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nrw-ak-drogen - Re: [NRW-AK-Drogen] Medizinisches Cannabis und die Psychiatrie

nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Nrw-ak-drogen mailing list

Listenarchiv

Re: [NRW-AK-Drogen] Medizinisches Cannabis und die Psychiatrie


Chronologisch Thread 
  • From: "ANDI@PPW" <andi AT piratenpartei-wesel.de>
  • To: "Spiff Pirat" <spiffpp AT yahoo.de>, "PP-LIST-AK-Drogen-NRW" <nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: Re: [NRW-AK-Drogen] Medizinisches Cannabis und die Psychiatrie
  • Date: Thu, 12 Nov 2009 16:43:58 +0100
  • List-archive: <http://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-drogen>
  • List-id: <nrw-ak-drogen.lists.piratenpartei.de>

Klasse Ansatz...genau meine Kerbe...(;o)
Genau solche Zusammenhänge sollten recherchiert werden...denn genau hier zeigt sich oft wie weit die Verflechtungen dort gehen...wo und wie solche Zusammenhänge thematisch für uns Piraten auch in Hinsicht aufs Wahlprogramm interessant sind (Stichworte: Transparenz, Lobbyismus, Bestechlichkeit, Bürgerferne...).
Von mit ein klares '+'...mehr davon..(;o)

Dein Gedankenspiel erinnert mich etwas an einen Spielfilm: 'Equilibrium'...in dem mittels einer Zwangmedikation für die ganze Bevölkerung jede Art von Gefühlen unterdrückt wurde. Ein Absetzen dieses Medikaments wurde dort ohne lange Rede mit dem Tode bestraft...
____________________________________________
Andi R. , Wesel , NRW , Tel: 0152 - 29 27 43 75
Mail: andi AT piratenpartei-wesel.de
Crew: http://wiki.piratenpartei.de/Crew:Rhine_Riders
Web: http://www.piratenpartei-wesel.de
Home: http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Trancefair
____________________________________________


----- Original Message ----- From: "Spiff Pirat" <spiffpp AT yahoo.de>
To: "PP-LIST-AK-Drogen-NRW" <nrw-ak-drogen AT lists.piratenpartei.de>
Sent: Thursday, November 12, 2009 4:22 PM
Subject: [NRW-AK-Drogen] Medizinisches Cannabis und die Psychiatrie


Hallo AK,

der Jochen von der Liste der AG Drogen fragte mich zwei Dinge, ich hab ihm recht ausführlich geantwortet und denke, das könnte auch für unsere Liste interessant sein.


--Mich interessiert wo die Leute herkommen die sich in der PP für Drogen
engagieren und du hast bringst da eine Perspektive ein die mich sehr
interessiert aber die ich nicht wirklich kenne.

Dazu muß ich direkt mal was sagen: ich will mich nicht für Drogen
engagieren, sondern ich möchte mich für Menschen engagieren, in deren
Leben Drogen eine Rolle spielen (ob positiv oder negativ sei jetzt
erstmal außen vor gelassen).


--Ich will dich jetzt nicht löchern, aber wenn du Lust hast interessiert
es mich woher deine Motivation kommt dich damit zu beschäftigen und was
du vorschlägst was man da ändern kann.

