dueren AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Kreis Düren - NRW
Listenarchiv
- From: Marcel Schwalb <marcel.schwalb AT filopher.de>
- To: Mailingliste des Stammtisches Düren <dueren AT lists.piratenpartei.de>
- Subject: Re: [Piraten Düren]2. Re: Parteichef Sebastian Nerz: Piraten planen
- Date: Tue, 03 Jan 2012 16:51:34 +0100
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/dueren>
- List-id: Mailingliste des Stammtisches Düren <dueren.lists.piratenpartei.de>
Hallo Peter.
Es ging mit in meiner Mail nicht darum, einen Bundesvorsitzenden in Schutz zu nehmen. Es sollte nur jedem potentiellen Wähler der Piratenpartei klar sein, dass der Bundesvorsitzende keine Koalitionsentscheidungen trifft. Dies dürfte nicht jedem Wähler klar sein, insofern finde ich es wichtig, dies noch einmal klarzustellen.
Ob die Aussage von Herrn Nerz nun selbst sonderlich glücklich war, ist für mich eine andere Sache. Dies kann man sicherlich kritisieren und einen neuen Vorsitzenden fordern. Aber eins muss klar sein: den Politiker ohne Fehler und Fettnäpfchen gibt es nicht. Schon gar nicht als politisches Ehrenamt in der Piratenpartei. Man sehe sich nur mal an, was in anderen Parteien als bezahlter "professioneller Berufspolitiker" daherredet. Ich denke da zum Beispiel an Herrn "ich kann deine Fresse nicht mehr sehen"-Pofalla. Ich habe ganz subjektiv viele gute Interviews von Herrn Nerz gelesen. Dieses Mal hat er mit seiner persönlichen Meinung etwas daneben gegriffen, weil sie schnell missverstanden werden kann. Das ist schade, aber gut, sowas passiert in meinen Augen. In einem Interview bedarf es da nur mal einer schlecht geschlafenen Nacht. Ob man uns deswegen plötzlich nicht mehr wählen muss oder gleich den Vorsitzenden austauschen muss, überlasse ich jedem selbst. Ich persönlich bin der Meinung: wer Herrn Nerz wegen dieser Aussage von seinem Posten herunterbitten möchte, dem werden sehr schnell die Menschen ausgehen - parteiübergreifend.
Die Berliner Kollegen sind für mich dann noch mal eine ganz andere Sache. Unser Latzhosenträger ist nun mal vom Berliner Landesverband und vom Volke gewählt worden. Das respektiere ich und darauf habe ich auch keinen Einfluss. Ein Austausch ist rechtlich gar nicht möglich (da volksgewählt), insofern ist er für mich auch keine Alternative. Man könnte ihn höchstens aus der Partei ausschließen. Das ginge für mich dann aber doch viel zu weit. Transparenz und moderne Kommunikationswege haben nicht nur Vorteile sondern auch Verfehlungen verbreiten sich wesentlich schneller und ausgiebiger. Das ist die Schattenseite der Medaille, aber ich würde sie dennoch unter keinen Umständen austauschen wollen, denn ich denke, dass der Kerngedanke der Transparenz letztlich weit mehr Vorteile als Nachteile für die Gesellschaft bringt. Wenn es Probleme gibt, dann sollten sie lieber so früh wie möglich angesprochen werden, damit sie ausgeräumt werden können. Die meisten Skandale in der Politik werden erst aufgedeckt, wenn irgendeine Seite davon profitiert und stauen sich solange auf. Dieser Druckmechanismus lässt sich irgendwann als politisches Instrument missbrauchen. Hier gilt es den Druck lieber so schnell wie möglich abzulassen, damit er nicht mehr zweckentfremdet als Machtmittel genutzt werden kann.
Grundsätzlich kommen wir dann zum Punkt, dass die Partei daran arbeiten muss, ihre Kandidaten besser aufzustellen. Da stimme ich dir uneingeschränkt zu. Allerdings sagt sich das leicht für eine Partei, die innerhalb von nur sechs Monaten ihre Mitgliedszahlen um mehr als 50% vergrößert hat. Das ist ein langfristiger Prozess, der sich einpendeln muss. Wir haben momentan als Partei mehr Erfolg als es uns innerlich gut tut. Ich hoffe, dass sich der Hype in den nächsten Monaten wieder legt, damit wir eine solide Basis für die nächsten Jahre schaffen können.
Viele Grüße,
Marcel
@mandelbroetchen
Am 03.01.2012 16:03, schrieb Peter Hackenbroich:
Marcel , im Prinzip hast Du Recht , aber auch ein S.Nerz sollte mittlerweile
gelernt haben sich verständlich zu äußern! Es macht keinen sehr guten
Eindruck später
zurückrudern zu müssen , man hätte es anders gemeint.
Der Umgang mit der Presse und die Position als Buvo erfordert ein gewisses
Fingerspitzengefühl!
Es scheint , als wären einige Piraten in Berlin absolut überfordert oder auch
nicht ausgelastet , wie sollte man
sich die Entgleisungen eines Latzhosenträgers gegenüber Mitpiraten erklären ,
anlässlich einer
Verlobung in den eigenen Reihen?? Twitter und Facebook sei Dank , verbreitet
sich das wörtliche
Geplänkel ja blitzschnell bis in die kleinsten Pressekreise !
Bedarf es bei einigen Positionsträgern in Berlin einer spez. Hilfe oder gar
Austausch ?
Warum müssen div. Piraten sich in der Öffentlichkeit so lächerlich machen ?
Wenn man auf der polit. Bühne ernsthaft agieren will , sollte man tunlichst
die Fehler der etabl. Pappnasen
nicht wiederholen. Ein Wulf allein reicht doch wohl im Augenblick , oder ?!
Ich denke , es werden einige die Unterstützung der Piraten überdenken , nach
der S.Nerz Aussage !
Da gibt es nichts zu verharmlosen ; eine nicht geforderte Koalitionsaussage
hat schon manch kl. Parteien
straucheln lassen - über lange Zeit!
mpG Hucky
- [Piraten Düren]2. Re: Parteichef Sebastian Nerz: Piraten planen, Peter Hackenbroich, 03.01.2012
- Re: [Piraten Düren]2. Re: Parteichef Sebastian Nerz: Piraten planen, Marcel Schwalb, 03.01.2012
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