, daß das Kontaktcentrum
verschwindet, gleichzeitig erblödet man sich ein verbessertes
Betreuungsangebot für Drogenkranke zu fordern. Ob damit wohl indirekt gemeint
ist, daß die Gefängnisse im und um Gelsenkirchen ausgebaut werden sollen?


Ein Punkt der der konservativen Seite ein besonderes Dorn im Auge zu sein
scheint, ist, das es sich hier um ein nasse Café handelt. Das bedeutet, daß
dort niederprozentiger Alkohol getrunken werden darf. Da stellt sich
natürlich die Frage, inwiefern ein moderiertes und betreutes Konsumieren von
Alkohol gefährlicher sein soll, als ein unmoderiertes und unbetreuter Konsum
von Alkohol, wie er in jeder Kneipe stattfindet. Natürlich muß man sich auch
im Klaren darüber sein, daß die Junkies nicht verschwinden, bloß weil man das
Kontaktcentrum dicht macht. Sie werden dann wieder auf dem
Heinrich-König-Platz abhängen: ohne Moderation oder Betreuung.

So, ich hoffe, ich habe jetzt keinen wichtigen Aspekt vergessen.

Falls Euch was einfällt: her damit!

Bis später,
Spiff

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jeder elektronische Kontakt mit mir sechs Monate lang gespeichert wird.
Please note that according to the German law on data retention,
information on every electronic information exchange with me is retained
for a period of six months.


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