dueren AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Kreis Düren - NRW
Listenarchiv
[Piraten Kreis Düren]Fwd: [AK-Kommunalpolitik] Geflüchtete in NRW laut Bezirksregierung Arnsberg
Chronologisch Thread
- From: Dietmar Schwindt <dietmar.schwindt AT piratenpartei-nrw.de>
- To: Liste Düren <dueren AT lists.piratenpartei.de>
- Subject: [Piraten Kreis Düren]Fwd: [AK-Kommunalpolitik] Geflüchtete in NRW laut Bezirksregierung Arnsberg
- Date: Wed, 18 Nov 2015 07:31:57 +0100
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/dueren>
- List-id: Kreis Düren - NRW <dueren.lists.piratenpartei.de>
Dietmar Schwindt
Mitglied des Kreistages Düren
stv. Vorsitzender der Fraktion UWG-Piraten
Anfang der weitergeleiteten E‑Mail:
Von: Frank Herrmann <fherrmann AT piratenfraktion-nrw.de>
Datum: 18. November 2015 um 01:20:40 MEZ
An: Mailingliste des AK Kommunalpolitik NRW <nrw-ak-kommunalpolitik AT lists.piratenpartei.de>
Betreff: Re: [AK-Kommunalpolitik] Geflüchtete in NRW laut Bezirksregierung Arnsberg
Antwort an: Mailingliste des AK Kommunalpolitik NRW <nrw-ak-kommunalpolitik AT lists.piratenpartei.de>
Moin zusammen,
hier noch eine kurze Ergänzung zu den Zahlen, die nicht plausibel
erscheinen:
Lt. Gespräch mit dem Ministerium (Staatssekretär) gelten die Zahlen von
12.000 - 19.000 immer als Schätzung, die, aus Erfahrung, jetzt immer
sehr hoch angesetzt ist. Letzte Woche waren z.B. 19.000 geschätzt, aber
nur ca. 9.300 sind angekommen.
Die Zahl der Überweisungen an die Kommunen scheint mir sehr hoch. Der
höchste Wert bisher sollte aus der 43. KW sein und das waren 7.932
Personen. In der 44. KW waren es 6.950 und in der 45. 6.738.
Eine weitere Zahl sind die sog. 'Ex-NRW'-Fälle. Das sind die, die nach
Aufnahme sofort oder innerhalb weniger Tage in andere Bundesländer
gebracht werden. Da in NRW mehr Menschen ankommen, als NRW nach
Verteilschlüssel aufnehmen muss, werden die halt in andere BL gebracht.
In der 43. KW waren das 3.688, in der 44. 1.953 und in der 45. 3.977
Personen.
So passt das dann mit den Zahlen besser, denke ich;)
Ich habe den Staatssekretär heute übrigens auf die nicht bzw. schwach
belegten Notunterkünfte in den Kommunen angesprochen. Und auf die
vermutete Vollbelegung der Großunterkünfte. Da gab es ja einige Hinweise
hier auf der Liste aus Gronau, Aachen, Herzogenrath. Er meinte dazu, das
die niedrige Belegung aktuell ein Zeichen schwacher Gesamtauslastung
wäre. Es sind einfach nicht so viele Menschen angekommen.
Großunterkünfte zu bevorzugen wäre auch nicht geplant und er würde dem
mal nachgehen und sich um bessere Verteilung kümmern...
Grundsätzlich gibt es aber gerade einige Bewegung bei der Nutzung und
weiteren Planung der vielen Standorte. Es wird die Wintertauglichkeit
überprüft und auch mit Kommunen über längerfristige Anmietungen bisher
nur kurzfristig genutzter, aber geeigneter Unterbringungen, auch also
Regelunterkunft, gesprochen. Mehr dazu am Donnerstag in der Sitzung des
Innenausschuss.
Gute Nacht
Frank
Torsten Sommer wrote:Hi!Gestern war ich bei einer Veranstaltung der Bezirksregierung Arnsberg.Die sind federführend bei der Organisation der Unterbringung undRegistrierung der Geflüchteten hier in NRW.Generelles:Zur Zeit gibt es 292 vom Land betriebene $Unterbringungseinrichtungen inNRW in denen 74.552 Menschen untergebracht sind. 5 EAEs (3.530Menschen), 23 ZUEs (11.246 Menschen), 264 NUs (59.776 Menschen). Davon67 Turnhallen.Insgesamt werden zur Zeit in etwa 400 Turnhallen NRW Geflüchteteuntergebracht (diese Zahl stammt aus dem Publikum, nicht von derBezReg.). Das soll sich baldmöglichst ändern.Die anderen BezRegs in NRW können/dürfen inzwischen eigenständigImmobilien managen.Aktuell kommen, lt. BezReg., 12.000 bis 19.000 Menschen pro Woche dazuund etwa 9.000 Menschen werden in die Kommunen zugewiesen.Anmerkung: Mir erscheint diese Zahlenspielerei nicht plausibel. Auchkonnte man mir nicht beantworten wie viele Menschen in andereBundesländer verteilt werden, wie viel Menschen wieder zurück in ihreHeimatländer gehen, wie viele Menschen in anderen Ländern Schutz suchen,etc.Angestrebt ist, das etwa 10.000 Menschen pro Woche aus denLandeseinrichtungen auf die Kommunen verteilt werden.Angestrebt ist weiterhin die 264 "Landeseinrichtungen" auf eine Anzahlvon unter 100 zu bekommen. Dies wurde begründet mit administrativemAufwand, sonst lohnt es für die Betreiber nicht und wir können denMenschen in den kleinen Einrichtungen nicht die volle Bandbreite anLeistungen bieten, wie in den großen