ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
Betreff: Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft
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- From: Ralle002 <Ralle002 AT news.piratenpartei.de>
- To: ag-soziale_marktwirtschaft AT lists.piratenpartei.de
- Subject: Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Wettbewerbsversagen
- Date: Sun, 05 Oct 2014 07:52:48 +0000
- List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-soziale_marktwirtschaft>
- List-id: "Wirtschaft, Finanzen, Soziales - soziale Marktwirtschaft" <ag-soziale_marktwirtschaft.lists.piratenpartei.de>
- Organization: Newsserver der Piratenpartei Deutschland - Infos siehe: http://wiki.piratenpartei.de/Syncom/Newsserver
Arbeitnehmer kommen aus Osteuropa nach Deutschland. Und was sie erwartet sind Überstunden bis zum Abwinken.
Dann hat beispielsweise eine Osteuropäerin hier gerade eine Wohnung gemietet und hat aus privaten d.h. aus familiären Gründen plötzlich keine Zeit, dieses hohe Pensum an Überstunden abzuleisten. Außerdem will sie noch Heimkontakte pflegen. Sie hat sich krankgemeldet, ist in dieser Zeit den weiten Weg nach Hause gefahren, ist damit aufgeflogen und ist jetzt leider arbeitslos. Ihrem (ehemaligen) Arbeitgeber kam es gerade recht, weil er dann keine Pflichten im Zusammenhang mit dem Mutterschutz mehr hat.
Jetzt hat das Alten- und Pflegeheim, in dem ich leider (noch) leben muss es bemerkt, dass man für kurze Engpässe durchaus auch schnell mal einen Stundenten auf 450,00 EUR - Basis einstellen könnte.
Ich habe mit dem Stundenten geredet. Er sagte, er, habe ein extrem schlechtes Gewissen. Ihm würde da eine Verantwortung aufgebürdet, die er nicht tragen könne.
Bei uns haben wir die Situation:
*Abgeordnete haben komischerweise keinerlei Probleme damit, zahlreiche Nebenjobs zu finden.* Das Einkommen der Politiker sprudelt wie im Schlaraffenland. Und besonders bürgerorientiert brauchen sie sich komischerweise auch nicht verhalten.
Dass es aber nicht angeht, dass Politiker gleichzeitig neben staatlichen Interessen auch gleichzeitig die Interessen der Wirtschaft oder sonstiger Interessenverbände vertreten, das hat Frau Merkel bislang nicht in Gegenmaßnahmen umgesetzt. Warum sollte sie auch? Schließlich sprechen die Meinungsforscher eine klare Sprache. Ich höre dann immer wieder den Satz: "da kann doch Frau Merkel nichts dafür".
Dies ist meines Erachtens nicht ganz richtig. Leider ist Frau Merkel durchaus die einzige Person, die etwas dagegen tun könnte.
Bei dem kleinen Bürger ist es genau umgekehrt.
Er hat durchaus oft sehr erhebliche Probleme, auch nur einen einzigen Arbeitsplatz zu finden.
_*Ich stelle mir eine Situation vor, in der Politiker keine Einkünfte aus der Wirtschaft erzielen dürfen und wo Erwerbstätige durchaus auch bei mehreren Arbeitgebern arbeiten.*_ Wenn ein Arbeitgeber zu wenig zahlt oder für menschenunwürdige Arbeitsbedingungen sorgt, verlagert der Arbeitnehmer seine Arbeitskraft ständig zu Arbeitgebern, die besser sind. Und dadurch entsteht Wettbewerb.
Bei uns haben wir Betonkopfdenken mit starren Tarifverträgen, einer vermeintlich gerechten Anwaltsgebührenordnung usw..
Ein Arbeitnehmer fängt irgendwann bei einem Arbeitgeber an und danach gibt es Lohnstarre, Streiks oder ähnlich. Streiks sind Mist. Wir brauchen stattdessen Dynamik.
*Kredite der Banken*
Es gilt Vertragsfreiheit. Banken versuchen in Hochzinszeiten ihre Kredite mit langen Laufzeiten loszuwerden.
Für Kredite sollte ebenfalls eine Höchstvertragslaufzeit eingeführt werden. Kreditnehmer müssen die Möglichkeit haben, ihren Kredit nach einer gewissen Zeit (von beispielsweise 5 Jahren) gegenüber einem anderen Kreditinstitut umzuschulden.
- Re: [Ag-soziale_marktwirtschaft] Wettbewerbsversagen, Ralle002, 05.10.2014
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