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muenster - Re: [MS Piraten] Schlagabtausch zw. Bürgerforum und Piratin

muenster AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Kreis Münster/ NRW

Listenarchiv

Re: [MS Piraten] Schlagabtausch zw. Bürgerforum und Piratin


Chronologisch Thread 
  • From: Marco Hartmann <marco.hartmann AT gmail.com>
  • To: Kreis Münster/ NRW <muenster AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: Re: [MS Piraten] Schlagabtausch zw. Bürgerforum und Piratin
  • Date: Sun, 03 May 2015 19:52:27 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/muenster>
  • List-id: Kreis Münster/ NRW <muenster.lists.piratenpartei.de>

Wie Du schon sagt, Birgit, gerade im Bereich Anfang Münsterstraße gehören die Bürgersteige den Eigentümern.
Diese zu einem Umdenken zu bewegen ist aussichtslos.
Ich weiß z.B., dass einige Eigentümer an der Münsterstraße nur darauf warten dass die Stadt etwas an den Gegebenheiten ändern will, um dann die Klage aus der Schublade zu ziehen. So gehören z.B. einige Parkplätze an der Münsterstraße den Eigentümern, um sie den Gewerbetreibenden Mietern zur Verfügung zu stellen. Die Stadt hat irgendwann eigenmächtig Parkuhren aufgestellt, obwohl ihr die Parkflächen nicht gehören.
Die Eigentümer reiben sich schon die Hände.
Barrierefreiheit ist ein weiteres Thema auf der Münsterstraße. Aufgrund des nur 40 cm breiten Bürgersteigs ist eine Passage für Behinderte überhaupt nicht möglich. Stahlpfosten verhindern eine Straßenquerung an der Hofstraße.
Starker PKW und ÖPNV Verkehr insbesondere in den Berufszeiten sind ebenso ein Hindernis. Daran hat die neue Umgehung nichts geändert. Die Busanbindung ist eine mittelschwer Katastrophe, wenn man in die Innenstadt Münsters will. Es gibt Leerstände von ehemaligen Gaststätten, die nicht umgenutzt werden. Shared Space, so gern ich dieses Konzept mag, ist hier dertzeit nur schwer möglich.

Die Wohnlage dort ist in "einfach" eingestuft. Investitionen der Eigentümer somit ausgeschlossen, da sie sich hier nicht lohnen.
Daher auch kein Interesse der Eigentümer am städtischen Verschönerungsprojekt der Fassaden. Das Subventionsprojekt floppt derzeit völlig. Aber lasst das mal so. Derzeit die einzige Möglichkeit bezahlbaren Wohnraum in Münster zu erhalten.
Selbst ich als voll Berufstätiger musste mittlerweile in diesen Armutsstadtteil umsiedeln.
Wohnraum in Münster ist entgegen anders lautender Behauptungen genügend in Münster vorhanden. Bezahlen kann man ihn nur nicht mehr.
Daher ist ein solcher asozialer Wohnraum in Münster vonnöten. Damals war es Coerde oder Kinderhaus. Heute ist es Wolbeck.
Die Drittelmix-Strategie der Münsterschen Stadtplaner ist gescheitert. Nicht zuletzt durch ein ablenken von der 50 in eine 300-Mann Straßenzug Flüchtlingspolitik, wie in Gremmendorf aktuell, aufgrund der 7x höheren Flüchtlingsbelastung (3000 statt 450), als die Stadt geplant hat.

"Ortsneugestaltung in Wolbeck" dient der Qualitätserhöhung um teure und exklusive Wohnlage zu schaffen, denn der Markt ist da. Besonders für die kommenden, neuen Wohngebiete. Derzeitige Eigentümer möchten aber nicht an den Kosten beteiligt werden, da sie keinen Nutzen davontragen, ohne dass sie im 5-stelligen Eurobereich selber modernisieren müssen. Und mir persönlich sind 6 Euro Quadratmeterpreis für Miete auch lieber als 12, dafür dass man in Münster nur noch ausserstädtisch einigermaßen bezahlbaren Wohnraum finden, selbst wenn man 200 Stunden im Monat arbeitet.



Am 02.05.2015 um 23:35 schrieb Birgit Hemecker:

Hallo,
das Thema Ortsneugestaltung wird hier in Wolbeck seit längerem viel und
kontrovers diskutiert. Es gibt eine Broschüre als Ergebnis eines
Planungsprozesses, an dem unter der Federführung des Planungsamtes der
Stadt Münster (Frauke Popken) internationale Studenten und irgendwelche
Gruppierungen, wie das Bürgerforum, teilgenommen haben (das war noch vor
meiner Zeit in der BV).

Die Ergebnisse sollten bei dieser Veranstaltung den Bürgern schmackhaft
gemacht werden. Die Betroffenen reagierten allerdings sehr
unterschiedlich, wie aus dem WN-Bericht auch hervorgeht. Insbesondere
die nur noch wenigen Gewerbetreibenden im Ortskern waren alles andere
als begeistert.

Seit dem letzten Jahr gibt es immer wieder Versammlungen zu dem Thema
und auch einen interfraktionellen Arbeitskreis der örtlichen Politiker,
an denen ich auch immer teilnehme.

Die Idee vom Shared Space trage ich immer wieder vor, da ich von der
Liberalität dieses Konzeptes angetan bin und es überdies auch in unserem
KWP steht. Leider gibt es jedes Mal sowohl pragmatische wie auch
‚ideologische‘ Einwände. Zu den ersteren zählen Argumente wie, der
Platz/die Straße sei nicht groß genug für ein solches Konzept; die
Bürgersteige gehören z.T. den Anwohnern, die gegen eine Tieferlegung
seien; ältere Leute möchten lieber auf einem gesicherten Gehweg gehen,
als auf einem durchgehenden Platz. Mit ‚ideologischen‘ Bedenken meine
ich aus allen Gegenargumenten herauszuhören, dass genau diese
Liberalität und gegenseitige Toleranz bei den Leuten auf Skepsis stößt;
man fühlt sich mit einem festen Reglement sicherer und wohler als mit
freiwilliger Rücksichtnahme, gegenseitigem Respekt, Toleranz u.a.

Die Diskussionen werden mich weiter begleiten und der Arbeitskreis wird
auch noch eine Weile tagen; ich werde dort weiter meine Stimme für die
Piraten erheben.

LG
Birgit

Balu schrieb:

Hallo Peter,
ich habe das nicht im Detail verfolgt, aber das erste Stichwort was
mir beim Lesen der Artikel einfällt ist "Shared Space".
Vielleicht ist es ja das, was das Bürgerforum fordert, falls nicht ist
es vielleicht eine alternative Idee, von der ich in anderen Städten
schon gutes gehört habe.

Balu





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