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hagen - Re: [Hagen] Hagen Nachrichtensammlung, Band 59, Eintrag 13

hagen AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Liste des KV Hagen

Listenarchiv

Re: [Hagen] Hagen Nachrichtensammlung, Band 59, Eintrag 13


Chronologisch Thread 
  • From: "Andreas Lechte" <andreas AT lechtes.net>
  • To: <hagen AT lists.piratenpartei.de>
  • Subject: Re: [Hagen] Hagen Nachrichtensammlung, Band 59, Eintrag 13
  • Date: Tue, 22 Jul 2014 16:33:37 +0000
  • Importance: normal
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/hagen>
  • List-id: Liste des Stammtisches Hagen <hagen.lists.piratenpartei.de>
  • Priority: normal


Hallo zusammen.

Ich finde die Art der Diskussion über Transparenz in diesem Kreisverband
schon immer etwas merkwürdig gefärbt.

Da ist eine irrationale Komponente drin, die da meiner Meinung nach nicht
hineingehört.

Wesentliche Komponenten von Transparenz sind Partizipation,
Nachvollziehbarkeit und Rechenschaft. Ob eine mehrheitlich gestützte
(demokratische) Entscheidungsfindung von Madatsträgern dazugehört, ist für
mich erst mal grundsätzlich strittig. Wenn das bei uns jedoch so sein soll,
haben wir bei Mandatsträgern schon mal ein großes Problem mit
Gewissensfreiheit und damit der prinzipiellen Unabhängikeit Ihrer
Entscheidungen. Gerade dies haben wir nämlich auch auf unsere Fahne
geschrieben und es ist eigentlich geltendes Recht das von fast allen anderen
Parteien gebeugt wird.

Genau hierhin ziehlte Kerstins Frage damals bei der Aufstellungsversammlung
und da sie an die Kandidaten und nicht an die Versammlung gerichtet war habe
ich es für einen rethorischen Schachzug gehalten um die Kandidaten auf Ihre
Demokratiefestigkeit und Ihre persöhnliche Standhaftigkeit hin zu Checken.

Mittlerweile ist allerdings bei mir der Eindruck entstanden, dass es dabei um
ganz andere Dinge ging. Es ging wie immer und überall wieder einmal um das
Ausloten von Möglichkeiten der Einflußnahme und um das frühzeitige Anlegen
von Geschirr.
Die derzeitige Diskussion um Thorstens angebliche Intransparenz passt deher
genau in dieses Schema.

Ich versuche das mal zu verdeutlichen am Beispiel der
Ratsgruppen-Entscheidung von Thorsten ( ich geh mal intransparent davon aus,
dass Alle wissen was ich meine):

Worüber reden wir hier? War seine Entscheidung falsch oder richtig? Wollen
wir Ihn zur Rechenschaft (!) ziehen für eine falsche Entscheidung?
Formulieren wir genau das? Diskutieren wir das? Haben wir seine Entscheidung
nachvollzogen? Stehen wir hinter Ihm? Sind wir überhaupt berechtigt seinen
Entscheidungsfindungsprozess zu beeinflussen?

Alle diese Fragen und Diskussionen und daraus folgende sachliche Gespräche
mit Thorsten würde ich aktzeptieren und demokratisch und auch so legitim
finden. Nicht zuletzt, um Ihn bei seiner Arbeit in Zukunft besser zu
unterstützen und Ihn vieleicht auch mit Informationen und Impulsen zu
versorgen, die Ihm helfen seine Entscheidungsprozesse zu optimieren. Interne
Lobbyarbeit halt.

Zu etwas anderem fehlt uns definitiv die Legitimation. Wir sollten Ihm und
seinem Mandat gegenüber loyal sein, solange kein Zweifel daran besteht, dass
er die Interessen seiner Wähler vertritt. Das waren aber nicht nur Piraten.
Ich denke, dies allein verlangt von Ihm eine weitaus differnziertere
Sichtweise, als nur die "piratige". Und so schwer es uns auch fällt, sollten
wir uns damit anfreunden. Es ist in dieser Situation kaum Zweckmässig gleich
am Anfang seine Integrität an sich in Frage zu stellen.

Was, meiner Meinung nach, gar nicht geht sind diese diffusen Attacken unter
Verwendung von piratigen "Rot-Tuch"-Begrifflichkeiten (die dann auf die
Sitution meistens sowieso nur eingeschränkt passen) um einfach nur schlechte
Stimmung gegen eine Person an sich zu machen.

Bei sowas muss man dann schon mal hinterfragen ob das überhaupt der Sache
nützt, oder ob es doch eher dem Zweck dient sich selbst in ein zentraleres
Licht zu rücken. Beim letzten Stammtisch bekam ich allerdings dazu ungefähr
die Aussage "was willst Du ? So sind die Piraten halt, damit muss man leben,
wenn man zu den Piraten kommt.". Scheinbar wird solches Threatment also
aktzeptiert und dadurch natürlich auch gefördert, weil es ja augenscheinlich
auch gelegentlich funktioniert.

Auch in Anbetracht der demnächst neu zu besetzenden "Ehren-Ämter" (ist da der
Begriff Ehre im Namen ? Hmmm...) sollten wir vieleicht noch einmal über
diesen, mit Verlaub gesagt, "Scheißstil" nachdenken und ob der wohl eine gute
Motivation ist für ein Amt zu kandidieren. Ich für meinen Fall kann mich
obiger Meinung nicht anschließen. Ich bin nicht so ein Mensch und werde auch
nicht so ein Pirat werden. Auch werde Ich genau aus diesen Gründen natürlich
noch nicht kandidieren und bin zur KV "leider" sowieso im Urlaub.

Jetzt noch ein weiteres (nicht ganz ernst gemeintes) Beispiel solch piratiger
Neckereien, weils gerade passt. Pego möge mir goßzügig verzeihen.

"Ausserdem hat Pego den Vorstand schon bestimmt, und wie ich Ihn verstanden
habe, gibt es daran nichts zu rütteln. Ich hatte bei dieser Aussage, auch
aufgrund seines Tonfalls, kurz eine esotherische Grenzerfahrung im Form einer
Vision: "Pego mit etwa nasenbreitem schwarzen Oberlippenbärtchen" (LoL). Aber
Esotherik ist ja totaler Quatsch, oder ?"

Die Methode: Man nehme Person A, konstruiere eine Aussage, die man so oder
ganz ähnlich schon mal gehört hat, stelle sie in einen intransparenten
Zusammenhang, würze Sie mit ein paar roten Tüchern und objektiven Schwächen.
Fertig ist der Blödsinn den offensichtlich viele unheimlich witzig finden.
Die eigentliche Aussage ist aber eine völlig haltlose Unterstellung. Aber
Hauptsache sie ist erst mal in den Gehirnwindungen angekommen.

Für wie blöd hält man eigentlich intelligente Menschen, dass sie so etwas
nicht durchschauen. Also Thorsten, entspann Dich, und lass Dir dein
Urteilsvermögen nicht ausreden.

Gruß,

Andreas L.









  • Re: [Hagen] Hagen Nachrichtensammlung, Band 59, Eintrag 13, Andreas Lechte, 22.07.2014

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