Als Motivation reicht mir einfach mein Mißtrauen gegenüber Pharmaindustrie und Staat.
Erstmal ein leicht paranoides Gedankenspiel: wir bewegen uns ja im
Moment in der westlichen Welt auf technokratische Überwachungsstaaten
hin. Diese Regime haben immer das Problem, daß sie irgendwie mit
Menschen umgehen müssen, die gegen das System aufbegehren. In der
Vergangeheit haben sich da zwei Möglichkeiten etabliert: alles
abschlachten oder Menschen in Lagern verschwinden zu lassen. Das
funktioniert aber auf Dauer nicht so gut, weil man das Volk auch immer
nur über eine gewisse Zeit unterdrücken kann.
Stell Dir vor, statt die Leute zu töten oder wegzusperren könnte man
sie auf eine andere Art und Weise ungefährlich machen, zum Beispiel mit
Psychopharmaka. Das Tolle ist, daß Du jetzt den Angehörigen einfach
erzählen kannst, ihr Verwandter wäre krank und Du hilfst ihm. Eine
schöne, bequeme, günstige und saubere Lösung.
Aber man muß gar nicht so weit in eine möglicherweise düstere Zukunft gehen, den das gute liegt so nah:
"Zyprexa-Skandal [Bearbeiten]
Seit dem Jahr 2005 hat der Zyprexa-Hersteller Eli Lilly in etwa 28 500 Fällen insgesamt 1,2 Milliarden Dollar außergerichtliche
Entschädigungszahlungen geleistet (Stand Februar 2007). Hintergrund
waren Nebenwirkungen wie zum Teil extreme Gewichtszunahme und Diabetes,
die dem Hersteller zwar bekannt waren, in der öffentlichen Darstellung
jedoch verschwiegen oder heruntergespielt wurden. Darüber hinaus war
das Medikament illegal für Patientengruppen vermarktet worden, für die
es keine Indikation besitzt.
Im Dezember 2006 gelangten einige hundert interne Dokumente an die
Öffentlichkeit, die diese Praktiken im Detail dokumentieren. Zunächst
berichtete die New York Times in mehreren Titelgeschichten über die illegalen Vermarktungspraktiken.
Später gelangten die Dokumente mit Hilfe des Anonymisierungsdienstes Tor auch in das Internet und können von verschiedenen Servern außerhalb der USA heruntergeladen werden.
Die Anwaltskanzlei Hersh and Hersh aus San Francisco, die etwa 400 Kläger gegen Eli Lilly vertritt, warf
dem Pharmaunternehmen vor, es habe bis zum Jahr 2003 "potentiell mit
Zyprexa behandelten Patienten in betrügerischer Weise wichtige
Informationen vorenthalten". Eli Lilly habe Ärzte und Patienten wider
besseres Wissen nicht davor gewarnt, dass Zyprexa zu schädlichen und
unter Umständen sogar tödlichen Nebenwirkungen durch Gewichtszunahme
und Diabetes führen könne.
Um die durch den Zyprexa-Skandal in den USA zurückgehenden
Zyprexa-Einnahmen auszugleichen, verteuerte das Unternehmen sein
Produkt Zyprexa in Deutschland ab Mai 2007.[7]"
Quelle: Wikipedia


Soweit ich weiß ist das Medikament in Deutschland nach wie vor
zugelassen. Sowas ist in der Pharmaindustrie gang und gebe. Es werden
unzureichend getestete Medikamente auf den Markt geworfen, die in
irgendwelche Botenstoffwechselgeschichten im Gehirn, die wir noch gar
nicht verstehen, auf eine Art eingreifen, die wir auch noch nicht
verstehen. Die Nebenwirkungen sind unabsehbar, der Gewinn für den
Patienten ist fragwürdig. Dabei geht die Pharmaindustrie nach dem
gleichen Motto vor, wie die Tabakindustrie, die auf Kinder abzielt.
Wenn man Hänschen süchtig macht, dann hat man mit Hans einen Kunden auf
Lebenszeit, siehe Ritalin bei Kindern.
Wenn man jetzt noch die Cannabisprohibition dazunimmt, dann wird es
noch mal eine Ecke spannender. Cannabis bietet bei vielen
psychologischen und neurologischen Störungen Linderung, Abhilfe bis zu
Heilung, z.B. bei Epilepsie. Ein Psychopharmakum für diesen Zweck wäre
zum Beispiel Carbamazepin. Hier ist eine Übersicht über die
Nebenwirkung:


Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten
Nebenwirkungen von Carbamazepin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht
auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf
Medikamente.
Sehr häufige Nebenwirkungen:
Doppeltsehen, Augenzittern, Blickstarre, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Teilnahmslosigkeit, Müdigkeit, Wahrnehmungsstörungen, Bewusstseinsstörungen, Durchfall, Verdauungsbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen,
Koordinationsstörungen, Gedächtnisstörungen, Schüttelkrämfe, Schwindel,
zunehmende Erregbarkeit, Zittern, Sprachstörungen, Abgeschlagenheit,
Merkfähigkeitsstörungen, Denkstörungen.
Häufige Nebenwirkungen:
Zahnfleischwucherungen, allergische Hautreaktionen mit Fieber, Nesselsucht, Juckreiz oder Hautveränderungen wie Exantheme, vorrübergehende Blutbildveränderungen.
Gelegentliche und seltene Nebenwirkungen:
Unwillkürliche Bewegungsstörungen wie Muskelzittern, Muskelzuckungen und Tics, Verstopfung,
Gelbsucht, verminderte Natrium-Konzentrationen im Blut,
Nierenfunktionsstörungen wie Eiweißurin, Bluturin oder
Harnmengenverminderung, Herzfrequenzverlangsamung, Herzrhythmusstörungen, Erregungsleitungsstörungen am Herzen (AV-Block), Bluthochdruck,
Venenentzündungen, Gefäßverschluss durch Blutgerinnsel,
Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschläge, Gefäßentzündungen,
Lymphknotenschwellungen und Gelenkschmerzen, Lebervergrößerung,
Milzvergrößerung, Leberwerteveränderungen.
Sehr seltene und vereinzelt auftretende Nebenwirkungen:
Herzrhythmusstörungen (Auslösung eines Kammerflimmerns), Muskulaturermüdung, schwere
allergische Reaktionen wie Hautentzündungen mit großblättriger
Schuppung (exfoliative Dermatitis), Lymphdrüsenschwellungen,
Blutbildveränderungen wie Neutropenie, Leukopenie, Blutarmut, Thrombozytopenie oder Panzytopenie, Leberfunktionsstörungen, Depressionen, aggressives Verhalten, Denkerschwernis, Antriebsminderung, Halluzinationen, Ohrgeräusche, Aktivierung verborgener Psychosen, Sprechstörungen, Missempfindungen, Muskelschwäche, Nervenentzündungen, Beinlähmungen, Geschmacksstörungen, Bindehautentzündungen, Linsentrübung, allergische Hautreaktionen wie Lichtempfindlichkeit, Hautrötungen, bestimmte Hauterkrankungen wie Stevens-Johnson-Syndrom oder Lyell-Syndrom, lebensbedrohliche Blutbildschäden, Mundschleimhautentzündungen, Leberentzündungen, Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme),
Gewichtszunahme, Knochenerweichung, Blutkalziumkonzentrations-Senkung,
Brustdrüsenvergrößerung beim Mann, Milchfluss,
Lungenüberempfindlichkeit mit Atemnot, Lungenentzündungen oder
Lungengewebsvernarbung, Nierenversagen, Harnverhaltung,
Harnmengenverringerung, Sexualfunktionsstörungen (wie Impotenz,
verminderte Lust), Hirnhautentzündungen mit Muskelkrämpfen.
Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
Verstärkungen von Herzrhythmusstörungen bis zum Herzstillstand, Blutbildungsstörungen wie megaloblastäre Anämie oder akute Porphyrie-Attacken, Bauchspeicheldrüsenentzündungen, veränderte Schilddrüsenfunktionswerte.
Besonderheiten:
Bei
älteren und hirngeschädigten Patienten können vermehrt
Bewegungsstörungen wie Veitstanz und Gesichtsmuskelstörungen auftreten.
Bei hoher Carbamazepin-Dosierung kann es zu einem Blutdruckabfall kommen.
Anscheinend erhöht die Einnahme von Carbamazepin die Selbstmordneigung.

Quelle: http://medikamente.onmeda.de/Wirkstoffe/Carbamazepin+/nebenwirkungen-medikament-10.html

Dagegen sind die Nebenwirkungen von Cannabis gar nichts, selbst wenn
man es mit Tabak raucht. Nach wie vor ist Cannabis allerdings als
Teufelskraut verschrien. Könnte das damit zusammenhängen, daß man
Medikamente, die auf pflanzlichen Stoffen basieren, in Amerika nicht
patentieren lassen kann?

Zur Frage was man da ändern kann:
Cannabis als Medizin

Behinderte, Schmerzpatienten, Menschen mit lebenslangen, schwerwiegenden "Störungen"
(z.B. Autismus, Borderline, ADS/ADHS, Tourette, Schizophrenie,
schizo-affektive Störungen), Menschen die unter schlecht erforschten
Krankheiten, für die es keine vernünftigen Medikamente gibt, leiden,
sollten einen leichten Zugang zu medizinischem Cannabis erhalten. Im
Moment ist es so, daß man erst mal einen Haufen moderner, schlecht
untersuchter Chemiebomben ausprobiert haben muß, bevor man die
Möglichkeit bekommt, Cannabis auszuprobieren. Gerade bei schweren,
exotischen Fällen (z.B. obskuren Spastiken) kann Cannabis die einzige Möglichkeit sein, Abhilfe zu schaffen.

Medikamentenzwang
In vielen deutschen Psychiatrien kann man die Behandlungsangebote
nur in Anspruch nehmen, wenn man zustimmt, daß man Medikamente nimmt.
Das muß verboten werden. Hier wird die Hilflosigkeit von kranken
Menschen ausgenutzt um Profit machen zu können. Medikamente sind nur
bei wenigen psychologischen Störungen wirklich notwendig. Eine
reinmedikamentöse Therapie ohne begleitende kognitive Therapie hilft
bei kaum einer Krankheit langfristig weiter. Wir brauchen keine
sedative Psychiatrie, wo Menschen einfach ruhiggestellt und weggesperrt
werden.

Das war mal eine kleine Übersicht.

Bis später,
Spiff


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