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berlin-crew-urbanauten - [berlin-crew-urbanauten] Bericht Taekker

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Betreff: ML der berliner Crew der Urbanauten (Kreuzberg)

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[berlin-crew-urbanauten] Bericht Taekker


Chronologisch Thread 

Ahoi allerseits!

am Dienstag werde noch mal mündlich zum Taekker-Termin letzten Dienstag berichten.

Hier schon mal vorab einige Infos:

---------------Protokollnotizen vom Termin 10.01.12-------------------------
Taekker Häuser: Treffen 10.01.2012 19 Uhr

die website
http://taekkerwatch.plutz.net/index.php/Hauptseite
wird von dritter Seite angegriffen, da offen für 'alle' (wiki-Prinzip), Häuserlisten werden gelöscht etc pp. (vermutet wird hier im Hintergrund taekker oder Beauftragte Obstruisten).

Man kann zwar die Historie abrufen (macht aber Mühe) um gelöschte Häuser 'wiederzubeleben', aber das wikw- bzw. pad-Prinzip ist eben durch seine Offenheit für Gegner relativ leicht anzugreifen, einfacher als DOS-Attacken auf kritische websites z.B..

Strategie: Schreibrechte eingrenzen (soll aber dennoch offen für alle bleiben).

Liste wird ausgelegt für Internet/website/mailinglist dort können sich Interessierte eintragen.

Derzeitige Strategien der Fa. Taekker:

Pinselsanierung/Umwandlung ohne bauliche Verbesserungen: schnell verkaufsfähig machen um abzuverkaufen (auscashen)
Teuer sanieren ('Luxussanierung') mit Verdrängung (neue Mieterstruktur erzeugen)
Es gibt auch Häuser bei denen man neu vermietet (zu höheren Preisen) oder Teilbereiche leerzieht, also entmietet
Hierfür nutzt man (nicht in allen Taekker-Häusern) die 'Expertise' der Fa. Ziegert (die sehr forsch und zügig vorgeht, wohl weil sie leistungsorientiert bezahlt wird).

Thema Zweckendfremdung: bestimmte Häuser sind anfällig für Zweckendfremdung (Anwaltsbüro, Praxen usw.), Bewohner sollten Gewerberaum melden, der zu vermieten/zu verkaufen steht oder neu geschaffen wird/am Markt so angeboten wird.

Diskussion im Forum (ca. 40 Betroffene anwesend) ging in folgende Richtung:

ich bin betroffen, will aber kein allgemeines Engagement weil zu wenig Zeit, sondern benötige konkrete Einzelfallunterstützung
ich bin betroffen und will mich allgemein/politisch organisieren
ich bin momentan noch nicht betroffen, rechne aber damit (z.B. weil Wohnungsvermessungsarbeiten durchgeführt wurden, Anzeichen für Umwandung und/oder Baumaßnahmen)

vorgeschlagene Strategien:

für die die nur konkrete Unterstützung benötigen ist Mieterberatung (BMG, Anwalt) sinnvoll und allgemeine Infos, wie sie z.B. in den ausliegenden Faltblättern enthalten ist (typische Fälle wie unterlassene Instandhaltung oder Umwandlung/Verkauf der Wohnung)

Für die die sich weitergehend engagieren wollen, z.B. auch politisch, gibt es mehrere Möglichkeiten, z.B. Plakataktion, Kiezbündnisse, ggf. gemeinschaftliches Auftreten ggü. Taekker usw.

Folgetermin, Di, 14.02.2012, wird noch geplant von 4-köpfiger Vorbereitungsgruppe (Liste).

