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Betreff: Inhalte zum Thema Datenschutz erarbeiten
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- Subject: [Nrw-ak-datenschutz] "Galileo geht in den Testbetrieb"
- Date: Sat, 5 Feb 2011 00:44:21 +0100
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/nrw-ak-datenschutz>
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Quelle: http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E408389D379084009B356592141D96EE9~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Ich verweise besonders auf den letzten Absatz
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Jetzt wird es ernst: Für das umstrittene europäische Satellitennavigationssystem Galileo beginnt die Testphase am Boden. Im Berchtesgadener Land ging die europaweit erste Testregion in Betrieb. Dafür wurden acht Sendestationen auf Berggipfeln errichtet.
04. Februar 2011
Jetzt wird es ernst: Das ebenso ehrgeizige wie umstrittene europäische Satellitennavigationssystem Galileo ist seit Freitag in der Testphase. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) nahm in Berchtesgaden die erste Testregion in Betrieb. Entwickler erproben nun unter realen Einsatz- und Umgebungsbedingungen die Anwendungsmöglichkeiten von Galileo.
Mit dem Prestigeprojekt der Europäischen Union werden nach Herstellerangaben künftig nicht nur Navigationssysteme im Auto betrieben. „Mit Galileo können durch präzise Navigation - zum Beispiel nach Naturkatastrophen - Leben gerettet werden, in dem sich Einsätze genauer und schneller koordinieren und durchführen lassen“, sagte Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutsches Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) laut Mitteilung.
Für den europaweit ersten Testbetrieb wurden im Berchtesgadener Land acht Sendestationen auf Berggipfeln errichtet. Sie übermitteln Signale, die konform zu den von 2014 an im Erdorbit stationierten Galileo-Satelliten sind. Die Sendestationen ändern Signalfrequenz und -phase so, wie sie ein Beobachter von acht das Testgebiet überfliegenden Satelliten empfangen würde. Somit steht den Empfangsgeräten und Anwendungen im Testgebiet ein Signal zur Verfügung, das sich - abgesehen von der Ausbreitungsrichtung - von einem „echten“ Galileo-Satellitensignal nicht mehr unterscheidet.
Die ersten drei Dienste von Galileo sollen über zunächst 18 Satelliten laufen - 14 sind bereits in Auftrag gegeben. Geplant ist, später zwei weitere Dienste bereitzustellen, sobald die volle Funktionsfähigkeit mit 30 Satelliten erreicht ist.
Das Prestigeprojekt der Europäischen Union soll die Vorherrschaft des US-amerikanischen Navigationssystems GPS (Global Positioning System) brechen. Galileo soll präziser als das amerikanische System arbeiten und weltweit die metergenaue Positionsbestimmung möglich machen. Auch China und Russland haben Systeme am Start.
Doch die Kosten von Galileo explodieren: Statt zuletzt 3,4 Milliarden Euro wird inzwischen mit über 5 Milliarden allein für die Technik gerechnet. Außerdem kann der Zeitplan nicht eingehalten werden. Ursprünglich sollte Galileo 2008 an den Start gehen, nun ist der Betrieb zum Jahresbeginn 2014 geplant.
Galileo als Alternative zu GPS
Prestigeprojekte der öffentlichen Hand haben meist eines gemeinsam: Sie brauchen mehr Zeit und sind teurer als gedacht. So auch beim Satellitennavigationssystem Galileo der Europäischen Union. Nach mehreren Verzögerungen beginnt am Freitag der Testbetrieb in der Region Berchtesgarden. Was Galileo kostet, was es bringen soll - ein Überblick.
GPS ist schon seit Jahren im Einsatz. Warum ein europäisches System?
Galileo sichere die Unabhängigkeit Europas in einem Sektor, der für die Wirtschaft wie auch die Bürger „kritisch“ geworden sei, erklärt die Europäische Kommission. Das amerikanische System steht trotz der zivilen Nutzungsmöglichkeiten unter militärischer Kontrolle, ebenso das russische Projekt Glonass. Im Fall bewaffneter Konflikte könnte GPS nur dem amerikanischen Militär zugänglich sein. „Galileo ist fortschrittlicher, effizienter und verlässlicher als das bestehende US-amerikanische System GPS“, verspricht die EU außerdem.
Wie funktioniert die Technik?
Kernstück des Systems sind Satelliten, die auf drei verschiedenen Umlaufbahnen in mehr als 23.000 Kilometern Höhe kreisen und ihre Position sowie die Uhrzeit zur Erde senden. Das Empfangsgerät - etwa ein Navi - berechnet, wie lange die Signale unterwegs waren und ermittelt so den eigenen Standort. Je mehr Satelliten in Reichweite sind, desto genauer ist die Peilung. Für eine genaue Zeitangabe sollen Atomuhren sorgen.
Wann ist das System betriebsbereit?
Ursprünglich sollte Galileo 2008 an den Start gehen, doch der Zeitplan musste mehrfach überarbeitet werden - nicht zuletzt weil Verhandlungen mit einem Industriekonsortium um den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS scheiterten. Nun ist der Betrieb zum Jahresbeginn 2014 geplant.
Wie hoch sind die Kosten?
Höher als erwartet: Zunächst wurden 3,4 Milliarden Euro veranschlagt. Später war von 5,2 Milliarden Euro die Rede. Inwzischen wird mit noch höheren Kosten gerechnet (siehe auch Galileo wird 1,5 Milliarden mehr kosten).
Wer baut die Satelliten?
Vier Satelliten baut die EADS-Tochter Astrium. Das Bremer Unternehmen OHB ist mit dem Bau weiterer 14 Satelliten beauftragt, die etwa 566 Millionen Euro kosten sollen. Ursprünglich war von 30 Satelliten die Rede, mehr Aufträge sind derzeit aber noch nicht ausgeschrieben.
Wo soll Galileo zum Einsatz kommen?
Ähnlich wie schon GPS soll Galileo der Ortung und Navigation dienen - nur präziser. Als Einsatzszenarien nennt die EU den Verkehr zu Lande, zu Wasser und in der Luft, zudem Landwirtschaft und Bauindustrie. Auch Behörden sollen das System nutzen. Fahnder könnten die Daten bei der Verbrecherjagd benutzen, Bauingenieure beim Einmessen von Gebäuden, Landwirte beim Verteilen von Dünger.
Matthes
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When the government fears the people, there is liberty. When the people fear the government, there is tyranny.
(Samuel Adams)
If tyranny and oppression come to this land, it will be in the guise of fighting a foreign enemy.
(James Madison)
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- [Nrw-ak-datenschutz] "Galileo geht in den Testbetrieb", Mainframer, 05.02.2011
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