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Betreff: Presseverteiler Piraten Bremen
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Piraten Bremen: Piraten fordern umfassende Bürgerbeteiligung beim Bahnhofsvorplatz
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- Subject: Piraten Bremen: Piraten fordern umfassende Bürgerbeteiligung beim Bahnhofsvorplatz
- Date: Wed, 04 May 2011 18:39:16 +0200
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/bremen-presse>
- List-id: Presseverteiler Piraten Bremen <bremen-presse.lists.piratenpartei.de>
- Organization: Piraten Bremen
Wird der Bahnhofsvorplatz ein Bremen 21?
Der Umbau des Bahnhofsvorplatzes wirft seine Schatten voraus, die
Piraten haben sich an einigen Samstagen auf dem Bahnhofsvorplatz
aufgehalten und Stimmungen und Meinungen derjenigen, die diesen Platz
regelmäßig nutzen, erfragt.
Die Piratenpartei Bremen fordert eine umfassende Bürgerbeteiligung in
der Frage, was mit dem Bahnhofsvorplatz geschehen soll.
Ein Bahnhofsvorplatz gehört auch kulturell gesehen zu den positiven
Aushängeschildern und Willkommensgrüßen einer jeden Stadt, die sich mit
einem solchen schmücken kann. "Willkommen im Kaufhaus" ist ein Signal,
das eine Stadt mit einem kulturellen und historischen Angebot wie Bremen
seinen Gästen nicht als Begrüßung entgegenwerfen sollte.
Der Platz lebt zum einen durch die Skater, die die mittlerweile
überregional bekannten "RotenRampen" nutzen. Diese sind zwar nicht mehr
rot, der Name ist dennoch geprägt, und ein Anziehungspunkt für
Rollbrettfahrer aus dem ganzen Land. Zum anderen ist der Platz ein
Treffpunkt für "die Szene", eine bunte Mischung von Punks, Gothics, Emos
und anderen unkonventionellen Menschen - es wäre nicht richtig zu
versuchen, für jeden eine Schublade zu erfinden. Eine weitere Gruppe
Menschen verteilt Würstchen und Kaffee an Bedürftige, es werden
Gespräche geführt, der Platz lebt. Dazu kommen natürlich noch alle
Reisenden und Pendler, die den Platz täglich Überqueren.
Und quer durch die sehr unterschiedlichen Nutzergruppen des Platzes ist
eines Konsens: man will ihn erhalten sehen. Er soll nicht mit einem
Gebäude bebaut werden, gerne könnte er etwas ansprechender gestaltet
werden, aber zugebaut? Das will niemand hier. Ein paar Grünflächen,
vielleicht einen Springbrunnen, ein paar Bäume, das wäre willkommen.
Das wäre dann ein schöner Aufenthaltsort, der nicht nur bestimmte
Gruppen anspricht, sondern alle Bremer.
Egal wen man befragt, man bekommt immer ähnliche Antworten, es sieht
wirklich so aus, als wolle den Umbau niemand in Bremen, ausser Herrn
Loske und dem noch nicht bekannten Bauunternehmen, das den Auftrag dann
ausführen wird.
Die Bebauung mit einem weiteren Geschäftsgebäude stößt aus
unterschiedlichsten Gründen auf Ablehnung. Zum einen gibt es in
unmittelbahrer Nähe bereits jetzt ausreichend Gewerbeflächenleerstand,
siehe das alte Postamt, das World Trade Center und - wenn man es wollte
- könnte auch das alte Bundeswehrhochhaus als Geschäftshaus z.B. für
Startup-Unternehmen genutzt werden. Ein weiterer Bedarf an
Gewerbeflächen ist offensichtlich nicht vorhanden.
Weiterhin ist es fragwürdig, ob man in Anbetracht der Tatsache, dass
z.B. die Gewerbetreibenden im Lloydhof über Kundenknappheit klagen und
dass die Einzelhändler in der Innenstadt ebenfalls immer mehr in
Bedrängnis geraten, man direkt am Bahnhof bereits die kaufkräftigen
Kunden aus dem Umland "abgreifen" sollte.
Die 6 Millionen Euro, welche die Stadt durch den Verkauf des
Grundstückes einnehmen könnte, sind in Anbetracht der Gesamtschuldenlage
keine wirklich nennenswerte Summe, vor allem im Vergleich zum
kulturellen Wert eines Bahnhofsvorplatzes. Die nicht absehbaren
Folgekosten dieses Projektes sind dabei zusätzlich eine noch
abzuwartende aber erfahrungsgemäß nicht geringe Dunkelziffer.
Die Piraten werden auch an kommenden Wochenenden wieder auf den
Bahnhofsplatz gehen, wir haben begonnen die Meinungen der Menschen dort
mit einem kurzen Fragebogen noch etwas konkreter als im reinen Gespräch
zu erfahren. Das Ergebnis wird dem Ortsamt vorgelegt werden, und ggf.
auch den Parteien, die gerade die "Bürgerbeteiligung" entdeckt haben, um
deren Unterstützung für die Erhaltung des Bahnhofsvorplatzes anzufragen.
Zudem ist derzeit ein Aktionsbündnis im Entstehen, das die Bebauung in
der derzeit vorgesehenen Form verhindern will. Mehr hierzu findet man
auf http://bremen21.info .[1]
Bis zum 20.Mai 2011 läuft außerdem noch die Mitzeichnungsfrist einer
Petition in der Bremischen Bürgerschaft zum Erhalt des Platzes. [2]
Arend Vogtländer, Vorstand der Piratenpartei Bremen, fordert: "Fragen
Sie die Menschen, die den Platz nutzen, fragen Sie alle Bremer, ob diese
ihren Bahnhofsvorplatz verlieren wollen. Und überlegen Sie genau, ob es
notwendig ist, ein weiteres Prestigeprojekt gegen den Willen der
Bevölkerung umzusetzen."
Links:
[1] http://bremen21.info
[2]
https://petition.bremische-buergerschaft.de/index.php?n=petitionsdetails&s=1&c=date_insert&d=DESC&b=0&l=10&searchstring=&pID=231
--
Piratenpartei Landesverband Bremen
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28195 Bremen
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E-Mail: presse AT bremen.piratenpartei.de
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Die Piratenpartei Deutschland (PIRATEN) beschäftigt sich mit den
entscheidenden Themen des 21. Jahrhunderts.
Das Recht auf Privatsphäre, eine transparente Verwaltung, eine
Modernisierung des Urheberrechtes, freie Kultur, freies Wissen und freie
Kommunikation sind die grundlegenden Ziele der PIRATEN.
Bei der Bundestagswahl im September 2009 erreichte die Piratenpartei aus
dem Stand 2,0 Prozent bzw. 847.870 Stimmen. Im Vergleich zur Europawahl
im Juni 2009 (0,9 Prozent, 229.464 Stimmen) konnten die Piraten die Zahl
ihrer Stimmen sogar fast vervierfachen. Die Piratenpartei hat
mittlerweile über 11.000 Mitglieder.
- Piraten Bremen: Piraten fordern umfassende Bürgerbeteiligung beim Bahnhofsvorplatz, Pressemeldungen Piraten Bremen, 04.05.2011
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