Thema Vernetzung:
um regelmäßig sich zu treffen etc. speziell zum Thema Taekker ist eine Struktur erforderlich. Klassische Mieterinitiative (wie z.B. Gräfekiez) kann Taekker-Thema nicht alleine stemmen, Frage wer findet sich bereit hier thematisch zu organisieren und zu strukturieren? Liste geht um, wo sich Interessenten eintragen können.
----------------------------------------------Ende Protokollnotiz------------------------------------------

----------------------------------------------Zeitungsbericht aus dem ND über Taekker-------------------

Von Gaby Gottwald 13.01.2012 / Berlin / Brandenburg

Beton-Gold wird verscherbelt

Dänischer Investor treibt Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen voran

Martin Breger blickt in sorgenvolle Gesichter. Der Aktivist der Mieter-Initiative im Graefe-Kietz hat Mieter aus Häusern der Immobilienfirma Taekker zu einem Treffen geladen. Es stehen Probleme ins Haus, und das nicht zu knapp.

Die Berliner Tochter des dänischen Immobilienkonzerns Taekker plant den Verkauf ihrer Wohnungen. Die internationale Bankenkrise drängte die dänische Muttergesellschaft 2008 an den Rand des Abgrunds. Ein Konkurs konnte nur über ein gerichtliches Schuldenmoratorium abgewendet werden, in das auch der Berliner Immobilienbesitz einbezogen war (ND berichtete). Nun ist frisches Geld vonnöten, und das Berliner »Beton-Gold«, wie es in der Immobilienbranche heißt, muss flüssig gemacht werden.

In Berlin steht damit vor allem in den begehrten und wohnraumknappen Innenstadtbezirken Kreuzberg/Friedrichshain und Prenzlauer Berg ein gigantischer Umwandlungsprozess von Miet- in Eigentumswohnungen an. Taekker besaß bereits 2008 in Berlin 200 Liegenschaften mit 3800 Wohneinheiten.

In Kreuzberg ist der Umwandlungsprozess bereits in vollem Gang. Taekker filetiert seine Häuser in Eigentumswohnungen. Das bringt mehr Geld. Seit der Immobilienkrise ist der Markt an Eigentumswohnungen in der Innenstadt fast leer gefegt. Internationale Investoren legen ihr Kapital nicht mehr in Finanzfonds an, sondern räumen den Berliner Wohnungsmarkt ab. Die Preise boomen, doch Eigentumswohnungen gehen weg wie warme Semmeln.

Zur Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen bedarf es einer Abgeschlossenheitserklärung durch den Bezirk. Taekker hat daher das Architekturbüro Kaup + Wiegand GmbH beauftragt, Wohnungen und Gewerberäume zu vermessen. Da die SPD es beständig verweigert hat, eine Rechtsverordnung des Senats zu erlassen, die Umwandlungen in Eigentumswohnungen genehmigungspflichtig macht, hat der Bezirk keine Handhabe, Abgeschlossenheitserklärungen zu verweigern. So ziehen derzeit viele Vermesser durch viele Wohnungen.

Leere Wohnungen verkaufen sich teurer, denn bei Neuvermietung spielt der Mietspiegel keine Rolle. So steigen die Mietpreise nach der Umwandlung sprunghaft an. Dieser Prozess geht dann in den neuen Mietspiegel ein, der damit auch die Bestandsmieten hochtreibt. Taekker hat für viele Wohnungen die Berliner Ziegert Bank- und Immobilienconsulting GmbH angeheuert, laut Breger eine »Entmietungsspezialistin«. Bevor Ziegert die Wohnungen verkauft, wird mit Mietern eine Abfindung ausgehandelt.

Viele Mieter verlieren die Nerven, da sie Angst vor einem qualvollen Verdrängungsprozess haben oder ihre Rechte nicht kennen. So wissen viele nicht, dass der Neukäufer erst nach sieben Jahren einen Eigennutz der Wohnung beanspruchen kann. Rechtsanwalt Heinz Paul von der Berliner Mietergemeinschaft riet den Mietern: »Wenn rechtzeitig Mieterversammlungen in den Häuser stattfinden und die Mieter sich vernetzen, gibt es mehr Gegenwehr und die Chance, ein Ausbluten der Häuser zu verhindern.« Dies soll nun massiv angegangen werden. Das nächste Treffen ist in etwa vier Wochen.
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