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dueren - [Piraten Kreis Düren]Das WLAN für Kneipe und Nagelstudio

dueren AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Kreis Düren - NRW

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[Piraten Kreis Düren]Das WLAN für Kneipe und Nagelstudio


Chronologisch Thread 
  • From: Dietmar Schwindt <dietmar.schwindt AT piratenpartei-nrw.de>
  • To: Crew Jülich <nrw-crew-juelich-undumzu AT lists.piratenpartei.de>, Liste Düren <dueren AT lists.piratenpartei.de>, "kontakt AT freifunk-juelich.de" <kontakt AT freifunk-juelich.de>, "kontakt AT freifunk-dueren.de" <kontakt AT freifunk-dueren.de>
  • Subject: [Piraten Kreis Düren]Das WLAN für Kneipe und Nagelstudio
  • Date: Tue, 21 Apr 2015 05:32:59 +0200
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/dueren>
  • List-id: Kreis Düren - NRW <dueren.lists.piratenpartei.de>

Artikelüberschrift
Dienstag, 21. April 2015
Jülicher Nachrichten / Vernetzt / Seite 23

Das WLAN für Kneipe und Nagelstudio

Freifunk-Bewegung für kostenloses Internet freut sich über viel Zuspruch: Mittlerweile über 400 Zugangspunkte in der Städteregion

Von Marc Heckert

Aachen. Wer dieser Tage die Aachener Pontstraße entlangbummelt und nach kostenlosen WLAN-Zugangspunkten Ausschau hält, braucht nicht weit zu laufen: Auf der Gastromeile reiht sich ein Hotspot mit dem Namen „Freifunk“ an den nächsten. Die Zahl dieser Gratis-Netze im Stadtgebiet, im vergangenen September noch bei ganzen sieben Stück, hat sich in den vergangenen Monaten vervielfacht: Mittlerweile stehen weit über 300 Router in Kneipen, Arztpraxen, Nagelstudios und sonstigen Geschäfts- und Privaträumen; in der Städteregion sind es mehr als 400. Die von ehrenamtlichen Enthusiasten getragene Bewegung für ein freies Internet floriert.

Keine Passwörter, keine AGB

Warum der weiße Hotspot-Aufkleber der Freifunk-Community an so vielen Kneipentüren prangt, erklärt Markus Loos, Betreiber des Café Kittel: „Die Leute kommen hier rein und haben sofort WLAN, das ist einfach großartig.“ Nachdem er das Kult-Café im vergangenen Jahr übernommen hatte, wollte er seinen Gästen freies Internet anbieten. Er entschied sich für die nichtkommerzielle Lösung des Vereins Freifunk – auch, weil die Nutzer dabei keine komplizierten Passwörter notieren oder erst Nutzungsbedingungen akzeptieren müssen. Und wer als Kunde einmal in einen Freifunk-Zugang eingeloggt war, dessen Smartphone verbindet sich in der nächsten Kneipe automatisch mit dem dortigen Wifi-Netz.

Vor allem aber ist der Betreiber des Gratis-WLANs aus der sogenannten Störerhaftung befreit, die das deutsche Recht vorsieht. Das Haftungsrisiko trägt der Freifunk Rheinland e.V., über dessen Leitungen der Datenverkehr – in Form einer sogenannten VPN-Tunnelverbindung – abgewickelt wird. Wer Freifunk-WLAN anbieten will, braucht eigentlich nur einen eigenen Internetzugang und einen der zwischen 15 und 75 Euro teuren Freifunk-Router.

Das weiß auch Stefan Wohnig zu schätzen, Inhaber des Café und Bar Zuhause in der Sandkaulstraße. „Wir haben von Anfang an WLAN angeboten“, sagt er. „Anfangs haben die Gäste dafür noch unseren eigenen Zugang genutzt.“ Doch das wurde ihm zu gefährlich. Seit Wohnig drei Freifunk-Router für Gastraum, Garten und Kegelbahn aufgestellt hat, ist er das Risiko los. „Und die Gäste haben den Vorteil, dass sie sich problemlos einwählen können und keine Gutscheine oder Passwörter brauchen.“

Die Karte der Zugangspunkte auf www.freifunk-aachen.de, auf der die einzelnen Hotspots mit gelben Punkten markiert sind, lässt Teile der Aachener City wie eine Blumenwiese aussehen. Auf dem Katschhof etwa hat der Bürger die Qual der Wahl, ob er über die Netze der Bürgerbüros von SPD, FDP, Grünen, Piraten oder Linken – letztere ist derzeit allerdings offline – surfen will.

In Düren ist sogar das Surfen im Rathaus selbst möglich: Die Stadt hat gleich mehrere Router in Bürgerservice und Verwaltung aufgestellt – es sind die meistgenutzten in der ganzen Region. Interesse bekundet haben auch Stadtverwaltungen und Politiker in Herzogenrath, Baesweiler, Linnich und Jülich. Selbst im ländlichen Selfkant funken bereits die ersten Router.

Die gut 30 freiwilligen Mitarbeiter in Aachen durften sich im Februar über eine besondere Anerkennung freuen: den ersten Preis beim Vereinswettbewerb unserAC, der lokale Inititativen prämierte. Inzwischen ist ein eigenes „Street Team“ in ihren Reihen dafür zuständig, Gewerbetreibende von dem Modell zu überzeugen – was zeitweise so gut funktionierte, dass die Infrastruktur der Nachfrage nicht mehr gerecht wurde. Erst die Einrichtung neuer Server für die Region knackte den Flaschenhals.

Probleme beim Anmelden

Trotzdem knirscht es hier und da noch. Nicht in jedem Biergarten etwa ist der Empfang gleich gut, berichten Gäste – erst recht bei Hochbetrieb. Niki Förster, Betreiberin des Café Einstein am Lindenplatz und seit Jahresbeginn mit einem Freifunk-Router dabei, zieht eine gemischte Bilanz. „Es hatten doch einige Gäste Probleme, sich anzumelden“, berichtet sie, sagt aber auch: „Grundsätzlich finde ich die Idee super.“ Für Problemfälle bieten die Aachener Freifunker technische Hilfe an, Kontakt gibt es über die Webseite.

In der nächsten Ausbaustufe will die Initiative verstärkt Privatpersonen ins Boot holen, kündigt Felix Bosseler an, IT-Fachmann und so etwas wie der Sprecher der Aachener Gruppe. „Die haben natürlich auch den Vorteil, dass ihre Gäste und Besucher dann nicht über ihr WLAN surfen.“ Wenn also, sagt Bosseler, die Tante beim nächsten Besuch ihres Neffen nach dem WLAN-Passwort gefragt wird, könne ihre Antwort sein: Nimm doch den Freifunk, Junge.

„Die Leute kommen hier rein und haben sofort WLAN,
das ist einfach großartig.“

Markus Loos,

Café Kittel






  • [Piraten Kreis Düren]Das WLAN für Kneipe und Nagelstudio, Dietmar Schwindt, 21.04.2015

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