Einrichtungen.Auf meine Anmerkung hin, das kleine Einrichtungen sowohl für dieKommunen besser verkraftbar sind, als auch ein besserer soziales Klimain den Einrichtungen herrscht und man bei der Kostenbetrachtung bittedie Gesamtkosten (inkl. sozialer Folgekosten) zu betrachten hätte,erläuterte Frau Regierungspräsidentin Ewert, das es nicht so sehr umAufwand und Kosten, sondern viel mehr um das Angebot an die Geflüchtetengeht, das nur in großen Einrichtungen zu gewährleisten sei.Hat mich nicht überzeugt.An Aufnahmeeinrichtungskapazitäten des Landes ist für nächstes Jahrgeplant:10.000 Plätze in EAEs30.000 Plätze in ZUEs20.000 Plätze in NUEs+20.000 "Reserveplätze" in NUEsVom zeitlichen Ablauf ist geplant die Menschen max. 5 Tage in EAEs unterzu bringen, danach max. 5 Monate in ZUEs.Rechnet man das hoch und bedenkt dabei den königssteiner Schlüssel, sokommt man bei einer geschätzten Jahreskapazität von, bundesweit, 600.000Menschen für 2016 an.Die verschiedenen IT Systeme von Land, Bund und BA sind weiterhin nichtmiteinander kompatibel. Wann es hier zu Besserungen kommt, weiß niemand,da andere Dinge (Unterbringung, Versorgung) zur Zeit im Vordergrundstehen.Die Bundeswehr hilft zur Zeit vor allem logistisch durchFlächenbereitstellung für die Busse mit denen die Menschen durchs Landgefahren werden, sowie Unterbringung der Busfahrer in Kasernen.Aus den Kommunen gibt es zur Zeit 19 Überlastungsanzeigen (bei 396Kommunen) und 1 Komplettverweigerung (Name der Stadt wurde nichtgenannt).Minderjährige:Zum 1.11. ist eine Gesetzesänderung in Kraft getreten, wonachunbegleitete, minderjährige Flüchtlinge (UMF) nach dem königssteinerSchlüssel auf und in den Bundesländern verteilt werden sollen. Bisherwar es so, dass die Kommune, in der ein UMF zuerst ankam verantwortlichzeichnete.Die Verantwortung dafür liegt allerdings nicht bei der BezReg, sondernbei den Landschaftsverbänden als Träger des Landesjugendamtes.Die Kommunen "leben" diese Verteilsystem noch nicht, das es Kommunengibt, die die Aufnahme komplett verweigern, da weder KnowHow nochEinrichtungen vor Ort seien.Zusatzinfo von mir: Zur Zeit wird in Dortmund das ehem.Kreiswehrersatzamt zur Erstunterbringung von UMF hergerichtet. Es sollwohl auch dazu dienen eine Altersbestimmung zentral vornehmen zu können.Vergitterte Treppenhäuser sind auch genau das, was Geflüchtete Kinderbrauchen.Haushalte:Einige Kämmerer möchten gerne den kompletten Bereich "Geflüchtete/Asyl"separat ausweisen (Clustering) und den "Kernhaushalt" damit nichtvermischen. Aufgrund von thematischen Überschneidungen sieht die BezRegdas sehr kritisch. Alleine bei den Gesundheits- und Sozialkosten seieine Spitzabtrennung schwer möglich.In den nächsten Wochen stehen diverse Ausschreibungsverfahren an. Dazuwurde extra eine externe Anwaltskanzlei ins Boot der BezReg geholt.Nominell müssten alle Bereiche einer UE separat ausgeschrieben werden(Verwaltung, Reinigung, Catering, soz. Betreuung, Sicherheit,Hausdienstleistungen, etc.). Das möchte man nicht machen. Man möchte nurjeweils zwei Ausschreibungen machen. Betrieb (Inkl. Soz., Catering,etc.) und Sicherheit. Die neuen Ausschreibungen sollen einen Zeitraumvon 4 Jahren abdecken.Aktuell wird für fünf Monate eine Kopfpauschale von 670 €/monatlich proGeflüchtetem Menschen durch Bundesmittel gezahlt. Dazu gibt esVerwaltungskostenzuschläge des Landes.Für 2016 ist geplant (aber noch nicht politisch abgesegnet) die FlüAgJahrespauschale auf 10.000 € pro Geflüchtetem anzuheben.Dazu soll der Personenkreis auf die nach §60a AufenthG geduldetenMenschen ausgeweitet werden.Für UMF soll ab .1.12016 eine Verwaltungskostenpauschale von 3.100 € andie Jugendhilfeträger gezahlt werden. Dafür stehen in NRW insgesamt 76Mio € zur Verfügung.Leider war auch der gestrige Tag endlich, so das ich nicht alle Fragenstellen konnte, die mir wichtig erschienen.Ich würde mich aber sehr freuen, Eure Fragen hier zu lesen und werde dieFragen gerne direkt beantworten oder eine Antwort von der BezRegerfragen.LGTorsten.
--
-------------------------------------------
Piratenfraktion im Landtag NRW
Platz des Landtags 1
40221 Düsseldorf
T ++49-211-884-4606
F ++49-211-884-3701
--
NRW-AK-Kommunalpolitik mailing list
NRW-AK-Kommunalpolitik AT lists.piratenpartei.de
https://service.piratenpartei.de/listinfo/nrw-ak-kommunalpolitik
- [Piraten Kreis Düren]Fwd: [AK-Kommunalpolitik] Geflüchtete in NRW laut Bezirksregierung Arnsberg, Dietmar Schwindt, 18.11.2015
Archiv bereitgestellt durch MHonArc 2.6.19.