dueren AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Kreis Düren - NRW
Listenarchiv
- From: "sascha-zuther AT t-online.de" <sascha-zuther AT t-online.de>
- To: "Jülich, Crew" <nrw-crew-juelich-undumzu AT lists.piratenpartei.de>, "Düren, Mailingliste des Stammtisches" <dueren AT lists.piratenpartei.de>
- Subject: [Piraten Kreis Düren] TTIP/CETA
- Date: Fri, 20 Mar 2015 16:52:17 +0100
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/dueren>
- List-id: Kreis Düren - NRW <dueren.lists.piratenpartei.de>
Hallo zusammen,
zu meiner TTIP Anfrage an unsere drei MdBs hat sich als erster Herr Rachel
von der CDU gemeldet.
Antwort eher nicht überraschend ausgefallen.
Gruß
Sascha
-----Original-Nachricht-----
Betreff: AW: TTIP/CETA
Datum: Thu, 19 Mar 2015 19:41:31 +0100
Von: Rachel Thomas <thomas.rachel AT bundestag.de>
An: "sascha-zuther AT t-online.de" <sascha-zuther AT t-online.de>
Sehr geehrter Herr Zuther,
im Auftrag von Herrn Rachel sende ich Ihnen anbei sein Antwortschreiben zu
Ihrer Kenntnisnahme.
Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag
Susann Zieroth
_____________________________
Büro Thomas Rachel MdB
Parlamentarischer Staatssekretär
im Bundesministerium für Bildung und Forschung
Deutscher Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Tel. 030/227-71333
Fax: 030/ 227-76930
www.thomas-rachel.de
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: sascha-zuther AT t-online.de [mailto:sascha-zuther AT t-online.de]
Gesendet: Mittwoch, 4. Februar 2015 22:42
An: Rachel Thomas Mitarbeiter 05
Betreff: TTIP/CETA
Sehr geehrter Herr Rachel,
aktuell wird bundesweit sehr intensiv über das geplante Freihandelsabkommen
TTIP zwischen EU und USA diskutiert. Viele Bürger fürchten, dass es durch das
Abkommen zu massiven Einschnitten und Nachteilen für ihr tägliches Leben
kommt.
Wir als Piratenpartei lehnen die Freihandelsabkommen mit den bisher
öffentlichen Vertrags- und Verhandlungstexten bekanntlich ab, da die Abkommen
bisher weitgehend intransparent und ohne Beteiligung der Bürger und
Parlamente ausgehandelt werden und viele unserer hohen Grundrechts- und
Verbraucherstandards außer Kraft setzen.
Als Mitglied der Piratenpartei, aber insbesondere auch als Bürger in diesem
Wahlkreis, den Sie im Deutschen Bundestag vertreten, möchte ich Sie bitten,
den kleinen offenen Fragenkatalog meiner Partei zu den Freihandelsabkommen im
Anhang in den nächsten Wochen zu beantworten.
Mit freundlichen Grüßen
Sascha Zuther
Piratenpartei, Düren
Die regulatorische Kooperation im Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU
und den USA ermöglicht es Lobbyisten im Voraus geplante regionale
Regulierungen und Gesetzesinitiativen zu prüfen und gegebenenfalls neu zu
formulieren.
"Wie wollen sie diese Fußfessel für die Legislative und Entmündigung
demokratisch gewählter Mandatsträger rechtfertigen?"
Transatlantischer Handel findet heute zu 100% über das Internet statt.
"Wie kann ein Freihandelsabkommen im "NSA-Zeitalter" ohne umfassenden
Datenschutz die Freiheit des Handels vor Ausspähung und den Schutz der
Privatsphäre und der persönlichen Daten der Verbraucher garantieren?"
Als einen Grundsatz ihrer Politik hat die EU das Vorsorgeprinzip verankert.
Dieses besagt, dass Belastungen für die Umwelt oder Schäden für die
menschliche Gesundheit (bei unvollständiger Wissensbasis) im Voraus vermieden
oder weitgehend verringert werden sollen [1][3]. Immer wieder sind Politiker
dem Druck der den Agrarmarkt beherrschenden Konzernen ausgesetzt, man möge
dieses Prinzip aufgeben, da Chancen für eine konkurrenzfähige Landwirtschaft
vertan würden (z.B. Zulassung GMO, Hormone in der Tiermast). Dass jedoch bei
Missachtung des Vorsorgeprinzips der volkswirtschaftliche Schaden gegenüber
den privatwirtschaftlichen Gewinnen ins Unermessliche steigen kann, stellte
die Europäische Umweltagentur schon 2004 fest und beschreibt dies in
zahlreichen Beispielen [2]. [1] http://de.wikipedia.org/wiki/Vorsorgeprinzip
[2]http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/2697.pdf
[3] http://www.juraforum.de/lexikon/vorsorgeprinzip
"Wie werden Sie sicherstellen, dass das Vorsorgeprinzip im Rahmen des
Freihandelsabkommens aufrecht erhalten bleibt? Wenn Sie keine
Einflussmöglichkeiten sehen, werden Sie dann gegen das Abkommen stimmen?"
TTIP verspricht die Vereinheitlichung oder gegenseitige Anerkennung von
Standards. In den USA liegt die Kompetenz für Definition und Überwachung von
Standards aber in den meisten Fällen im privatrechtlichen Bereich oder bei
den Bundesstaaten, die US Bundesregierung hat also keinen direkten Einfluss
darauf.
"Wie wollen Sie sicher stellen, dass es im Zuge von TTIP keine einseitige
Anerkennung von US Standards in der EU ohne entsprechende Anerkennung der EU
Standards in den USA gibt?"
Ein Ziel von TTIP ist für geistiges Eigentum im Zielland den gleichen Schutz
zu garantieren wie im Ursprungsland.
"Was halten Sie davon, dass damit Trivialpatente aus den USA in der EU
durchsetzbar werden?"
In dem vorliegenden Vertragstext des Freihandelsabkommens CETA der EU mit
Kanada
(http://trade.ec.europa.eu/doclib/docs/2014/september/tradoc_152806.pdf) ist
ein Investorenschutz durch nicht staatliche Schiedsgerichte vorgesehen, deren
Entscheidungen für die Vertragsstaaten bindend sind. Kanada und die
Mitgliedsstaaten der EU sind Rechtsstaaten.
"Halten Sie eine zusätzliche übergeordnete private Schiedsgerichtsbarkeit im
CETA-Abkommen zur Durchsetzung unternehmerischer Interessen für erforderlich?
"Würden Sie bei einer Abstimmung im Deutschen Bundestag dem CETA-Vertrag
zustimmen?"
Attachment:
Zuther, TTIP.pdf
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- [Piraten Kreis Düren] TTIP/CETA, sascha-zuther AT t-online.de, 20.03.2015
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